Literatur Magazin
- Details
- Geschrieben von: Stefan Diebitz -
Für die einen ist sie eine der bedeutendsten Stimmen der deutschen Lyrik im 20. Jahrhundert, für die anderen kaum mehr als die verrückte Kurzzeit-Freundin Gottfried Benns. Der sehr unklassischen Dichterin Else Lasker-Schüler (1869–1945) widmet das Günter-Grass-Haus in Lübeck eine Sonderausstellung.
Das Günter-Grass-Haus, das in den letzten Monaten gründlich überholt wurde und entsprechend lange geschlossen blieb, sieht sich in seinen Sonderausstellungen den künstlerischen Mehrfachbegabungen verpflichtet. Wie Grass, der nicht nur als Autor, sondern noch zusätzlich als Steinmetz arbeitete und Aquarelle und Lithografien schuf, sollen die Protagonisten sich auf verschiedenen Gebieten bewähren.
- Details
- Geschrieben von: Antonia Giacobbe, Übersetzung und Einleitung: Dagmar Reichardt -
Antonia Giacobbe ist im italienischen Scido (Kalabrien) geboren und lebt heute in Rom, wo sie ihr Studium der Klassischen Literaturwissenschaft abgeschlossen hat. Danach arbeitete sie lange und intensiv als Medizinische Technologin für Radiologie in der diagnostischen und therapeutischen Abteilung für bildgebende Verfahren an der Poliklinik Tor Vergata in Rom.
Heute schreibt sie Gedichte und pendelt im südeuropäischen Raum zwischen Italien (Rom) und dem Baskenland (Vitoria), wo sie im Rahmen eines dualen Promotionsstudiums an einem Forschungsprojekt zur Krankheit und sozialen Not im Werk des süditalienischen Schriftstellers Corrado Alvaro (1895–1956) und zu dessen Rezeption im spanischen Kontext arbeitet.
- Details
- Geschrieben von: Stefan Diebitz -
Anlässlich seines 150sten Geburtstages wird in einer textlastigen Ausstellung das Verhältnis Thomas Manns zur Politik dargestellt.
Thomas Mann, im Sommer 1875 als zweiter Sohn eines wohlhabenden Lübecker Senators zur Welt gekommen, starb 80 Jahre später in Zürich als ein glühender Demokrat, nachdem er sich noch bis zum Ende des 1. Weltkrieges gegen die Demokratie gestellt hatte.
- Details
- Geschrieben von: Marion Hinz und Lea De Gregorio -
Lea De Gregorio (geb. 1992) ist in Hessen aufgewachsen und lebt heute in Berlin. Sie hat Vergleichende Kultur- und Religionswissenschaften studiert, schloss einen Master in Europäischer Ethnologie und einen zweiten in Philosophie ab.
Sie volontierte bei Amnesty International und war anschließend dort als Redakteurin für Gesellschaftsthemen zuständig. Seit dem Studium schreibt sie auch für überregionale Medien wie „Die Zeit“, „Deutschlandfunk Kultur“ und die „taz“.
- Details
- Geschrieben von: Marion Hinz -
Dieser Lyrikband ist etwas ganz Besonderes: „Das Mosaik der Nacht“ vereint zweisprachige Gedichte (griechisch-deutsch) von Ioulita Iliopoulou. Mit dieser Ausgabe ihres neuesten Werks erscheint erstmals eine vollständige Übertragung eines ihrer Bücher ins Deutsche.
Doch das ist längst nicht alles: Über einen QR-Code oder einen Link (Anm. der Red.: siehe unten) kann eigens für diesen Gedichtband von Giorgos Kouroupos komponierte Musik beim Lesen der Gedichte oder natürlich auch davon unabhängig gehört werden.
- Details
- Geschrieben von: Marion Hinz -
Heinrich Breloer gilt als einer der größten Thomas-Mann-Kenner. Es ist also kein Wunder, wenn Breloers Buch „Ein tadelloses Glück“ zahlreiche Fakten enthält, die eher unbekannt sind.
So erfahren wir Leser beispielsweise, es gab in Lübeck einst ein Sommertheater namens Tivoli. Und wir erfahren, wie Thomas Mann zu seiner Taschenuhr kam. Geschickt eingeflochtene Informationen und hübsch erzählte Anekdoten wie diese bringen uns viele kleine und große Dinge rund um den großen Schriftsteller nahe, dessen 150. Geburtstag das ganze Jahr über gefeiert wird. Auf unterhaltsame Weise können wir mit diesem Buch unsere Kenntnisse rund um den Lübecker Literaturnobelpreisträger erweitern.
- Details
- Geschrieben von: Marion Hinz -
Was für ein großartiges Buch, was für ein wichtiger Roman ist „Nichts wächst im Mondschein“ (Originaltitel: Av måneskinn gror det ingenting). Dieser erste Roman von Torborg Nedreaas (1906–1987), deren Bücher zu den großen Werken der norwegischen Literatur gehören, erschien 1947 und wurde nun von Gabriele Haefs neu ins Deutsche übersetzt.
Das Buch wird weltweit gerade wiederentdeckt und soll in dreizehn Sprachen erscheinen. In Norwegen hat es längst Kultstatus erlangt. Es gilt in der Darstellung weiblicher sexueller Begierde und der Schilderung sozialer Probleme der damaligen Zeit als bahnbrechendes Werk.
- Details
- Geschrieben von: Marion Hinz -
Drei Morde haben sich in Flensburg ereignet und womöglich bleiben alle drei ungesühnt. Was steckt hinter dem „Spiegelgrotten Tod“, dem neuen nunmehr sechsten Flensburg-Krimi des Autors und Philosophen Frank-Peter Hansen?
Was ist geschehen? Diese Frage stellt sich auch die Flensburger Kripo und stellt entsprechende Ermittlungen an. Doch immer wieder stoßen die Ermittler an ihre Grenzen.
- Details
- Geschrieben von: Marion Hinz -
„Und darum, und darum und darum, wegen zehn und hundert und tausend unschuldig Gemarterter, Zerstörter, zum Irrsinn Getriebener, widme ich dieses Buch den im Hitler-Deutschland ermordeten Juden“, schreibt der Journalist und Schriftsteller Heinz Liepman im Vorwort seines 1933 erschienenen Romans „Das Vaterland“.
Der Roman ist einer der ersten Exilromane über die Machtergreifung der Nationalsozialisten. Dem Literaturwissenschaftler Winfried Weinke und dem Pendragon Verlag ist die in 2025 erschienene Neuauflage dieses eindringlichen, uns Heutige mahnenden Zeitdokuments zu verdanken.
- Details
- Geschrieben von: Marion Hinz -
Selten gibt es Bücher, die uns Leser von Anfang an so fesseln, so berühren, wie der neue, zweite Roman des im Iran geborenen, in Berlin lebenden Autors Behzad Karim Khani. Schon der Titel „Als wir Schwäne waren“ berührt unser Herz, unsere Seele.
Erzählt wird die Emigrantengeschichte eines Jungen, der mit seiner Familie aus dem Iran nach Deutschland gekommen ist, aus der Ich-Perspektive. Es ist ein hinreißender, beschämender, wahrhaftiger Roman. Grundlage sind wie in seinem Erstlingswerk auch hier die Eckdaten des Lebens von Behzad Karim Khani.
- Details
- Geschrieben von: Ruth Asseyer -
Mit dem Roman „Oben Erde, unten Himmel“, der jetzt im Wagenbach Verlag auch als Taschenbuch vorliegt, ist der Schriftstellerin Milena Michiko Flašar wieder ein Meisterstück subtiler Erzählkunst gelungen.
Die Protagonistin und Ich-Erzählerin Suzu ist 25 Jahre alt und lebt in einer japanischen Großstadt. Nur ein Hamster leistet ihr in ihrer kleinen Erdgeschoßwohnung Gesellschaft. Sie ist gerne allein.
- Details
- Geschrieben von: Marion Hinz und Karla Letterman -
Karla Letterman hat nach drei Harz-Krimis ihren ersten Lübeck-Krimi „Die Trauerrednerin und der tote Tenor“ im Rote Katze Verlag (Lübeck) veröffentlicht.
Vorgestellt wurde das Buch in der Musikhochschule Lübeck, einer der Schauplätze des Krimis. Wir verfolgen die Spuren des Bösen in der malerischen Altstadt Lübecks und in Travemünde.
- Details
- Geschrieben von: Karin Braun -
Vampire! Es stellt sich immer wieder einmal die Frage, ob zu dem Thema nicht alles gesagt wurde. Gibt es nicht genug Geschichten dazu? Anscheinend nicht! Und das ist auch gut so.
Das Thema ist vielfältiger als man denkt, und beschäftigt Autoren und Autorinnen zu allen Zeiten. J. Sheridan LeFanus „Carmilla“ zum Beispiel erschien 1872 und erzählt die Geschichte einer Blutsaugerin, die es auf junge Frauen abgesehen hat. Bram Stockers „Dracula“, erschien 1897 und war stark von LeFanus Geschichte beeinflusst. 1911 widmet sich Algernon Blackwood dem Thema von einer ganz anderen Seite. In seiner Kurzgeschichte „The Transfer“ ist es nicht ein ehemals menschliches Wesen, das auf die Lebenskraft anderer aus ist, sondern ein Stück Land.
- Details
- Geschrieben von: Marion Hinz -
„Monas Augen“ ist der erste Roman des Kunsthistorikers Thomas Schlesser. In Frankreich stand das Buch wochenlang auf Platz eins. Teilweise schon vor Erscheinen wurde es in mittlerweile 35 Sprachen übersetzt und erschien in 60 Ländern. Man darf hier also zu Recht von einem Bestseller sprechen.
„Monas Augen“ ist eine schöne Geschichte über ein 10jähriges Mädchen und seinen Großvater. Es ist zugleich eine Reise zu 52 der schönsten Kunstwerke unserer Zeit. Gewidmet ist der Roman allen Großeltern dieser Welt. Im Prolog wird uns erzählt, warum das so ist und was es mit Monas Augen und dem ganzen Kunstgeschehen in diesem Buch auf sich hat.