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Der Städelsche Museums-Verein hat erstmals den Margret-Stuffmann-Preis verliehen. Preisträgerin ist die renommierte Kunsthistorikerin Elisabeth Fritz. Sie hat die Jury mit ihrer innovativen Forschung zur französischen Genremalerei überzeugt. Die feierliche Verleihung fand im Rahmen der gestrigen Mitgliederversammlung des Städelschen Museums-Vereins im Städel Museum statt. Margret Stuffmann (1936–2020) leitete und prägte auf besondere Weise von 1974 bis 2001 die Graphische Sammlung des Städel Museums.

 

Der neue Forschungspreis knüpft an ihr Engagement und ihre wissenschaftliche Arbeit an und würdigt herausragende kunsthistorische Leistungen auf dem Gebiet der französischen Kunst sowie des deutsch-französischen kunstwissenschaftlichen Austauschs. Initiiert wurde der Preis vom Frankfurter Mäzen Hans-Jürgen Hellwig, der für das Vorhaben eine Gruppe großzügiger Unterstützer gewinnen konnte. Margret Stuffmann stand Hellwig über viele Jahre maßgeblich beim Auf- und Ausbau seiner Sammlung von Werken des französischen Künstlers Honoré Daumier (1808–1879) zur Seite. Anlässlich des 125-jährigen Bestehens des Städelschen Museums-Vereins im Jahr 2024 übergab Hans-Jürgen Hellwig diesen umfangreichen Sammlungsbestand als Jubiläumsschenkung. Dieser befindet sich nun als Dauerleihgabe im Städel Museum. Der Margret-Stuffmann-Preis ist damit ein besonderer Ausdruck des bürgerschaftlichen Engagements des Städelschen Museums-Vereins als Förderverein des Städel Museums und legt einen besonderen Schwerpunkt auf die Förderung und Würdigung kunstwissenschaftlicher Forschung.

„Der Städelverein beruht seit seiner Gründung auf dem bürgerschaftlichen Engagement von Menschen, die Verantwortung für das Städel übernehmen. Der Margret-Stuffmann-Preis führt diese Tradition auf besondere Weise fort: Er würdigt herausragende kunstwissenschaftliche Forschung und erinnert zugleich an eine Kunsthistorikerin, die das Städel und insbesondere die Auseinandersetzung mit der französischen Kunst nachhaltig geprägt hat. Wir danken Hans-Jürgen Hellwig herzlich für seine Initiative und freuen uns, mit Elisabeth Fritz eine herausragende Wissenschaftlerin als erste Preisträgerin auszeichnen zu können. Der Preis soll dazu beitragen, wichtige Forschungsleistungen sichtbar zu machen und die intensive Auseinandersetzung mit der französischen Kunst weiter zu fördern“, so Sylvia von Metzler, Vorsitzende des Vorstands des Städelschen Museums-Vereins e. V.

 

Die diesjährige Fachjury des Margret-Stuffmann-Preises, bestehend aus der Vorsitzenden Mechthild Fend, Professorin für Kunstgeschichte an der Goethe-Universität Frankfurt, Astrid Reuter, Leiterin der Graphischen Sammlung bis 1800 am Städel Museum, und Frédéric Bußmann, Direktor der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe, sprach sich einstimmig für die Auszeichnung von Elisabeth Fritz und ihrer Forschung zur französischen Genremalerei aus. Im Zentrum von Fritz’ Forschung stehen Antoine Watteau und Künstler aus seinem Umfeld, darunter Nicolas Lancret und Jean-Baptiste Pater. Sie untersucht Darstellungen von Geselligkeit und Zeitvertreib in Parks und Gärten des Pariser Umfelds und fragt danach, wie sich gesellschaftliche Formen des Zusammenseins und die Erfahrung von Zeit in diesen Bildern verbinden. Mit den Konzepten der „momenthaften Zeitlichkeit“ und des „Frei-Zeit-Bildes“ entwickelt Fritz neue Perspektiven auf die französische Genremalerei des 18. Jahrhunderts. Die Verbindung kunsthistorischer und soziologischer Fragestellungen eröffnet zugleich neue Zugänge zu einer sozialgeschichtlich ausgerichteten Kunstgeschichte. Ausgezeichnet wird in diesem Jahr insbesondere ihre wissenschaftliche Arbeit „Frei/Zeit/Bild. Baden und Picknicken als geteilte Vergnügen und befreite Bildmotive bei Nicolas Lancret“, erschienen in Dominik Brabant und Britta Hochkirchen (Hg.): Ästhetische Eigenlogiken des europäischen Genrebildes, Bielefeld 2023, S. 177–202.

 

Quelle: Städel Museum Frankfurt/M.

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