Literatur Magazin
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- Geschrieben von: Marion Hinz -
Diese CD mit Gedichten von Jürgen Nendza, eingebettet in das von Musikern und Sprechern perfekt umgesetzte Klangkonzept von Matthias Kratzenstein, ist ein Geschenk für alle, die Lyrik lieben.
Besonders angesprochen werden sich diejenigen fühlen, die zum Sound der Lyrik komponierte Musik als Bereicherung zum reinen Gedichttext empfinden. In „Sagen die Luftwurzeln“ ist das so, hier trifft verdichtete Sprache auf fein abgestimmte, perfekt mit dem Text zusammengehende Musik. Nominiert ist dieses Klangerlebnis für den Deutschen Hörbuchpreis 2026 in der Kategorie „Das besondere Hörbuch“.
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- Geschrieben von: Marion Hinz -
„Wahre Freiheit beginnt dort, wo wir uns selbst erkennen“. So steht es auf dem Cover von Ralf Hilles jüngstem Werk „Der Schmetterling, der ein Vogel sein wollte“. Es ist ein kleines Büchlein. Nur gut 60 Seiten umfasst diese Geschichte, die von einem Schmetterling erzählt, der davon träumt, ein Vogel zu sein.
Er glaubt, nur so kann er seine Sehnsucht stillen: höher, weiter und schneller zu fliegen, als es seiner Art möglich ist.
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- Geschrieben von: Ruth Asseyer -
Neun spannende, meisterhaft geschriebene Kurzgeschichten erzählt Milena Michiko Flašar in ihrem neuen Buch „Der Hase im Mond“. Es sind neun Begegnungen mit dem Unheimlichen. Die preisgekrönte japanisch-österreichische Schriftstellerin lässt die Protagonisten ihrer Geschichten etwas erleben, das ihnen ihr vertrautes, wohlgeordnetes Alltagsleben plötzlich fremd werden lässt.
Sie sind alle ganz normale Menschen in irgendeiner japanischen Großstadt, Angestellte, Unternehmer, eine Hausfrau, Studenten, die sich in ihrer Lebensgestaltung auf die Traditionen und sozialen Konventionen des modernen Japans verlassen.
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- Geschrieben von: Luigi Saitta -
Die italienische Autorin Dacia Maraini – geboren in der Toskana, aufgewachsen in Japan und auf Sizilien und seit Beginn ihrer schriftstellerischen Karriere in den 1950er Jahren in Rom wohnhaft – hat wie kaum eine andere europäisch-kosmopolitische Intellektuelle unsere postmoderne Zeit mitgeprägt. Dieses Jahr wird die auch in Deutschland viel gelesene Dichterin, Roman- und Theaterschriftstellerin 90 Jahre alt und bereist weiterhin mit vollem Terminkalender die Welt.
Insbesondere sind die zahlreichen Übersetzungen ihrer Werke weltweit ein von ihr gern genutzter Anlass. Ein kürzlich erschienener Band über „Die vielen Übersetzungen des Werks von Dacia Maraini“ (Berlin, Peter Lang, 2024) hat sich nun mit der Quantifizierung dieses globalen Widerhalls beschäftigt und gleichzeitig die Frage untersucht, wie, was, wann und mit welchen Wirkungen sprachlich und literarisch „übersetzt“ wird – oder im weiteren kulturellen Kontext überhaupt „übersetzt“ werden kann.
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- Geschrieben von: Marion Hinz -
Eine pinkfarbene Bauernrose – oder ist es eher eine edle Päonie? - ziert das Cover von Natascha Wodins neuem Roman „Die späten Tage“. Wer das Buch aufschlägt, liest statt der üblichen Inhaltsangabe beachtlich-schöne Buchzitate auf der linken Umschlagsseite.
Ein kurzes Beispiel: Jeden Tag nach dem Aufwachen, wenn das Bewusstsein langsam einsetzt, der Schock: Du bist alt, du wirst bald sterben. Sätze wie diese stimmen uns ein auf all das, was uns in diesem Buch erwartet
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- Geschrieben von: Marion Hinz -
Um das Thema Liebe ranken sich seit Jahrhunderten unendlich viele Gedanken und Gedichte. Immer wieder und unermüdlich beschreiben Dichter die Irrungen und Wirrungen der Liebe. Auf jeweils eigene Art besingen sie Freundschaft und Liebe, Nähe und Ferne.
Ein facettenreiches Beispiel für die lyrische Vielfalt der Thematik ist die Anthologie „Von Nähe und Ferne“. Herausgeberin Thea Caillieux hat dieses Lesebuch über die Liebe in acht Themenkomplexe gegliedert. Mit einem Geleitwort von Aleida Assmann ist das Buch in der „Kröner Edition Klöpfer“ erschienen.
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- Geschrieben von: Marion Hinz -
Ich hab keine Muttersprache, / Weil ich eine Jüdin bin. Mit diesen Worten beginnt der Gedichtband „An die Deutschen“ von Julia Gourfinkel, der 1946 in Paris unter ihrem Pseudonym Julia Renner veröffentlicht wurde.
Erst jetzt, achtzig Jahre später, ist das Buch bei seinem Adressaten Deutschland angekommen. Verfasst ist es in deutscher Sprache – von einer Dichterin, die keine Deutsche war, sondern 1903 in Odessa, im damaligen Gouvernement Neurussland, geboren wurde. Bisher fanden die Gedichte in Deutschland keinerlei Echo. Sie tauchen nicht einmal in Anthologien mit Shoah-Texten auf.
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- Geschrieben von: Stefan Diebitz -
Nicht viele der wenigen großen und wirklich bedeutenden deutschen Romane sind so gründlich vergessen wie „Der Komet“ Jean Pauls –, sein Spätwerk, das er nicht zu Ende schreiben mochte –, weil er nach dem Tod seines Sohnes 1821 in sich selbst nicht mehr die Kraft für ein durch und durch humoristisches Buch fand.
War Jean Paul Friedrich Richter ein Romantiker? Geboren 1763, war er vierzehn Jahre jünger als Goethe, von dem er sich in seinem Temperament gewaltig unterschied, aber er war andererseits ein wenig älter als die Romantiker wie Ludwig Tieck, E.T.A. Hoffmann oder Novalis, mit denen ihn manches verband – ohne dass er selbst ein Romantiker gewesen wäre. Seine Lebensdaten verweisen ihn in eine Zwischenzeit, und auch sein Werk gehört weder zur Klassik noch zur Romantik. Tatsächlich trennt ihn vieles von den Romantikern. Mit einem Bein stand Jean Paul noch in der „zeit des zopfstiles“ (Stefan George), mit dem anderen in der Zukunft, in der Bewunderer wie Arno Schmidt auf ihn warteten. Aber manches bringt seine Zeitgenossen und ihn eben auch zusammen, zum Beispiel die romantische Ironie.
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- Geschrieben von: Stefan Diebitz -
Jean Pauls „Hesperus oder 45 Hundposttage“ war 1795 ein Riesenerfolg für einen bis dahin kaum bemerkten Autor. Das Buch wurde verschlungen, der Dichter gefeiert.
Und heute? Ist dieser Roman noch lesbar oder vielleicht sogar mehr als das, eine Empfehlung? Gibt es noch andere Gründe als ein akademisches Interesse an der Literaturgeschichte, sich mit diesem dicken und (nur heute? oder auch schon damals?) nicht ganz einfach zu lesenden Roman zu beschäftigen?
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- Geschrieben von: Stefan Diebitz -
Johann Paul Friedrich Richter, der seinen Namen zu Jean Paul abkürzte, galt nie als einer der ganz Großen – aber vergessen war er ebenso wenig. Viele konnten seine Bücher nicht leiden, aber andere schwärmten auch für ihn; und zu beiden Gruppen zählen einige der bedeutendsten deutschen Autoren. Am 14. November 1825 verstarb der große Dichter Jean Paul.
Stefan George widmete ihm ein Gedicht – es findet sich in dem Band „Der Teppich des Lebens“ –, und der so ganz anders gestrickte Arno Schmidt (so ganz anders als George…) eröffnete sein Meisterwerk „Kaff auch Mare Crisium“ von 1960 mit einem Zitat aus dem ersten Roman Jean Pauls: „Nichts Niemand Nirgends Nie!“ Es liegt nahe, das Zitat als eine Liebeserklärung des einen Außenseiters an einen anderen Außenseiter zu lesen. Oder war es sogar ein Kniefall?
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- Geschrieben von: Marion Hinz -
Nelio Biedermann ist mit seinem Roman Lázár ein Bestseller gelungen, der in 28 Sprachen übersetzt werden soll. Dieses Buch ist ein Pageturner, der nicht nur die Leserschaft, sondern auch Buchhändler in ganz Deutschland überzeugt hat: Im Rahmen der Frankfurter Buchmesse 2025 wurde das Buch zum „Lieblingsbuch der Unabhängigen“ gekürt.
Nominiert waren rund 250 Titel. Auf der Shortlist standen fünf Bücher. Mehrheitlich entschieden sich die an der Abstimmung Beteiligten für diese „sinnenfroh und verwegen erzählte Geschichte vom Fall einer ungarischen Adelsfamilie im 20. Jahrhundert“. Die Auszeichnung, die seit 2015 vergeben wird, ist der einzige Preis, der ausschließlich durch Stimmen der Buchhändler und Buchhändlerinnen ermittelt wird.
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- Geschrieben von: Marion Hinz -
Am 16. Dezember 2025 jährt sich der Geburtstag der englischen Schriftstellerin Jane Austen zum 250.Mal. Eine gute Nachricht für alle Fans: Sie müssen nicht länger zum Jane-Austen-Haus in Chawton pilgern, um ihrer Lieblingsschriftstellerin nahe zu sein.
Sie können stattdessen einfach in eine Graphic Novel eintauchen und eine literarische, illustrierte Reise durch das Leben von Jane Austen (1775–1817) antreten.
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- Geschrieben von: Marion Hinz -
Dem Arbeitskreis Jüdisches Bingen und den Autoren Hans-Joachim Hoffmann und Francois Van Menxel ist zu verdanken, dass „Daija“ – der einzige Roman, den Ida Dehmel (1870–1942) je geschrieben hat – nun in gedruckter Form vorliegt.
Und das in allen drei Fassungen: „Urschrift“, „Zwischenfassung“ und „Letzte Fassung“! Mehr als achtzig Jahre ruhten die Manuskripte. Ihre dauerhafte Aufbewahrung fanden sie im Dehmel-Archiv der Hamburger Staats- und Universitätsbibliothek.
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- Geschrieben von: Marion Hinz -
Allein schon die Lebensgeschichte von Juri Felsen, Autor des Romans „Getäuscht“, wäre ein Buch für sich: 1894 als Nikolai Freudenstein in Petersburg geboren, emigriert er 1918 nach Riga, lässt sich 1923 in Paris nieder und wird dort als Juri Felsen zu einem der führenden Schriftsteller seiner Generation.
Beeinflusst von Marcel Proust, James Joyce und Virginia Woolf steht er mit seinem Werk an der Spitze der europäischen Gegenwartsliteratur. Doch dann greift das Schicksal erbarmungslos zu. Die Deutschen besetzen Frankreich, Juri muss flüchten, denn er ist Jude. Er wird gefasst, inhaftiert, interniert, deportiert und 1943 in Ausschwitz ermordet.
