Literatur Magazin
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- Geschrieben von: Marion Hinz -
Schuhe spielen eine zentrale Rolle im Buch „Ich erröte vom Schaft bis zur Sohle“. In dieser Sammlung von Schuhgeschichten sind sie nicht einfach nur Fußbekleidung, sondern Hauptdarsteller, also Dreh- und Angelpunkt der jeweiligen Handlung.
In dreißig Geschichten wird unterhaltsam, humorvoll, mitunter sogar Schicksale prägend von Schuhen und deren Trägern erzählt.
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- Geschrieben von: Marion Hinz -
Erinnerungen kommen viele vor in diesem ersten Lyrikband von Renate Schmidgall, die bisher hierzulande vor allem als Übersetzerin aus dem Polnischen bekannt ist.
Das dürfte sich mit dem Erscheinen ihres ersten Lyrikbandes „Kein Verlass auf Uhren und Gestirne“ in naher Zukunft ändern. So sprachlich gelungen und emotional überzeugend sind diese Erinnerungen an Menschen, Vögel, Bäume und Räume, an innere und äußere Landschaften, an Jahres- und Lebenszeiten, an einst empfundene Liebe, Sehnsucht, Melancholie und Trauer. Um es mit den Worten der Dichterin zu sagen: „Man muss nur weit genug öffnen,/dann kommt ein Gedicht zum Fenster herein.“
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- Geschrieben von: Marion Hinz -
Eigentlich hatte die „Edition Nautilus“ geplant, anlässlich von Ingvar Ambjørnsens 70. Geburtstag am 20. Mai 2026 dessen neues Buch zu veröffentlichen. Doch dann verstarb der Autor im Juli 2025 nach langer Krankheit in Norwegen.
Das Buch ist nun – vorgezogen – bereits im März dieses Jahres erschienen. In „Niemand da“ leuchtet noch einmal die große Erzählkunst des norwegischen Schriftstellers auf, der seit vielen Jahren mit seiner Ehefrau und seiner Übersetzerin Gabriele Haefs in Hamburg lebte. Es ist wahrscheinlich das letzte Buch dieses Autors – es sei denn, im Nachlass tauchen noch weitere schwarze Perlen auf, wie eine norwegische Rezensentin schrieb, die für die Leserschaft aufgereiht werden wollen.
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- Geschrieben von: Marion Hinz -
Immer wieder hat Ulrike Draesner (*1962 in München) die eigene Biografie mutig in Literatur verwandelt, in Gedichten, Essays und zuletzt im Roman Zu lieben (2024). Darin erzählt sie die Geschichte einer Adoption und von nicht leiblicher Elternschaft, aber auch vom Scheitern einer Ehe.
In ihrem neuesten Werk wagt sich Draesner an den Heldenmythos schlechthin, die Odyssee. Mit dem fordernden Postepos „Peneleopes Sch()iff“ (2025) deutet sie Penelope neu und schreibt damit feministische Geschichte.
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- Geschrieben von: Marion Hinz -
Der promovierte Philosoph Frank-Peter Hansen ist auch Autor von spannenden Flensburg-Krimis. Sein neuestes Werk „Schausende Tod“ ist der achte Krimi in dieser Reihe und zugleich der sechste Fall des Ermittlerpaares Blaschke und Schmuhl. Diesmal geht es um einen, vielleicht sogar um mehrere Mordfälle – wer weiß das schon am Anfang eines Buches. Und das Ende darf hier natürlich nicht verraten werden. Die Spannung erfasst uns beim Lesen…
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- Geschrieben von: Marion Hinz -
Diese CD mit Gedichten von Jürgen Nendza, eingebettet in das von Musikern und Sprechern perfekt umgesetzte Klangkonzept von Matthias Kratzenstein, ist ein Geschenk für alle, die Lyrik lieben.
Besonders angesprochen werden sich diejenigen fühlen, die zum Sound der Lyrik komponierte Musik als Bereicherung zum reinen Gedichttext empfinden. In „Sagen die Luftwurzeln“ ist das so, hier trifft verdichtete Sprache auf fein abgestimmte, perfekt mit dem Text zusammengehende Musik. Nominiert ist dieses Klangerlebnis für den Deutschen Hörbuchpreis 2026 in der Kategorie „Das besondere Hörbuch“.
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- Geschrieben von: Marion Hinz -
„Wahre Freiheit beginnt dort, wo wir uns selbst erkennen“. So steht es auf dem Cover von Ralf Hilles jüngstem Werk „Der Schmetterling, der ein Vogel sein wollte“. Es ist ein kleines Büchlein. Nur gut 60 Seiten umfasst diese Geschichte, die von einem Schmetterling erzählt, der davon träumt, ein Vogel zu sein.
Er glaubt, nur so kann er seine Sehnsucht stillen: höher, weiter und schneller zu fliegen, als es seiner Art möglich ist.
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- Geschrieben von: Ruth Asseyer -
Neun spannende, meisterhaft geschriebene Kurzgeschichten erzählt Milena Michiko Flašar in ihrem neuen Buch „Der Hase im Mond“. Es sind neun Begegnungen mit dem Unheimlichen. Die preisgekrönte japanisch-österreichische Schriftstellerin lässt die Protagonisten ihrer Geschichten etwas erleben, das ihnen ihr vertrautes, wohlgeordnetes Alltagsleben plötzlich fremd werden lässt.
Sie sind alle ganz normale Menschen in irgendeiner japanischen Großstadt, Angestellte, Unternehmer, eine Hausfrau, Studenten, die sich in ihrer Lebensgestaltung auf die Traditionen und sozialen Konventionen des modernen Japans verlassen.
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- Geschrieben von: Luigi Saitta -
Die italienische Autorin Dacia Maraini – geboren in der Toskana, aufgewachsen in Japan und auf Sizilien und seit Beginn ihrer schriftstellerischen Karriere in den 1950er Jahren in Rom wohnhaft – hat wie kaum eine andere europäisch-kosmopolitische Intellektuelle unsere postmoderne Zeit mitgeprägt. Dieses Jahr wird die auch in Deutschland viel gelesene Dichterin, Roman- und Theaterschriftstellerin 90 Jahre alt und bereist weiterhin mit vollem Terminkalender die Welt.
Insbesondere sind die zahlreichen Übersetzungen ihrer Werke weltweit ein von ihr gern genutzter Anlass. Ein kürzlich erschienener Band über „Die vielen Übersetzungen des Werks von Dacia Maraini“ (Berlin, Peter Lang, 2024) hat sich nun mit der Quantifizierung dieses globalen Widerhalls beschäftigt und gleichzeitig die Frage untersucht, wie, was, wann und mit welchen Wirkungen sprachlich und literarisch „übersetzt“ wird – oder im weiteren kulturellen Kontext überhaupt „übersetzt“ werden kann.
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- Geschrieben von: Marion Hinz -
Eine pinkfarbene Bauernrose – oder ist es eher eine edle Päonie? - ziert das Cover von Natascha Wodins neuem Roman „Die späten Tage“. Wer das Buch aufschlägt, liest statt der üblichen Inhaltsangabe beachtlich-schöne Buchzitate auf der linken Umschlagsseite.
Ein kurzes Beispiel: Jeden Tag nach dem Aufwachen, wenn das Bewusstsein langsam einsetzt, der Schock: Du bist alt, du wirst bald sterben. Sätze wie diese stimmen uns ein auf all das, was uns in diesem Buch erwartet
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- Geschrieben von: Marion Hinz -
Um das Thema Liebe ranken sich seit Jahrhunderten unendlich viele Gedanken und Gedichte. Immer wieder und unermüdlich beschreiben Dichter die Irrungen und Wirrungen der Liebe. Auf jeweils eigene Art besingen sie Freundschaft und Liebe, Nähe und Ferne.
Ein facettenreiches Beispiel für die lyrische Vielfalt der Thematik ist die Anthologie „Von Nähe und Ferne“. Herausgeberin Thea Caillieux hat dieses Lesebuch über die Liebe in acht Themenkomplexe gegliedert. Mit einem Geleitwort von Aleida Assmann ist das Buch in der „Kröner Edition Klöpfer“ erschienen.
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- Geschrieben von: Marion Hinz -
Ich hab keine Muttersprache, / Weil ich eine Jüdin bin. Mit diesen Worten beginnt der Gedichtband „An die Deutschen“ von Julia Gourfinkel, der 1946 in Paris unter ihrem Pseudonym Julia Renner veröffentlicht wurde.
Erst jetzt, achtzig Jahre später, ist das Buch bei seinem Adressaten Deutschland angekommen. Verfasst ist es in deutscher Sprache – von einer Dichterin, die keine Deutsche war, sondern 1903 in Odessa, im damaligen Gouvernement Neurussland, geboren wurde. Bisher fanden die Gedichte in Deutschland keinerlei Echo. Sie tauchen nicht einmal in Anthologien mit Shoah-Texten auf.
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- Geschrieben von: Stefan Diebitz -
Nicht viele der wenigen großen und wirklich bedeutenden deutschen Romane sind so gründlich vergessen wie „Der Komet“ Jean Pauls –, sein Spätwerk, das er nicht zu Ende schreiben mochte –, weil er nach dem Tod seines Sohnes 1821 in sich selbst nicht mehr die Kraft für ein durch und durch humoristisches Buch fand.
War Jean Paul Friedrich Richter ein Romantiker? Geboren 1763, war er vierzehn Jahre jünger als Goethe, von dem er sich in seinem Temperament gewaltig unterschied, aber er war andererseits ein wenig älter als die Romantiker wie Ludwig Tieck, E.T.A. Hoffmann oder Novalis, mit denen ihn manches verband – ohne dass er selbst ein Romantiker gewesen wäre. Seine Lebensdaten verweisen ihn in eine Zwischenzeit, und auch sein Werk gehört weder zur Klassik noch zur Romantik. Tatsächlich trennt ihn vieles von den Romantikern. Mit einem Bein stand Jean Paul noch in der „zeit des zopfstiles“ (Stefan George), mit dem anderen in der Zukunft, in der Bewunderer wie Arno Schmidt auf ihn warteten. Aber manches bringt seine Zeitgenossen und ihn eben auch zusammen, zum Beispiel die romantische Ironie.
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- Geschrieben von: Stefan Diebitz -
Jean Pauls „Hesperus oder 45 Hundposttage“ war 1795 ein Riesenerfolg für einen bis dahin kaum bemerkten Autor. Das Buch wurde verschlungen, der Dichter gefeiert.
Und heute? Ist dieser Roman noch lesbar oder vielleicht sogar mehr als das, eine Empfehlung? Gibt es noch andere Gründe als ein akademisches Interesse an der Literaturgeschichte, sich mit diesem dicken und (nur heute? oder auch schon damals?) nicht ganz einfach zu lesenden Roman zu beschäftigen?
