Literatur Magazin
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- Geschrieben von: Marion Hinz -
Der vielfach preisgekrönte marokkanisch-französische Schriftsteller Rachid Benzine zählt zu den angesehensten Politologen und Islamwissenschaftlern Europas.
In seinem nur 124 Seiten umfassenden Roman „Der Buchhändler von Gaza“ beschreibt und umkreist er für uns Leser die menschlichen und politischen Verhältnisse zwischen Israelis und Palästinensern. Dies geschieht allerdings aus alleiniger Perspektive eines Palästinensers. Mit dieser Vorgehensweise vermittelt und verursacht der Autor unterschiedlichste Gefühle.
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- Geschrieben von: Gabriele Haefs -
Die Anfangsszene ist typisch für Monas Leben: Ein Kollege aus dem Büro geht in den Ruhestand: große Feier, Abschiedsgeschenke, schöne Reden. Während Mona überlegt, ob es wohl für sie der Fall sein wird, dass sie in wenigen Jahren so weit ist, auch so einen Abschied geben wird, räumt sie leere Gläser zusammen.
Darauf eine junge Kollegin: „Schön, dass du aufräumst, wir wollen nämlich noch woanders hin.“
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- Geschrieben von: Gabriele Haefs -
„Interessante Menschen zu treffen, gefällt mir immer.“
Das ist so einer der Sätze, die in diesem Roman sofort ins Auge springen: Ja, geht mir auch so, denkt der Leser entzückt und liest voller Spannung weiter. Es gibt noch mehr Sprüche dieser Art, die durchaus an Aphorismen heranreichen.
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- Geschrieben von: Marion Hinz -
Es ist doch immer so im Leben: Die einen haben zu viel, die anderen zu wenig. Das lässt sich vom Geld sagen und vom Glück und von fast allem anderen auch. So in etwa werden auch Bes und Vetter gedacht und gefühlt haben, die für Sophie wie Großeltern sind.
Sophie wächst in Armut in einem oberfränkischen Dorf der 1930er Jahre auf. Ihre Lebensgeschichte wird uns auf mitreißende, poesievolle Weise in „Mittelberge“ erzählt. Es ist der erste, von Anfang bis Ende überzeugende Roman der Theaterautorin Kerstin Specht, deren Stücke vielfach übersetzt und ausgezeichnet wurden.
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- Geschrieben von: Marion Hinz -
Lidia Jorge zählt seit vielen Jahren zu den bedeutendsten literarischen Stimmen Portugals. Jetzt wurde sie mit dem Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur 2026 ausgezeichnet.
Ihr Roman „Die Stunde der Nelken“ (Originaltitel: „Os Memoráveis“) ist aktuell im Secession Verlag in der Übersetzung von Marianne Gareis erschienen.
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- Geschrieben von: Gabriele Haefs -
Die Rede ist vom Roman „Der Mord an Maschinenführer Roolfsen“ des norwegischen Autors Maurits Christopher Hansen (1794–1842) aus dem Jahre 1839/40.
Wobei sich die Gelehrten streiten: Ist es wirklich der erste Kriminalroman oder vielleicht eher der erste Detektivroman? Der Streit erscheint müßig zu einem Zeitpunkt, zu dem sich das Genre gerade erst herausbildete, und im Buch begegnen uns weder Kriminalpolizei noch Detektive, einfach, weil es das alles noch nicht gab, als Hansen seinen Roman schrieb.
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- Geschrieben von: Marion Hinz -
Schuhe spielen eine zentrale Rolle im Buch „Ich erröte vom Schaft bis zur Sohle“. In dieser Sammlung von Schuhgeschichten sind sie nicht einfach nur Fußbekleidung, sondern Hauptdarsteller, also Dreh- und Angelpunkt der jeweiligen Handlung.
In dreißig Geschichten wird unterhaltsam, humorvoll, mitunter sogar Schicksale prägend von Schuhen und deren Trägern erzählt.
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- Geschrieben von: Marion Hinz -
Erinnerungen kommen viele vor in diesem ersten Lyrikband von Renate Schmidgall, die bisher hierzulande vor allem als Übersetzerin aus dem Polnischen bekannt ist.
Das dürfte sich mit dem Erscheinen ihres ersten Lyrikbandes „Kein Verlass auf Uhren und Gestirne“ in naher Zukunft ändern. So sprachlich gelungen und emotional überzeugend sind diese Erinnerungen an Menschen, Vögel, Bäume und Räume, an innere und äußere Landschaften, an Jahres- und Lebenszeiten, an einst empfundene Liebe, Sehnsucht, Melancholie und Trauer. Um es mit den Worten der Dichterin zu sagen: „Man muss nur weit genug öffnen,/dann kommt ein Gedicht zum Fenster herein.“
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- Geschrieben von: Marion Hinz -
Eigentlich hatte die „Edition Nautilus“ geplant, anlässlich von Ingvar Ambjørnsens 70. Geburtstag am 20. Mai 2026 dessen neues Buch zu veröffentlichen. Doch dann verstarb der Autor im Juli 2025 nach langer Krankheit in Norwegen.
Das Buch ist nun – vorgezogen – bereits im März dieses Jahres erschienen. In „Niemand da“ leuchtet noch einmal die große Erzählkunst des norwegischen Schriftstellers auf, der seit vielen Jahren mit seiner Ehefrau und seiner Übersetzerin Gabriele Haefs in Hamburg lebte. Es ist wahrscheinlich das letzte Buch dieses Autors – es sei denn, im Nachlass tauchen noch weitere schwarze Perlen auf, wie eine norwegische Rezensentin schrieb, die für die Leserschaft aufgereiht werden wollen.
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- Geschrieben von: Marion Hinz -
Immer wieder hat Ulrike Draesner (*1962 in München) die eigene Biografie mutig in Literatur verwandelt, in Gedichten, Essays und zuletzt im Roman Zu lieben (2024). Darin erzählt sie die Geschichte einer Adoption und von nicht leiblicher Elternschaft, aber auch vom Scheitern einer Ehe.
In ihrem neuesten Werk wagt sich Draesner an den Heldenmythos schlechthin, die Odyssee. Mit dem fordernden Postepos „Peneleopes Sch()iff“ (2025) deutet sie Penelope neu und schreibt damit feministische Geschichte.
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- Geschrieben von: Marion Hinz -
Der promovierte Philosoph Frank-Peter Hansen ist auch Autor von spannenden Flensburg-Krimis. Sein neuestes Werk „Schausende Tod“ ist der achte Krimi in dieser Reihe und zugleich der sechste Fall des Ermittlerpaares Blaschke und Schmuhl. Diesmal geht es um einen, vielleicht sogar um mehrere Mordfälle – wer weiß das schon am Anfang eines Buches. Und das Ende darf hier natürlich nicht verraten werden. Die Spannung erfasst uns beim Lesen…
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- Geschrieben von: Marion Hinz -
Diese CD mit Gedichten von Jürgen Nendza, eingebettet in das von Musikern und Sprechern perfekt umgesetzte Klangkonzept von Matthias Kratzenstein, ist ein Geschenk für alle, die Lyrik lieben.
Besonders angesprochen werden sich diejenigen fühlen, die zum Sound der Lyrik komponierte Musik als Bereicherung zum reinen Gedichttext empfinden. In „Sagen die Luftwurzeln“ ist das so, hier trifft verdichtete Sprache auf fein abgestimmte, perfekt mit dem Text zusammengehende Musik. Nominiert ist dieses Klangerlebnis für den Deutschen Hörbuchpreis 2026 in der Kategorie „Das besondere Hörbuch“.
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- Geschrieben von: Marion Hinz -
„Wahre Freiheit beginnt dort, wo wir uns selbst erkennen“. So steht es auf dem Cover von Ralf Hilles jüngstem Werk „Der Schmetterling, der ein Vogel sein wollte“. Es ist ein kleines Büchlein. Nur gut 60 Seiten umfasst diese Geschichte, die von einem Schmetterling erzählt, der davon träumt, ein Vogel zu sein.
Er glaubt, nur so kann er seine Sehnsucht stillen: höher, weiter und schneller zu fliegen, als es seiner Art möglich ist.
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- Geschrieben von: Ruth Asseyer -
Neun spannende, meisterhaft geschriebene Kurzgeschichten erzählt Milena Michiko Flašar in ihrem neuen Buch „Der Hase im Mond“. Es sind neun Begegnungen mit dem Unheimlichen. Die preisgekrönte japanisch-österreichische Schriftstellerin lässt die Protagonisten ihrer Geschichten etwas erleben, das ihnen ihr vertrautes, wohlgeordnetes Alltagsleben plötzlich fremd werden lässt.
Sie sind alle ganz normale Menschen in irgendeiner japanischen Großstadt, Angestellte, Unternehmer, eine Hausfrau, Studenten, die sich in ihrer Lebensgestaltung auf die Traditionen und sozialen Konventionen des modernen Japans verlassen.