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Hamburger Architektur Sommer 2019

Bildende Kunst

Eine ästhetisch reizvolle Installation mit hundert blauen Blumen, „gepflanzt“ von Janine Turan, kann man sich in diesen Tagen im Lübecker St. Annen-Museum anschauen.

Es ist der „Puppenhof“ des St. Annen-Museums, in dem Janine Turan ihre blauen Holzblumen – es sollen Vergissmeinnichtblüten sein – an Metallständern aufgestellt hat, versehen mit den Wünschen, den ihr „Mitmenschen“ aufgeschrieben haben. In jedem einzelnen Fall handelt es sich um Wünsche, die sich während der Corona-Pandemie nicht erfüllen ließen oder lassen: „Livemusik“ kann man auf einer Blume lesen, auf einer anderen „Sommer“, „Geschichten“, „Geborgenheit“, „Liebe“ oder „Zuverlässigkeit“. Es gab eine „Vorabinstallation“, die sich „Koffer voller Sehnsüchte“ nannte – das war eine Gelegenheit, die Wünsche des Publikums zu erfahren.

 
Bildende Kunst

Mit Arbeiten des in Syrien geborenen Manaf Halbouni – aber eine seiner Muttersprachen ist Deutsch – präsentiert die Kunsthalle St. Annen in diesem Herbst eine durch und durch politische Ausstellung.

 

Manaf Halbouni (*1984) wurde bekannt dank dreier senkrecht stehender Busse in Dresden und Berlin, die an den Krieg in seiner Heimat erinnern sollten, aber er hat kein Interesse daran, auf diese Aktion reduziert zu werden, in seinen Worten „der Typ mit den Bussen zu sein“. Und wirklich demonstriert er in dieser Ausstellung zunächst mit seinen eigenen Arbeiten, aber auch mit Bildern, die er im Magazin der Kunsthalle fand und mit seinen Installationen und Bildern kombinierte, eine bemerkenswerte Vielseitigkeit.

 
Bildende Kunst

Die Hamburger Galeristin Kerstin Hengevoss-Dürkop hat sich in den vergangenen Jahren immer häufiger der Bildhauerei zugewandt. Mit der faszinierenden Ausstellung „Natura Naturans“ der Münchner Künstlerin Keiyona C. Stumpf hat diese Entwicklung ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht.

 

Vor drei Jahren hat Keiyona Constanze Stumpf in Eigenregie einen Katalog unter dem Titel „Amalgam“ herausgebracht. Wer „Amalgam“ hört, denkt vermutlich zuerst an den Zahnarzt. Jeder dritte Deutsche hat heute noch die Legierung aus Kupfer, Zinn, Silber und Quecksilber im Mund, die mittlerweile als Sondermüll entsorgt werden muss.

 
Bildende Kunst

Neben seiner bedeutenden Sammlung niederländischer Kunst des 17. und 18. Jahrhunderts ist das Staatliche Museum in Schwerin besonders für zeitgenössische Kunstausstellungen von Marcel Duchamp bis Günter Uecker bekannt.

In diesen Wochen kann man sich in einer Kabinettsausstellung mit einigen charakteristischen Arbeiten des Amerikaners George Brecht (1926-2008) bekanntmachen und sich außerdem in zwei Sälen mit der Malerei des in England lebenden Deutschen Alf Löhr (*1957) beschäftigen.

 
Bildende Kunst

Die beeindruckende Sammlung spätmittelalterlicher und frühneuzeitlicher Kunstwerke des Lübecker St. Annen-Museums konnte durch einen schönen „Hieronymus im Gehäuse“ ergänzt werden.

Sophronius Eusebius Hieronymus (347-420) war einer der vier Kirchenlehrer, wahrscheinlich mehr als bloß eine Legende und bedeutend durch seine Übersetzungsarbeit, mit der er die Bibel aus dem Griechischen ins Lateinische übersetzte. Damit war er einer der Schöpfer der „Vulgata“, der in einem eher volkstümlichen Latein verfassten Heiligen Schrift. Einerseits steht er vor uns als religiöser Asket, andererseits als ein Gelehrter, und in der Gegensätzlichkeit seiner Anlagen liegt wohl auch der Grund, warum diese Figur in einer Zeit des Übergangs den Wechsel von einem gottgefälligen Leben zu der Existenz eines Forschers symbolisieren konnte.

 
Bildende Kunst

Das Internet kann uns verbinden und uns separieren, es wird emanzipiert und polarisiert, was sowohl Gutes als auch irreversibel Schlechtes verursacht. Es ist widersprüchlich, exponentiell wachsend, interkulturell und kann eine unerschöpfliche Inspirationsquelle sein.

In Form einer Ausstellung – als jährlich wiederkehrendes Kunstereignis – präsentiert INDERNET in diesem Jahr die Parallelen und Interaktionen zwischen digitaler und indischer Kultur im virtuellen Raum.

 
Bildende Kunst

Das Leben eines der eigenwilligsten Maler des 20. Jahrhunderts schildert Eberhard Schmidt in einer guten Biographie.

Franz Radziwill (1895-1983) war als junger Mensch ein sehr eigener Kopf und später ein knorriger alter Mann, und auf jeden Fall ging er über Jahrzehnte hinweg seinen Weg und schuf ein Werk von großer Erkennbarkeit. Ein Meister der „Neuen Sachlichkeit“, lud er seinen Realismus mit Symbolen auf, so dass die Bilder zu seinem Ärger mal dem „Magischen“, mal dem „Symbolischen Realismus“ zugerechnet wurden oder werden. Ihre dramatischen, an den Expressionismus erinnernden (Falsch-) Farben und Szenerien haben von Anfang an das Publikum angesprochen, und noch heute heben sie Radziwills Gemälde aus der Fülle der Bilder heraus.

 
Bildende Kunst

Noch bis tief in den Herbst hinein zeigt das Schweriner Landesmuseum in zwei großen Sälen fünfundfünfzig Bilder dänischer Künstler, die dem Land von dem Mäzen Christoph Müller übergeben wurden.

Schon einmal erhielt das Landesmuseum eine großzügige Schenkung Christoph Müllers. Die damalige Sammlung umfasste 155 Werke niederländischer Kunst, die in das Staatliche Museum Schwerin eingingen und dort erstmals 2013 in einer großen Ausstellung präsentiert wurden. Das passte, denn in Schwerin liegt schon seit dem 18. Jahrhundert der Focus auf niederländischer Kunst, weil bereits die Herzöge Niederländer sammelten und sogar Künstler und Vermittler engagiert hatten, die für sie in die Niederlande reisten und einkauften.

 
Bildende Kunst

Vor 100 Jahren gehörten Emil Maetzel (1877-1955) und seine Frau Dorothea Maetzel-Johannsen (1886-1930) zu den zentralen Persönlichkeiten der Hamburger Kunstszene. Die Galerie Renate Kammer zeigt nun eine opulente Schau teils unbekannter Gemälde und Druckgraphiken aus dem Nachlass: „Lebenswelten – Dorothea Maetzel-Johannsen und Emil Maetzel, ein Künstlerpaar der Moderne“.

 
Bildende Kunst

„Aus aktuellem Anlass“ heißt es immer so schön in den Nachrichten. Aus aktuellem Anlass ist die Ausstellung „Trauern“ in der Hamburger Kunsthalle die Schau der Stunde.
Eine Aktualität, die niemand erahnt und die niemand gewünscht hat. Denn seit der Corona-Virus die Welt fest im Griff hat, sind die Ängste vor Verlust und Veränderung, Trennung und Tod allgegenwärtig. Die von Brigitte Kölle kuratierte Schau mit Werken von 28 Künstler*innen könnte dem einen oder anderen vielleicht helfen, das Corona-Trauma zu verarbeiten. Ab dem 7. Mai 2020 zeigt die opulente Themenausstellung nun wieder, wie unterschiedlich persönliche und kollektive Trauer je nach Kultur und Religion empfunden wird und, dass sie nicht zuletzt auch humorvolle, ja groteske Aspekte bieten kann.

 
Bildende Kunst
Museum of Now Virtual Edition 2020 Distant Bodies

In Zeiten von „Closed" an den Eingangstüren macht das Museum of Now einen OPEN CALL und setzt damit ein wichtiges Zeichen, entgegen dem allgemeinen Herunterfahren kultureller Institutionen: wir haben keine Zeit für Stornierungen, Schließungen und Verschiebungen und müssen unser Kunst- und Kulturleben vor einem Stillstand bewahren.

 
Bildende Kunst
David Hockney – die Tate zu Gast Foto Ulrich Perrey

Was gerade angesagt ist, hat ihn nie interessiert. David Hockney malte immer gegen den Trend – und wurde weltberühmt.
Ausgerechnet am Abend des Brexits eröffnete das Bucerius Kunst Forum die erste Retrospektive des gebürtigen Britten in Deutschland – mit Werken aus der fantastischen Sammlung der Londoner Tate. Eine starke Schau und ein starkes Zeichen in einem Europa, das immer mehr auseinanderzufallen scheint.

 
Bildende Kunst
Johannes und Hanna Jaeger Ein Kuenstlerpaar auf Reisen Kunsthalle St. Annen Luebeck

Seinen neunzigsten Geburtstag feiert noch im Februar Johannes Jäger, langjähriger Kunstlehrer am Lübecker Johanneum und dazu ein renommierter Maler. Anlässlich seines Ehrentages präsentiert die Kunsthalle St. Annen-Museum in Lübeck die Früchte seiner Urlaubsreisen in einer Doppelausstellung, in der man seine farbenfrohen Aquarelle zusammen mit den Arbeiten seiner verstorbenen Frau Hanna anschauen kann.

 
Bildende Kunst
Goya, Fragonard, Tiepolo – die Freiheit der Malerei

„Herzlich willkommen in der Hamburger Kunsthalle in unserer Ausstellung „Goya, Fragonard, Tiepolo – die Freiheit der Malerei“. Mit diesen Worten beginnt die Audio-Führung durch das Werk von vier Malergenies des 18. Jahrhunderts – und mit diesen Worten startet die Kunstvermittlung am Glockengießerwall ins digitale Zeitalter: Erstmals ist der Guide als App für Smartphones herunterzuladen. Wer will, kann jetzt und gleich den virtuellen Museumsrundgang durch die fulminante Schau beginnen – per Handy und völlig kostenlos.

 

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