Bildende Kunst

Einen fast vergessenen Maler stellt in diesem Winter das Lübecker St. Annen-Museum vor – zusammen mit Arbeiten seines Lehrers Lucas Cranach werden 22 der 29 erhaltenen Werke Hans Kemmers präsentiert.

Hans Kemmer war ein gebürtiger Lübecker. Zwischen 1495 und 1500 geboren, lernte er in seiner Heimatstadt, um später als Geselle Lucas Cranachs Wittenberger Werkstatt anzugehören. Im Anschluss kehrte er an die Trave zurück, heiratete die Witwe des Malers Hermann Wickhorst und konnte sich dank dieser Verbindung selbstständig machen. Als Porträtist der Patrizier, aber auch mit seinen meist protestantisch ausgerichteten religiösen Bildern wurde er in der Folge so wohlhabend, dass er sich sogar ein Haus in der Königstraße leisten konnte. Jetzt – kaum 460 Jahre nach seinem Tod 1561 – erhält er seine allererste Einzelausstellung, die mit 42 Exponaten Cranachs sowie dessen Schülern und Nachfolgern ergänzt wird.

 
Bildende Kunst

Gemälde von Lyonel Feininger erkennt man auf den ersten Blick. Ihre kristallinen Formen sind unverwechselbar.

Er selbst bezeichnete seine Kunst einmal als „visionären Prisma-ismus“, um sich vom Kubismus abzugrenzen, dem er häufig zugerechnet wurde. Zum 150. Geburtsjahr des Bauhaus-Meisters und Pioniers der klassischen Moderne hat Andreas Platthaus bei Rowohlt eine facettenreiche Biografie veröffentlicht: „Lyonel Feininger. Porträt eines Lebens“. Darin kommt er dem introvertierten Künstler erstaunlich nahe, differenziert und mit Respekt, ohne die Schattenseiten auszulassen, und beschreibt anschaulich das Milieu, in dem er sich bewegte.

 
Bildende Kunst

Man soll es nicht für möglich halten, aber es gibt in der Kunstgeschichte immer noch Schätze zu heben. In den vergangenen 50 Jahren schien die Surrealistin Toyen (1902-1980) in der Versenkung verschwunden. Nun präsentiert die Hamburger Kunsthalle „die erste Einzelausstellung der bedeutendsten und einflussreichsten tschechischen Künstlerin des 20. Jahrhunderts“ in Deutschland. Eine Entdeckung!

 
Bildende Kunst

Märchen, Mythen und das Überleben im Nirgendwo

Dass Kulturinteressierte aus Schleswig-Holstein zu Ausstellungen nach Hamburg fahren, ist nichts Ungewöhnliches. Um Hanseaten im Gegenzug nach Kiel zu locken, muss die Stadt an der Förde aber schon eine so hervorragende Ausstellung wie „Landscape and Urban Living – Internationale Videokunst zur Urbanisierung von Landschaft“ in der Stadtgalerie Kiel bieten. Eine Schau, die jeden Weg lohnt!

 
Bildende Kunst

Raffael, il divino, der Göttliche! Kein Maler wurde je mehr verehrt als der Schöpfer der Sixtinischen Madonna und Vollender des Petersdoms in Rom. Über Jahrhunderte galt Raffael (1483-1520) als größter Künstler aller Zeiten. Die Literatur über ihn füllt Wände.

Was will man über diesen Säulenheiligen der Renaissance, 500 Jahre nach seinem Tod, also noch Neues verkünden?! Nun, die Hamburger Kunsthalle beleuchtet in ihrer großartigen Schau „Raffael. Wirkung eines Genies“ tatsächlich noch einen unbekannten Aspekt: Raffael war nicht nur ein begnadeter Maler, er war auch ein begnadeter Selbstvermarkter! Wie kein zweiter erkannte er bereits um 1500, wie wichtig es ist, seine Ideen unter das Volk zu bringen.

 
Bildende Kunst

„Moderne Zeiten“ – wer denkt da nicht an Charlie Chaplins Klassiker von 1936. Im Bucerius Kunst Forum stimmt das berühmte Bild des zwischen riesigen Zahnrädern rotierenden Tramps die Besucher ein auf den hochinteressanten Streifzug durch 175 Jahre „Industrie im Blick von Malerei und Fotografie“ mit rund 30 Gemälden und 170 Fotografien von über 100 Künstler*innen, u.a. von Adolph von Menzel, Conrad Felixmüller, Albert Renger-Patzsch, August Sander, Hilla und Bernd Becher und Thomas Struth.

 
Bildende Kunst

Genau einhundert Jahre alt wurde am 1. September 2021 das Behnhaus, also das Museum, das in Lübeck für die Nazarener Anfang des 19. Jahrhunderts bis zu den Meistern der Klassischen Moderne zuständig ist.

Neueröffnet wurde es im Rahmen der „Nordischen Woche 1921“. An dieses Ereignis erinnert jetzt eine ebenso große wie vielseitige Ausstellung mit dem Titel „nordisch modern“ im Museum Behnhaus Drägerhaus zu Lübeck.

 
Bildende Kunst

Im mecklenburgischen Schwaan wird das Werk Alfred Heinsohns vorgestellt.

Wer kennt Alfred Heinsohn? Nicht viele; oder doch nicht genug. Und wer kennt die „Kunstmühle“ in Schwaan? Wohl auch nicht sehr viele außerhalb von Mecklenburg-Vorpommern.

Die erste Ausstellung überhaupt, die das Gesamtwerk Heinsohns vorstellt, kann man sich jetzt in dem kurz vor Rostock gelegenen Schwaan anschauen. Der Besuch lohnt sich!

 
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Magisch, mythisch, märchenhaft. Inge Pries schafft im Wortsinn fabelhafte Bildwelten aus Menschen, Tieren, Metamorphosen. Bis Ende August 2021 sind ihre Gemälde und Gouachen in der Galerie Hilde Leiss am Großen Burstah zu sehen.

Inge Pries ist eine Geschichtenerzählerin par excellence: Seit Ende der 1980er Jahre, damals noch eine Zeit, da allem Figurativen der Ruch des Rückwärtsgewandten anhaftete, verwebt die Hamburger Künstlerin biographische Erlebnisse, Träume und die Gedanken zu komplexen Gemälden und Zeichnungen von ungeheurer Suggestionskraft. Viele ihrer altmeisterlich ausgeführten Figuren in winzig kleinen, aber auch XXL-Formaten beschwören in ihrer Detailbesessenheit und erzählerischen Präzision die grotesken Welten eines Bosch, Brueghel oder auch Kafka.

 
Bildende Kunst

Seit dem Bauhausjahr 2019 ist Dörte Helm keine Unbekannte mehr. In Fernsehfilmen wie „Lotte am Bauhaus“ oder der Serie „Die neue Zeit“ trat sie als fiktionale Figur auf, verwickelt in politische Kämpfe und Affären.

Nicht nur die historische Wahrheit blieb dabei teilweise auf der Strecke, auch die Künstlerin Dörte Helm. Welches Talent und künstlerisches Potential sie in ihrer Studienzeit am Weimarer Bauhaus bewiesen hat, würdigt jetzt eine Ausstellung im Kunstraum des Puppenmuseums Falkenstein in Hamburg.

 
Bildende Kunst

Der Leidenschaft des Dichters und Aquarellisten Günter Grass für Bäume ist eine kleine Ausstellung im Lübecker Grass-Haus gewidmet.

Nicht ungewollt geraten dabei die achtziger und neunziger Jahre in den Focus. Nach einer Zeile aus einem erfolgreichen Song, dem 1986 veröffentlichten „A Forest“ von The Cure, ist auch die Ausstellung benannt.

 
Bildende Kunst

Mit einer perspektiven- und abwechslungsreichen Ausstellung wird im Schweriner Dom St. Marien und St. Johannis das Jubiläum der gotischen Kirche gefeiert.

Lässt sich unsere Vernunft auf kalte Logik reduzieren? Der große französische Mathematiker und Philosoph Blaise Pascal (1623-1662) glaubte das nicht, sondern forderte eine „Logik des Herzens“. Seinen Gedanken griff gute zweihundertfünfzig Jahre später, im Jahr 1913, der deutsche Philosoph Max Scheler (1874-1928) in seinem Konzept einer „Materialen Wertethik“ auf. Scheler glaubte an die „ewige und absolute Gesetzmäßigkeit des Fühlens, Liebens und Hassens, die so absolut wie die der reinen Logik, die aber in keiner Weise auf intellektuelle Gesetzmäßigkeit reduzierbar sei.“

 
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Eine perfekte Ausstellung, wenn man sehr viele Besucher anlocken will, bietet in diesem Sommer die Kunsthalle St. Annen in Lübeck.

Armin Mueller-Stahl, natürlich vor allem bekannt als Schauspieler, ist darüber hinaus nicht allein auch noch musikalisch hochbegabt – ein ausgebildeter Geiger, sondern betätigt sich seit einigen Jahrzehnten zusätzlich noch als Maler. In dieser Rolle ist er wohl mittlerweile ebenso bekannt wie als Schauspieler.

 
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Ausgestorbene Arkaden, menschenleere Plätze, leblose Körper. Die Koinzidenz war nicht beabsichtigt, doch sie ist frappierend. „Die magische Wirklichkeit“ Giorgio de Chiricos in der Hamburger Kunsthalle erscheint als erschreckendes Abbild des lähmenden Stillstands unserer Zeit.

Immerhin gibt es diese fantastische, 80 Werke aus 50 Sammlungen umfassende Ausstellung derzeit in einem Livestream zu sehen.

 

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