Bildende Kunst
Riimfaxe - Meerwärts

Die dänisch-deutsche Künstlergruppe „Riimfaxe" stellt im Westwendischen Kunstverein in Gartow aus.
Dass er bis St. Pauli weht, der Wind, der von Süd' aufs Meer zieht, das ist nicht erst seit Hans Albers Schlagerklassiker eine Binsenweisheit. Doch manchmal weht er noch viel weiter landeinwärts, und dann zieht es auch Menschen aus dem weit elbauf von Altona gelegenen Gartow im Wendland „Meerwärts“. Die dänisch-deutsche Künstlergruppe „Riimfaxe“ zum Beispiel, die im Programm des Westwendischen Kunstvereins (WWK) unter diesem Titel im dortigen Zehntspeicher ausstellt.

 
Bildende Kunst
Andreas Slominski: „Das Ü des Türhüters“ in den Deichtorhallen

Normalerweise stehen sie auf Baustellen oder Großveranstaltungen wie Open-Air-Festivals. In jedem Fall sucht man sie nur auf, wenn der Druck übermächtig wird und weit und breit keine Alternative in Sicht. Wer benutzt schon gerne Dixi-Klos?! Nun stehen dutzende mobiler Plastik-Klohäuschen in den Hamburger Deichtorhallen.
Nicht davor, wohlgemerkt, sondern drinnen, im heiligen Tempel der Kunst. Aufgebaut vom Hamburger Bildhauer und Hochschulprofessor Andreas Slominski zu einer raumfüllenden Installation, die unter dem Titel „Das Ü des Türhüters“ mit den unterschiedlichsten Assoziationen spielt.

 
Bildende Kunst
Friendly Footage – Kunst und Spielfilm

Die Ausstellung „Friendly Footage – Kunst und Spielfilm" in der Herbert Gerisch-Stiftung Neumünster geht anhand ausgesuchter Positionen den zahlreichen Bezügen nach, die zeitgenössische Kunst heute mit dem Genre Spielfilm verbindet. Sie fragt nach den Realitäts- und Fiktionsvorstellungen in Spielfilmen, die in der Kunst ihr Weiterleben führen: welche Zitate, welche Metaphern oder Konstruktionen finden in der bildenden Kunst ihre Fortsetzung oder ihren Widerhall? Und welche konkreten und realitätsnahen Verweise finden dort ihren Niederschlag?

 
Bildende Kunst
Wie Werner Büttner von Marlborough Contemporary wachgeküsst wurde

„Ich habe immer an ihm festgehalten!“ Dem renommierten Hamburger Sammler Harald Falckenberg geht es da nicht anders, als der Frankfurter Galeristin Bärbel Grässlin. Sie vertritt Werner Büttner seit seinen Anfängen und bezeichnet ihn als „verborgenen Schatz“, den es noch zu geben gilt.

 
Bildende Kunst
„Der Horst Janssen Archipel“

Kein bildender Künstler, das ist wohl sicher, hat die Tatsache, dass er „nicht mehr kann“, so genüsslich in aller Öffentlichkeit verkündet, wie er. Zu seinem 50. Geburtstag, so Horst Janssen (1921-1995), habe er sich eine „impotentia totalis“ geschenkt. Dass dieses zweifelhafte Glück seine künstlerische Omnipotenz keineswegs schmälerte, zeigt das Altonaer Museum nun in der großangelegten Ausstellung „Der Horst Janssen Archipel“.

 
Bildende Kunst

„Ich schoss auf Papa, alle Männer, bedeutende Männer, dicke Männer, meinen Bruder, die Gesellschaft, die Kirche, den Konvent, die Schule, meine Familie, meine Mutter, auf mich selbst."

Ihre Schießbilder katapultieren die französische Künstlerin Anfang der Sechzigerjahre in die Pariser Avantgarde. Für Skandale sorgen ihre Nanas, sinnliche, farbenfrohe Skulpturen mit voluminösen weiblichen Körperformen. Sie machen die Französin international berühmt und zur Ikone feministischer Kunst. Die aktuelle Ausstellung „Niki de Saint Phalle – The Big shots" im Sprengel Museum präsentiert jetzt ausgewählte Exponate ihrer künstlerischen Entwicklung von den 1960er bis in die 1990er Jahre.

 
Bildende Kunst
Pettibom - Slg Falckenberg

Ein wütender Punk mit Gitarre und erigiertem Riesenschwanz. Darüber in Kinderschrift die Worte: „homo americanus“.
Ein Blatt wie hingerotzt von irgendeinem pubertären Knaben, sollte man meinen. Doch der Schöpfer ist bereits 59 Jahre alt: Raymond Pettibon, gefeiert als Kultzeichner der amerikanischen Punkbewegung. Die Sammlung Falckenberg, Harburger Dependance der Deichtorhallen, hat dem Autodidakten nun erstmals eine umfassende Retrospektive ausgerichtet: Rund 1200 Arbeiten, Zeichnungen, aber auch Flyer, Plakate und Plattenhüllen.

 
Bildende Kunst
Giorgio de Chirico: Magie der Moderne in der Staatsgalerie Stuttgart

Ein Fußboden aus Holz. An den Seiten rote Kulissenwände. Ein blauer Hintergrund. Zwei gesichtslose Gliederpuppen vor Holzgerüsten. Die männliche Figur mit breiter Brust steht fest auf ihren Beinen. Die Frau hebt anmutig den linken Fuß und schmiegt sich an den Partner. Ihre eiförmigen Gesichter berühren einander zärtlich: „Hektor und Andromache" heißt das 1917 entstandene Gemälde des italienischen Malers Giorgio de Chirico. Es ist eine Szene des Abschieds.

 
Bildende Kunst
Mechanismen der Gewalt – Regina José Galindo und Arcangelo Sassolino

Es ist eine Ausstellung die unter die Haut geht, insbesondere die Werke der aus Guatemala stammenden Künstlerin Regina José Galindo. Ihr Kollege, der Italiener Arcangelo Sassolino, zeigt in den sachlichen Räumen des Frankfurter Kunstvereins eine Auswahl seiner Arbeiten, die ihren gegenüber abstrakter wirken, aber nicht minder ihre Wirkung entwickeln.

In der Ausstellung geht es um Macht, Gewalt, Kraft und gesellschaftliche Fragilität, um Grenzerfahrungen und Belastung, dicht an der Zerstörung und um ein Gefühl des Ausgeliefert-Seins und der Angst.

 
Bildende Kunst
Jorge Rando – Passion. Neuer Expressionismus aus Spanien

Das Ernst Barlach Museum Wedel präsentiert den spanischen Künstler Jorge Rando, einen bedeutenden Vertreter des Neoexpressionismus in Spanien. Das Haus zeigt Blumen- und Landschaftsbilder, Darstellungen der Prostitution und der Passion, der Leidensgeschichte Christi. Themen, die den Künstler seit Jahren beschäftigen. Die farbintensiven, ausdrucksstarken Arbeiten spiegeln seine eigene bildkünstlerische Realität wider: „Die Kunst zu malen ist für mich die Kunst zu lieben. Ohne die Liebe können keine erhabenen Gefühle existieren, die es sind, die am Ende das Meisterwerk formen, von dem jeder Künstler träumt."

 
Bildende Kunst
Für Augen & Ohren – Kunst und Vinyl

Vinyl is back! Vor Jahren bereits totgesagt, erlebt die Vinylplatte eine Renaissance. Nicht nur Nostalgiker, sondern auch Hipster und Liebhaber künstlerischer Plattencover freuen sich über das Comeback der Langspielplatte. Schallplatte und Kunst? Kein Problem, wie die aktuelle Ausstellung in der Herbert Gerisch-Stiftung Neumünster zeigt.
Der künstlerische Leiter der Stiftung, Claus Friede wählte gemeinsam mit Rainer Haarmann aus der Sammlung Schlüsselwerke mit künstlerischen und biographischen Bezügen, exklusiv gestaltete Schallplatten-Cover dessen Edition Longplay sowie originale Entwürfe und Skizzen von Künstlern, die im Dialog mit den Musikern entstanden sind. Mit Haarmanns Edition vereint der ehemalige Festivalleiter von JazzBaltica zwei Leidenschaften: seine Liebe zum Jazz und zur Kunst.

 
Bildende Kunst
Picasso. Fenster zur Welt

Mit Picasso fing ihre Zeit am Bucerius Kunst Forum an und mit Picasso verabschiedet sie sich nun aus Hamburg: Rund 10 Jahre verantwortete Ortrud Westheider den Ausstellungsbetrieb im Haus am Rathausmarkt, davor stand sie schon vier Jahre dem Gründungsdirektor Heinz Spielmann zur Seite. Jetzt wechselt Westheider nach Potsdam – als Direktorin des neuen Museums Barberini. Damit öffnet sich auch für die Museumsfrau ein neues „Fenster zur Welt“, wie die bis 16. Mai laufenden Picasso-Schau überschrieben ist.

 
Bildende Kunst
Gerhard Richter. Birkenau

Das Museum Frieder Burda in Baden-Baden präsentiert den vierteiligen Bilderzyklus „Birkenau" von Gerhard Richter. Das monumentale Werk von 2014 entstand nach Fotografien aus Auschwitz-Birkenau, dem größten Konzentrations- und Vernichtungslager der Nationalsozialisten.
1944 von jüdischen Häftlingen heimlich aufgenommen und als Negative aus dem KZ geschmuggelt, zeigen die Schwarz-Weiß-Aufnahmen Frauen auf dem Weg in die Gaskammern, Berge von Toten und rauchende Scheiterhaufen mit brennenden Leichen. Kann, darf ein Künstler Dokumente des Holocaust im Kontext der Malerei nutzen? Wie verarbeitet Gerhard Richter, immerhin der teuerste zeitgenössische Künstler, diese unfassbaren Grausamkeiten bildkünstlerisch in seinen Werken?

 
Bildende Kunst
Poesie kontra Politik: „Now and Than“ kontra „Streamlines“

Die Deichtorhallen Hamburg punkten derzeit mit zwei außerordentlich sehenswerten Ausstellungen: Während die Französin Sarah Moon in ihren faszinierenden, seltsam nostalgisch anmutenden Fotografien und Filmen archaische Ängste und das unterschwellig lauernde Grauen in der Ausstellung „Now and Then“ beschwört, tritt in der gegenüberliegenden Halle das reale Grauen in der aufklärerischen Schau „Streamlines – Ozeane, Welthandel und Migration“ offenkundig zu Tage. Poesie kontra Politik.

Ex-Model fotografiert Mode. Keine Ahnung, warum die Sarah-Moon-Schau auf diesen simplen Nenner gebracht wurde. Denn Mode ist in der ersten Retrospektive dieser großartigen Künstlerin nur ein Teilaspekt.

 

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