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Was brachte Thomas Mann dazu, ein bizarres Werk Hartmanns von Aue ( 1210/1220) in einem heiter-ironischen, fast schon frivolen Stil nachzuerzählen?

Was den mittelalterlichen Dichter an der Geschichte des Gregorius interessierte, wird aus dem Prolog deutlich, in dem er in ganz einfachen, sogar naiven Worten das Problem von Schuld und Sühne umkreist.

 
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Kann eine Fünfzehnjährige stolz auf ihren Vater sein, der erfolgloser Verkäufer von Markisen ist? Um es vorwegzunehmen: Ja, sie kann.

Dass dies möglich ist und darüber hinaus immer und überall neuer Raum für eine neue, wenn auch andersartige Beziehung entstehen kann, davon erzählt Jan Weiler in seinem Roman „Der Markisenmann“.

 
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„In all deinen Farben“ schillern die altbekannten Liebesgeschichten, die Bolu Babalola neu gedacht und neu geschrieben hat. In ihrem Debüt von 2020 hat die 1991 in Southwork/London geborene und aufgewachsene Autorin Geschichten aus der Vergangenheit in die Gegenwart geholt.

Eigene, neue Storys der britisch-nigerianischen Autorin ergänzen das Buch. Hier wird keine falsche Romantik auf den Thron gehoben, die Geschichten sind durchaus auch real vorstellbar. Und doch sind sie in ihrer Diktion höchst romantisch, singen sie doch ein Hohelied auf die Liebe in all ihren Facetten.

 
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So war´s eben: hinter diesem lapidaren Titel verbirgt sich eine ganze Welt. Schauplatz ist Berlin.

Hier beginnt Gabriele Tergit (1894-1982) ihren Roman mit einem Damenplausch beim Nachmittagstee in einer herrschaftlichen Wohnung im Tiergartenviertel im Jahre 1914. Er endet 1957 in der Küche einer bescheidenen Pension in New York.

 
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Mit seinem Roman „Das verlorene Paradies“ (Originaltitel: „Paradise“, 1994, Übersetzung: Inge Leipold) gelang Abdulrazak Gurnah aus Sansibar der Durchbruch auf dem Internationalen Buchmarkt.

Es ist daher zu Recht auch das erste Buch, das nach der Nobelpreisverleihung an den Schriftsteller in deutscher Sprache wieder aufgelegt wurde. Inzwischen hat der Penguin Verlag mit „Ferne Gestade“ (Originaltitel: „By The Sea“, Übersetzung: Thomas Brückner) ein weiteres Buch des Literaturnobelpreisträgers von 2021 in deutscher Sprache veröffentlicht.

 
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Die Anfänge der analytischen Philosophie im Wien der Zwanziger Jahre schildert der britische Autor David Edmonds unter dem irreführenden Titel „Die Ermordung des Professor Schlick“.

Leider wurde Moritz Schlick tatsächlich ermordet – leider, denn er scheint ein sympathischer Mensch gewesen zu sein –, aber irreführend ist der Titel trotzdem, denn Edmonds hat nicht die Geschichte eines Mordes erzählt, sondern den Versuch unternommen, dem Leser das Schicksal des „Wiener Kreises“ vor Augen zu führen, dem eine Reihe von später einflussreichen Philosophen und Wissenschaftstheoretikern angehörte. Erst nach gut zweihundert Seiten, im fünfzehnten Kapitel, wird die Geschichte der Bluttat erzählt und der Mörder vorgestellt, und der Rest des Buches gilt dann dem ferneren Schicksal der Mitglieder des Wiener Kreises, von denen viele nach England oder auch in die USA auswanderten.

 
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Ein preisgekrönter Roman von den Qualen der menschlichen Existenz.

Der mit dem Booker Prize ausgezeichnete Roman „Das Versprechen“ von Damon Galgut (Deutsch von Thomas Mohr) ist im Februar auf Platz 1 der ORF-Bestenliste und auf Platz 5 der SWR-Bestenliste. Der Roman erzählt eine Familiengeschichte, die sich über fast 40 Jahre des politischen Umbruchs in Südafrika erstreckt – von der Apartheid bis hin zur Demokratie, gesponnen um vier Beerdigungen in vier aufeinanderfolgenden Jahrzehnten.

 
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Was geht in einem Menschen vor, der zu etwas durchgestoßen ist, das alles ändert: seine politische Einstellung, seinen Glauben, seine große Liebe? Wie vollziehen sich solche „ruckweisen Horizont-Erweiterungen“?

Das sind die Fragen, mit denen sich Lenz Prütting beschäftigt, ein langgedienter Theatermann, Theoretiker des Lachens und nicht allein in der Literatur beschlagener Autor.

 
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Ein faszinierender Roman – traurig, tragisch und schön.

Es ist kurz vor Weihnachten 1939. Vor dem Bahnhof von Genthin in Sachsen-Anhalt kommt es drei Monate nach Beginn des Zweiten Weltkriegs und zwei Tage vor Heiligabend in einer eiskalten Nacht zum schwersten Zugunglück, das sich jemals auf deutschem Boden ereignet hat. Zwei Züge prallen aufeinander, hunderte Menschen sterben und hunderte werden verletzt.

 
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Schöne Gedichte vom Segen und Fluch des Alters

Louise Glück hat bisher dreizehn Gedichtbände und zwei Essaysammlungen veröffentlicht. 2020 wurde sie mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. Nur wenige ihrer Bücher sind bisher auf Deutsch erschienen, genauer gesagt, sind es zwei, „Wilde Iris“ und „Averno“ (Übersetzung: Ulrike Draesner). Nun ist Louise Glücks jüngstes Buch mit dem Titel „Winterrezepte aus dem Kollektiv“ wie die beiden Vorgängerinnen im Verlag Luchterhand erschienen. Dieser neue Lyrikband ist ein denkwürdiges lyrisches Alterswerk voll sprachlicher Schönheit. Er enthält 15 Gedichte, längere und kürzere. Original und Übersetzung (Uta Gosmann) befinden sich auf gegenüberliegenden Seiten. Das Buch nimmt uns Leser mit auf eine Reise in die Vergangenheit, auf eine Reise ins Innerste und lässt uns tief in die Gedankenwelt der amerikanischen, vielfach preisgekrönten Autorin eintauchen. Eindringen möchte man an dieser Stelle nicht sagen, wohl aber dies: es sind eindringliche Gedichte, die wir aufblättern.

 
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Heinrich Steinfest hat bisher mehr als 20 Romane veröffentlicht. Zweimal schon wurde der Autor für den Deutschen Buchpreises nominiert – davon einmal für die Shortlist – und mehrfach mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnet.

Dass er Kriminalromane schreiben kann, hat Romanautor Steinfest also hinlänglich bewiesen. Nun spielt er erstmals in einer Novelle, in der „Amsterdamer Novelle“, mit kriminalistischen Motiven. In Lübeck stellte der Autor dieses vergnügliche und zugleich spannende, kurze und kurzweilige Buch in der Buchhandlung Hugendubel vor. So geschehen im Rahmen der diesjährigen LiteraTour Nord in Kooperation mit dem Buddenbrookhaus.

 
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Was bleibt von einem Menschen nach seinem Tod? Dieser Frage geht der neue Roman von Angelika Klüssendorf nach.

Schon ihre Roman-Trilogie „Das Mädchen“, „April“ und „Jahre später“ begeisterte Kritik und Lesepublikum. Das könnte auch ihrem neuen Roman „Vierunddreißigster September“ so ergehen. Das tragikomische Buch stellte die Autorin dem Lübecker Publikum im Rahmen der LiteraTour Nord in der Buchhandlung Hugendubel vor. Die dortigen Zuhörer waren jedenfalls hingerissen. Dies zeigte sich am Applaus und an den interessierten Fragen, die von der Autorin im Anschluss an die Lesung überzeugend wahrhaftig beantwortet wurden.

 
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Gefeiert, vergessen, wiederentdeckt

Aphra Behn (1640-1689) ist die erste Schriftstellerin Englands, die vom Schreiben leben konnte. Sie gilt als Erfinderin des realistischen Romans. Ihre Werke waren erfolgreich, einflussreich und radikal zukunftsweisend. Ihre Themen reichten von Gender bis Zivilisationskritik. Das Schöne und Gute daran ist: Ihre Texte sind auch heute noch lesenswert. Deshalb entsteht derzeit in England eine neue Gesamtausgabe ihrer Werke, die „Cambridge Edition oft he Works of Aphra Behn“.

 
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Edmund Husserl ist niemals populär gewesen, aber wohl trotzdem der einflussreichste Philosoph des 20. Jahrhunderts.

Der Niederländer Toon Horsten erzählt, wie sein umfangreicher Nachlass von dem belgischen Pater Hermann Leo Van Breda gerettet wurde.

 

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