Bücher – wissen was zu lesen lohnt
- Details
- Geschrieben von: Stefan Diebitz -
Kritisch, ja sogar ablehnend beschäftigt sich Joachim Vahland mit einem der wichtigsten Bücher der Philosophiegeschichte.
Der Titel täuscht nicht, und er soll auch nicht täuschen: Der Autor macht kein Geheimnis daraus, dass er nicht allein die Argumentation von Immanuel Kants großem Werk, sondern zugleich damit „die Person und ihre akademische Karriere angreifen“ möchte.
- Details
- Geschrieben von: Ruth Asseyer -
„Die Welt ist doch schön! Wer kann, der gehe und bewundere sie!“ Mit diesem begeisterten Ausruf beschließt die Gräfin Paula Kollonitz 1864 ihren kenntnisreich und lebendig geschriebenen Bericht über ihre Reise nach Mexiko.
Im April desselben Jahres hatte sie in Triest die österreichische Fregatte „Novara“ bestiegen, um als Hofdame die Erzherzogin Charlotte und ihren Gemahl, den habsburgischen Erzherzog Ferdinand Max, auf der Fahrt nach Mexiko zu begleiten.
Dort wartete die Kaiserkrone auf Ferdinand Max, eine Regentschaft, die schon von Zeitgenossen als das „Abenteuer Mexiko“ bezeichnet wurde und am 19. Juni 1867 mit der Erschießung Kaiser Maximilians durch ein republikanisches Kommando endete.
- Details
- Geschrieben von: Stefan Diebitz -
In einem dicken Buch stellt der britische Journalist und Menschenrechtsaktivist Steve Crawshaw die Bemühungen dar, verbrecherische Politiker und Militärs vor Gericht zu bringen.
Leider scheint kaum ein Thema heute wichtiger oder drängender, denn nicht nur vereinzelte kleine Länder, sondern vor allem die Giganten Russland, die USA und China setzen sich in dem Bewusstsein, dass ihnen doch niemand auf die Finger schlagen kann, über das internationale Recht (die „regelbasierte Ordnung“) hinweg. In letzter Zeit bekennen sie sich sogar ganz offen zum Rechtsbruch, indem sie selbst betonen, sie wollten sich auf ihre „eigene Moral“ und sonst auf gar nichts verlassen. „I don’t need international law“, verkündet der amerikanische Präsident – und verhält sich entsprechend.
- Details
- Geschrieben von: Stefan Diebitz -
In einem interessanten Buch stellt der in Cambridge lehrende australische Historiker und Preußenkenner Christopher Clark einen Skandal im Königsberg des 19. Jahrhunderts dar: Eine deutschlandweit beachtete Diffamierungskampagne führte zum Ruin zweier engagierter Pastoren in einer entlegenen Provinz.
Clark spricht, wie wir aus dem Bildungsfernsehen wissen, hervorragend Deutsch. Er ist ein Spezialist für die Geschichte Preußens, aber zugleich ein Weltreisender, der uns insbesondere die kulturellen Glanzlichter Europas, des Nahen Ostens und Südamerikas näherbringt.
- Details
- Geschrieben von: Stefan Diebitz -
Der bereits 1984 verstorbene Ideenhistoriker Michel Foucault dürfte noch immer einer der einflussreichsten Autoren der Gegenwart sein. Schon deshalb verdient eine Veröffentlichung aus seinem Nachlass – „Der Diskurs der Philosophie“ – große Aufmerksamkeit.
Es handelt sich bei diesem Buch um einen Essay, den Foucault unmittelbar nach der Veröffentlichung von „Die Ordnung der Dinge“ (1966) begonnen hatte. In ihm wollte er die Thesen seines umfangreichen Hauptwerkes noch einmal in veränderter und deutlich verschlankter Form darstellen. Jetzt liegt das Fragment, das erst 2023 im französischen Original erschien, auch in deutscher Übersetzung vor. Bemerkenswert ist die Arbeit der Herausgeber, die mit ausufernden Hinweisen und Kommentaren am Ende jedes Kapitels die kritische Auseinandersetzung mit den Überlegungen Foucaults erleichtert.
- Details
- Geschrieben von: Ruth Asseyer -
„Frauenprobleme“: Unter dieser Überschrift sprechen 27 Frauen zwischen Mitte 30 und Mitte 50 darüber, wie es ihnen gerade geht, wie sie sich fühlen, was sie beschäftigt, wie und was sie über ihr Leben denken.
Danach gefragt hat sie Lina Muzur, Verlagsleiterin von Hanser Berlin. Sie hat die Antworten zu einem Buch versammelt, wobei – und das ist wichtig – diese als Sprachnachrichten verfasst wurden.
- Details
- Geschrieben von: Stefan Diebitz -
In einer Art Doppelbiografie schildert der australisch-amerikanische Journalist Sebastian Smee das Leben der französischen Impressionisten Édouard Manet und Berthe Morisot.
Ist es wirklich ein Buch über den Impressionismus? Über lange Strecken ist es eher ein Buch über das Leben einiger bedeutender Künstler vor dem Hintergrund des ebenso turbulenten wie gewalttätigen politischen Geschehens in der Mitte des 19. Jahrhunderts.
- Details
- Geschrieben von: Marion Hinz -
Zu ihrem 100. Geburtstag hat die GEDOK sich selbst und allen Kunstinteressierten ein großartiges Geschenk gemacht: Ein Buch zum Jubiläum, in dem das vielfältige Schaffen der in der GEDOK beheimateten Künstlerinnen in den Fokus gerückt wird.
Das Jubiläumsbuch vereint auf 303 Seiten in einem vielstimmigen kreativen Dialog die Werke von 145 Künstlerinnen aus 23 Regionalgruppen. Vorgestellt wurde das Buch „Künste • Frauen • Netzwerk“ (Projektverlag) am 28. Januar in der Galerie der GEDOK Hamburg inmitten der Regionalgruppen-Ausstellung „…da blüht uns was“, die dort bis zum 28. Februar zu sehen ist.
- Details
- Geschrieben von: Stefan Diebitz -
Eines der philosophischen Erfolgsbücher des frühen 20. Jahrhunderts ist jetzt wieder erschienen: Hans Vaihingers „Philosophie des Als Ob“.
Nicht weniger als zehn Auflagen erlebte das umfangreiche Buch nach seiner Erstveröffentlichung 1911 bis zum Ende der zwanziger Jahre. Zusätzlich erschien 1923 angesichts eines regen Interesses eine kräftig gekürzte „Volksausgabe“. Aber dann versank das Buch in der Vergessenheit, obwohl sein Autor als Gründer der Kant-Gesellschaft sowie der „Kant-Studien“ über eine gewisse Prominenz verfügte.
- Details
- Geschrieben von: Claus Friede -
Der in Salzburg lebende Kommunikationswissenschaftler, Journalist und Künstler Gottfried Goiginger hat soeben ein großformatiges Fotobuch veröffentlicht: „Natur Geschichten“.
Goiginger gehörte 1981 zu den Mitgründern des „FOTOHOF“ in Salzburg, eines Vereins zur Förderung der Autorenfotografie. Längst ist diese Einrichtung zu einem Zentrum künstlerischer Fotografie geworden, das sich weit über die Grenzen des Bundeslandes Salzburg hinaus auch national wie international einen Namen gemacht hat.
- Details
- Geschrieben von: Stefan Diebitz -
Es ist nicht die Geschichte der Sprache überhaupt, sondern die Geschichte „unserer“ Sprache, die von der englischen Wissenschaftsjournalistin Laura Spinney in einem jederzeit interessanten Buch erzählt wird. Es geht der Autorin um den Ursprung der indoeuropäischen Sprachenfamilie, zu der auch das Deutsche zählt.
Nicht jeder Sprachenstudent liebt die Linguistik. Aber wie spannend sie sein kann und welche Schlaglichter sie nicht allein auf unseren eigenen Sprachgebrauch, sondern sogar auf die Geschichte der Menschheit werfen kann, das demonstriert Spinney in einem Buch, das sich auf die Ergebnisse archäologischer Grabungen ebenso stützt wie auf die Genetik; und natürlich auf die Wanderung von Wörtern oder den Wandel der Grammatik. Manche Ergebnisse sind so erstaunlich, dass man sie kaum glauben mag, und vielleicht ist ja auch wirklich nicht alles richtig, was heute den Stand der Forschung ausmacht. Spinney ist offen genug, immer wieder auf das Spekulative, nicht vollständig Gesicherte des Forschungsstandes hinzuweisen – das ist einer der starken Punkte ihres Buches. Sie berichtet von einer lebendigen Entwicklung und konfrontiert uns nicht mit einer starren Dogmatik.
- Details
- Geschrieben von: Stefan Diebitz -
Entstanden aus Vorlesungen an der Universität München, verspricht uns Axel Hutters Buch eine „Einführung in die moderne Philosophie“.
Unter dieser versteht der Autor allein die analytische Philosophie in der Tradition Ludwig Wittgensteins. Andere Richtungen und Methoden werden nicht erwähnt.
- Details
- Geschrieben von: Ruth Asseyer -
Die Kulturwissenschaftlerin Andrea Gnam unternimmt in ihrem neuen Buch einen komprimierten historischen Streifzug durch die Welt der Kunst und ihrer Zeichen. Schon der Titel sagt knapp und präzise, worum es geht: „Bilder und Wörter. Kleine Kulturgeschichte einer brillanten Allianz“.
Von den ersten geritzten Felszeichnungen der frühen Menschheitsgeschichte bis zu den grell gesprühten Graffitis auf den Zügen und Hauswänden moderner Großstädte untersucht Gnam die Frage, ob und wie sich die Bedeutung dessen, was man sieht, entschlüsseln lässt. Je länger die Entstehung eines Werks zurückliegt, umso mehr entsteht Raum für Missverständnisse. Denn was man sieht, ist nicht immer das, wonach es scheint. Das belegt die Autorin kenntnisreich, analytisch präzise und in einer angenehm klaren Sprache, die den Lesern die komplexe Beziehung zwischen Wort und Bild einleuchtend und kurzweilig nahebringt.
- Details
- Geschrieben von: Stefan Diebitz -
Das Buch „Die Erfindung Preußens“ erzählt die Lebensgeschichte eines zu Unrecht gering geschätzten Herrschers anhand der Entstehung seiner wichtigsten Bauten.
Peter Stephan ist sowohl Historiker als auch Kunsthistoriker, also doppelt qualifiziert, und das muss er auch sein, wenn er den Weg Preußens zu einem deutschen Königreich an den Bauten eines vergessenen Königs aufzeigen will.
