Bücher – wissen was zu lesen lohnt
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- Geschrieben von: Marion Hinz -
Zu ihrem 100. Geburtstag hat die GEDOK sich selbst und allen Kunstinteressierten ein großartiges Geschenk gemacht: Ein Buch zum Jubiläum, in dem das vielfältige Schaffen der in der GEDOK beheimateten Künstlerinnen in den Fokus gerückt wird.
Das Jubiläumsbuch vereint auf 303 Seiten in einem vielstimmigen kreativen Dialog die Werke von 145 Künstlerinnen aus 23 Regionalgruppen. Vorgestellt wurde das Buch „Künste • Frauen • Netzwerk“ (Projektverlag) am 28. Januar in der Galerie der GEDOK Hamburg inmitten der Regionalgruppen-Ausstellung „…da blüht uns was“, die dort bis zum 28. Februar zu sehen ist.
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- Geschrieben von: Stefan Diebitz -
Eines der philosophischen Erfolgsbücher des frühen 20. Jahrhunderts ist jetzt wieder erschienen: Hans Vaihingers „Philosophie des Als Ob“.
Nicht weniger als zehn Auflagen erlebte das umfangreiche Buch nach seiner Erstveröffentlichung 1911 bis zum Ende der zwanziger Jahre. Zusätzlich erschien 1923 angesichts eines regen Interesses eine kräftig gekürzte „Volksausgabe“. Aber dann versank das Buch in der Vergessenheit, obwohl sein Autor als Gründer der Kant-Gesellschaft sowie der „Kant-Studien“ über eine gewisse Prominenz verfügte.
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- Geschrieben von: Claus Friede -
Der in Salzburg lebende Kommunikationswissenschaftler, Journalist und Künstler Gottfried Goiginger hat soeben ein großformatiges Fotobuch veröffentlicht: „Natur Geschichten“.
Goiginger gehörte 1981 zu den Mitgründern des „FOTOHOF“ in Salzburg, eines Vereins zur Förderung der Autorenfotografie. Längst ist diese Einrichtung zu einem Zentrum künstlerischer Fotografie geworden, das sich weit über die Grenzen des Bundeslandes Salzburg hinaus auch national wie international einen Namen gemacht hat.
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- Geschrieben von: Stefan Diebitz -
Es ist nicht die Geschichte der Sprache überhaupt, sondern die Geschichte „unserer“ Sprache, die von der englischen Wissenschaftsjournalistin Laura Spinney in einem jederzeit interessanten Buch erzählt wird. Es geht der Autorin um den Ursprung der indoeuropäischen Sprachenfamilie, zu der auch das Deutsche zählt.
Nicht jeder Sprachenstudent liebt die Linguistik. Aber wie spannend sie sein kann und welche Schlaglichter sie nicht allein auf unseren eigenen Sprachgebrauch, sondern sogar auf die Geschichte der Menschheit werfen kann, das demonstriert Spinney in einem Buch, das sich auf die Ergebnisse archäologischer Grabungen ebenso stützt wie auf die Genetik; und natürlich auf die Wanderung von Wörtern oder den Wandel der Grammatik. Manche Ergebnisse sind so erstaunlich, dass man sie kaum glauben mag, und vielleicht ist ja auch wirklich nicht alles richtig, was heute den Stand der Forschung ausmacht. Spinney ist offen genug, immer wieder auf das Spekulative, nicht vollständig Gesicherte des Forschungsstandes hinzuweisen – das ist einer der starken Punkte ihres Buches. Sie berichtet von einer lebendigen Entwicklung und konfrontiert uns nicht mit einer starren Dogmatik.
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- Geschrieben von: Stefan Diebitz -
Entstanden aus Vorlesungen an der Universität München, verspricht uns Axel Hutters Buch eine „Einführung in die moderne Philosophie“.
Unter dieser versteht der Autor allein die analytische Philosophie in der Tradition Ludwig Wittgensteins. Andere Richtungen und Methoden werden nicht erwähnt.
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- Geschrieben von: Ruth Asseyer -
Die Kulturwissenschaftlerin Andrea Gnam unternimmt in ihrem neuen Buch einen komprimierten historischen Streifzug durch die Welt der Kunst und ihrer Zeichen. Schon der Titel sagt knapp und präzise, worum es geht: „Bilder und Wörter. Kleine Kulturgeschichte einer brillanten Allianz“.
Von den ersten geritzten Felszeichnungen der frühen Menschheitsgeschichte bis zu den grell gesprühten Graffitis auf den Zügen und Hauswänden moderner Großstädte untersucht Gnam die Frage, ob und wie sich die Bedeutung dessen, was man sieht, entschlüsseln lässt. Je länger die Entstehung eines Werks zurückliegt, umso mehr entsteht Raum für Missverständnisse. Denn was man sieht, ist nicht immer das, wonach es scheint. Das belegt die Autorin kenntnisreich, analytisch präzise und in einer angenehm klaren Sprache, die den Lesern die komplexe Beziehung zwischen Wort und Bild einleuchtend und kurzweilig nahebringt.
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- Geschrieben von: Stefan Diebitz -
Das Buch „Die Erfindung Preußens“ erzählt die Lebensgeschichte eines zu Unrecht gering geschätzten Herrschers anhand der Entstehung seiner wichtigsten Bauten.
Peter Stephan ist sowohl Historiker als auch Kunsthistoriker, also doppelt qualifiziert, und das muss er auch sein, wenn er den Weg Preußens zu einem deutschen Königreich an den Bauten eines vergessenen Königs aufzeigen will.
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- Geschrieben von: Gennaro Avallone (Übersetzung und Vorspann von Dagmar Reichardt) -
Iain Chambers zieht in seinem neuen Buch eine kulturtheoretische Parallele zwischen Lampedusa und Gaza: In beiden sozial hochaufgeladenen Konfliktsituationen tickt gemäß des italienisch-britischen Postkolonialismus-Experten die „koloniale Uhr“. Er entdeckt sowohl im Fall Lampedusa als auch in der Gaza-Frage „unterbrochene Sprachen“. Seine Kernthese: In der Gewalt, die derzeit in Palästina stattfindet und sich gegen Migranten richtet, wird die Geschichte des Westens verdrängt.
Wie ein schmerzhafter Splitter im Auge verstellt uns die koloniale Frage, so Chambers, auch in Deutschland den ungetrübten Blick auf die Wahrheit: Obwohl die Deutschen für ihre historische Schuld gegenüber dem Judentum einstehen und gerade zehn Jahre „Wir schaffen das!“ feiern, sind wir blind für die Wurzel allen zeitgenössischen Übels. Diese lässt sich laut Chambers im historischen Sündenfall des Kolonialismus verorten, den wir ihm zufolge geschichtlich weit weniger gewissenhaft aufgearbeitet und verinnerlicht haben als die Shoah. Sein fremder Blick offenbart die nackte Tatsache: „Lampedusa“ und „Gaza“ müssen zusammengedacht werden, um der Vergangenheit gerecht zu werden, bevor eine friedliche Weltordnung global denkbar ist.
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- Geschrieben von: Stefan Diebitz -
Ein dickes Buch schildert, wie Fürsten sich im 16. und 17. Jahrhundert von gebildeten Kaufleuten bei der Zusammenstellung von Kabinetten und Museen helfen ließen.
Um Dürer geht es allein im ersten von vier Teilen. Und vorgestellt wird dort nicht in erster Linie der Künstler, sondern der Mensch, der um Anerkennung kämpft und sich mit Auftraggebern auseinandersetzen muss; oder der Handwerker auf der Suche nach den richtigen Farben.
Das Buch der in Cambridge lehrenden, bereits mit etlichen Preisen ausgezeichneten deutschen Autorin Ulinka Rublack ist nämlich keine kunsthistorische Studie, sondern eine kulturgeschichtliche, ein Werk, aus dem wir sehr viel über den Alltag wie das Selbstverständnis, über Ausbildung wie Interessen von Künstlern, Kunsthandwerkern und auch Kaufleuten erfahren können. Nur eben der Künstler Albrecht Dürer kommt nur am Rande vor…
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- Geschrieben von: Stefan Diebitz -
Die französische Kuratorin Véronique Wiesinger, Direktorin der Fondation Alberto und Annette Giacometti, legt ein schmales, aber enorm faktenreiches Buch über den Schweizer Bildhauer und Maler Alberto Giacometti vor.
Für die Mehrzahl der Interessierten – so auch für den Rezensenten – war Giacometti einer der wichtigsten Bildhauer des 20. Jahrhunderts, aber tatsächlich war er noch wesentlich mehr. Bei der Lektüre des Buches fällt besonders die Offenheit dieses Künstlers ins Auge, der sich stets aufmerksam umschaute und so ungezählten Anregungen begegnete. Natürlich, zunächst und vor allem war Alberto Giacometti Bildhauer, dazu aber auch Maler und gelegentlich sogar so etwas wie ein Innenarchitekt.
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- Geschrieben von: Harry Popow -
In diesem Sachbuch setzt der Autor Wolfgang Bittner dem Kriegsgeschrei der westlichen „Wertegemeinschaft“ eine Vielzahl bisher weitgehend verschwiegener Wahrheiten entgegen.
Das Buch umfasst 144 Seiten und fordert jeden denkenden Menschen in Deutschland und auch in Europa dazu auf, sich nicht von kriegswütigen politisch blinden Profitjägern und größenwahnsinnigen Vertretern der Kapitalinteressen ins Bockshorn jagen zu lassen und damit in den Untergang.
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- Geschrieben von: Isabelle Hofmann -
Mit „Trance“ und „Schussfahrt“, den beiden ersten Bänden seiner Cric Crac Saga, hat der Hamburger Arzt und Autor Konrad Rippmann einen schier atemberaubenden Abenteuerroman quer durch ein Jahrhundert Weltgeschichte vorgelegt.
Ebenso unterhaltsam wie lehrreich. Kurz: Genau die richtige Urlaubslektüre.
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- Geschrieben von: Ruth Asseyer -
Am 6. September 1999 erhielt der Jurist und ehemalige Schweizer Diplomat Harald Feller in Bern die Medaille der Gerechten unter den Völkern von Yad Vashem für seine Rettungsaktionen von Juden in den Jahren 1944 und 45 in Budapest. Dennoch blieb er ein Unbekannter.
Der Historiker François Wisard hat jetzt Fellers außergewöhnliche Biografie im Zürcher Verlag „elfundzehn“ herausgebracht. Das Buch ist eine spannend geschriebene, quellenbasierte historische Untersuchung und zugleich die Drehbuch-Vorlage eines aufregenden Politthrillers.
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- Geschrieben von: Stefan Diebitz -
Christian Beyers Einführung in Husserls Philosophie stellt ihn als analytischen Philosophen dar.
Edmund Husserl (1859–1938) ist vielleicht der einflussreichste Philosoph des 20. Jahrhunderts – das Werk Heideggers, Sartres und unzähliger anderer ist, ohne die von ihm begründete Phänomenologie, nicht zu denken. Selbst auf Philosophen, die ihm nicht folgen mochten, übte er großen Einfluss aus. Aber sein Werk ist mehr als sperrig, denn er hat sich niemals um Popularität bemüht, sondern selbstvergessen seine Überlegungen vorangetrieben. Kaum eine Philosophie ist komplizierter und tiefgründiger, und deshalb wiegt der Mangel an guten Einführungen schwer.
