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Epische Gedichte bilden einen Reigen durch die Familiengeschichte.

In seinem Gedichtband „Das kleine Boot in meiner Hand nenn ich Narbe“ erzählt uns der arabisch-jüdische Autor Mati Shemoelof die Geschichte seiner Familie. Wie eine lyrische Erzählung fächert er in fünf thematisch unterteilten Poemen die mehrere Generationen umfassende Familiengeschichte auf. Mit diesem zweiten auf Deutsch erschienenen Lyrikband des in Haifa geborenen und heute in Berlin lebenden Schriftstellers liegt dank der parasitenpresse nun eine Auswahl der Texte vor, von Gundula Schiffer aus dem Hebräischen ins Deutsche übersetzt.

 
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Wer im Internet aktuelle wissenschaftliche Literatur sucht, der findet nicht allein seriöse Abhandlungen, sondern jede Menge schülerhafte Seminararbeiten – Veröffentlichungen, die die Welt nicht unbedingt braucht.

In früheren Zeiten dagegen blieben sogar Dissertationen oder Habilitationen selbst renommierter Autoren ungedruckt. So erschien erst vor drei Jahren die Dissertation Hans Blumenbergs (1920-1996) – 73 Jahre nach ihrer Abgabe! –, und vor einem Jahr endlich folgte seine Habilitationsschrift von 1950.

 
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Bereits 1999 hat Dieter Stolz ein Buch über das literarische Gesamtwerk von Günter Grass veröffentlicht. 2005 folgte eine zweite Fassung. Längst zum Standardwerk aufgestiegen, liegt nunmehr eine nochmals aktualisierte, erweiterte Neuausgabe von Günter Grass / Der Schriftsteller (dtv) vor.

Dieses Buch ist die Quintessenz aus jahrzehntelanger Forschung und vielseitigem Kontakt des Autors zu seinem berühmten Kollegen, dem Literaturnobelpreisträger Günter Grass. Diese dritte Fassung bindet neue Erkenntnisse und Betrachtungen ein, klammert dabei auch kritische Sachverhalte nicht aus. Mit dem letzten Kapitel hat Dieter Stolz diesmal einen persönlichen Schlusspunkt gesetzt. Dieser Epilog darf durchaus als literarische Liebeserklärung an Grass gelesen werden.

 
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Gemeinsame Spielformen des Erzählen – Balladen, Gedichte, Aquarelle.

Aus Stein gehauen sind diese Bilder und Texte nicht. Sie sind so leicht wie Schnee oder Zuckerwatte und so bedeutungsvoll wie Leben und Träume. Die Kombination der Balladen und Gedichte von Christoph Ransmayr mit Illustrationen von Anselm Kiefer sind ein Glücksfall für uns Leser.

 

In dem wunderschön und opulent gestalteten großformatigen Bild-Gedichtband „Unter einem Zuckerhimmel“ präsentieren die beiden ein weiteres künstlerisches Ergebnis ihrer jahrzehntelangen Freundschaft in diesem ihrem zweiten gemeinsamen Buch.

 
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Welcher Dänemark-Fan kennt ihn nicht, den Begriff „Hygge“? Genau diesen Begriff nimmt der Autor Peter Graarup Westergaard in seinem mittlerweile sechsten Buch namens „Dänemarks Nordwesten - Thy-Gedichte“ ins dichterische Visier.

Mit stimmigen Worten wird hier die nordwestliche Region Jütlands namens Thy beschrieben. Die ursprünglich auf Dänisch im Dialekt Thybomål veröffentlichten Gedichte sind nun in deutscher Version Dank der Übersetzung von Kirsten Lund Jensen auf dem Buchmarkt erhältlich. Es sind liebenswerte Alltagsbetrachtungen, die das Leben in Thy mal ernst mal heiter reflektieren – echt hygge eben. Das macht Lust auf die Gegend, auf eine Reise nach Thy.

 
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Eigentlich hatte die in Berlin lebende, aus Rumänien stammende Autorin Carmen-Francesca Banciu ein anderes Schreibprojekt im Sinn als einen Briefroman mit dem Titel „Ilsebill salzt nach“.

Doch der Ort, an dem ihr ursprünglich geplantes Projekt entstehen sollte, verlangte anderes von ihr. Eben diesen Briefroman, der jetzt im Verlag PalmArtPress erschienen ist.

 
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Protagoras ist einer der ganz großen Namen der Philosophie. Für Platon, durch dessen Brille die meisten von uns bis heute auf ihn schauen, für Platon war er ein Mietling, der anders als Sokrates seine Redekunst für Geld verkaufte: ein Sophist.

Er gab einem der berühmtesten platonischen Dialoge den Namen, aber um diesen Dialog soll es hier nicht gehen, sondern um einen einzigen Satz, den Platon in einem anderen Dialog überliefert hat, im „Theaitetos“: „Der Mensch ist das Maß aller Dinge, der seienden, dass sie sind, der nichtseienden, dass sie nicht sind.“

 
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In seiner unverwechselbaren Art, teilweise prosaisch, hat der Original Flensburger Jung und promovierte Philosoph Frank-Peter Hansen Stadtrundgänge durch seine Heimatstadt Flensburg niedergeschrieben.

 

In 99 mit Fotos unterlegten Miniaturen ist dies eine Liebeserklärung an die im äußersten Norden Schleswig-Holsteins gelegene drittgrößte Stadt des Bundeslandes. Aus persönlicher Sicht geschrieben, bietet dieses Buch uns Lesern die Möglichkeit, Flensburg mit Hilfe eines Ortskundigen auf unterhaltsame Weise neu oder auch anders (wieder) zu entdecken.

 
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Der norwegische Roman „Der Keim“ von Tarjei Vesaas in der Übersetzung von Hinrich Schmidt-Henkel ist faszinierend zu lesen.

Die Handlung ist rasch erzählt: Ein Neuankömmling bricht in das fest gefügte familiäre Miteinander von Inselbewohnern ein. Zwei Morde geschehen und die idyllische Welt der Insulaner scheint auseinanderzubrechen. Ein einziger Sommertag ist es, der in diesem Roman beleuchtet wird, an dem nicht nur der Neuankömmling, sondern die ganze Inselgemeinschaft Schuld auf sich lädt. Die symbolstarke, poetisch verknappte Prosa des Erzählers macht uns Leser atemlos. Mit intensiver Spannung lädt der Autor das Unausgesprochene und Unbeschriebene auf. Er fühlt sich in seine Figuren ein und erzeigt auf diese Weise eine Nähe, die uns Leser körperlich erfasst.

 
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Das Werk der jüdischen Schriftstellerin Gertrud Kolmar (1894-1943) ist glücklicherweise kein Geheimnis mehr. Der Wallstein Verlag hat ihr Gesamtwerk herausgegeben; im Laufe der Zeit sind zudem Leben und Werk Kolmars aus vielerlei Blickwinkeln betrachtet worden.

 

Einen ganz eigenen Zugang findet nun die Autorin Ingeborg Gleichauf in ihrem Porträt „Alles ist seltsam in der Welt“, das zum 80. Todestag von Gertrud Kolmar erschienen ist. Ihr Buch versucht nicht, Gertrud Kolmars Leben und Schreiben linear zu erzählen: „Im Vordergrund dieses Porträts steht die Frage, was es heißt, Kolmar zu lesen, in einen Dialog zu treten mit ihren Texten und über die Texte mit ihrem Leben“, so die Autorin des Porträts. Ihre ganz persönliche Lesart und die daraus gefolgerten Interpretationen helfen uns Leser:innen auf die Spur. Gleichaufs Buch weckt bzw. wiedererweckt in uns das Interesse an Gertrud Kolmars Werk.

 
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Auf den Spuren vergessener Schriftstellerinnen.

Die Autorin und Journalistin Iris Schürmann-Mock begibt sich in ihrem Buch „Ich finde es unanständig, vorsichtig zu leben“ auf literarische Spurensuche. Für uns Leser und Leserinnen bietet dies eine lesenswerte Entdeckungsreise durch 250 Jahre weibliche Literaturgeschichte. Vorgestellt werden 25 Autorinnen mit jeweils einem Porträt und kurzer Leseprobe.

 

Ergänzt werden die Beiträge durch eine „Spurensuche“, die eine Brücke in die Gegenwart schlägt, sowie durch Literaturtipps und Hintergrundinformationen. Es ist eine längst fällige Hymne auf schreibende Frauen, die viel zu lang und viel zu oft in Vergessenheit geraten sind.

 
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In Norwegen ist Hamsun ein Klassiker, aber auch wegen seiner Bewunderung des nationalsozialistischen Deutschlands heftig umstritten. Hierzulande dagegen dürfte er nur noch wenigen bekannt sein.

 

Der Manesse-Verlag hat jetzt sein erstes großes, auch literaturgeschichtlich wichtiges Erzählwerk in einer neuen Übersetzung der Erstausgabe von 1890 herausgebracht: „Hunger“. Es ist wichtig, dass die Erstausgabe übersetzt wurde, denn Hamsun hatte sein in jeder Hinsicht extremes Buch immer weiter abgemildert, hatte Stellen gestrichen und umformuliert. Jetzt also können wir eine Übersetzung des radikalen Originals lesen.

 
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Jón Kalman Stefánsson ist ein begnadeter Erzähler. Seit 1996 hat der isländische Schriftsteller zehn Romane veröffentlicht. Sein jüngster Roman „Dein Fortsein ist Finsternis“ setzt das fort, was Stefánssons Prosa von Anfang an kennzeichnet: Dieser Autor schreibt gegen das Vergessen.

 

Im neuen Roman des preisgekrönten Autors hat ein Mann die Erinnerung verloren. Er wacht in einer kleinen Kirche an einem abgelegenen Fjord im Nordwesten Islands auf. Wer ist er? Woher kommt er? Wird er es je erfahren? Werden wir es je erfahren? Am Ende des Romans bleiben wir Leser nach gelesenen 544 Seiten mit dem Wunsch zurück, die Lektüre möge doch bitte noch lange weitergehen. Das liegt an den faszinierenden Familiengeschichten, die uns der Autor präsentiert, die mehrere Generationen und rund 200 Jahre umfassen. Und an der gelungenen Übersetzung aus dem Isländischen von Karl-Ludwig Wetzig.

 
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Am 2. Februar 2023 wäre der amerikanische Schriftsteller und Lyriker James Dickey 100 Jahre alt geworden, gestorben ist er am 19. Januar 1997 in Columbia (South Carolina).

 

Dickey ist der Mann, über den Quentin Tarantino sagte, er sei „kein Tarzan, sondern ein Dichter”; dessen Gedichte Stephen King so stark fand, dass er eines davon in seine Flugkatastrophen-Anthologie „Flight or Fright” aufnahm. Auch Vertreter der Hochkultur hoben James Dickey in den Himmel: etwa John Updike, der Dickey als „Überflieger der amerikanischen Lyrik” titulierte oder Joyce Carol Oates, die den „Walt Whitman unserer Zeit” in ihm erkannte.

 

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