NewsPort - Kunst & Kultur aktuell
Kulturmagazin für den deutschsprachigen Raum
„Silent Friend“. Drei Leben, drei Epochen, ein Baum: Über die Sehnsucht nach Verbundenheit
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- Geschrieben von: Anna Grillet -
Mit dem Film „Silent Friend“ der ungarischen Regisseurin Ildikó Enyedi („Körper und Seele“, 2017) entdecken wir unsere Welt neu, und vielleicht auch uns selbst. Worte erweisen sich als wenig tauglich, um den Zauber, die Sinnlichkeit und die betörende Schönheit der zögerlichen, unbeholfenen Begegnungen zwischen Mensch und Natur zu beschreiben.
Im Herzen des botanischen Gartens der mittelalterlichen Universitätsstadt Marburg steht ein majestätischer Ginkgobaum. Seit über 100 Jahren ist er stiller Zeuge und Beobachter der leisen, tiefgreifenden Veränderungen unserer Protagonisten. Die miteinander verflochtenen Handlungsstränge und Zeitebenen öffnen den Blick auf die radikal unterschiedlichen Wahrnehmungen. Jede Epoche hat Ihren eigenen unverwechselbaren Stil, ihre eigene Ästhetik.
Trio Sfera – Verschwiegene Lieder
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- Geschrieben von: Redaktion -
Das Trio Sfera hat eine ganz eigene, zeitlose Sprache gefunden. Klangliche Vielfalt und die Kunst der Improvisation werden zum unverkennbaren Markenzeichen.
In einer Welt, die zugleich von betörender Schönheit und stillen Sorgen erfüllt sein kann, öffnet die Musik des Trio Sfera ein Tor zu einer Sphäre der Sinnlichkeit – voller Licht, Hoffnung und innerer Bewegung.
100 Jahre GEDOK – Künste, Frauen, Netzwerk
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- Geschrieben von: Marion Hinz -
Was für ein Ereignis: Die GEDOK, das europaweit größte Netzwerk von Künstlerinnen aller Sparten und Kunstfördernden, feiert ihren 100. Geburtstag. Das Jubiläumsjahr steht unter der Schirmherrschaft von Karin Prien, Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
Das ganze Jahr wird dieses Ereignis in den 23 Regionalgruppen mit den verschiedensten öffentlichen Veranstaltungen und Projekten gefeiert. Hierfür wurde sogar ein spezieller Kalender entwickelt, der ständig aktualisiert wird. Ein Video zur Geschichte der GEDOK ist online anzuschauen. Briefmarken mit dem „100 Jahre GEDOK - Künste · Frauen · Netzwerk“-Motto zieren als Motiv jetzt so manche Postsendung. Der Bundesverband, mit Präsidentin Béatrice Portoff, hat zudem eine Festschrift und ein Buchprojekt initiiert und realisiert.
Jonas Hain, Robert Gromotka: „Between Us“
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- Geschrieben von: Redaktion -
Between Us – Eine musikalische Begegnung
Die Geschichte des Albums Between Us beginnt mit einer digitalen Geste: Ein Like auf Instagram, ein Kommentar, ein geteiltes Stück Musik – so begegnen sich Jonas Hain und Robert Gromotka zum ersten Mal.
Beide stehen zu diesem Zeitpunkt an sehr unterschiedlichen Stellen ihres Lebens: Jonas, der junge Pianist & Komponist, der nach seinem gefeierten Debüt „Solopiano“ noch immer mit der Angst vor dem Rampenlicht ringt, und Robert, der erfahrene Multi-Instrumentalist, der nach Jahren zwischen Studio, Bühne und Familie Gefahr läuft, sich selbst zu verlieren. Es ist Ende 2023, als sie sich in Berlin, bei der Eröffnung von Roberts neuem Studio, persönlich kennenlernen – und damit ein Kapitel aufschlagen, das beider Leben verändern wird. Am 23.01.2026 erscheint nun das erste gemeinsame Album beim Label Neue Meister auf CD, Vinyl und als Stream.
Hohe Herren und Habenichtse: Unterwegs im östlichen Spessart
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- Geschrieben von: Marc Peschke -
Hinein in den großen Wald, ein Wald der Superlative sogar, ist er doch der größte zusammenhängende Laubmischwald Deutschlands.
Der Spessart, dieser Naturraum zwischen Odenwald, Rhön und Vogelsberg, ist für die Menschen des Rhein-Main-Gebietes bis in den Würzburger Raum immer der Ort kleiner Fluchten gewesen – ein Blättermeer, ein Naturpark mit lieblichen Tälern, Bächen und Flüssen Saale, Main, Kinzig und Sinn. Wie geht er noch, der alte Reim? Kinzig, Sinn und Main schließen den Spessart rings ein: das Mainviereck.
Wer die Bundesstraße 26 von Aschaffenburg nimmt und seinen Wagen durch den Hochspessart lenkt, kommt irgendwann unweigerlich in das unterfränkische Lohr am Main. Lohr und der Spessart gehören zusammen. Genauso wie der Main zu Lohr gehört. Auch Lohr ist durch den Main reich geworden. Im 18. Im Jahrhundert waren es Lohrer Schiffbauern, die in Wien und Prag Donau- und Moldauschiffe bauten.
Das Taipei Fine Arts Museum: Sakamoto – Surrealismus und die Biennale
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- Geschrieben von: Claus Friede -
2026 präsentiert das Taipei Fine Arts Museum in Taiwans Hauptstadt Taipeh zwei internationale Kooperationsausstellungen, die sich der Erweiterung des Spektrums künstlerischer Wahrnehmung widmen sowie weiteren Themenausstellungen.
Ryuichi Sakamoto: „seeing sound, hearing time“ untersucht die bahnbrechende künstlerische Praxis des verstorbenen Komponisten und Künstlers Ryuichi Sakamoto (1952–2023) seit den 2000er Jahren.
Dacia Maraini, eine der prägendsten Intellektuellen unserer Zeit
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- Geschrieben von: Luigi Saitta -
Die italienische Autorin Dacia Maraini – geboren in der Toskana, aufgewachsen in Japan und auf Sizilien und seit Beginn ihrer schriftstellerischen Karriere in den 1950er Jahren in Rom wohnhaft – hat wie kaum eine andere europäisch-kosmopolitische Intellektuelle unsere postmoderne Zeit mitgeprägt. Dieses Jahr wird die auch in Deutschland viel gelesene Dichterin, Roman- und Theaterschriftstellerin 90 Jahre alt und bereist weiterhin mit vollem Terminkalender die Welt.
Insbesondere sind die zahlreichen Übersetzungen ihrer Werke weltweit ein von ihr gern genutzter Anlass. Ein kürzlich erschienener Band über „Die vielen Übersetzungen des Werks von Dacia Maraini“ (Berlin, Peter Lang, 2024) hat sich nun mit der Quantifizierung dieses globalen Widerhalls beschäftigt und gleichzeitig die Frage untersucht, wie, was, wann und mit welchen Wirkungen sprachlich und literarisch „übersetzt“ wird – oder im weiteren kulturellen Kontext überhaupt „übersetzt“ werden kann.
Laura Spinney: Der Urknall unserer Sprache
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- Geschrieben von: Stefan Diebitz -
Es ist nicht die Geschichte der Sprache überhaupt, sondern die Geschichte „unserer“ Sprache, die von der englischen Wissenschaftsjournalistin Laura Spinney in einem jederzeit interessanten Buch erzählt wird. Es geht der Autorin um den Ursprung der indoeuropäischen Sprachenfamilie, zu der auch das Deutsche zählt.
Nicht jeder Sprachenstudent liebt die Linguistik. Aber wie spannend sie sein kann und welche Schlaglichter sie nicht allein auf unseren eigenen Sprachgebrauch, sondern sogar auf die Geschichte der Menschheit werfen kann, das demonstriert Spinney in einem Buch, das sich auf die Ergebnisse archäologischer Grabungen ebenso stützt wie auf die Genetik; und natürlich auf die Wanderung von Wörtern oder den Wandel der Grammatik. Manche Ergebnisse sind so erstaunlich, dass man sie kaum glauben mag, und vielleicht ist ja auch wirklich nicht alles richtig, was heute den Stand der Forschung ausmacht. Spinney ist offen genug, immer wieder auf das Spekulative, nicht vollständig Gesicherte des Forschungsstandes hinzuweisen – das ist einer der starken Punkte ihres Buches. Sie berichtet von einer lebendigen Entwicklung und konfrontiert uns nicht mit einer starren Dogmatik.
Wege des Impressionismus – Die Slowenische Moderne und Dachau
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- Geschrieben von: Redaktion -
Wenn vom Impressionismus die Rede ist, denkt man an Frankreich, an Claude Monet, an Lichtreflexe auf dem Wasser und vielleicht an die berühmten Seerosen. Doch die Bewegung hatte viele Gesichter – auch jenseits der bekannten Zentren.
Die neue Sonderausstellung „Wege des Impressionismus – Die Slowenische Moderne und Dachau“ in der Gemäldegalerie Dachau widmet sich erstmals in Deutschland dem slowenischen Impressionismus und seinen engen Verbindungen zu Dachau und München.
Vincenzo Bellini: I Puritani
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- Geschrieben von: Claus Friede -
Die Belcanto-Oper „I Puritani“ des sehr jung verstorbenen sizilianischen Komponisten Vincenzo Bellini (1801–1835) bildet den Auftakt einer Reihe von im Kino live übertragenen Opern aus der Metropolitan Opera in New York.
„I puritani e i cavalieri“ („Die Puritaner und die Kavaliere“) – so der eigentliche Titel – ist ein Glanzstück, mit dem die Met den Jahreswechsel im Rahmen einer glanzvollen Gala-Premiere am 10. Januar 2026 feiert und auf über 200 Leinwände in Deutschland und Österreich übertragen wird.
