Festivals, Medien & TV Magazin
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- Geschrieben von: Claus Friede -
Wie tief ist tief, wie hoch ist hoch und wie groß ist der Unterschied zwischen Stille und impulsivem Ausbruch? Es sind nur wenige Fragen, die zu stellen sind, wenn man sich mit den Kompositionen der in Russland geborenen und in Österreich lebenden Komponistin Alexandra Karastoyanova-Hermentin befasst.
Alexandra Karastoyanova-Hermentin stammt aus einer Moskauer Musikerfamilie und kam 1994 über Bulgarien (Sofia, 1988–1993) zum Studium ans Mozarteum nach Salzburg. Seither lebt sie in Wien. Zahlreiche Kompositionsaufträge, vor allem aus Österreich und Deutschland, trugen zu ihrem heutigen Werk bei.
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- Geschrieben von: Claus Friede -
Das aspekteFestival war und ist kein Festival für das Alter. Weder, dass bereits verstorbene oder betagte Komponist*innen im Mittelpunkt der Aufführungspraxis stünden, noch dass das Publikum im Alter deutlich über 50 Jahre alt liege.
Eine Studie[1] der Universität Limoges aus dem Jahr 2020 gibt für Frankreich und die Schweiz das Durchschnittsalter von Konzert- und Opernbesucher*innen mit ca. 61 Jahren an. Für Österreich und Deutschland gibt es vergleichbare Ergebnisse. Langfristig ist jedoch spätestens ab 2030 ein Strukturwandel zu erwarten, da jüngere Generationen eine andere musikalische Sozialisierung erfahren haben. Neuere Berichte (2022/2024) zeigen also, dass Menschen unter 35 Jahren vermehrt klassische Musik hören, was die Hoffnung auf ein diverseres Publikum erhellt.
Jedoch ist das junge Publikum eher städtisch[2].
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- Geschrieben von: Claus Friede -
Musik begleitet uns ein Leben lang – in Momenten der Freude, der Trauer, beim Entspannen, beim Feiern, beim Filmeschauen, im Fußballstadion, in der Kirche und beim Nachdenken. Doch das allererste musikalische Erlebnis eines jeden Menschen liegt bereits vor der Geburt: Der Herzschlag der Mutter ist der erste Rhythmus, den ein Ungeborenes hört und fühlt, noch bevor es andere Klänge wahrnimmt.
Aspekte-Intendant Ludwig Nussbichler bleibt sich und dem Programm 2026 mit der Frage treu, die er bereits in der letzten Ausgabe 2024 stellte: „Wie hört sich die Welt an?“ Diesmal liegt sein Fokus nicht auf „Stimmen“, sondern auf „Puls“, dem Herzschlag als Rhythmusgeber.
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- Geschrieben von: Rosalie Siegl und Claus Friede -
Die diesjährige internationale Kyiv Biennale, die ihr zehnjähriges Bestehen feiert, versteht sich als transnationales Projekt, das künstlerische, politische und gesellschaftliche Fragestellungen miteinander verknüpft und auf Reflexion, Solidarität und kritische Auseinandersetzung zielt.
Die Schau im Lentos Kunstmuseum in Linz, Österreich, wurde auf Initiative und in Kooperation mit dem Verein tranzit.at realisiert und wird unter unterschiedlichen Titeln in verschiedenen europäischen Museen gezeigt.
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- Geschrieben von: Claus Friede -
Zum zwölften Mal kann die unternehmerische Beschäftigung mit Kunst und deren Förderung in Hamburg an drei Tagen erneut sichtbar gemacht werden.
Neunzehn Unternehmen nehmen in diesem Jahr teil – und, wie es zur Tradition gehört, sind einige dabei, die erstmals oder erneut teilnehmen.
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- Geschrieben von: Marion Hinz -
Mit dem dänisch-schwedischen Spielfilm „Therapie für Wikinger“ (Den Sidste Viking/The Last Viking, Regie: Anders Thomas Jensen) eröffneten die Nordischen Filmtage Lübeck 2025 am 5. November ihr offizielles Programm.
Eine gute Wahl, zumal dieser Film viele Geschmäcker, viele Genres bedient. Makabre Szenen lösen solche ab, die mit viel Humor gespickt sind. Für jeden Filmfan ist also etwas dabei in dieser schwarzen Komödie. In die deutschen Kinos kommt dieser Film am 25. Dezember.
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- Geschrieben von: Marion Hinz -
Wie Kreuze muten die beiden großen, mit wechselnden Farben beleuchteten „T“ an, die sich von der in nachtblaues Licht getauchten Bühne abheben. Sind wir hier in einer Kirche? Nein, wir sind in der Lübecker Musik- und Kongresshalle. Die hat heute Abend tatsächlich etwas Sakrales.
Bis auf die rockige Musik, die aus Lautsprechern dröhnt und die gute Stimmung im Publikum anheizt. Und bis auf das riesengroße Handy, das als Bildschirm zur Vergrößerung der Showeffekte dient. So kommen auch die Zuschauer in den letzten Reihen auf ihre Kosten. Mentalist Timon Krause betritt die Bühne.
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- Geschrieben von: Marion Hinz -
Von Oktober 2025 bis Januar 2026 gehen die Autorinnen Nora Gomringer, Dorothee Elmiger, Daniela Dröscher, Katerina Poladjan und Annett Gröschner im Rahmen der 34. LiteraTour Nord auf Lesereise.
Diesmal sind es erstaunlicherweise „nur“ Frauen. Die LiteraTour Nord 2025/26 startet am 26.10.2025 in Oldenburg, gefolgt von Lesungen in Bremen, Lübeck, Rostock, Lüneburg, Hannover und Osnabrück, diesmal mit Nora Gomringer, Dorothee Elmiger, Daniela Dröscher, Katerina Poladjan und Annett Gröscher.
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- Geschrieben von: Marion und Ernst-Günter Hinz -
Mit Rilkes Worten „Der Sommer war sehr groß“ charakterisierte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther die gelungene diesjährige Saison des Schleswig-Holstein Musikfestivals (SHMF) und erhob sie damit in den poetischen Adelsstand.
Alles andere als dienstlich, dem Festival sehr persönlich zugewandt, warmherzig und leidenschaftlich wirkte seine Eröffnungsrede des SHMF-Abschlusskonzertes.
Und er gelobte scherzend dem Publikum in der ausverkauften Lübecker Musik- und Kongresshalle (MuK): „Nach jedem Requiem gibt es eine Auferstehung!“ Das gelte auch für die nächste Saison des Festivals. Günther weissagte „eine gesicherte Lebenszeit mindestens bis zu dessen 50jährigen Bestehen in zehn Jahren“.
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- Geschrieben von: Marion und Ernst-Günter Hinz -
Was für ein Abend! Ohne weitere Ausrüstung, nur mit Klavier, statt (wie von der Bergwelt eigentlich gefordert) mit zweimanualigem Cembalo, startete Fazil Say im großen Saal der Elbphilharmonie eine Unternehmung, für die andere vor ihm sich hinter eine (Aus-) Rüstung mathematischer Berechenbarkeit oder hinter einer Maske der Coolness gern auch hinter musikhistorischer Korrektheit verschanzt hielten.
Ganz anders ein weiterer Konzertabend: seine Interpretation der Bach‘schen Goldberg-Variationen.
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- Geschrieben von: Marion und Ernst-Günter Hinz -
„Siehe, wie gut und wie angenehm es ist, dass Brüder in Einigkeit zusammen wohnen“ soll Leonard Bernstein gesungen (!) haben, als er 1981 auf Gran Canaria im Garten seiner Gastgeber Justus Frantz und Christoph Eschenbach einen Baum pflanzte.
Wie gut, dass in den Musikerfreunden hier, auf dem vulkanischen Boden, die Idee reifte, in Schleswig-Holstein ein Musikfestival zu etablieren. Auf feuriger Lava geboren, musste diese Idee nur noch auf dem fruchtbaren Humus zwischen Nord- und Ostsee reifen, gedeihen und bis heute Jahr um Jahr erblühen.
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- Geschrieben von: Isabelle Hofmann -
Niemand wird derzeit so viel diskutiert, wie Florentina Holzinger, die Systemsprengerin unter den zeitgenössischen Theatermachern. „A Year Without Summer“, Höhepunkt des Internationalen Sommerfestival auf Kampnagel, ist ihr jüngster Coup.
Das von Mary Shelleys „Frankenstein“ inspirierte Stück über Körperkult, Schöpferdrang, die Sehnsucht nach ewiger Jugend und ewigem Leben ist ein Fest des subversiven Theaters, gleichermaßen herausfordernd für Publikum wie für die Performerinnen. Hermann Nitsch und die Wiener Aktionisten hätten ihre helle Freude gehabt.
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- Geschrieben von: Frauke Hartmann -
Wer schon einmal Anfang August in Locarno war, weiß das besondere Flair, den liebevollen Vibe dieses Filmfestivals zu schätzen. Die Menschen, die völlig entspannt, mit Kindern im Schlepptau, leicht bekleidet und in Plastiklatschen durch das beschauliche Tessiner Städtchen am Lago Maggiore schlendern, vor Kinos Schlange stehen, in Cafés oder irgendwo auf Rasenflächen mit einem Eis in der Hand chillen.
Das Leben – ein Film. Anders als in Cannes an der Cote d‘Azur oder dem Filmfestival in Venedig, die vor und nach dem Festival in Locarno stattfinden und sozusagen die großen Schwestern sind, bleibt Locarno ein Kleinod in der Filmwelt, das elf Tage lang selbst das benachbarte Ascona zum Leuchten bringt und internationale Stars umschmeichelt.
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- Geschrieben von: Isabelle Hofmann -
Mittlerweile beschränkt sich das Internationale Sommerfestival ja längst nicht mehr nur auf Kampnagel. Aber soweit an die Hamburger Landesgrenze war es bislang noch nicht vorgedrungen.
Das queere österreichische Theaterkollektiv „Nesterval“ verwandelte das idyllische Museumsdorf Volkdorf in „Das alte Dorf“ irgendwo in den Alpen mit ihren engstirnigen, fremdenfeindlichen Einwohnern im Jahr 1964. Erschreckend real.
