Kultur Blog
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- Geschrieben von: Isabelle Hofmann -
Ein Stück, wie aus dem Leben gegriffen: „Blind“ am St. Pauli Theater ist ein packendes Kammerspiel über einen Vater-Tochter-Konflikt, inklusive Gesellschaftskritik.
Wer das Glück hat, seine Eltern bis ins hohe Alter zu haben, kennt die Situation in der einen oder anderen Ausprägung: Die Machtverhältnisse drehen sich irgendwann um, auf einmal wird man nicht mehr umsorgt, sondern muss selbst sorgen.
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- Geschrieben von: Marion Hinz -
Erinnerungen kommen viele vor in diesem ersten Lyrikband von Renate Schmidgall, die bisher hierzulande vor allem als Übersetzerin aus dem Polnischen bekannt ist.
Das dürfte sich mit dem Erscheinen ihres ersten Lyrikbandes „Kein Verlass auf Uhren und Gestirne“ in naher Zukunft ändern. So sprachlich gelungen und emotional überzeugend sind diese Erinnerungen an Menschen, Vögel, Bäume und Räume, an innere und äußere Landschaften, an Jahres- und Lebenszeiten, an einst empfundene Liebe, Sehnsucht, Melancholie und Trauer. Um es mit den Worten der Dichterin zu sagen: „Man muss nur weit genug öffnen,/dann kommt ein Gedicht zum Fenster herein.“
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- Geschrieben von: Annette Krumpholz -
Zwischen den klaren Linien des brutalistischen Kirchenraums von St. Mauritius im nördlichen Wiesbaden öffnet sich ein unerwarteter Erfahrungsraum: Mit ihrer Ausstellung „passaggi“ verwandelt die Münchner Künstlerin Elisabeth Heindl den sakralen Ort in eine Choreografie aus Farbe, Licht und Bewegung.
Was hier geschieht, ist mehr als eine Ausstellung: Es ist ein Angebot, sich selbst in der Bewegung durch den Raum neu zu begegnen.
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- Geschrieben von: Stefan Diebitz -
In Lübeck hat eine Galerie neu eröffnet: geleitet von der promovierten Kunstphilosophin Azalia Shahnazari und vom Galeristen Michael Frautz getragen. Das Programm fokussiert aktuelle internationale Kunst.
Unter dem Titel „What Is Expected Is Not There“ (dt.: Was man erwartet, ist nicht da) stellt die Galerie seit dem 21. Februar bis zur Finissage am 17. April die Arbeiten dreier Künstler aus.
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- Geschrieben von: Marion Hinz -
Eigentlich hatte die „Edition Nautilus“ geplant, anlässlich von Ingvar Ambjørnsens 70. Geburtstag am 20. Mai 2026 dessen neues Buch zu veröffentlichen. Doch dann verstarb der Autor im Juli 2025 nach langer Krankheit in Norwegen.
Das Buch ist nun – vorgezogen – bereits im März dieses Jahres erschienen. In „Niemand da“ leuchtet noch einmal die große Erzählkunst des norwegischen Schriftstellers auf, der seit vielen Jahren mit seiner Ehefrau und seiner Übersetzerin Gabriele Haefs in Hamburg lebte. Es ist wahrscheinlich das letzte Buch dieses Autors – es sei denn, im Nachlass tauchen noch weitere schwarze Perlen auf, wie eine norwegische Rezensentin schrieb, die für die Leserschaft aufgereiht werden wollen.
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- Geschrieben von: Dagmar Reichardt und Laura Spinelli -
In Sizilien gibt es ein Brot, das die Herzen nicht nur deutscher Brotliebhaber – und auch nicht nur zu Ostern – höherschlagen lassen dürfte. Wie kaum eine andere präsentiert und serviert die postmoderne sizilianische Küche unserem Auge, Verstand und Gaumen einen transkulturellen Mix aus traditionellem Kunst- und Kulturverständnis, regional ausgewiesener Kulinarik und einem mediterran ebenso weltoffenen wie bodenständigen Way-of-Life.
Und das liegt nicht nur daran, dass „Brot“ seit Anbeginn unserer Zivilisation als „das“ Grundnahrungsmittel des Menschen schlechthin gilt und dass fremdländische Essgewohnheiten seit jeher beständig in andere lokal verankerte Gastronomien ein- und überfließen. Das Brot miteinander zu teilen, prägt seit den ersten zivilisatorischen Errungenschaften unsere Kulturen: ob in Afrika, Europa, Asien, Australien, Nord- oder Südamerika.
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- Geschrieben von: Claus Friede -
Das Stadtmuseum in Kaufbeuren widmet sich in einer Ausstellung noch bis Mitte April 2026 den Anfängen der Fotografie mit „Allgäuer Fotopioniere. Auguste Städele und die Heimhuber-Brüder“.
Die in Kooperation mit dem Haus der Bayerischen Geschichte, dem Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst und der Stadt Kaufbeuren entstandene Präsentation vereint Vintage-Abzüge und mittelformatige, vergrößerte, naturholzgerahmte Drucke aus der Zeit um die Jahrhundertwende 1900.
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- Geschrieben von: Isabelle Hofmann -
Nach dem Kultfilm nun das Kultmusical – zumindest hat „Zurück in die Zukunft – Das Musical“ im Stage Operettenhaus auf der Hamburger Reeperbahn das Zeug dazu: Hier stimmt einfach alles
Es gibt tatsächlich Musicals, die glücklich machen. „Der König der Löwen“, „Mama Mia“, „Tina Turner“ gehören dazu – und jetzt auch „Zurück in die Zukunft“.
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- Geschrieben von: Marion und Ernst-Günter Hinz -
Im 6. Sinfoniekonzert 2026 bot das Philharmonische Orchester der Hansestadt Lübeck unter der Leitung seines GMD Stefan Vladar zwei sinfonische Schwergewichte im großen Konzertsaal der Musik- und Kongresshalle.
Das Doppelkonzert für Violine, Violoncello und Orchester A-Moll op. 102 von Johannes Brahms (1887) mit den Geschwistern Tanja und Christian Tetzlaff (Cello/Violine) und die 9. Sinfonie D-Moll, WAB 109, von Anton Bruckner (1896).
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- Geschrieben von: Anna Grillet -
Das Ende der Amtszeit von Mariano De Santis (berührend gespielt von Toni Servillo) als Präsident der italienischen Republik rückt näher. Der katholische Jurist, Witwer und Einzelgänger, muss noch über zwei Gnadengesuche entscheiden. Er grübelt, schiebt die Entscheidungen immer wieder hinaus. Persönliches und Politisches überschneiden sich.
Die Trauer um seine vor acht Jahren verstorbene Frau Aurora quält ihn Tag für Tag, aber mehr noch die Tatsache, dass sie fremd gegangen ist und er nicht weiß, mit wem. Dieser Verrat hat seine Beziehung zu Macht und Vergebung erschüttert. Regisseur Paolo Sorrentino („La Grande Bellezza“ 2013) konzentriert sich auf die Verlorenheit des Protagonisten; die Kamera verwandelt in frostigen Totalen die großen weitläufigen Räume des Amtssitzes in düstren Bastionen der Einsamkeit und formaler Strenge.
