Kultur Blog
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- Geschrieben von: Marion Hinz -
Diese CD mit Gedichten von Jürgen Nendza, eingebettet in das von Musikern und Sprechern perfekt umgesetzte Klangkonzept von Matthias Kratzenstein, ist ein Geschenk für alle, die Lyrik lieben.
Besonders angesprochen werden sich diejenigen fühlen, die zum Sound der Lyrik komponierte Musik als Bereicherung zum reinen Gedichttext empfinden. In „Sagen die Luftwurzeln“ ist das so, hier trifft verdichtete Sprache auf fein abgestimmte, perfekt mit dem Text zusammengehende Musik. Nominiert ist dieses Klangerlebnis für den Deutschen Hörbuchpreis 2026 in der Kategorie „Das besondere Hörbuch“.
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- Geschrieben von: Claus Friede -
Eine neue Wechselausstellung im Pirmasenser Kulturzentrum Forum ALTE POST präsentiert zeitgenössische Grafiken des in Stuttgart lebenden Künstlers Abi Shek. „Tierlegenden. Grafiken von Abi Shek“ – so der Titel der Einzelausstellung – präsentiert auf zwei Stockwerken des Kulturzentrums über vierzig, teils durch Addition blauer Tusche erweiterte Holzschnitte des israelischen Künstlers.
Bei den Motiven handelt es sich um Vögel, Säugetiere und Reptilien als Wesen der Naturbeobachtung sowie Träger symbolischer Bedeutungen.
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- Geschrieben von: Marion und Ernst-Günter Hinz -
Die Symphoniker Hamburg mit Beethoven und Henze
Im konzeptionellen Mittelpunkt des 6. Sinfoniekonzerts der Symphoniker Hamburg in der Laeiszhalle stand HW Henzes Sinfonia Nr. 8 im zweiten Teil des Programms, um an seinen 100. Geburtstag in diesem Jahr zu erinnern. Eingeleitet wurde diese „Sommernachtstraum-Sinfonie“ von einer Art Prolog durch das Violinkonzert von L.v. Beethoven mit der beeindruckenden Solistin Clara-Jumi Kang.
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- Geschrieben von: Claus Friede -
Musik begleitet uns ein Leben lang – in Momenten der Freude, der Trauer, beim Entspannen, beim Feiern, beim Filmeschauen, im Fußballstadion, in der Kirche und beim Nachdenken. Doch das allererste musikalische Erlebnis eines jeden Menschen liegt bereits vor der Geburt: Der Herzschlag der Mutter ist der erste Rhythmus, den ein Ungeborenes hört und fühlt, noch bevor es andere Klänge wahrnimmt.
Aspekte-Intendant Ludwig Nussbichler bleibt sich und dem Programm 2026 mit der Frage treu, die er bereits in der letzten Ausgabe 2024 stellte: „Wie hört sich die Welt an?“ Diesmal liegt sein Fokus nicht auf „Stimmen“, sondern auf „Puls“, dem Herzschlag als Rhythmusgeber.
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- Geschrieben von: Anna Grillet -
Masha (Marya Imbro), ein belarussisches Model, träumt von einer Karriere in China. Ihre androgyne, fast unwirkliche Schönheit provoziert und erregt Missgunst. Misha (Mikhail Senkov) hat Malerei studiert, arbeitet seit zwanzig Jahren in einer Minsker Leichenhalle. Seine monumentalen Ölgemälde spiegeln Verfall, Leid, den Schmerz, mit dem er Tag und Nacht konfrontiert wird.
„White Snail“ ist der erste Spielfilm von Elsa Kremser und Levin Peter. Das deutsch-österreichische Regie-Duo erlangte bereits mit seinen berührenden poetischen Dokumentar-Essays „Space Dogs“ (2019) und „Dreaming Dogs" (2024) internationale Erfolge. Hier erzählen die Filmemacher vom Wendepunkt im Leben ihrer beiden Protagonisten, dem Widerstand gegen Stigma und Ausgrenzung. Das Drehbuch ist tief verwurzelt in den realen Biografien, Situationen wurden vorgegeben, Dialoge nicht: Die beiden Darsteller sollten einander gegenseitig entdecken, herausfordern, während die kontrastreichen Welten im fiktionalen Gefühlschaos gezielt aufeinander prallen.
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- Geschrieben von: Christine Landfried -
Wer im Sommer 2025 in den Deichtorhallen in Hamburg die Ausstellung von Katharina Grosse „Wunderbild“ besuchte, tauchte in eine andere Zeit ein, als wir sie täglich erleben. Das Bild ist ein Gegenentwurf zu unserem tatsächlichen Umgang mit dem beschleunigten sozialen Wandel.
Unser Zeitgefühl ist gekennzeichnet durch die Fragmentierung aller Lebensbereiche, einen immer rascheren sozio-ökonomischen Wandel und den Eindruck, dass wir unsere Zeit in ihren Zusammenhängen kaum noch verstehen. Die Vielfalt der Perspektiven für die Gesellschaft als Ganzes, die sich erst im Austausch über kulturelle, soziale und politische Unterschiede hinweg bilden kann, bleibt zunehmend auf der Strecke.
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- Geschrieben von: Claus Friede -
Was bleibt von Bauwerken, wenn sie verschwunden sind? Welche Bedeutung haben Konstruktionen, die einst Städte und Landschaften prägten – und heute nicht mehr existieren?
Im Zentrum einer Ausstellung im „Roten Saal“ der Bauakademie in Berlin und einer VR-Präsentation im Internet steht interaktives Storytelling, das es ermöglicht, bedeutende, heute verlorene Bauwerke räumlich zu betreten und sie neu zu erleben. Ergänzt wird die virtuelle Erfahrung durch Ausstellungswände mit Infotafeln, historischen Fotografien, Originalplänen sowie weiteren Originalobjekten aus Archiven. So entsteht ein Dialog zwischen digitaler Rekonstruktion und materieller Überlieferung.
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- Geschrieben von: Isabelle Hofmann -
„Demokratie macht Arbeit", sagte Michel Abdollahi bei seiner Schlussrede im ausverkauftem Thalia Theater Hamburg gestern abend. Wohl wahr – und diese Arbeit (am Bildschirm) sollte man sich jetzt auch unbedingt machen, wenn man die sensationellen drei Prozesstage im Haus am Alstertor nicht live verfolgen konnte.
Mit dem „Prozess gegen Deutschland", auf die Thalia-Bühne gebracht von Milo Rau, kamen nun endlich auch die Hamburger in den Genuss dieses spektakulären Formats zur politischen Meinungsbildung, das der Schweizer Regisseur, Theaterautor, Hochschuldozent und Festivalleiter der Wiener Festwochen vor mehr als zehn Jahren als eigene Theaterform erfand und die man wohl als spannendste Erweiterungen des zeitgenössischen Theaters bezeichnen kann.
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- Geschrieben von: Marc Peschke -
Im März 2026 wird Bad Soden am Taunus zum Ort einer außergewöhnlichen Begegnung mit dem Werk von Günther Uecker (1930–2025).
Nur wenige Monate nach dem Tod des Künstlers, der am 10. Juni 2025 im Alter von 95 Jahren in Düsseldorf verstarb, zeigt die Stadtgalerie Bad Soden eine hochkarätige Ausstellung mit druckgrafischen Arbeiten, Bronzen und ausgewählten kleinformatigen Unikaten. Eine Ausstellung von stiller Intensität – und großer Aktualität.
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- Geschrieben von: Frauke Hartmann -
Postpopulismus nach polnischem Vorbild
„Natürlich sind die Künste in der Lage, populistische und faschistische Ideologien zu killen“, sagte Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda zur Eröffnung der Lessingtage im Thalia Theater und verwies auf Bruce Springsteen, der gerade das terroristische Vorgehen der ICE in Minneapolis zu einem millionenfach gelikten Song verarbeitet hatte, und auf Woody Guthrie, der es noch ohne Internet schaffte, gehört zu werden.
Brosda schloss den denkwürdigen Satz an: „Schauen wir in den Abgrund und zucken zurück – daraus kann die Kraft entstehen zu verhindern.“