Architektur
Ausstellungsmotiv. © Ingenieur Baukunst

Was bleibt von Bauwerken, wenn sie verschwunden sind? Welche Bedeutung haben Konstruktionen, die einst Städte und Landschaften prägten – und heute nicht mehr existieren?

 

Im Zentrum einer Ausstellung im „Roten Saal“ der Bauakademie in Berlin und einer VR-Präsentation im Internet steht interaktives Storytelling, das es ermöglicht, bedeutende, heute verlorene Bauwerke räumlich zu betreten und sie neu zu erleben. Ergänzt wird die virtuelle Erfahrung durch Ausstellungswände mit Infotafeln, historischen Fotografien, Originalplänen sowie weiteren Originalobjekten aus Archiven. So entsteht ein Dialog zwischen digitaler Rekonstruktion und materieller Überlieferung.

 

Ein virtueller Spaziergang durch verlorene Ingenieurbaukunst

Die Ausstellung hat neben analogen und digitalen Bestrebungen vor allem eine erinnerungskulturelle Ausrichtung.

 

An was erinnern wir uns nicht mehr und warum nicht? Reicht es aus, historische Fotografien, Zeichnungen und Pläne des 19. und 20. Jahrhunderts zu zeigen, oder hilft der virtuelle Raum unseren Vorstellungen, das Vergessen zu überwinden? Welche stadtplanerischen Gründe haben dazu geführt, dass Gebäude verwahrlosen, abgerissen oder dem Verfall preisgegeben werden?

 

Außerdem liegt ein weiterer Fokus darauf, welche gesellschaftliche, technische und kulturelle Bedeutung die vorgestellten Gebäude gehabt haben.

Die Ausstellung zeigt ingenieurtechnische Meisterleistungen der vergangenen zwei Jahrhunderte und macht die konstruktiven Ideen, Dimensionen und gesellschaftlichen Zusammenhänge erfahrbar. Sieben virtuelle Rekonstruktionen bedeutender Bauwerke der Ingenieurbaukunst, „begehbar“ mittels VR-Technologie:
Schinkelsche Bauakademie (Berlin), Anhalter Bahnhof (Berlin), Großgaststätte Ahornblatt (Berlin), Alter Kaisersteg (Berlin), Glaspalast (München), Seilnetzkühlturm Hamm-Uentrop und die Otto Hetzer Holzwerkhalle (Weimar)

 

Glaspalast Muenchen

Der Glaspalast in München. Ansicht von Nordwesten, Fotografie, vor 1932. Quelle: Universität Trier. Gemeinfrei.

 

„Verloren & Geborgen“ wird von einem kuratierten Abendprogramm an ausgewählten Terminen begleitet. Gäste aus dem Ingenieurwesen, der Architektur, der Wissenschaft und der Praxis ordnen die historischen Bauwerke in aktuelle Fragestellungen ein und diskutieren die Rolle der Ingenieurkunst heute und morgen.

Die Präsentation ist der Auftakt: Mit der Ausstellung eröffnete das Digitale Ingenieurbaukunstmuseum am 11. Februar 2026. Es bietet neue Zugänge zur Baukultur und bereitet den Weg für ein dauerhaftes analoges Ingenieurbaukunstmuseum.

 

Das Gebäude der Bundesstiftung Bauakademie

Zukünftig soll das Ingenieurbaukunstmuseum ein nationales wie internationales Schaufenster für die Bauwende werden. 

 

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Die Wiedererrichtung der Bauakademie an ihrem alten Standort am Schinkelplatz ist gemäß ihrer Satzung eine der zentralen Aufgaben der Bundesstiftung Bauakademie. Die Planung und spätere Realisierung des Bauakademie-Gebäudes sind hierbei als Reallabor zu verstehen, das eine räumlich-bauliche Demonstration der Werte und Ziele der Bundesstiftung Bauakademie ermöglicht. Vor diesem Hintergrund soll das Bauakademie-Gebäude auch zu einem Demonstrationsprojekt für innovatives, nachhaltiges und klimagerechtes Bauen werden.

 

Das neue Bauakademie-Gebäude am Schinkelplatz soll ein konsequent offen geplantes Haus in der Mitte Berlins werden. Dabei wendet sich die Bundesstiftung Bauakademie nicht nur an die Fachgesellschaften der Planenden, Entwickelnden und Betreibenden, sondern auch an Handwerk und Bauwirtschaft. Ganz bewusst werden auch Kinder- und Jugendliche an zukunftsgerechtes Bauen und die Öffentlichkeit an Themen der Transformation des Bauwesens herangeführt.


Verloren & Geborgen. Ein virtueller Spaziergang durch verlorene Ingenieurbaukunst

Zu sehen bis 8. März 2026, im Roten Saal der Bauakademie, Schinkelplatz 1, 10117 Berlin

Öffnungszeiten:

Mi. –Fr. 14:00–19:00 Uhr, Sa. und So. 12:00–17:00 Uhr

Veranstaltungsabende: jeweils ab 18:00 Uhr im Roten Saal der Bauakademie:

18.02.2026 – Die Großgaststätte Ahornblatt

20.02.2026 – Bauwende unter Druck – Wer trägt die Verantwortung?

26.02.2026 – Überbrücken: Vom alten Kaisersteg zur Fußgängerbrücke von morgen

04.03.2026 – Die Berliner Bauakademie

Weitere Informationen (Ingenieur Baukunst)

 

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