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Am gestrigen Montag haben die russischen Behörden dazu aufgefordert, dass die Mitarbeitenden aller Standorte des Goethe-Instituts in Russland ihre Arbeit zum 13. September 2026 einstellen müssen. Die beiden aus Deutschland entsandten Mitarbeitenden müssen zudem das Land bis zum genannten Datum verlassen. Betroffen von dieser Entscheidung sind die Goethe-Institute in Moskau, Sankt Petersburg und Nowosibirsk.


Gitte Zschoch, Generalsekretärin des Goethe-Instituts, sagte: „Jetzt haben wir Gewissheit: Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen ihre Arbeit in Russland zum 13. September 2026 niederlegen. Damit bleiben die Türen der Goethe-Institute in Moskau und Sankt Petersburg ab kommendem Montag geschlossen. De facto heißt das: Kein Buch kann mehr in unseren Bibliotheken ausgeliehen, keine Fortbildung mehr angeboten werden. Deutschlehrkräfte verlieren eine wichtige Anlaufstelle für Qualifizierung und Unterstützung. Für die Menschen in Russland wird damit der Zugang zu deutscher Sprache, Kultur und verlässlichen Informationen aus und über Deutschland noch weiter eingeschränkt. Für die langjährige Zusammenarbeit, auch unter zunehmend schwierigen Bedingungen, möchte ich mich von ganzem Herzen bei unseren Kolleginnen und Kollegen in Russland bedanken. Gleichzeitig wissen wir aus unserer Arbeit in 100 Ländern und aus unserer 75-jährigen Geschichte: Das Interesse an deutscher Sprache, Kultur und internationalem Austausch bleibt bestehen. Wir prüfen, wie wir auch künftig zum Beispiel mit digitalen Angeboten Wege für Austausch und Zusammenarbeit offenhalten können. Dazu stimmen wir uns eng mit dem Auswärtigen Amt ab.”

Das Goethe-Institut ist seit 1992, das heißt seit über 30 Jahren, in Russland aktiv und hat mit einem großen Netzwerk von Partnerorganisationen in gegenseitigem Vertrauen den Kulturaustausch zwischen Deutschland und Russland gefördert. Seit Ende Mai 2023 wurde die Arbeit des Goethe-Instituts in Russland mit Personalobergrenzen und Sperrung der Bankkonten durch die russische Regierung bereits stark eingeschränkt. Seitdem unterstützte das Goethe-Institut in Russland vorrangig Netzwerkpartner in Kultur- und Spracharbeit und stellte beispielsweise die Qualität der angebotenen Sprachkurse und Prüfungen sicher. So blieb das Goethe-Institut auch unter den erheblichen Einschränkungen der vergangenen Jahre ein wichtiger Ort des Austauschs zwischen Deutschland und Russland. Die Bibliotheken in Moskau und Sankt Petersburg zählten 2025 rund 6.700 Besucherinnen und Besucher sowie rund 35.000 Ausleihen. Jährlich nutzten rund 10.000 Menschen die vom Goethe-Institut betreuten Sprachkursangebote (vor 2023: 16.000), etwa 22.000 legten Prüfungen im Netzwerk der Prüfungszentren ab, und rund 14.000 Personen nahmen Angebote für Deutschlehrkräfte wahr. Das anhaltend hohe Interesse zeigt, wie groß der Bedarf an verlässlichen Informationen über Deutschland sowie an Kontakten und Verständigung weiterhin ist.

Das Goethe-Institut ist das weltweit tätige Kulturinstitut der Bundesrepublik Deutschland. Mit derzeit 154 Instituten in 100 Ländern fördert es die Kenntnis der deutschen Sprache, pflegt die internationale kulturelle Zusammenarbeit und vermittelt ein aktuelles Deutschlandbild. Durch Kooperationen mit Partnereinrichtungen an zahlreichen weiteren Orten verfügt das Goethe-Institut insgesamt über rund 1.000 Anlaufstellen weltweit. www.goethe.de

Quelle: Goethe-Institut Hauptstadtbüro

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