Kultur Kolumne
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- Geschrieben von: Hasko Witte -
„Unbound“, das neue Album des Ensembles "Ragnhild Hemsing VETRA“, ist soeben digital erschienen auf allen Streaming-Plattformen. Dieses Werk ist ein wilder, zugleich kontemplativer Gang durch die norwegische Musiktradition.
Es ist ein hörbares Abenteuer, eine Einladung, sich mitnehmen zu lassen in weite, nordische Klanglandschaften, in denen Jazz und norwegische Volksmusik einander begegnen.
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- Geschrieben von: Stefan Diebitz -
Kritisch, ja sogar ablehnend beschäftigt sich Joachim Vahland mit einem der wichtigsten Bücher der Philosophiegeschichte.
Der Titel täuscht nicht, und er soll auch nicht täuschen: Der Autor macht kein Geheimnis daraus, dass er nicht allein die Argumentation von Immanuel Kants großem Werk, sondern zugleich damit „die Person und ihre akademische Karriere angreifen“ möchte.
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- Geschrieben von: Claus Friede -
Die 1952 fertiggestellte 7. Sinfonie, die Prokofjew in einer für ihn schwierigen Zeit komponierte, da die sowjetische Führung ihn anfeindete und sein Gesundheitszustand kritisch war, sollte sein letztes vollendetes Hauptwerk sein.
Im Auftrag der sowjetischen Kinderradioabteilung komponiert und oft als „Kindersinfonie“ bezeichnet, ist Prokofjews Sinfonie Nr. 7 eine nostalgische Reflexion über die Jugend. Doch trotz ihrer wehmütigen Melodien und kindlichen Unschuld liegt in ihnen eine unterschwellige Traurigkeit. Mit durchgängigen melancholischen Nuancen und einem Ende, das an ein schlagendes Herz erinnert, mündet die Sinfonie in ein rätselhaftes Gefühl des Abschieds.
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- Geschrieben von: Ruth Asseyer -
„Die Welt ist doch schön! Wer kann, der gehe und bewundere sie!“ Mit diesem begeisterten Ausruf beschließt die Gräfin Paula Kollonitz 1864 ihren kenntnisreich und lebendig geschriebenen Bericht über ihre Reise nach Mexiko.
Im April desselben Jahres hatte sie in Triest die österreichische Fregatte „Novara“ bestiegen, um als Hofdame die Erzherzogin Charlotte und ihren Gemahl, den habsburgischen Erzherzog Ferdinand Max, auf der Fahrt nach Mexiko zu begleiten.
Dort wartete die Kaiserkrone auf Ferdinand Max, eine Regentschaft, die schon von Zeitgenossen als das „Abenteuer Mexiko“ bezeichnet wurde und am 19. Juni 1867 mit der Erschießung Kaiser Maximilians durch ein republikanisches Kommando endete.
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- Geschrieben von: Hasko Witte -
Die Flötistin Zofia Neugebauer veröffentlicht Mitte April 2026 ihr Debütalbum „Il Vento Non Scritto“.
Im Zentrum stehen die beiden Flötenkonzerte von Wolfgang Amadeus Mozart, eingerahmt von zwei von Neugebauer komponierten, elektronisch inspirierten Miniaturen. Zofia wird dabei vom Folkwang Kammerorchester Essen begleitet, dirigiert von Johannes Klumpp – eine Kooperation, in der Tradition und neue künstlerische Ausdrucksformen eine außergewöhnliche Verbindung bilden.
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- Geschrieben von: Redaktion -
Nach drei Jahren intensiver Arbeit veröffentlicht die norwegische Folk-Metal-Rock-Jazz-Band Gangar ihr zweites Album „Dreng“.
Gangar ist in dieser Woche bereit für ihr zweites Album „Dreng“, das am 10. April 2026 erscheint. Das Album ist die Fortsetzung ihres Debüts „Stubb“ und markiert einen deutlichen Schritt nach vorne für die Band: kompromissloser, ambitionierter und „gangarischer“ als je zuvor.
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- Geschrieben von: Hasko Witte -
Der österreichische Pianist Gottlieb Wallisch setzt seine musikalische Entdeckungsreise fort: Nach dem gefeierten ersten Album mit Klaviermusik von Wilhelm Grosz präsentiert er nun die zweite Folge – wiederum mit einer Vielzahl von Weltersteinspielungen
Mit diesem Album liegt nun die gesamte heute noch zugängliche Klaviermusik von Grosz vor; das erhaltene Solo-Œuvre des Komponisten ist damit erstmals vollständig dokumentiert. Einige Klavierwerke, wie etwa das Opus 1, gelten hingegen weiterhin als verschollen.
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- Geschrieben von: Stefan Diebitz -
In einem dicken Buch stellt der britische Journalist und Menschenrechtsaktivist Steve Crawshaw die Bemühungen dar, verbrecherische Politiker und Militärs vor Gericht zu bringen.
Leider scheint kaum ein Thema heute wichtiger oder drängender, denn nicht nur vereinzelte kleine Länder, sondern vor allem die Giganten Russland, die USA und China setzen sich in dem Bewusstsein, dass ihnen doch niemand auf die Finger schlagen kann, über das internationale Recht (die „regelbasierte Ordnung“) hinweg. In letzter Zeit bekennen sie sich sogar ganz offen zum Rechtsbruch, indem sie selbst betonen, sie wollten sich auf ihre „eigene Moral“ und sonst auf gar nichts verlassen. „I don’t need international law“, verkündet der amerikanische Präsident – und verhält sich entsprechend.
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- Geschrieben von: Redaktion -
„Todo Tempo“ heißt das neue Album von João Afonso. Nach seinen früheren Veröffentlichungen Sangue Bom und Livros beschäftigt sich dieses Werk mit universellen Themen, die für den Singer-Songwriter von großer Bedeutung sind, darunter Freiheit, Liebe, Sehnsucht und Unruhe.
Man kann sagen, dass João Afonso mit diesem Album sein sensibelstes und ausgereiftestes Werk präsentiert und dabei ein einzigartiges musikalisches Universum schafft.
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- Geschrieben von: Redaktion -
Die Musik bringt Klarheit und Tiefe in einen nachhaltigen Fokus und steht als großes künstlerisches Statement einer der markantesten zeitgenössischen Jazzstimmen Kanadas.
Die in Montreal, Kanada, lebende Pianistin und Komponistin Gentiane MG veröffentlicht ihr lang erwartetes viertes Album „Can You Hear the Birds?“. Als vollständig ausgearbeitete und klanglich wie emotional dichte künstlerische Aussage markiert das Album ein prägendes Kapitel in der Karriere der preisgekrönten Pianistin.
Im Zentrum des Albums steht eine leitende Idee, die Gentiane als „Verbindung mit dem Anderen in all seinen Formen“ beschreibt: mit Menschen, mit der natürlichen Welt, mit der Kreativität selbst und mit Teilen der eigenen Persönlichkeit, die noch entdeckt werden. Anstatt konkrete Geschichten zu erzählen, schafft die Musik weite emotionale Räume, in denen sich die Hörer frei zwischen Unruhe und Ruhe, Trauer und Freude, Verletzlichkeit und Stärke bewegen können.
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- Geschrieben von: Redaktion -
Eine von Soul durchdrungene Stimme, geprägt vom Süden und unverkennbar seine eigene. Warm, großzügig und tief verwurzelt im gelebten Leben und voller Groove, Anmut und leiser, tiefgründiger Songkunst.
Der Sänger, Songwriter und Keyboarder Charlie Wood hat schon immer dort gelebt, wo Grenzen verschwimmen. Seine Musik schöpft frei aus Jazz, Blues, Soul, Pop und Americana und formt diese Traditionen zu etwas zutiefst Persönlichem und warm Menschlichem um. Verwurzelt und doch rastlos, vertraut und zugleich unverkennbar seine eigene.
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- Geschrieben von: Stefan Diebitz -
In einem interessanten Buch stellt der in Cambridge lehrende australische Historiker und Preußenkenner Christopher Clark einen Skandal im Königsberg des 19. Jahrhunderts dar: Eine deutschlandweit beachtete Diffamierungskampagne führte zum Ruin zweier engagierter Pastoren in einer entlegenen Provinz.
Clark spricht, wie wir aus dem Bildungsfernsehen wissen, hervorragend Deutsch. Er ist ein Spezialist für die Geschichte Preußens, aber zugleich ein Weltreisender, der uns insbesondere die kulturellen Glanzlichter Europas, des Nahen Ostens und Südamerikas näherbringt.
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- Geschrieben von: Uta Bretsch -
Dreht die Lautsprecher auf! Eine elektrische Gitarre ist immer dann am schönsten, wenn sich ihr Saitenglühen in die Hörmembran einbrennt und der Ton sich in der Verstärkung selbst transzendiert. Noch schöner wird es lediglich dann, wenn die zwei Berliner Gitarristen Christian Kögel und Kalle Kalima ihre Instrumente elektrisch singen lassen, wie auf dem Doppelalbum „M.
In Christian Kögels Kompositionen wechseln sich treibende 1970er-Jahre-Battles mit viel Raum lassenden Klangteppichen ab.
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- Geschrieben von: Redaktion -
Ursprünglich bezeichnete das Wort „Casino“ im Italienischen ein kleines Gesellschaftshaus oder Landgut, in dem sich Angehörige gehobener Schichten zu Unterhaltung, Gesprächen, Musik und geselligen Zusammenkünften trafen.
Erst im Laufe der Zeit entwickelte sich daraus das, was wir heute unter einem Casino verstehen: ein speziell regulierter Ort für organisiertes Glücksspiel und öffentliche Spielkultur.
