CDs KlassikKompass

Die Carmen Fantasie von Pablo de Sarasate (1844–1908) mit der Violinistin Hilary Hahn und dem hr-Sinfonieorchester unter der musikalischen Leitung von Andrés Orozco-Estrada.

 

Wäre Nietzsche diese rein instrumentale Carmen-Fantasie zu Ohren gekommen, läge man vermutlich mit der Mutmaßung nicht allzu falsch, dass seine Begeisterung für Georges Bizets Carmen tatsächlich hätte ernst gemeint gewesen sein können.

 
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„Sieh Lieber, was doch alles schreibens anfang und Ende ist die Reproduktion der Welt um mich, durch die innre Welt die alles packt, verbindet, neuschafft, knetet und in eigner Form, Manier, wieder hinstellt, das bleibt ewig Geheimniss Gott sey Danck, das ich auch nicht offenbaren will den Gaffern u. Schwäzern.“ (Goethe an Jacobi, am 21. August 1774)

 

Auch wenn es zweifelhaft ist, ob dieses Violinkonzert Nr. 7 in D-Dur KV 271a aus dem Jahr 1777 mit seinen Allegro maestoso, Andante und Rondo. Allegro überschriebenen drei Sätzen tatsächlich ein Werk Mozarts ist – die Fachwelt neigt in der Summe zur Skepsis –, schwimme ich trotzdem und eventuell auch nur vielleicht gegen den Strom, wenn ich die Position vertrete, dass dieses Werk für das Komponieren des musikalischen Grenzgängers aus Salzburg charakteristisch ist.

 
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Es gibt Komponisten von lokaler Bedeutung, und es gibt Komponisten von globaler Tragweite – Gundaris Pone (1932–1994) gehört zu letzteren. Er gehört zweifellos zu den interessantesten und wichtigsten Figuren der lettischen Musik – ein Mann, der einen Platz in der Geschichte verdient hat.

 

Wenn wir den in Riga geborenen Gundaris Pone mit der Realität der Neuen Musik und der Gegenwart in Verbindung bringen, stellen wir fest, dass sein Werk frisch, aktuell und relevant klingt.

 
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„Was die großen Komponisten der Wiener Schule von Haydn bis Schubert wollten, eine Musik, die ganz und gar in sich gefügt, ganz richtig, ganz verbindlich und doch in jedem Augenblick Subjekt, eigentlich befreite Menschheit ist, hat bis heute noch nicht seine Stimme finden können.

Dennoch bleibt sie aufgegeben als Vorwegnahme des Bildes einer Gesellschaft, in der wahrhaft das Gesamtinteresse, mit dem aller Einzelnen koinzidierte, in der es keine Gewalt und Unterdrückung mehr gäbe (was offenbar in keiner der bestehenden der Fall ist, F.-P.H.).

Musik, welche Versöhnung meint, ist am empfindlichsten gegen deren Schein: das zeigen die Artistennerven an, wenn sie Kitsch registrieren. Erheischt wäre nicht das Friedliche über den Gegensätzen, sondern die reine, kompromisslose Darstellung des absoluten Gegensatzes selber.“ (Theodor W. Adorno, Klassik, Romantik, Neue Musik, in: Nervenpunkte der neuen Musik, S. 27ff.)

 
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Der in Seattle lebende italienische Pianist und Komponist Francesco Crosara hat zehn seiner Kompositionen aus den letzten 40 Jahren ausgewählt, um die Verbindung zwischen den frühen Werken mit ihrer Einfachheit und jugendlichen Anziehungskraft und den späteren Werken, in denen er reichere harmonische Strukturen und Möglichkeiten zum Ausdruck brachte, hervorzuheben.

 

Die Einflüsse seiner frühen Mentoren Chick Corea, Herbie Hancock und Dizzy Gillespie sowie die in seiner Geburtsstadt Mailand und der Stadt seines Aufwachsens, Rom, seines Umzugs in die USA und seines Studiums ab 1981 an der University of Southern California sind dabei stets präsent.

 
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Dorothee Oberlinger und das Ensemble 1700 präsentiert mit „L’Huomo“ eine weitere Opernentdeckung. Anfang Mai wurde die „Barockoper mit fürstlicher Ironie“ im Markgräflichen Opernhaus in Bayreuth vorgestellt.

In den letzten Jahren holte Dorothee Oberlinger mit beeindruckender Regelmäßigkeit und stets preiswürdig vergessene Opernperlen des Barocks wieder ans Tageslicht.

 
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Der Mittelweg ist „der einzige, der nicht nach Rom führt“. Komponisten, „wenn sie die Technik, Musik mit reichstem Inhalt zu erfüllen, in einer Richtung ausgebildet haben, (müssen) es in der nächsten tun (will heißen, dass, im Idealfall, „jedes der Momente des Tonsatzes – Melodie, Kontrapunkt, Harmonik und Rhythmus – mit allen anderen untrennbar zusammenhängt und erst in den mannigfachen Relationen, in denen es erscheint, zu dem wird, was es ist“), und schließlich in allen Richtungen, in die sich Musik erstreckt“.

(Arnold Schönberg, Style and Idea; zitiert nach: Carl Dahlhaus, Musikästhetik; darin: Kriterien, S. 137)

 
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Gustav Mahler beschäftigte sich immer wieder mit der volkstümlichen Sagenwelt von „Des Knaben Wunderhorn“, einer Sammlung von Gedichten, die fast hundert Jahre zuvor von Clemens Brentano (1778–1842) und Achim von Arnim (1781–1831) veröffentlicht worden war.

Hier wird in den insgesamt 24 Texten von idyllischen Frühlingsfreuden, Blumen und Vögeln und von einer Welt erzählt, die frei von allen Sorgen ist. Und dennoch: Die Lieder gehören wohl zum Abgründigsten, was je für Gesangsstimmen geschrieben wurde.

 
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Heimat ist mehr als der Geburtsort, Heimat ist eine tiefe emotionale Bindung. Zwischen einem Menschen und seinem Land, seiner Kultur und seiner Natur.

 

Als die Komponisten Edvard Grieg (1843–1907) und Manuel de Falla (1876–1946) begannen, ihrer kulturellen Heimat auf den Grund zu gehen, fanden sie zu ihrer eigenen kompositorischen Sprache, für die sie heute berühmt sind. Judith Jáuregui, eine der renommiertesten spanischen Pianistinnen unserer Zeit, vereint in ihrem siebten Album mit dem Titel „Homeland“ zwei der größten Werke beider Komponisten: Griegs Klavierkonzert und de Fallas „Noches en los Jardines de España“, aufgenommen zusammen mit dem Orquesta Sinfónica de Castilla y León und dem Dirigenten Kaspar Zehnder.

 
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„Der Künstler, der Mut hat, überläßt sich ganz seinen Neigungen. Und nur, wer sich seinen Neigungen überläßt, hat Mut. Und nur, wer den Mut hat, ist Künstler.

Die Literatur wird fortgeworfen, die Resultate der Erziehung werden abgeschüttelt, die Neigungen treten hervor, die Hemmung schafft dem Strom ein neues Bett. Der eine Ton, der nur eine untergeordnete Farbe im früheren Gesamtbild war, breitet sich aus. Eine neue Persönlichkeit steht da. Ein neuer Mensch. Das ist ein Beispiel für die Entwicklung des Künstlers, für die Entwicklung der Kunst.“ (Arnold Schönberg)

 
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Die polnische Hansestadt Danzig stellt eine der reichsten Schatztruhen dar, wenn es um musikalische Kostbarkeiten aus der späten Hansezeit, also um 1600 geht. Das Europäische HanseEnsemble unter der Leitung von Manfred Cordes hat sich nun diesem Repertoire gewidmet.

Zweite CD des Europäischen Hanse-Ensembles: Musik aus dem alten Danzig

In der Reihe „Musik der Hansestädte“ ist gerade die zweite CD erschienen, die in Zusammenarbeit mit Deutschlandfunk Kultur entstanden ist.

 
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„Fragments“ ist Musik der Vergangenheit und der Gegenwart in einem: Einige der innovativsten Musiker der internationalen elektronischen Musikszene bearbeiten die Werke der jung verstorbenen französischen Komponistin Lili Boulanger (1893–1918).

 

Fragments II mit vierzehn Remixen und Reworks erscheint am 20. September 2024 als CD, Vinyl und digital über Deutsche Grammophon. Ein zeitgenössisches Echo, eine musikalische Wiederentdeckung und Erweiterung, der sehr eigenen und persönlichen Klangwelt Lili Boulangers.

 
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Das Stuttgarter Barockensemble il Gusto Barocco und der Dirigent und Cembalist Jörg Halubek starten mit einer Wiederentdeckung in das Jahr 2024.

Die vergessene Barockoper „Adonis“ von Johann Sigismund Kusser wurde 2022 bei der Stuttgarter Festwoche Barock nach mehr als 300 Jahren erstmals wiederaufgeführt und ist nun als Album veröffentlicht.

 
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Ein mitreißendes klassisch-modernes Tribut an die Widerstandskraft einer Stadt und ihrer Menschen inmitten der donnernden Echos des Krieges in der

Ukraine ist eine Sinfonie der Widerstandskraft erwachsen.

 

Memento Odessa ist ein Projekt, das als Testament für den unbeugsamen menschlichen Geist steht und trotz der turbulenten Kulisse der vom Krieg erschütterten Straßen Odessas aufgenommen wurde. Die Musik stammt aus der Feder Sebastian Studnitzkys und entstand zusammen mit den Symphonieorchester Odessa unter der Leitung Volodymyr Dikiys. Sie reflektiert den Geist einer belagerten Stadt und fängt sowohl den Glanz der Erinnerungen an das ein, was sich jetzt wie eine ferne Vergangenheit anfühlt, als auch die Unsicherheit der Zukunft. Zudem verkörpert sie den emotionalen Aufruhr, Hoffnungen und die unbeugsame Stärke einer Gemeinschaft, die gegenüber den Ungleichheiten standhaft bleibt.

 

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