Klassik Musik – wissen was zu hören lohnt
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- Geschrieben von: Hasko Witte -
Der schwedische Komponist und Pianist Matti Bye erinnert sich noch genau, wann er aufgehört hat, Musik zu konstruieren. Es war irgendwann während der langen Stunden, in denen er sich so lange in Debussy-Partituren verlor, bis die Noten verschwanden und nur noch der Klang blieb.
Kein Plan. Kein Ziel. Nur das Ohr, das Instrument und der Raum dazwischen. Diesen Zustand – das Verschwinden der Zeit, die seltsame Freiheit des völlig Gegenwärtigen – hat Matti Bye zum Ausgangspunkt für sein neues Soloalbum gemacht. The Length Between Dusk and Dawn in Minutes ist sein neues Album betitelt.
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- Geschrieben von: Frank-Peter Hansen -
Der erste, kräftig und entschieden zu spielende Satz der 3., also der zwischen 1892 und 1896 komponierten d-Moll-Sinfonie Gustav Mahlers (1860–1911) für großes Orchester, Altsolo, Frauen- und Knabenchor, mag Robert Musil (1880–1942) den Gedanken eingegeben haben, seinen seit den 20er Jahren in Angriff genommenen „Fragment-Roman“ Der Mann ohne Eigenschaften zu komponieren, um damit letztlich zu … scheitern.
Nicht zuletzt auch deswegen zu scheitern, weil – ich werde es gleich vor dem Hintergrund der Haupt- und Staatsaktion, also der berüchtigten Parallelaktion, zu verifizieren versuchen – ein alles überwältigender militärisch-gewalttätiger Bombast sich zwangsläufig selbst ad absurdum führt, bzw. unwillkürlich der lächerlichsten, grotesk aufgeblasenen Lächerlichkeit überführt.
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- Geschrieben von: Redaktion -
Nach ihrer Einspielung von Brahms’ Klavierkonzert Nr. 2 und den Drei Intermezzi op. 117 widmen sich Francesco Piemontesi, Manfred Honeck und das Gewandhausorchester Leipzig erneut dem Werk des Komponisten.
Die vorliegende Aufnahme verbindet das Klavierkonzert Nr. 1 d-Moll op. 15 mit den Sechs Klavierstücken op. 118 und stellt damit zwei Werke aus weit auseinanderliegenden Schaffensphasen einander gegenüber.
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- Geschrieben von: Redaktion -
André Cluytens (1905–1967) stand für Eleganz, Werktreue und Dramatik ohne Show-Attitüde.
Zwei erstmals veröffentlichte Live-Mitschnitte von den Internationalen Musikfestwochen Luzern (dem heutigen Lucerne Festival) erinnern an den in Belgien geborenen Wahlfranzosen.
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- Geschrieben von: Hasko Witte -
Es gibt Orte, die einen nicht loslassen. Für den Mainzer Oboisten Juri Vallentin ist es das Conservatoire de Paris – jenes ehrwürdige Haus, durch dessen Gänge die Geschichte der französischen Musik noch immer zu wehen scheint.
Gabriel Fauré, Maurice Ravel, Paul Dukas, Olivier Messiaen – sie alle wirkten hier. „Das Conservatoire ist ein wahnsinnig energetischer, aufgeladener Ort. Wenn man dort durch die Gänge geht, spürt man die Geschichte all dieser Komponisten", erinnert sich Vallentin an die Zeit seines Studiums in Paris.
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- Geschrieben von: Arcis Saxophon Quartett -
Schick gemacht – auf ins Nachtleben! Quirky Nightclub Chronicles beginnt dort, wo der Tag seine Einzigartigkeit verliert. Die Türen öffnen sich, das Licht wird künstlicher, die Konturen werden weicher und plötzlich erscheinen Körper, Erinnerungen und Klänge in einem anderen Aggregatzustand.
Der Nachtclub ist hier Ort der Zerstreuung und Resonanzraum für Bewegung, Groove und Melancholie, für flüchtige Begegnungen und Geschichten, die sich erst im Halbdunkel erzählen lassen.
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- Geschrieben von: Claus Friede -
Das lettische Label SKANi veröffentlicht Mitte Juli ein neues Album mit dem Titel „Maija Einfelde. Organ Music" (Dt.: Maija Einfelde. Orgelmusik) der lettischen Organistin Ilze Reine. Das Album, das von 2025 bis 2026 im Rigaer Dom aufgenommen wurde, enthält Kompositionen, die zwischen 1987 und 1999 von einer der heute anerkanntesten und bedeutendsten lettischen Komponistinnen, Maija Einfelde, entstanden sind.
Maija Einfelde, geboren 1939 in Valmiera, Lettland, entfaltete sich langsam, durchlief einen schwierigen Weg der Nichtanerkennung und erlebte schließlich in ihren reifen Jahren eine spektakuläre Welle der Wertschätzung, die bis heute anhält.
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- Geschrieben von: Redaktion -
„L’Adoration de la Terre“ – die Anbetung der Erde: Unter diesem Motto, mit dem Igor Strawinsky sein „Sacré du Printemps“ überschrieben hat, stellen die Pianisten Nadezda Pisareva und Georgy Tchaidze ihr erstes Album vor.
Das Duo Pisareva-Tchaidze eröffnet sein nicht eben alltägliches Programm mit diesem epochalen Werk, das ganze zwei Monate nach dem Wiener „Watschenkonzert“ das Pariser Publikum bekanntlich in ganz ähnliche Wallungen versetzte.
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- Geschrieben von: Claus Friede -
Die neue Aufnahme von Gustavo Dudamel und dem Simón-Bolívar-Sinfonieorchester aus Venezuela taucht in die facettenreiche Klangwelt von Manuel de Falla (1876–1946) ein und vereint drei seiner berühmtesten Werke: El amor brujo, Noches en los jardines de España und El sombrero de tres picos.
Zusammen bieten sie drei unterschiedliche und doch sich ergänzende Visionen von Andalusien und beleuchten Fallas Auseinandersetzung mit der spanischen musikalischen Identität.
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- Geschrieben von: Claus Friede -
Am 5. Juni präsentiert der norwegische Pianist und Komponist Håkon Skogstad „24 Variationen für Klavier“ – ein lang angelegtes Solowerk, das seine künstlerische Identität jenseits von Traditionen und Genres widerspiegelt.
Skogstad arbeitete über ein Jahrzehnt an den Kompositionen, die nun sowohl einzeln als auch als Gesamtheit auf dem neuen Album zu hören sind. Diese Tatsache verleitet dazu, die vierundzwanzig Werke mehrfach anzuhören.
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- Geschrieben von: Hasko Witte -
Welch ein Erlebnis, durch Robert Schumanns „Waldszenen“ zu spazieren und plötzlich auf ganz neue Pfade abzubiegen! So erging es dem Publikum, das beim Lucerne Klavier Fest 2023 Zeuge eines einzigartigen Austauschs zwischen der Pianistin Johanna Summer und Igor Levit wurde, welcher diese gemeinsame Begegnung im Anschluss zu seinen „künstlerisch erfüllendsten Momenten der letzten Jahre“ zählte.
Levit machte den Aufschlag und spielte das erste Stück des romantischen Zyklus im Original; Summer nahm den Faden der jeweiligen Miniatur auf und lieferte mit einer Improvisation über das Gehörte ein Paradebeispiel ihrer musikalischen Intuition.
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- Geschrieben von: Hasko Witte -
Das spanische Cuarteto Quiroga veröffentlicht ein besonderes Album: „Arriaga – The Complete String Quartets“.
Mit dieser Neuerscheinung lädt das Ensemble dazu ein, die drei Streichquartette von Juan Crisóstomo de Arriaga (1806–1826) in neuem Klanggewand zu entdecken.
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- Geschrieben von: Hasko Witte -
Mit ihrem Debüt-Soloalbum TERRA kehrt die italienisch-amerikanische Pianistin Elenora Pertz an den Ursprung des Klangs zurück – in eine Welt, in der Musik unmittelbar aus der Erde und einem tiefen Bedürfnis nach Verbindung erwächst.
TERRA ist weit mehr als eine Sammlung von Klavierstücken: Es ist eine musikalische Meditation über Energie, Zyklen und das Urweibliche, inspiriert von intensiven Naturerfahrungen und dem Wunsch, die Trennung zwischen Werk und Leben, zwischen Kunst und Körper, zwischen Mensch und Erde zu überwinden.
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- Geschrieben von: Claus Friede -
Die 1952 fertiggestellte 7. Sinfonie, die Prokofjew in einer für ihn schwierigen Zeit komponierte, da die sowjetische Führung ihn anfeindete und sein Gesundheitszustand kritisch war, sollte sein letztes vollendetes Hauptwerk sein.
Im Auftrag der sowjetischen Kinderradioabteilung komponiert und oft als „Kindersinfonie“ bezeichnet, ist Prokofjews Sinfonie Nr. 7 eine nostalgische Reflexion über die Jugend. Doch trotz ihrer wehmütigen Melodien und kindlichen Unschuld liegt in ihnen eine unterschwellige Traurigkeit. Mit durchgängigen melancholischen Nuancen und einem Ende, das an ein schlagendes Herz erinnert, mündet die Sinfonie in ein rätselhaftes Gefühl des Abschieds.