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Hamburger Architektur Sommer 2019

CDs KlassikKompass
Kopatchinskaja und Currentzis – eine explosive Mischung

Der exzentrische Dirigent Teodor Currentzis und die musikverrückte Violinistin Patricia Kopatchinskaja legen die Messlatte sehr hoch mit ihrer Aufnahme von Tschaikovskys Violinkonzert und Stravinskys „Les Noces“ und geben Einblicke in verborgene Ecken der russischen Seele. In beiden Werken geht es bei ihnen um pure Leidenschaft und Sinnlichkeit.

 
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Musikalische Passionsgeschichten

Das Leiden und Sterben Jesu ist seit Jahrhunderten einer der zentralen Anlässe für großangelegte Kirchenmusik. Die Art, wie sie aufgeführt wird, verändert sich immer wieder. Hier ist ein Überblick über vier aktuelle Passionen – einmal Schütz und dreimal Bach – für Chor und Orchester sowie eine, die in der Oper getanzt wird.

 
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Patricia Kopatchinskaja: Take Two

Der Spaß am Duett trieb die Violinistin Patricia Kopatchinskaja zu dieser CD: auf „Take Two“ hat sie 21 Duette versammelt, Fundstücke aus einem Jahrtausend Musikgeschichte. Ganz alte, ganz neue – auf jeden Fall kaum Gehörtes, das unter ihren Händen zu einer faszinierenden Schule des Hörens wird.

“One should not go to the woods looking for something
but rather to see what is there.”

 
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Kopf-Hörer 6

Zweimal Manhattan, destilliert in Musik von Wolfgang Rihm und amerikanisch/britischen Komponisten. Mozarts und Webers Klarinettenkonzerte ausgelotet von Jörg Widmann in großer Finesse und Schönheit. Kunstvolle Chormusik von Heinrich Schütz, geschrieben für einen fürstlichen Begräbnisakt vor fast 400 Jahren. Und eine Auferstehung ganz fröhlicher Art für Bachs Musik – gespielt mit einem munteren Augenzwinkern von German Brass.

 
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Il Pomo d’Oro – ein junges Ensemble, gefördert von Donna Leon

Erst 2012 gegründet, spielt das italienische Originalklangorchester „Il Pomo d’Oro“ längst in der Oberliga solcher Ensembles mit. Und zeichnet sich durch ein frei flottierendes Interesse aus, das keine engen Festlegungen duldet. Jüngster Coup: Händels selten gespielte Oper „Partenope“ mit Philippe Jaroussky.

 
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Kopf-Hörer 5. Drei Komponisten – drei Schicksale – drei Unbeugsame

Wenn Namen von Komponisten aus den Archiven gestrichen werden, wenn Berufsverbot auferlegt wird, wenn Menschen ins äußere oder innere Exil gedrängt werden und sie von vorne anfangen müssen, dann sind unsere Erinnerungslücken und das Vergessen vorprogrammiert. Die Musikgeschichte ist manipulierbar. Jemand will, dass wir sie und deren Arbeit vergessen. Aber wir tun es nicht!

 
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Peter Sellars spektakuläre Wiedergeburt von Purcells „Indian Queen“

„The Indian Queen“ war das letzte, unvollendete Stück Musiktheater von Henry Purcell, komponiert 1695 kurz vor seinem Tod im Alter von nur 36 Jahren, geschrieben „schon mit einem Fuß in der anderen Welt“. Für Regisseur Peter Sellars war das 50-Minuten-Fragment eine Steilvorlage. Gemeinsam mit dem Barock- und Opern-Erneuerer Teodor Currentzis hat er für das exotische Conquista-Drama und die drei produzierenden Theater in Perm, Madrid und London eine völlig neue, packende Lesart gefunden. Eine faszinierendes, ein elektrisierendes Bühnenereignis, das jetzt endlich auf DVD vorliegt.

 
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Hélène Grimaud

Sie geht ihren ganz eigenen Weg. Und jetzt, in ihrer neuen CD „Water“, überschreitet die französische Ausnahme-Pianistin Hélène Grimaud die Grenzen der Stücke, die sie aufführt: Sie wurden aufgenommen Ende 2014 in New York im Rahmen der eigens dafür geschaffenen Kunstinstallation „tears become... streams become...“ von Turner-Preisträger Douglas Gordon, bei dem Grimaud mit ihrem Flügel mitten in einer spiegelnden Wasserfläche konzertierte, nasse Füße inklusive. Auf der CD geht sie mit Nitin Sawhney wieder andere, spannende Wege.

 
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Erik Satie 1866-1925

Er war ein Kauz, ein kreatives Multitalent, eine subversive Berühmtheit im Paris des frühen 20. Jahrhunderts und einer der bedeutendsten Musik-Erneuerer. Der Komponist Erik Satie – im Mai wäre 150 Jahre alt geworden – hat musikalische Moden verspottet und viele Entwicklungen angestoßen, doch in den Konzertsälen sind seine Werke kaum präsent. Unter dem Titel „Tout Satie!“ hat Erato sie auf 10 CDs eingesammelt und neu veröffentlicht. Ein Schatzkästchen.

 
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Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch – Fünfzehn Sinfonien: ein Leben

Der junge Dirigent Vasily Petrenko (Jahrgang 1976) leitet seit 2009 als Chefdirigent das Royal Liverpool Philharmonic Orchestra. Seit August 2013 ist er Chefdirigent des Philharmonischen Orchesters Oslo. Er ist so etwas wie ein Spezialist für russische Komponisten: Tschaikowski, Rachmaninow und Schostakowitsch (1906-1975) kennt er bis in die Kapillargefäße.
Er hat fast alles eingespielt, was diese Komponisten auf Notenblätter schrieben, und was Schostakowitsch angeht, hat er zwischen 2009 und 2014 alle fünfzehn Sinfonien des großen sowjetischen Komponisten mit den Liverpoolern aufgenommen und vor kurzem veröffentlicht. „Um die Geschichte unseres Landes zwischen 1930 und 1970 nachzuleben, reicht es aus, die Sinfonien von Schostakowitsch zu hören“, schrieb einmal die Wochenzeitung Moskowskije Nowosti sehr passend.

 
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Kopf-Hörer4: Europa und die Musik

Nikolaus Harnoncourt und die Beethoven-Symphonien – erstmals mit seinem Concentus Musicus. Simone Youngs Schlussakkord in Hamburg erscheint als Live-Mitschnitt: Franz Schmidts „Buch mit sieben Siegeln“. Hannu Lintu gibt Mahlers Erster schlanke Gestalt. Martin Haselböcks Wiener Akademie legt die siebente CD ihres Liszt-Projekts vor. Und das Bläserensemble Zefiro führt vor, wie sich Europa zu Mozarts und Rossinis Zeiten die Türkei musikalisch ausgemalt hat.

 
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Pärt/Wilson

Die erste Zusammenarbeit des Komponisten Arvo Pärt und des Theatermanns Robert Wilson in Tallinn, auf DVD dokumentiert: „Adam’s Passion“ zeigt langsamst bewegte Bilder zu einer bewegenden Musik. Klar, einfach und packend für alle, die sich dieser gut kalkulierten Einfachheit öffnen wollen. Ein Kulturgipfel der Minimalisten, dazu auf einer zweiten DVD: Gespräche mit Pärt, das „Making of“ dieses Kulturereignisses und Gedanken von Zeitgenossen zur Musik des Meisters aus Estland.

 
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Wieniawski, Penderecki – musikalisches Erbe aus Polen

Überaus unterschiedlich sind sie und doch bauen die beiden hier besprochenen Alben polnischer Komponisten musikalisch und künstlerisch aufeinander auf.
Die Brüder Henryk (1835-1880) und Józef Wieniawski (1837-1912) stehen noch ganz in der Tradition des 19. Jahrhunderts, kannten aus dem Pariser Salon der Mutter polnische Emigranten wie den Musiker Frédéric Chopin oder Polens Nationaldichter Adam Mickiewicz persönlich sowie die kulturelle Elite des Landes jener Zeit. Beide Wieniawskis waren auf ihren Instrumenten (Violine und Piano) immens talentiert, studierten und arbeiteten in ganz Europa.

 
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Kopf-Hoerer  neue Aufnahmen – Reise durch die Zeiten

Drei Angebote für alle, die Weihnachtslieder nicht nur als Klingelton oder Helene-Fischer-Hits hören möchten. Traditionelle Lieder in ungewohnten Chorsätzen – mal romantisch, mal moderner. Und solistisch wunderbar gesungen mit alten Instrumenten.

 

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