Es ist eine Überraschung, was aus dem portugiesischen „Labelkonglomerat" rund um den Musiker, Verleger und vieles mehr, Nuno Saraiva, hervorgeht: musikalische Perlen und Entdeckungen.
Nun haben wir es mit einer neuen Veröffentlichung der kanadischen Alt-Folk-Rock-Band „Red Orkestra“, die sich 2003 in Toronto gründete, zu tun, die vor bald 20 Jahren ein wahres Feuerwerk an Auftritten in Deutschland, beispielsweise 2012 beim Reeperbahn Festival in Hamburg, absolvierte und der Tour aus gutem Grund den Namen „Hyperventilation Tour" gab.
Sie spielten im Frühjahr 2007 innerhalb von siebzehn Tagen in vierzehn Städten, um dann im Herbst desselben Jahres weitere fünfzehn Auftritte in Europa zu absolvieren.
Dann vielleicht auch, dass der Bandname „Red Orkestra“ eine Referenz an die sogenannte „Rote Kapelle" ist, unter diesem Namen die deutsche Terrorgeheimpolizei „Gestapo“ mehrere antifaschistische Widerstandsgruppen gegen ihr NS-Regime zusammenfasste? Der Begriff wurde im Zweiten Weltkrieg sowohl für ein Spionagenetz des sowjetischen militärischen Nachrichtendiensts im von Deutschland besetzten Westeuropa als auch für Widerstandskreise im Deutschen Reich verwendet (u.a. den von Harro Schulze-Boysen, der 1942 von eben jener Gestapo verhaftet und am 22.Dezember 1942 hingerichtet wurde).
Aber zurück zu Schönerem: Mit dem neuen, dem sechsten Album „Letters From Afar" und den zehn Tracks darauf kehrt die Band mit ihrem siebten Album – dem ersten seit 2018 – in den Musikorbit zurück und veröffentlicht zehn knackige Songs über die drei Dauerthemen Liebe, Sehnsucht und Hoffnung sowie Widerstand – den man ja leider nicht als solchen bezeichnen kann.
Von rockigen Stücken („You’re So Far Away“, Lead-Single) bis hin zu den politischen Hymnen „Mao & Stalin“ und dem Abschlussstück „Everstrong“ zimmern die vier Herren hier ein mehr als solides „Spätwerk" zusammen, das nun auf zahlreiche Weihungen aus unserem Lande hofft.
Die Stücke wechseln mühelos zwischen Momenten stiller, nostalgischer Sehnsucht und Ausbrüchen treibender, trotziger Energie und schaffen so eine Reise, die sich sowohl zutiefst persönlich als auch universell nachvollziehbar anfühlt. Wenn die letzten Töne verklingen, bleibt man mit der Last der Geschichten zurück und möchte am liebsten sofort erneut auf „Play“ drücken, nur um die zwischen den Zeilen verborgenen Wahrheiten zu erfassen.
Red Orkestra: Letters From Afar
Johnny Charmer: lead vocals, rhythm guitar | Steve Parkinson: lead guitar, backing vocals | Neil McDonald: bass | Rick Andrade: drums
Label: Red Woke Records | Vertrieb: Broken Silence
CD | Digital
VÖ: 11.09.26
Weitere Informationen (Red Orkestra, engl.)
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