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Fabian Dudek. Foto: PR

Mit „Recent“ legt der Kölner Saxophonist und Komponist Fabian Dudek ein Album vor, das sich konsequent dem Moment verschreibt.

 

„Recent“ ist zugleich der Name der Band wie des Albums und beschreibt programmatisch Dudeks Arbeitsweise: „Ich arbeite stark im Moment – das ist Fluch und Segen zugleich; ich sehe meine Konzerte eher als Werkstatt: Man zeigt den aktuellen Stand, nichts ist endgültig.“

 

Diese Haltung prägt auch die Entstehung des Albums, das auf einem Konzertmitschnitt des ersten gemeinsamen Auftritts der Band im Sommer 2023 im JAKI (Klub im Stadtgarten Köln) basiert. Zwei Tage Proben, keine gewachsene Bandhistorie, dafür maximale Präsenz. „Es war ein ‚friss-oder-stirb‘-Moment: Es kann funktionieren oder eben nicht.“ Aber genau das hat zu dieser Energie geführt.“

 

Fabian Dudek Recent COVERDie Besetzung vereint vier profilierte Stimmen der europäischen Szene: Ruth Goller am E-Bass, Felix Hauptmann am Klavier, Leif Berger am Schlagzeug und Fabian Dudek am Saxophon. Die Konstellation entstand im Kontext von Dudeks Förderung durch NICA artist development und markiert zugleich einen bewussten ästhetischen Schritt: weg vom Kontrabass, hin zum E-Bass als klanglichem Fundament: „Ich wollte mehr Punch, klarere Tonhöhen – und näher an der Musik sein, die ich selbst viel gehört habe“, so Dudek. Dass mit Ruth Goller eine Musikerin Teil des Ensembles wurde, mit der er zuvor nie gespielt hatte, verstärkte den offenen Charakter zusätzlich. Die Entscheidung, die Live-Aufnahme zu veröffentlichen, ist zentral: „Live hat die Musik mehr Energie, mehr Risiko, mehr Spannung. Im Studio denkt man oft: „Ich darf keinen Fehler machen.“ Live passiert alles gleichzeitig, mit Publikum, mit Adrenalin.“

 

Diese Unmittelbarkeit durchzieht das gesamte Album. Dudeks Stücke basieren auf klaren, aber offenen Parametern: Rhythmus, Harmonie, Melodie und Form werden gesetzt, ohne die musikalische Entwicklung festzuschreiben. „Die Stücke geben eine Struktur vor, lassen aber maximalen Spielraum“, beschreibt er. Statt dichter Verschachtelung entstehen fließende Rhythmen und offene harmonische Felder: eine Ästhetik, die den Fokus auf Flow legt und kollektive Dynamiken in den Vordergrund rückt.

 

Seit seiner Gründung im Sommer 2023 hat sich „Recent“ auch live als innovatives Projekt etabliert: unter anderem mit Auftritten im Bimhuis in Amsterdam und beim Tampere Jazz Happening. Weitere Impulse setzten Uraufführungen von Dudeks Kompositionen wie „EMPIRE“ (Acht Brücken – Musik für Köln) sowie die im Konzerthaus Berlin im Januar 2025.

 

Dass Dudek mit dieser Handschrift eine eigenständige Position einnimmt, zeigen auch seine jüngst zurückliegenden Veröffentlichungen: Anfang 2024 wurde er mit seinem Album „Protecting A Picture That’s Fading“ für den Preis der Deutschen Schallplattenkritik nominiert, und die Titelkomposition wurde zudem für den Deutschen Jazzpreis 2024 in der Kategorie „Komposition/Arrangement“ nominiert. Mit „This Every Place (feat. Ingrid Laubrock)“ unterstreicht er darüber hinaus die Dringlichkeit seines künstlerischen Ansatzes sowie seine klare Verortung in der Gegenwart.

 

Fabian Dudek versteht sein künstlerisches Arbeiten als offenes System: Neben dem Albumcover, das aus einer improvisierten Mal-Session im Studio des Fotografen Niclas Weber hervorgegangen ist, hat er gemeinsam mit Esther Weickel das Label FURUSATO Records gegründet, eine Plattform für Austausch, Experimente und unabhängige Produktion. „Ein Raum für neue Ideen – über mich selbst hinaus“, beschreibt er diesen Schritt.

Erst kürzlich ist die erste Veröffentlichung des neuen Labels erschienen.

 

Mit ihrem frisch gegründeten Label Furusato Records schaffen der Saxophonist und Komponist Fabian Dudek und die Kulturtätige Esther Weickel eine genreübergreifende Plattform, die auf Offenheit in der künstlerischen Praxis und in der ästhetischen Ausrichtung basiert. Sie legen sich bewusst nicht auf bestimmte Klangsprachen, Produktionsweisen oder Szenecodes fest, sondern ermöglichen und fördern unterschiedliche musikalische Ansätze nebeneinander.

Im Zentrum ihrer Arbeit steht die enge Zusammenarbeit mit den Künstlern. Dudek und Weickel entwickeln, hinterfragen und erweitern gemeinsam mit ihnen musikalische Ideen über einzelne Veröffentlichungen hinaus. Dabei denken sie auch immer darüber nach, wie diese Musik ihr Publikum erreichen kann, ohne einheitliche Wege vorzugeben. Stattdessen lassen sie vielfältige Formate entstehen: von Konzerten bis hin zu anderen Präsentationsformen, die Zugänglichkeit und Teilhabe jeweils neu definieren.

 

Fabian Dudek ist für seinen grenzüberschreitenden Ansatz in der Improvisation und zeitgenössischen Musik bekannt, in dem sich Fragilität, Offenheit und konzeptionelles Arbeiten verbinden. Esther Weickel realisiert und vermittelt künstlerische Prozesse und macht sie sichtbar. In ihrer Zusammenarbeit treffen eine forschende musikalische Praxis und ein strukturelles Verständnis von Produktion und Kontextualisierung aufeinander – und ergänzen sich produktiv.


Fabian Dudek: Recent

Fabian Dudek: Saxophon, Komposition | Felix Hauptmann: Klavier, Synthesizer | Ruth Goller: E-Bass, Stimme | Leif Berger: Schlagzeug

Label: Furusato Records

Formate: CD, LP, digital

EAN CD: 4020796504090

Weitere Informationen (Fabian Dudek)

 

YouTube-Video:

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Fabian Dudek "Recent" (Dudek/Hauptmann/Goller/Berger; 10:46 Min.)

 

Konzerte:
04.09.2026, Salomea/Im/Braun/Giw/Dudek/Berger @ Stadtgarten, Köln

07.09.2026, Parzhuber Trio feat. Olga Reznichenko @ Cologne Jazzweek, Köln

09.09.2026, Composers Collective Cologne (Amsterdam Edition) @ Cologne Jazzweek, Köln

10.09.2026, Chaerin Im / Petter Eldh / Fabian Dudek @ Cologne Jazzweek, Köln

10.09.2026, Big Breeezy meets the Toxic Twinz @ Cologne Jazzweek, Köln

16.09.2026, Leif Berger Group @ Loft, Köln

25.09.2026, Fabian Dudek / Recent @ Club Voltaire, Frankfurt

26.09.2026, Big Breeezy’s Mumble Mafia @ European Jazz Conference, Köln

26.12.2026, Shannon Barnett „Fahrrad Frei“ @ Philharmonie, Köln

17.04.2027, Parzhuber Trio @ Jazzstudio, Nürnberg

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