Film

„Anarchisch” sollte der Film sein, „eine ehrfurchtlose Feier des Lebens”, so heißt es in den Produktionsnotizen. Regisseur Joe Wright hatte sich zum Ziel gesetzt, „das rohe und echte Herz” von Edmond Rostands „Cyrano de Bergerac” wiederzuentdecken.  
Mit dem Musical-Drama „Cyrano” ist ein betörendes Wunderwerk der Kreativität entstanden, überbordend an Gefühl, Farben, Illusionen, Sehnsucht, Schmerz, Aufopferung, voll barockem Zauber, Action, Theatralik, Poesie, Esprit, aber auch Humor. Peter Dinklage in der Rolle des selbstlosen heroischen Dichter-Rebellen gibt jener weltberühmten tragischen Liebesgeschichte eine nie gekannte Authentizität und Wahrhaftigkeit. 

 
Literatur

Das populäre Günter Grass-Haus in der Lübecker Glockengießerstraße, das in diesem Herbst zwanzig Jahre alt wird, hat sich eine Generalüberholung gegönnt und feiert den Nobelpreisträger für Literatur, mehr noch aber den Graphiker und Bildhauer mit einer runderneuerten Dauerausstellung.

 
Bildende Kunst

Jahrelang war sie aus dem Blickfeld der Kunstwelt verschwunden, nun feiert sie mit einer geradezu kongenialen Inszenierung ein furioses Comeback: Anhand von 17 raumgreifenden Objekten zeigt das Bucerius Kunst Forum Meisterwerke der Minimal Art. Eine Kunst, die für sich in Anspruch nimmt, für alle gleich erfahrbar und verständlich zu sein.

 
Kultur, Geschichte & Management

Sechs Männer mit Tropenhelmen inmitten von riesigen Stoßzähnen und Bronzeskulpturen. Voller Stolz präsentieren sie ihre kostbare Beute aus dem prächtigen Palast des Königs von Benin dem Fotografen.

Diebe, Plünderer? Britische Soldaten auf „Strafexpedition“ 1897. Hamburg gibt seine damals ins Völkerkundemuseum gelangten Kunstschätze noch in diesem Jahr zurück und verabschiedet sie mit einer gleichsam inventarischen Überblicksschau: „Benin. Geraubte Geschichte“.

 
Kunsthandwerk, Grafik & Design

„Die Innenstadt muss Chefsache werden“, titelte das Hamburger Abendblatt Ende Januar und zitierte damit David Erkalp, CDU-Fachsprecher für Handel, Tourismus und Innenstadt.

Was Erkalp in seinem Interview nicht erwähnte: Die Hamburg Kreativ Gesellschaft, hundertprozentige Tochter der Stadt, hat die Innenstadt bereits zur Chefsache erklärt. Mit ihrem Förderprogramm „Frei_Fläche: Raum für kreative Zwischennutzung“ ist sie angetreten, Hamburg neu beleben. Bestes Beispiel: Der Pop-Up-Store der Arbeitsgemeinschaft Kunsthandwerk (AdK Hamburg). Ob Schmuck, Keramik, Papierobjekte, textile Accessoires oder Tafelaufsätze – wer „excellent arts and crafts“ sucht, hervorragendes Kunsthandwerk für jede Gelegenheit, der wird bis zum 30. April 2022 am charmanten Gustav-Mahler-Platz fündig.

 
Bildende Kunst

Um Arbeiten der großartigen Künstlerin Anita Albus herum hat die Kunsthalle Kiel eine ungefähr hundert Arbeiten umfassende Neupräsentation ihrer Sammlung zum Thema Natur in der Kunst arrangiert, in der noch zusätzlich die Stellung von Künstlerinnen reflektiert wird.

 

In dreizehn Räumen werden Gemälde, Aquarelle, Grafiken und Plastiken zu diesen Themen gezeigt – Arbeiten unter anderem von Gerhard Richter, Emil Nolde, Paula Modersohn-Becker und Max Pechstein.

 
Festivals, Medien & TV

Rebecca Saunders ist „Composer in Residence“ des aspekteFESTIVAL 2022 und so führt ihre Musik mit sieben handverlesenen Kompositionen quasi durch das diesjährige Festival-Programm.

 

Die Britin – so heißt es allenthalben – gehöre zu den führenden Komponistinnen unserer Zeit. Unverwechselbar, charakteristisch, unverkennbar, bemerkenswert und wiedererkennbar seien ihre Kompositionen – lauter Adjektive, die auf Einzigartigkeit hinweisen, eine eigene künstlerische Sprache versprechen und sie zu jemand Besonderen machen. Und das wurde und wird gefördert. Sie erhält Kompositionsaufträge, Musik- und Kompositionspreise fügen sich, sie wird aufgeführt und eingeladen teilzunehmen als „Artist in Residence“, als Festival-Kuratorin, schlicht als Musikerin.

 
Film

„Belfast” ist der persönlichste Film von Kenneth Branagh, er schildert in hinreißenden sinnlichen Schwarz-Weiß-Bildern das plötzliche Ende einer unbeschwerten Kindheit, den Verlust von Unschuld. Die gewalttätigen Ausschreitungen des Nordirland-Konflikts im Sommer 1969 erlebt der Zuschauer hautnah aus der Perspektive des neunjährigen Buddy (grandios Jude Hill), „der fiktionalisierten Version meiner Selbst”, so der Regisseur und Drehbuchautor.


Mehr als fünfzig Jahre waren vergangen, seit Branagh die Heimat hatte verlassen müssen, 2020 im ersten Lockdown der Pandemie begann er mit dem Schreiben des Drehbuchs. „Belfast” ist nun für sieben Academy Awards nominiert, darunter in den Kategorien Bester Film, Beste Regie und Bestes Originaldrehbuch. 

 
Literatur

„Der Sprache den Freipass geben, damit sie laufe…“ Dieser Satz aus Günter Grass Erzählung „Das Treffen in Telgte“ bildete die Grundlage für Titel und Inhalt der sechsbändigen Reihe „Freipass“.

 

Seit 2015 erschien der „Freipass“ alljährlich im Ch. Links Verlag, als Periodikum veröffentlicht von der Günter und Ute Grass Stiftung. Mit dem sechsten Band geht diese Reihe nun zu Ende. Sozusagen mit dem Tod Ute Grass. Sie starb am 24. April 2021 und folgte ihrem Mann, dessen Tod die literarische und literaturinteressierte Welt seit dem 13. April 2015 betrauert.

 
Bildende Kunst

Mit Mary Warburg erinnert das Ernst Barlach Haus in Hamburg an eine weitgehend unbekannte Künstlerin.

Der Ausstellungstitel „Auf Augenblicke frei und glücklich“ hätte dabei nicht treffender gewählt sein können: Mary Warburgs (1866-1934) kleinformatige Pastelle, Aquarelle und Zeichnungen vermitteln tatsächlich die Leichtigkeit und Intensität eines flüchtigen Glücksmoments.

 

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