Kultur, Geschichte & Management

Es war Ende Juni 2022 als die dänische Königin, Margrethe II., in Anwesenheit von Robert Habeck (deutscher Vizekanzler und Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz) in einem kleinen dänischen Ort namens Oksbøl das „Dänische Flüchtlingsmuseum“ (Museum Flugt) eröffnete.

 

Die Geschichte um diesen kleinen Ort in der Gemeinde Varde, nordwestlich von Esbjerg, an der Westküste Jütlands gelegen, mit seinen gerade einmal knapp über 3.000 Einwohnern – aber mit Eisenbahnanschluss – reicht 100 Jahre zurück.

 
Film

Wie mit Verlust oder dem eigenen Versagen umgehen? Was, wenn der Schmerz übermächtig wird, alles auszulöschen droht? In seinem Melodram „Die Zeit, die wir teilen“ schildert der französische Regisseur Laurent Larivière den Umgang mit Erinnerung als eine Art kreativen Prozess des Überlebens.

Realität verliert an Bedeutung, lässt sich kaum noch als solche identifizieren. Das innere Szenario entscheidet über die Wahrheit. Ein frappierender manchmal fast komödiantischer Stream of Consciousness, ästhetisch virtuos, mit Reverenz an jene verspielte Leichtigkeit der Nouvelle Vague.

 
Bildende Kunst

Die Freiluftmalerei oder Pleinairmalerei (fr.: „en plein air“, dt.: „im Freien“) war zum Ende des 18. und Beginn des 19. Jahrhunderts geradezu revolutionär. Generationen von Ateliermalern hatten Landschaft, Seestücke, Natur und deren Topografie aus dem Gedächtnis, nach Skizzen oder als Fantasie auf Leinwand gebannt.

 
Film

Verborgen in den Wolken lauert eine außerirdische Macht. US Regisseur Jordan Peele durchbricht in seinem bildgewaltigen politischen Horror-Epos „Nope“ die Grenzen des Genres: Neonwestern, Showbusiness-Groteske und Science Fiction treffen aufeinander, sollen vom Zuschauer entschlüsselt werden.

Peele schildert unsere bizarre Sucht nach Spektakel, Ruhm und Selbstdarstellung, der Besessenheit von Social Media. „Nope" ist vor allem eine Hommage an jene, die kaum beachtet hinter den Kulissen der Filmindustrie arbeiten.

 
Bildende Kunst

Er war ein Universalkünstler, Wenzel Hablik, im westböhmischen Brüx 1881 geboren, agierte als Architekt, Gestalter, Zeichner, Grafiker, Maler und Objektkünstler. Der viel zu jung mit 52 Jahren Verstorbene, reiste gerne und viel und auch mal „wohin man mich so oft gewünscht hat, nämlich da, wo der Pfeffer wächst“ (Hablik, 1925).

Das Zitat stammt aus einem Brief, den der Südamerika-Reisende an seine Frau, die Kunsthandwerkerin Elisabeth Hablik-Lindemann sandte.

 
Architektur

Architekten und ihr Werk unter Einbeziehung ihrer sexuellen Identität zu beschreiben, ist hierzulande ungewöhnlich, wenn nicht sogar verpönt. Das neue Buch „Schwule Architekten“ kann daher als Pioniertat gelten.

 

Auch wenn homosexuelle Männer in Deutschland, den USA und vielen europäischen Ländern heutzutage keine Strafverfolgung mehr fürchten müssen: als selbstverständlich akzeptiert dürfen sie sich im Berufsleben selten fühlen. Wolfgang Voigt und Uwe Bresan möchten dazu beitragen, das zu ändern. Die beiden Architekturhistoriker präsentieren 35 spannend geschriebene Biografien aus drei Jahrhunderten, bekannte Namen und viele vergessene, darunter eine Lesbe und eine Trans-Architektin. Was sie eint: alle waren beruflich erfolgreich und mussten dafür ihre Homosexualität verbergen. Die Nachwelt und die wissenschaftliche Forschung setzten das Versteckspiel fort.

 
Fotografie

Im Jahr 1829 wurde die Fotografie vom Franzosen Joseph Nicéphore Niépce erfunden. Keine 20 Jahre später war das Medium in Europa bereits auf einem Siegeszug, mit der Fotografie professionalisierte sich die Dokumentation – und in den 1870ger Jahren eröffnete das erste Fotostudio Starnbergs, einem damals beschaulichen Fischerort an nördlichen Rand des Sees.

 

Josef Wörsching (1851-1931), dessen Vater einen Malerbetrieb leitete, indem er eine Ausbildung zum Kunstmaler, Stuckateur und Vergolder abgeschlossen hatte und anschließend auf Wanderschaft nach Wien und Paris ging, gründete 1877 sein eigenes Geschäft: das Fotoatelier Wörsching. Auch die beiden nächsten Generation, Sohn Richard (1887-1937) und Enkel Richard (*1932) führen das Fotoatelier weiter, waren bekannt für Portrait- und Passbildaufnahmen über Ereignis-, Erlebnis- und Dokumentationsfotografie bis zu Ansichtskarten.

 
Festivals, Medien & TV

ARD Plus veröffentlicht ab dem 15. August 2022 die gelungene vierte Staffel von Mord mit Aussicht, digital.

Das Dorf Hengasch (Bornheim) bleibt das Universum der skurrilen Crimecomedy-Serie aus der Eifel, doch die Dienststelle ist neu besetzt. Bekannte Gesichter treffen auf ein Ermittler:innen-Trio, das frischen Schwung ins beschauliche Dorfleben und die örtliche Polizeidienststelle bringt.

 
Festivals, Medien & TV

Die Wiesbadener Fototage sind neben der Triennale der Photographie in Hamburg das älteste existierende Fotofestival in Deutschland.

Sie verstehen sich seit der Gründung im Jahr 2002 als Plattform für künstlerische und dokumentarische Fotografie mit internationaler Beteiligung. Inhaltlicher Rahmen für die Ausstellungen und das Festivalprogramm ist das jeweilige Jahresthema. Konzeptionell beruhen die Wiesbadener Fototage auf dem Dreiklang Ausstellungen, Begleitprogramm und Förderpreise.

 
Film

Die poetisch skurrile Lovestory „Warten auf Bojangles" ist ein ästhetisch wahnwitziges Wunderwerk voller Esprit und Lebensfreude, überbordend an Kreativität – und unendlich traurig.

Regisseur Régis Roinsard zauderte anfangs, Olivier Bourdeauts Beststeller zu verfilmen. Diese Leidenschaft, schillernd, exaltiert, fern jeder Konvention, bezaubernd wie verstörend, er fragte sich: „Wie weit geht man für den Menschen, den man liebt?“ Und vor allem, wie würde seine Tochter auf den Film reagieren, wenn sie älter ist, was würde es über ihn als Vater sagen? 

 

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