Kultur Blog
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- Geschrieben von: Marion Hinz -
In Max Frischs Theaterstück „Biedermann und die Brandstifter“ leben Gottlieb Biedermann und seine Ehefrau Babette in einer rosaroten Welt. So jedenfalls präsentieren sie sich am Theater Lübeck.
Die Biedermanns sind lernunfähig, machen sich und der Welt etwas vor, sind weder Jedermanns Freund noch Feind. Eigentlich wollen sie nur in Ruhe und Frieden leben
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- Geschrieben von: Marion Hinz -
Was für ein außergewöhnliches Buch ist „I. Lettres“? Hier sind sechzig authentische Briefe aus den Jahren 1716–1899 versammelt. Herausgeber Michal Neruda hat sie aus mehr als 45.000 gelesenen Briefen ausgewählt.
Bevor ich in diesem gerade erschienenen E-Buch blätterte, fragte ich mich: Warum sollte ich, warum sollte jemand diese Briefe lesen, die von uns unbekannten Menschen verfasst wurden? Die Antwort zeigte sich mir schon nach wenigen gelesenen Seiten: Weil dahinter spannende Geschichten stecken.
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- Geschrieben von: Stefan Diebitz -
Kolumbarium meint eine Urnenwand. Meist befinden sich solche Wände in Gebäuden, etwa unterhalb einer Kirche oder auf einem Friedhof. In Südeuropa sind Urnenwände das Übliche, aber wir Mittel- und Nordeuropäer, die wir Quartiersfriedhöfe in parkähnlicher, kultivierter oder bewachsener Art gewohnt sind, stehen solchen Orten meist eher fremd gegenüber.
Nur Stein, wenn nicht gar Beton, und bestenfalls einige Blumenimitationen aus Porzellan… Dazu sind viele Friedhöfe sehr ungepflegt oder sogar verwahrlost. Aber anrührend sind die Erinnerungen an die Toten, die in den Nischen vor den Gräbern aufbewahrt werden. Dem LKW-Fahrer etwa gibt man einen Spielzeuglaster mit auf den Weg, und natürlich finden sich viele Fotos.
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- Geschrieben von: Marion Hinz -
„Alles, was wir Ihnen heute Abend vorstellen werden, habe ich selbst erlebt“, so beginnt der Felix-Krull-Abend am Theater Lübeck. Das verblüfft. Denn auf der Bühne, vor dem blauen, für lange Zeit geschlossenen Vorhang agieren gleich drei Personen, alle drei sind Felix Krull.
Diese drei gestalten einen hinreißenden, kurzweiligen Thomas-Mann-Theaterabend in den Lübecker Kammerspielen und schlüpfen in sämtliche wichtigen Rollen des Romans.
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- Geschrieben von: Isabelle Hofmann -
Eine derart illustre Presserunde sah man selten in Hamburg. Ein ganzer Saal, genauer gesagt der Kleine Saal der Elbphilharmonie, voller Kollegen und Kolleginnen aus dem In- und Ausland. Sie alle waren begierig zu hören, was Generalintendant Christoph Lieben-Seutter, Architekt Pierre de Meuron, Kultursenator Carsten Brosda und die Perkussionistin Vivi Vassileva zum zehnjährigen Geburtstag der Elbphilharmonie zu verkünden hatten.
Moderatorin Muschda Sherzada ging dann auch gleich zur Sache und nannte eine jüngst veröffentlichte Liste der New York Times mit den umstrittensten Bauwerken der Welt.
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- Geschrieben von: Claus Friede und Redaktion -
Die Kestner Gesellschaft in Hannover präsentiert mit „A Pronoun of B“ die erste umfassende Einzelausstellung von Min Yoon. Der in Südkorea geborene Künstler lebt und arbeitet in Wien. Er studierte von 2011 bis 2018 an der Universität für angewandte Kunst und an der Akademie der bildenden Künste in Wien.
In Zeichnungen, Malereien und Skulpturen setzt er sich mit den Prozessen des Kunstschaffens sowie mit den institutionellen Strukturen auseinander, die die Kunst und ihre Produktion bestimmen. Seine Arbeiten entfalten sich oft in raumgreifenden, vielteiligen Installationen, deren spielerische Strukturen eine Vielzahl von Themen, Kontexten und Materialien miteinander verweben.
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- Geschrieben von: Marion und Ernst-Günter Hinz -
„Unser Zusammenleben in Wien ist jetzt recht angenehm. Es ist jede Woche eine Schubertiade.“ (Schubert an Josef von Spaun, 7.12.1822) „Man denkt sogar an eine öffentliche Schubertiad.“
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- Geschrieben von: Gabriele Haefs -
„Könnte ich nicht auch ein Wolkenschwimmer werden?“, so lautet eine vielzitierte Frage der jungen Bettine von Arnim, eine der beiden Hauptpersonen in diesem biographischen Roman.
Schon oft wurde über Bettines Freundschaft mit der fünf Jahre älteren Dichterin Karoline von Günderrode geschrieben (und darüber spekuliert); im neuen Buch von Kerstin Campbell kommen sie beide zu Wort, immer abwechselnd, von Kapitel zu Kapitel.
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- Geschrieben von: Florian Maaß -
Die lettische Künstlerin Zaiga Putrāma benötigt keine Worte, um das Publikum zum Mitmachen einzuladen. Sie streckt die Hand aus, macht einen Schritt vor, einen zurück – mitten im Foyer der Rigaer Kongresshalle, unter jenem sechs Meter hohen Kronleuchter, der einst sowjetische Parteikader beeindrucken sollte.
Wer sich auf ihren Tango einlässt, erhält danach kein Kompliment, sondern ein Bild: Aus ihren abstrakten Punktgemälden wählt jeder Tanzpartner spontan jenes aus, das der eigenen Stimmung am nächsten kommt – geschenkt bekommt man es meist gleich dazu. Es ist eine der leisesten, aber eindrücklichsten Szenen des Eröffnungsabends des Survival Kit 17, des lettischen Kunstfestivals, das in diesem Jahr der heilenden Kraft der Kunst nachspürt.
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- Geschrieben von: Isabelle Hofmann -
Schon wieder Tina Turner? Ja, aber diesmal ganz anders. „Simply The Best“ im HANSA Theater Hamburg setzt ausschließlich auf Musik, Originalaufnahmen und eine überragende Hauptdarstellerin. Im Vergleich zum Tina-Turner-Musical im Operettenhaus vor ein paar Jahren ist dieser Abend kleiner, aber sehr authentisch.
Eine beeindruckend dichte Revue durch das Leben der Legende.
