Kultur, Geschichte & Management

Tiere kennen selbst keine Mimik und schauen schon deshalb nicht in das Gesicht. Für sie sind neben der Blickrichtung der Augen die Bewegungen viel wichtiger.

Antilopen wissen genau, wann ihre Fressfeinde auf der Pirsch sind, und ängstigen sich nicht bei dem Anblick eines gesättigten und entsprechend entspannt durch das Gras schweifenden Leoparden. Und in Tierparks, in denen man Tieren frei begegnen kann, berichten die Wärter, dass Wildtiere wie Rehe und Wildschweine auf Menschen mit dem Down-Syndrom anderes reagieren: Sie fürchten sich weniger. Ganz offensichtlich empfinden sie diese Menschen aufgrund ihres Bewegungsbildes als weniger zudringlich und gar nicht als aggressiv.

 
Film

Regisseur Leos Carax, gefeierter Anarchist des französischen Kinos, lässt das Phänomen Musical vor unseren Augen explodieren, re-kreiert es als verstörenden bildgewaltigen Rausch aus Farben, Tönen und extremen Leidenschaften, fern formaler Zwänge. Musik und Texte stammen von Ron und Russel Mael, dem Art-Rock-Duo Sparks.


Ob als romantische Horrorfarce oder unversöhnliches Schuld- und Sühne-Drama, „Annette” wechselt ständig zwischen artifizieller Hingabe und realer Bösartigkeit, Komik und Tragik, ist grotesk, poetisch, ekelerregend und ergreifend. Was fehlt, ist jegliche Form von Ironie, Carax meint es ernst, todernst mit seiner Reflektion über Showbusiness, #MeToo, machtgierige Künstler, egoistische Eltern und vor allem sich selbst. 

 
Kultur, Geschichte & Management

Unser Bewegungsablauf beim Gehen besteht in einem steten Wechsel zwischen Stand- und Spielbein – wer diesen Wechsel nicht beherrscht, wer nicht abwechselnd mal das eine, mal das andere Bein belastet, der kann auch nicht gehen.

Weil es kein Tier gibt, das in dieser Weise geht, wird seit langem der aufrechte Gang als eines der Alleinstellungsmerkmale des Menschen genommen.

 
Literatur

Einer der größten seiner Zunft: 100 Jahre wäre der portugiesische Romancier, Lyriker, Essayist, Kurzgeschichtenerzähler, Dramatiker, Kolumnist und Literaturnobelpreisträger José Saramago kommendes Jahr 2022 alt geworden.

Das literarische Ausnahmetalent lebte insgesamt 17 Jahre auf Lanzarote, verliebte sich unsterblich in die Insel und verfasste dort insgesamt zehn Romane. Aufgrund dieser besonderen Verbindung feiern die Kanarischen Inseln den Autor Saramago im kommenden Jahr auf besondere Weise. Wer dem deutschen Corona- und Winter-Blues entfliehen möchte, kann im sonnenverwöhnten UNESCO-Biosphärenreservat den Spuren Saramagos folgen.

 
Bildende Kunst

Wie umgehen mit Künstlern, die zwar bedeutend, aber politisch und moralisch alles andere als korrekt waren und sind? Totschweigen und aus fertigen Filmen herausschneiden wie im Missbrauchs-Skandal um US-Star Kevin Spacey? Eine fragwürdige Lösung, die stark an totalitäre Praktiken erinnert.

Im Fall Emil Nolde stellt sich das Bucerius Kunst Forum in Kooperation mit der Nolde-Stiftung Seebüll der Widersprüchlichkeit von Werk und Person: „Nolde und der Norden“ sucht in Vorbildnern und den künstlerischen Anfängen des bedeutenden deutschen Expressionisten nach Erklärungen, räumt jedoch ein: „Der Widerspruch lässt sich nicht auflösen“.

 
Musik

Anarchist, Utopist, Romantiker – das war und ist er, der Liedermacher Konstantin Wecker. Seinen Traum von einer herrschaftsfreien Zeit, von einem liebevollen Miteinander, den träumt er seit 50 Jahren. Und seine Fans träumen mit.

So auch beim „Utopia“-Konzert in der Lübecker Musik- und Kongresshalle. Gemeinsam mit dem Barden Konstantin Wecker aus dem Süden Deutschlands lebten und erlebten norddeutsche Fans hier einen Abend in schöner Utopie. „Nennt mich gerne einen Spinner, der nicht passt in unsre Zeit, doch ihr lebt in einem Albtraum, mein Traum ist die Wirklichkeit“, heißt es in dem Lied „Utopia“, das Konstantin Wecker im vergangenen Herbst schrieb und das nun Titel seiner Konzerttournee durch Deutschland ist. „Stell dir vor, wir leben sie, diese schöne Utopie“, singt er und das Lübecker Publikum jubelt und applaudiert enthusiastisch. Denn sie wissen, er meint es ernst.

 
Bildende Kunst

Das weltweit größte transportable Kunstwerk steht vor dem höchsten Gebäude der Welt.

Ausgestellt vor dem Burj Khalifa, dem höchsten Gebäude der Welt, am bekannten Burj Plaza – und parallel zur „Expo 2020 Dubai“– wird das „Global Gate“ des deutschen Malers Leon Löwentraut bis einschließlich März 2022 ausgestellt.

 
Film

„House of Gucci” inszeniert Regisseur Ridley Scott als schillernde italienische Lovestory mit mörderischem Ausgang. Ein quirlig dreister, eleganter Mix aus Gesellschaftsporträt, Familientragödie, Wirtschaftskriminalität, Mode, Glamour und Satire. Letzteres beabsichtigt, aber offensichtlich nicht goutiert von der englischsprachigen Presse.

 

Vom Sex auf dem Schreibtisch direkt an den Traualtar – der 84-jährige Scott setzt auf harte Cuts, Widersprüche und Kontraste. Lady Gaga spielt nicht Patrizia Reggiani, sie ist es, jene energiegeladene geltungssüchtige Femme Fatale. Das Objekt ihrer Begierde: Gucci Sprössling Maurizio, wundervoll verkörpert von Adam Driver mit sanftem ungelenk selbstironischem Charme.

 
Bildende Kunst

Welches sind die Denkmäler, Orte und Räume, in denen es sich anhäuft, und durch welche Praktiken wird es geformt, weitergegeben, angeeignet?

Gemeinsam mit Albert Oehlen und Martin Kippenberger bildete er das Hamburger Dreigestirn der 80er Jahre. Dadaistisch, ironisch, politisch. Apologeten der „schlechten Malerei“ wurden Werner Büttner und seine Kollegen genannt.

 
Festivals, Medien & TV

Der gesellschaftskritische Body-Horror-Animationsfilm aus Südkorea
Mithilfe des Beauty Waters kann man sein vermeintlich hässliches Äußeres in wahre Schönheit verwandeln. Dabei geht es nicht bloß um die Reduzierung von Pickeln oder Augenringen, sondern es lässt sich die gesamte Gesichtsstruktur wie Lehm völlig neu modellieren.

 

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