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Hamburger Architektur Sommer 2019

Bildende Kunst

Seiner großartigen Sammlung spätmittelalterlicher und frühneuzeitlicher Kunst hat das Lübecker St. Annen-Museum jetzt zwei Porträts aus der Hand Lucas Cranachs hinzufügen können.

Das St. Annen-Museum wurde als ein Kloster inmitten Lübecks errichtet, aber 1531 zerschlug die Reformation alle Pläne, und seine außerordentlich schönen Räume dienten fortan verschiedenen Funktionen – unter anderem als ein Armenhaus. Aber seit gut einhundert Jahren ist es ein Museum, und für nichts dürften sich seine Räume besser eignen als für die Präsentation von sakraler Kunst.

 
Film

Der israelische Regisseur Yuval Adler inszeniert „The Secrets We Keep – Schatten der Vergangenheit” ästhetisch virtuos als leicht antiquierten eleganten Psychothriller im Stil der Fünfziger Jahre – packend, vielschichtig, durchsetzt mit politischen wie auch filmhistorischen Anspielungen.

Das verstörende Schuld- und Sühnedrama wird geschildert aus der Perspektive einer Roma, die den Holocaust überlebt hat. Charakteristisch für die Nachkriegszeit jenes Geflecht aus Unwahrheit, Täuschung, Traumata und Sehnsucht nach Erlösung. Nur wem soll der Zuschauer glauben?

 
Festivals, Medien & TV

„Hatten Sie jemals Lust, an die Küste Italiens zu ziehen, eine Insel zu bauen und Ihren eigenen Staat zu gründen? Nun, dieser Kerl hat es getan."

Es ist eine wahre Geschichte, die sich elf Kilometer östlich von Rimini und der italienischen Küste in der Adria abspielte und ab 9. Dezember in einem Netflix-Film international in Erinnerung gerufen wird.

 
Architektur

Am Sonntag, den 18. Oktober 2020, lud die Hamburgische Architektenkammer ihre Mitglieder zu einem ungewöhnlichen und besonderen Event: dem „Wandeln auf den Rampen“ im Parkhaus Rödingsmarkt.

Mit der Veranstaltung wollte die Kammer der Planerszene den Austausch über Stadtplanung und Architektur auch in Pandemiezeiten unter Wahrung aller Sicherheitsmaßnahmen (Luftaustausch, Maskenpflicht, Mindestabstände) ermöglichen.

 
Film

Pablo Larraín kreiert „Ema” als hochexplosiven Mix aus Familiendrama, Tanzperformance, Selbstfindungstrip, Zorn, Zärtlichkeit, Erotik und Feuer. Der chilenische Regisseur bezeichnet das rätselhafte bildgewaltige Puzzle als „eine Meditation über die Mutterschaft”.

Im Gegensatz zu seinen bisherigen Werken wie „Neruda” oder „¡NO!” ist dieser Film keine Autopsie der Vergangenheit, er dreht sich allein um Jugend und Gegenwart, Rebellion und Tabubruch. Ema (Mariana di Girólamo) hat ihren achtjährigen Adoptivsohn den Behörden zurückgegeben, aber ohne ihn kann und will sie nicht leben.

 
Architektur

Der finnische Architekt und Möbeldesigner Alvar Aalto (1898-1976) gilt als „Vater des Modernismus“. Er schuf ikonische, organisch anmutende Gebäude, darunter zahlreiche Sommervillen in den nordischen Ländern, die Stadtbibliothek in Viipuri, das Theater in Essen und die Heilig-Geist-Kirche in Wolfsburg.

Zum populären Design-Stück avancierte die Aalto-Vase mit ihrem asymmetrischen Grundriss und ihrer gewellten Form. Eine entscheidende Mitwirkung an Alvars weltweitem Ruhm kommt dessen Ehefrau Aino (1894-1949) zu, mit der er bis zu ihrem frühen Tod ein produktives Team bildete.

 
Musik

Die wenigen Vorteile für Kulturbühnenbesucher in Corona-Zeiten sind bekannt: Das immer gleiche Angebot wird häufiger durchbrochen von Unbekanntem, von Stücken also – sei es im Sprechtheater, in der Oper oder im Konzertsaal – die uns in „gesunden“ Zeiten kaum begegnen. Weiterer Vorteil: Das schwere Theaterschiff wird flexibler, die mitunter träge erscheinende Tradition wird zum Wagemut angestiftet. So geschehen im Theater Lübeck, das die Händel-Oper „Tolomeo“ als Lübecker Erstaufführung in italienischer Sprache präsentierte.

 

Damit das Premierenpublikum trotz derzeitiger Einschränkungen möglichst zahlreich im Großen Haus Platz nehmen konnte, gab es gleich zwei Premieren. Beide Aufführungen in der Inszenierung von Anthony Pilavachi unter der musikalischen Leitung von GMD Stefan Vladar wurden vom Publikum mit kräftigem Applaus bedacht. Insgesamt acht Vorstellungen sind am Theater Lübeck geplant.

 
Bildende Kunst

Zunächst die gute Nachricht: Die Welt trägt nicht nur Maske – ein in COVID-19-Zeiten global als zivilisatorische Errungenschaft der Menschheit unerlässlicher Schutz für den Mund-Nasen-Bereich. Ein anderes, sehr persönliches, hygienisches Textilstück eint die Kulturen der Moderne länderübergreifend schon seit geraumer Zeit: unsere Unterwäsche. Jeder trägt sie direkt auf der Haut, hält sie aber vor der Öffentlichkeit eher verborgen. Das will die Künstlerin Ellen Korth ändern: Sie hat diese Verhältnisse umgekehrt, historische Intimwäsche fotografiert und sie mit viel Feingefühl in ihrem neuesten Buchprojekt nicht nur in Szene gesetzt, sondern in ein geradezu poetisch-faszinierendes, künstlerisches Licht getaucht.

 
Festivals, Medien & TV

In einer parallelen Welt herrscht Krieg zwischen zwei benachbarten Nationen. Auf dem Rücken gewaltiger Drachen werden Schlachtschiffe getragen und ins Feld geführt.

In diesem Konflikt spielt ein Drache eine ausschlaggebende Rolle, der durch einen Vertrag gebunden auf der Seite der einen Nation kämpft und Schlachtfelder reihenweise in Schutt und Asche hinterlässt.

 
Fotografie

Natürlich ist der jetzt siebzigjährige Orhan Pamuk als der bedeutendste Vertreter der türkischen Literatur bekannt, aber auch dank des mächtigen „Istanbul“-Bandes wissen viele Leser, dass er sich mehr als nur ein wenig für Fotografie interessiert. In Lübeck werden jetzt eigene Fotos des Nobelpreisträgers vorgestellt.

 

 

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