Bildende Kunst

Gemälde von Lyonel Feininger erkennt man auf den ersten Blick. Ihre kristallinen Formen sind unverwechselbar.

Er selbst bezeichnete seine Kunst einmal als „visionären Prisma-ismus“, um sich vom Kubismus abzugrenzen, dem er häufig zugerechnet wurde. Zum 150. Geburtsjahr des Bauhaus-Meisters und Pioniers der klassischen Moderne hat Andreas Platthaus bei Rowohlt eine facettenreiche Biografie veröffentlicht: „Lyonel Feininger. Porträt eines Lebens“. Darin kommt er dem introvertierten Künstler erstaunlich nahe, differenziert und mit Respekt, ohne die Schattenseiten auszulassen, und beschreibt anschaulich das Milieu, in dem er sich bewegte.

 
Festivals, Medien & TV

Mit „Millenium Actress“ kehrt einer der bedeutendsten Klassiker des Anime-Kinos auf die große Leinwand zurück. Zum 10. Todestag von Meisterregisseur Satoshi Kon wurde dessen vielleicht schönster Film aufwendig in 4K-Qualität restauriert.

2021 wird er erstmals in der deutschen Synchronfassung bei den KAZÉ Anime Nights im Kino zu sehen sein.

 
Film

Das facettenreiche Fantasy-Drama „Titane”, diesjähriger Gewinner der Goldenen Palme in Cannes, ist eine Eruption von Emotion: Fesselnd, brutal, verstörend, zärtlich. Julia Ducournau durchbricht die Grenzen der Genres und Geschlechterrollen, zerstört mit betörender Radikalität Normen, Strukturen, Logik, Erwartungen.  
Die französische Regisseurin kreiert einen wahnwitzigen ästhetischen Kosmos beängstigender Eindringlichkeit. Nur wer sich einlässt auf diese neue Welt, dem erschließt sie die schmerzvolle Selbstfindung in ihrer sakralen Poesie und schillernder Symbolik, verrät ihm das Geheimnis bedingungsloser Liebe. 

 
Bildende Kunst

Man soll es nicht für möglich halten, aber es gibt in der Kunstgeschichte immer noch Schätze zu heben. In den vergangenen 50 Jahren schien die Surrealistin Toyen (1902-1980) in der Versenkung verschwunden. Nun präsentiert die Hamburger Kunsthalle „die erste Einzelausstellung der bedeutendsten und einflussreichsten tschechischen Künstlerin des 20. Jahrhunderts“ in Deutschland. Eine Entdeckung!

 
Kunsthandwerk, Grafik & Design

Sicher gibt es nicht wenige Bürger, die sich einfach über ‚beschmierte Wände’ ärgern, bemalte Stadtbahnen, buntbeschriftete Mauern.

Wie schlampig das aussieht und was es kostet, das immer wieder zu entfernen. Handelt es sich hier um Vandalismus – oder um Kunst? Und warum muss das überhaupt sein? Das war schließlich früher nicht so!

 
Musik

Es war seine Premiere in der Elbphilharmonie am 2. Oktober 2021 und meine bei einem Konzert mit ihm: Clemens Christian Poetzsch.

„The Soul Of Things“ ist der neoklassische Klavierabend vom Dresdner überschrieben worden und die Seele der Dinge schwirrt in der guten Akustik des Kleinen Saals umher.

 

„Seelen-Ruhe atmen” lautet meine Überschrift für sein Konzert. Poetzsch verzauberte nämlich in einer Seelenruhe seine Begriffe und Dinge zu Musik – und auch das Publikum. Uhren, Füllfederhalter, Porzellan, Stundengläser, Diamanten und Silber: Dinge des alltäglichen Lebens.

 
Literatur

Die japanische Autorin Mieko Kawakami ist bei uns 2020 mit ihrem Roman „Brüste und Eier“, bekannt geworden.

Darin sinnieren drei Frauen über künstliche Befruchtung und andere heikle Themen. Jetzt hat der Verlag den Debütroman der 45jährigen Autorin aus dem Jahr 2009 von Katja Busson übersetzen lassen. Ein Glücksfall. „Heaven“ ist ein vielschichtiger, verstörender, fast schon philosophischer Roman zum Thema Mobbing. Es ist aber auch ein Roman über eine Trost und Wärme spendende Freundschaft, die trotz allem immer und überall möglich ist.

 
Kultur, Geschichte & Management

Warum befasst sich ein amerikanischer Historiker mit einem osmanischen Herrscher des 16. Jahrhunderts, den im Westen – in Nordamerika und in Europa – kaum jemand kennt? Und warum erregt er damit Aufsehen?

In dem Jahr, in dem sich der Angriff auf die Twintowers in New York zum zwanzigsten Mal jährt, schreibt Alan Mikhail kritisch über die Islamophobie, die sein Land bereits seit den Tagen des Kolumbus gefangen halte. Und dazu zielt sein Buch auf nichts weniger als auf eine Neudeutung der Renaissance, in der sich Europa zum Herrscher der Welt aufschwang – in seiner Deutung: getrieben, ja gehetzt von der Übermacht des Osmanischen Reiches. Ach, und die Reformation wäre ohne Selim den Gestrengen auch nicht denkbar gewesen.

 
Kultur, Geschichte & Management

In der Familie wurde er nur HWB genannt, für die Kinder war er schlicht der „China-Onkel“. Hermann Waldemar Breuer (1884-1973) ging mit 22 Jahren für das Bremer Übersee-Haus Melchers & Co. nach Shanghai und blieb dort bis zum Ende seiner Berufslaufbahn.

Seine Großnichte Christine Maiwald legt nun bei Dölling und Galitz ein ebenso schweres wie lesenswertes Buch über Breuer vor: „Das schwierige schöne Leben. Ein deutscher Kaufmann in Shanghai 1906 bis 1952“.

 
Film

Am Vormittag des 21. Februars 1942, einem Samstag, bringt Stefan Zweig drei Typoskripte der „Schachnovelle” zur Post in Petrópolis. Sie sind bestimmt für die deutsche, amerikanische und argentinische Ausgabe. In der Nacht vom 22. auf den 23. Februar nimmt sich der Schriftsteller zusammen mit seiner Frau Lotte das Leben.

 

Jede Adaption dieser Novelle ist ein Wagnis. Regisseur Philipp Stölzl lässt auf der Leinwand Zeit- und Bewusstseinsebenen erst miteinander kollidieren, um dann in visuell surrealen Bildern zu verschmelzen. Die beklemmenden rätselhaften Metaphern zwischen Ohnmacht und verzweifeltem lautlosen Widerstand brennen sich unauslöschlich in unser Gedächtnis ein.

 

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