Kultur Blog
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- Geschrieben von: Claus Friede -
Gleich mehrere Ausstellungen in Norddeutschland sind der am 8. Februar 1876 in Dresden geborenen Paula Becker (1876–1907) gewidmet. In Bremen, Worpswede und Fischerhude.
In Bremen verlebte Paula Becker ihre Jugend; im kreativen Umfeld der benachbarten Künstlerkolonie Worpswede sowie durch ihre Paris-Aufenthalte fand sie ihre Motivwelt und ihren ganz eigenen malerischen Ausdruck. Bereits 1927 wurde in der Böttcherstraße im Herzen Bremens das heutige Paula Modersohn-Becker Museum eröffnet, das erste einer Malerin gewidmete Museum weltweit! Zu Lebzeiten als professionelle Künstlerin kaum wahrgenommen, ist Paula Modersohn-Becker heute international anerkannt und wurde 2024 in New York und Chicago in Einzelausstellungen gefeiert. Ende November 2025 erzielte ihr Selbstbildnis nach halblinks bei einer Auktion 1,27 Millionen Euro – Weltrekord für eine deutsche Malerin!
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- Geschrieben von: Redaktion -
Im Jahr 1901 als „Volksbibliothek“ gegründet und mit gerade einmal 300 Bänden im Bestand, gehört die Pirmasenser Stadtbücherei zu den ältesten in Rheinland-Pfalz.
Nach mehreren Standortwechseln wurde die Bücherei im Zweiten Weltkrieg durch Fliegerangriffe völlig zerstört und 1948 wiedereröffnet. 1949 umfasste die Bücherei bereits wieder 1700 Bände. 1953 wurde erstmals eine „Jugend-Freihandbücherei“, zunächst noch räumlich getrennt von der Bücherei, eingerichtet (die erste in Rheinland-Pfalz). Beide Abteilungen wurden in den Jahren 1957/58 im Messehochhaus in der Dankelsbachstraße – dem heutigen Domizil – zusammengeführt.
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- Geschrieben von: Claus Friede -
Was bedeutet es in Zeiten politischer Willkür, Unrecht und Menschenverachtung, standhaft zu sein und zu bleiben? Mit welchen inneren Zweifeln haben Individuen zu kämpfen, wenn es um Widerstand geht und es gilt, das Richtige zu tun? Und was ist das Richtige?
Zwar spielt der Plot von „Nie Allein“ während des Zweiten Weltkriegs, doch das, was verhandelt wird, ist allgemeingültig und zeitlos: die Geschichte des Widerstands. Gerade in der heutigen Situation, im Weltgeschehen, in den politischen Entwicklungen, im Gegeneinander statt Miteinander und in der Verachtung der Empathie für Mitmenschen, im nationalistischen Gefasel und Ideologiegewitter sowie in der vermeintlichen Rettung des Abendlandes sollten wir uns alle fragen, wann wir standhaft zu unseren Überzeugungen eines zeitgenössischen, zivilisierten und transkulturellen Humanismus stehen. Dreiste Geschichtsklitterung, Unkenntnis, Verdrehungen und Kombinationen aus ungenierten Lügen bei gleichzeitigen unmaskierten Wahrheiten, Opportunismus und Gier sind das scheinbar probate Handwerkzeug politischer Narrationen, ob in Ost oder West.
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- Geschrieben von: Marion Hinz -
„Wahre Freiheit beginnt dort, wo wir uns selbst erkennen“. So steht es auf dem Cover von Ralf Hilles jüngstem Werk „Der Schmetterling, der ein Vogel sein wollte“. Es ist ein kleines Büchlein. Nur gut 60 Seiten umfasst diese Geschichte, die von einem Schmetterling erzählt, der davon träumt, ein Vogel zu sein.
Er glaubt, nur so kann er seine Sehnsucht stillen: höher, weiter und schneller zu fliegen, als es seiner Art möglich ist.
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- Geschrieben von: Cornelia Schiller und Jürg Lützelschwab -
Es gab einen Punkt im Leben von Yayoi Kusama, an dem die Welt um sie herum anfing, auseinanderzufallen, sich regelrecht in Punkte aufzulösen.
Die Realität verpixelte sich, ja, die sie umgebende Realität wurde für Yayoi zu einer vollständig verpixelten Wirklichkeit.
Weil sie nicht sie selbst sein durfte und weil sie sich nicht gesehen sah, sah sie ab einem gewissen Punkt umso intensiver ihre Aussenwelt in deren realer atomarer Struktur, in die sie sich selbst mit ihrer eigenen atomaren Struktur hineinwerfen, sich darin auflösen und geborgen fühlen konnte.
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- Geschrieben von: Ruth Asseyer -
Neun spannende, meisterhaft geschriebene Kurzgeschichten erzählt Milena Michiko Flašar in ihrem neuen Buch „Der Hase im Mond“. Es sind neun Begegnungen mit dem Unheimlichen. Die preisgekrönte japanisch-österreichische Schriftstellerin lässt die Protagonisten ihrer Geschichten etwas erleben, das ihnen ihr vertrautes, wohlgeordnetes Alltagsleben plötzlich fremd werden lässt.
Sie sind alle ganz normale Menschen in irgendeiner japanischen Großstadt, Angestellte, Unternehmer, eine Hausfrau, Studenten, die sich in ihrer Lebensgestaltung auf die Traditionen und sozialen Konventionen des modernen Japans verlassen.
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- Geschrieben von: Anna Grillet -
Mit dem Film „Silent Friend“ der ungarischen Regisseurin Ildikó Enyedi („Körper und Seele“, 2017) entdecken wir unsere Welt neu, und vielleicht auch uns selbst. Worte erweisen sich als wenig tauglich, um den Zauber, die Sinnlichkeit und die betörende Schönheit der zögerlichen, unbeholfenen Begegnungen zwischen Mensch und Natur zu beschreiben.
Im Herzen des botanischen Gartens der mittelalterlichen Universitätsstadt Marburg steht ein majestätischer Ginkgobaum. Seit über 100 Jahren ist er stiller Zeuge und Beobachter der leisen, tiefgreifenden Veränderungen unserer Protagonisten. Die miteinander verflochtenen Handlungsstränge und Zeitebenen öffnen den Blick auf die radikal unterschiedlichen Wahrnehmungen. Jede Epoche hat Ihren eigenen unverwechselbaren Stil, ihre eigene Ästhetik.
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- Geschrieben von: Marion Hinz -
Was für ein Ereignis: Die GEDOK, das europaweit größte Netzwerk von Künstlerinnen aller Sparten und Kunstfördernden, feiert ihren 100. Geburtstag. Das Jubiläumsjahr steht unter der Schirmherrschaft von Karin Prien, Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
Das ganze Jahr wird dieses Ereignis in den 23 Regionalgruppen mit den verschiedensten öffentlichen Veranstaltungen und Projekten gefeiert. Hierfür wurde sogar ein spezieller Kalender entwickelt, der ständig aktualisiert wird. Ein Video zur Geschichte der GEDOK ist online anzuschauen. Briefmarken mit dem „100 Jahre GEDOK - Künste · Frauen · Netzwerk“-Motto zieren als Motiv jetzt so manche Postsendung. Der Bundesverband, mit Präsidentin Béatrice Portoff, hat zudem eine Festschrift und ein Buchprojekt initiiert und realisiert.
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- Geschrieben von: Claus Friede -
2026 präsentiert das Taipei Fine Arts Museum in Taiwans Hauptstadt Taipeh zwei internationale Kooperationsausstellungen, die sich der Erweiterung des Spektrums künstlerischer Wahrnehmung widmen sowie weiteren Themenausstellungen.
Ryuichi Sakamoto: „seeing sound, hearing time“ untersucht die bahnbrechende künstlerische Praxis des verstorbenen Komponisten und Künstlers Ryuichi Sakamoto (1952–2023) seit den 2000er Jahren.
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- Geschrieben von: Luigi Saitta -
Die italienische Autorin Dacia Maraini – geboren in der Toskana, aufgewachsen in Japan und auf Sizilien und seit Beginn ihrer schriftstellerischen Karriere in den 1950er Jahren in Rom wohnhaft – hat wie kaum eine andere europäisch-kosmopolitische Intellektuelle unsere postmoderne Zeit mitgeprägt. Dieses Jahr wird die auch in Deutschland viel gelesene Dichterin, Roman- und Theaterschriftstellerin 90 Jahre alt und bereist weiterhin mit vollem Terminkalender die Welt.
Insbesondere sind die zahlreichen Übersetzungen ihrer Werke weltweit ein von ihr gern genutzter Anlass. Ein kürzlich erschienener Band über „Die vielen Übersetzungen des Werks von Dacia Maraini“ (Berlin, Peter Lang, 2024) hat sich nun mit der Quantifizierung dieses globalen Widerhalls beschäftigt und gleichzeitig die Frage untersucht, wie, was, wann und mit welchen Wirkungen sprachlich und literarisch „übersetzt“ wird – oder im weiteren kulturellen Kontext überhaupt „übersetzt“ werden kann.
