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Hamburger Architektur Sommer 2019

Bildende Kunst
Corinne Wasmuht: Supraflux - Kunsthalle zu Kiel


Corinne Wasmuht gehört in Deutschland zu den interessantesten Künstlerinnen der zeitgenössischen Moderne: Sie malt Tafelbilder im Stil der Alten Meister.
Ihre großformatigen, teilweise monumentalen Tafeln sind ein Kaleidoskop aus leuchtenden Farben, Linien und Formen, welche die hellen Ausstellungsräume der Kunsthalle zu Kiel zum Strahlen bringen. Tiere, Haare, Architektur und Innenräume, Gesteinsformationen, Landschaften, Flughäfen und Straßenszenen komponiert sie zu collageartigen, simultanen Bilderwelten. 
Die Ausstellung „Corinne Wasmuht – Supraflux" zeigt Papiercollagen und Tafelbilder aus den Jahren 1989 bis 2013.
Supraflux? Ein Titel, der neugierig macht. Er klingt naturwissenschaftlich. Sind die hohen Geschwindigkeiten unserer digitalisierten Welt gemeint? Das rasante Tempo und die Mobilität dank Auto und Flugzeugen? Die Veränderungen unserer globalisierten Welt? Eine Annäherung.

 
Bildende Kunst

Piet Mondrian Bilder

Wer schwarzumrandete Felder in Primärfarben sieht, muss unweigerlich an Piet Mondrian (1872-1944) denken.
Millionenfach auf Kalenderblättern reproduziert, haben die abstrakten Kompositionen des Holländers einen kaum zu übertreffenden Wiedererkennungswert. In der Ausstellung „Mondrian. Farbe“ im Bucerius Kunstforum in Hamburg sind die sattsam bekannten Inkunabeln der Moderne jedoch nur durch eine Handvoll Beispiele vertreten. Der überwiegende Teil der 51 Exponate umfassenden Ausstellung – und gerade das macht sie so spannend – zeigt einen völlig unbekannten jungen Maler, der seinen Weg in der Auseinandersetzung mit immer neuen Vorbildern sucht. „Mondrian vor Mondrian“ wäre auch ein passender Titel gewesen.

 
Bildende Kunst
Markus Lüpertz: Bilder, Skulpturen, Texte – 1964 bis 2014

Einige Kritiker verspotten Markus Lüpertz als Malerfürst, als selbsternanntes Genie, Dandy mit dem Silberknauf am Gehstock, als egomanen Selbstdarsteller. Für andere ist er ein Ausnahmetalent.
Seine Werke genießen jedoch nationale und internationale Anerkennung. Er gehört zu den erfolgreichsten, aber auch umstrittenen Vertretern der deutschen zeitgenössischen Malerei. Zahlreiche Bronzeskulpturen sind im öffentlichen Raum präsent, seine Werke in renommierten Sammlungen und Museen des In- und Auslandes vertreten. Für profane und sakrale Bauten entwirft er Glasfenster, darunter die Fenster im Macchabäer Chor der Kirche St. Andreas in Köln.
Mit der Ausstellung "Markus Lüpertz - Bilder, Skulpturen, Texte – 1964 bis 2014" ehrt die Ernst Barlach Museumsgesellschaft in Wedel den vielseitigen, heute 73-jährigen Künstler mit einer Retrospektive.

 
Bildende Kunst
Malermeese – Meesemaler: der Bilderkosmos des Jonathan Meese

"Malermeese – Meesemaler" zeigt in einer chronologisch konzipierten Ausstellung im Museum der Moderne in Salzburg das malerische Œuvre des 1970 in Tokio geborenen Künstlers.
In dem bunten, neo-expressionistischen Kosmos des Adidas-Jackenträgers tummeln sich bitterböse Helden der germanischen Sage, Götter der ägyptischen Mythologie, Adelige und Monster. In seiner Bilderwelt sind Echnaton, Nero, Mussolini, Göring und Hitler als Diktatoren der Weltgeschichte präsent sowie Swastika, Hakenkreuz, Eisernes Kreuz und Hitlergruß als Symbole totalitärer Regime.

 
Bildende Kunst
Eva Hesse und Gego – objects and lines to play with

Zwei Frauen aus Hamburg. Zwei Generationen. Zwei jüdische Schicksale.
Was die beiden Künstlerinnen eint, ist das Verständnis der Linie als Körper im Raum, die minimalistische Formensprache und die Liebe zum Experiment. Grund genug für die Hamburger Kunsthalle, die Werke von Eva Hesse (1936-1970) und Gego (1912-1994) im Doppelpack vorzustellen. So richtig gelungen allerdings ist nur die zweite Schau „Line as Object“.

 
Bildende Kunst
„My Landscape Is Your Landscape“ – Internationale Videokunst zum Thema 'Landschaft'

Das Kunstforum Markert Gruppe in Hamburg präsentiert von Mitte Januar bis Ende März internationale Videokunst zum Thema Landschaft.
Der Begriff ‚Landschaft’ wird vor allem in zwei Bedeutungen verwendet: zum einen bezeichnet es die kulturell geprägte, subjektive Wahrnehmung einer Gegend als ästhetische und geistige Ganzheit (philosophisch-kulturwissenschaftlicher Landschaftsbegriff), zum anderen wird es, vor allem in der Geographie, verwendet, um ein Gebiet zu bezeichnen, das sich durch naturwissenschaftlich erfassbare Merkmale von anderen Gebieten abgrenzt (geographischer Landschaftsbegriff) (1).
Generell aber gibt es keine einheitliche Definition, was Landschaft sei, weshalb der Begriff aufgrund seiner lebensweltlichen, ästhetischen, territorialen, sozialen, politischen, ökonomischen, geographischen, planerischen, ethnologischen und philosophischen Bezüge auch als ein „kompositorischer“(2) bezeichnet werden kann, dessen „semantischer Hof“(3) von einer über tausendjährigen mitteleuropäischen Ideen-, Literatur- und Kunstgeschichte geprägt wurde.

 
Bildende Kunst
Museum Kunst der Westküste

Das Museum Kunst der Westküste gehört zu den jüngsten und sehenswertesten Museen in Norddeutschland.
Das im Jahr 2009 eröffnete, auf der Insel Föhr gelegene gemeinnützige Stiftermuseum widmet sich der Sammlung, Erforschung und Vermittlung von Kunst zum Thema Meer und Küste.

Die Stifterfamilie ist seit langem in der Region tätig – Vater Frederik Paulsen wurde 1909 in Dagebüll geboren und verstarb 1997 auf Föhr. Vor den Nazis über die Schweiz nach Schweden geflohen, gründete Paulsen Senior den weltweit agierenden Konzern Ferring Pharmaceuticals sowie die Ferring Stiftung, die sich seit 1988 in erster Linie der Erforschung der Lebensbedingungen in Küstengewässern, insbesondere im Nordfriesischen Wattenmeer und dessen Inseln und die Unterstützung von Maßnahmen zur Erhaltung und Verbesserung der Lebensbedingungen in diesen Gebieten gewidmet hat. Außerdem liegt der Fokus auf der Förderung der friesischen Sprache und Kultur, sowie auch anderer kleiner Sprachen.

 
Bildende Kunst
Géricault. Bilder auf Leben und Tod

In der Frankfurter Schirn Kunsthalle wird Théodore Géricault (1791-1824), ein Großmeister der französischen Malerei des 19. Jahrhunderts, eine Ausstellung mit mehr als 60 Werken eingerichtet, die den Schwerpunkt auf Schmerz und Leiden legt.

Mit dem Gemälde „Das Floß der Medusa“ ist Théodore Géricault in die Kunstgeschichte eingegangen. Das im Pariser Louvre ausgestellte Historienbild konnte nicht ausgeliehen werden. Jedoch sind in Frankfurt vorbereitende Gemälde und Zeichnungen zu sehen.

 
Bildende Kunst
Wien Berlin – Kunst zweier Metropolen. Von Schiele bis Grosz

Max Beckmann, Otto Dix, George Grosz, Ernst-Ludwig Kirchner, Gustav Klimt, Oskar Kokoschka, Max Liebermann, Christian Schad, Egon Schiele – Namen, die sich wie das Who is Who der klassischen Moderne lesen.
Die Künstler gehören zu den prominentesten Vertreter der neuen Ausstellung in der Berlinischen Galerie. Insgesamt präsentiert die Schau 102 Kunstschaffende der Wiener und Berliner Avantgarde. Rund 200 Exponate - Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen - spannen einen Bogen von den Wiener und Berliner Secessionisten, über den Expressionismus bis zur Neuen Sachlichkeit nach dem Ersten Weltkrieg sowie dem Machtantritt der Nationalsozialisten im Jahr 1933. Dem wechselseitigen Austausch in der bildenden Kunst, den Unterschieden und Gemeinsamkeiten der Wiener und Berliner Kunstszene widmet sich die Ausstellung. Wien versus Berlin?

 
Bildende Kunst
Cris Pink: „Offshore“ – nebulöse Lichtschleier in unzähligen Farbschichten

Unter dem Titel „Offshore“ stellt die Hamburger Galerie Hengevoss-Dürkop erstmals Landschaften der auf Mallorca lebenden deutschen Künstlerin Cris Pink vor.
„Offshore“, ein geläufiger Begriff aus der Wirtschaftssprache, bedeutet im ursprünglichen Sinne „küstenfern“ – und die Landschaften von Cris Pink sind in der Tat fern der Küste: Bis auf wenige Ausnahmen dominieren Wasserlandschaften im Werk der gebürtigen Koblenzerin, die seit mehr als 30 Jahren auf Mallorca lebt.
Diese Landschaften sind keine Abbilder der Natur, keine Dokumente, auch wenn sie nach konkreter Anschauung vor Ort entstanden sind. Cris Pink reist viel und sie zeichnet auf ihren Reisen unentwegt. Zurück im Atelier jedoch löst sie sich von den naturalistischen Skizzen, entkleidet die Landschaft gleichsam ihrer Körperlichkeit und transformiert sie zu spirituell durchdrungenen Empfindungsräumen aus Licht und Farbe.

 
Bildende Kunst
Nur das Talent... Käthe Kollwitz und die Frauen der Berliner Secession

Den "Malweibern" der Berliner Secession (1898–1913) Käthe Kollwitz, Julie Wolfthorn, Dora Hitz, Sabine Lepsius, Clara Siewert, Charlotte Berend-Corinth und Maria Slavona ist die Ausstellung der Herbert Gerisch-Stiftung in der Villa Wachholtz, Neumünster, gewidmet.
Die Schau präsentiert über 60 Exponate, darunter Portraits, Stillleben und Landschaftsbilder sowie Grafiken und Aquarelle. Die Arbeiten geben Einblick in das künstlerische Schaffen der Malerinnen im Berlin der Jahrhundertwende. Die Ausstellung weist aber auch auf die schwierige Lebenssituation der Künstlerinnen im Deutschen Kaiserreich von 1871 hin. Mit der Gründung der Berliner Secession ändert sich erstmals ihre Situation. Frauen sind als gleichberechtigte Mitglieder zugelassen. Beginnt nun der Siegeszug des weiblichen Geschlechts in der bildenden Kunst?

 
Bildende Kunst
„Dionysos – Rausch und Ekstase“

Er war der Outlaw auf dem Olymp. Ein schillernder, unheimlicher Typ, der stets mit einer verzückten Horde wollüstiger Weiber und dämonischer Waldgeister auftrat.
Seit der Antike steht Dionysos (bei den Römern Bacchus genannt), für die dunklen, triebhaften Seiten aller irdischen und göttlichen Existenz. Seine ausschweifende Lebenslust und Wildheit machten ihn im Laufe der Jahrhunderte zum beliebtesten Gott der bildenden Kunst. Doch das allein ist nicht der Grund, warum ihm das Bucerius Kunst Forum derzeit eine opulente Themenschau widmet. Eine Ausstellung mit mehr als 90 hochkarätigen Leihgaben aus Dresden, London, Neapel und Wien, die einen Zeitraum von 2400 Jahren umspannen: „Dionysos – Rausch und Ekstase“ führt vor Augen, wie eng sich Künstler der Neuzeit an antiken Vorbildern orientiert haben. Zum ersten Mal werden hier antike Vasen, Reliefs, Skulpturen und Sarkophage den Gemälden der Renaissance und des Barock gegenübergestellt und zeigen im direkten Vergleich verblüffende Übereinstimmungen.

 
Bildende Kunst
Alexander Calder - Avantgarde in Bewegung

Düsseldorf lockt in diesem Herbst mit einer spektakulären Ausstellung.
Das K 20 am Grabbeplatz,der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, präsentiert frühe Arbeiten des amerikanischen Bildhauers Alexander Calder, der als erster Künstler Skulpturen in Bewegung versetzt. "Warum muss die Kunst denn statisch sein? Der nächste Schritt in der Bildhauerei ist Bewegung", erläutert er seine Vorliebe für die Kinetik. Im Fokus der Schau stehen die Mobiles. Von der Decke hängend oder stehend, bezaubern die filigranen, sanft schwingenden – manchmal auch klingenden – Objekte den Besucher.

 
Bildende Kunst
Hieronymus Proske – das Repertoire in der Werkschau

Eine Werkschau eines Künstlers über einen Arbeitszeitraum von 15 Jahren zu präsentieren ist einerseits Zusammenfassung dessen, was sich über eine solche Zeitspanne künstlerisch getan und verändert hat, andererseits ordnet sich ein Werk wie dieses in einen allgemeinen Kontext der Kunst ein.
Hieronymus Proskes „Repertoire“, die „Fundstätte“ oder modern ausgedrückt, die Gesamtheit seiner künstlerischen Werke, die verfügbar sind, ist nun in der Fabrik der Künste in Hamburg zu sehen. Vorweg sei gesagt, dass dieses Repertoire im Kern nur dann zu verstehen ist, wenn man die Verschmelzung von Sichtbarkeit der dechiffrierbaren Bildmotive mit der Unsichtbarkeit, also den Themen jenseits der Bildfläche wahrnimmt.

 

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