Der promovierte Philosoph Frank-Peter Hansen ist auch Autor von spannenden Flensburg-Krimis. Sein neuestes Werk „Schausende Tod“ ist der achte Krimi in dieser Reihe und zugleich der sechste Fall des Ermittlerpaares Blaschke und Schmuhl. Diesmal geht es um einen, vielleicht sogar um mehrere Mordfälle – wer weiß das schon am Anfang eines Buches. Und das Ende darf hier natürlich nicht verraten werden. Die Spannung erfasst uns beim Lesen…
Der Krimi beginnt mit einem Trick, genauer gesagt: mit einem angedeuteten Rückblick. „Die verfluchten fünf Tage, in denen sich ihr gesamtes bisheriges Leben […] in Luft aufgelöst hatte, lagen zwar erst bummelige zwei Monate zurück. Aber es kam ihr so vor, als ob die alte Elsa und die neue nur noch denselben Namen hatten“, lesen wir über Elsa Josten. Die junge Frau ist taubstumm. Ein Zustand, den sie längst akzeptiert hat, in dem sie sich geborgen fühlt. Geborgen im Nicht-Sprechen-Können. Im Nicht-Kommunizieren-Wollen. Im sich-in-Sicherheit-fühlen vor dem Homo Sapiens.
Elsa wohnt in einer großen Villa in Fahrensodde (Flensburg). Die Villa und das gesamte Vermögen hat sie von einem großväterlichen Freund geerbt. Elsa ist so reich, dass sie ihr ganzes Leben lang nicht gezwungen sein wird zu arbeiten. Doch ihr Schicksal ist ein trauriges: Elsas Eltern starben, als sie noch ein Kleinkind war. Elsa wuchs in einem Heim auf. Jetzt ist sie 18 Jahre jung und hat gerade eine SMS an ihren Lebensretter (wie es im Roman neugierig machend heißt) abgeschickt, mit dem sie sich zum Joggen treffen möchte. Der Mann heißt Hartmut und will Elsa am liebsten sofort heiraten. Nicht zuletzt wegen ihrer „kampfeslustigen Unerschrockenheit und ihres lebenstüchtigen Wagemuts“, die ihn beeindruckt haben. Die Spannung steigt und wir möchten mehr wissen. Auch: Was war in diesen fünf Tagen vor zwei Monaten vorgefallen?
Doch das ist noch längst nicht alles, was zunächst rätselhaft daherkommt und aufgelöst werden will. Denn jetzt geht der Krimi, jetzt geht die Handlung erst richtig los: Elsa joggt Richtung Flensburger Innenförde. Es ist Nachmittag: „Ein bereits dezent nach Herbst riechender Spätsommertag ging zur Neige. Der Wärme des Nachmittags war die frische Kühle des Frühherbstes beigemischt. Am wolkenlosen Himmel war Richtung Westen die schmale Sichel des zunehmenden Mondes glasklar zu sehen […].“ Ein Segelschiff gleitet über das Wasser. Zwei Menschen sind an Bord. Eine Frau und ein Mann. Sie streiten sich. Sie kämpfen miteinander. Die Frau geht über Bord. Das Schiff hält auf Elsa zu. Ein Schuss fällt. Elsa wird getroffen…. So spannend wie in diesem Moment soll es gerne weitergehen und das tut es.
Frank-Peter Hansen versteht es, uns Leser und Leserinnen mit feinen, psychologisch fundierten „Tricks“ einzufangen und auf der (Lese-)Spur zu halten. Hinzu kommen stimmungsvolle Natur- und kenntnisreiche Ortsbeschreibungen und eine lockere, unaufgeregte Sprache, die in gutem Kontrast zur spannenden Handlung steht. So macht Krimilesen Spaß.
Frank-Peter Hansen: „Schausende Tod“
Verlag Königshausen & Neumann. Flensburg-Krimi
215 Seiten, Paperback, kartoniert
ISBN: 978-3-8260-9628-0
Weitere Informationen (Verlag)

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