Literatur Magazin
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- Geschrieben von: Stefan Diebitz -
Johann Paul Friedrich Richter, der seinen Namen zu Jean Paul abkürzte, galt nie als einer der ganz Großen – aber vergessen war er ebenso wenig. Viele konnten seine Bücher nicht leiden, aber andere schwärmten auch für ihn; und zu beiden Gruppen zählen einige der bedeutendsten deutschen Autoren. Am 14. November 1825 verstarb der große Dichter Jean Paul.
Stefan George widmete ihm ein Gedicht – es findet sich in dem Band „Der Teppich des Lebens“ –, und der so ganz anders gestrickte Arno Schmidt (so ganz anders als George…) eröffnete sein Meisterwerk „Kaff auch Mare Crisium“ von 1960 mit einem Zitat aus dem ersten Roman Jean Pauls: „Nichts Niemand Nirgends Nie!“ Es liegt nahe, das Zitat als eine Liebeserklärung des einen Außenseiters an einen anderen Außenseiter zu lesen. Oder war es sogar ein Kniefall?
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- Geschrieben von: Marion Hinz -
Nelio Biedermann ist mit seinem Roman Lázár ein Bestseller gelungen, der in 28 Sprachen übersetzt werden soll. Dieses Buch ist ein Pageturner, der nicht nur die Leserschaft, sondern auch Buchhändler in ganz Deutschland überzeugt hat: Im Rahmen der Frankfurter Buchmesse 2025 wurde das Buch zum „Lieblingsbuch der Unabhängigen“ gekürt.
Nominiert waren rund 250 Titel. Auf der Shortlist standen fünf Bücher. Mehrheitlich entschieden sich die an der Abstimmung Beteiligten für diese „sinnenfroh und verwegen erzählte Geschichte vom Fall einer ungarischen Adelsfamilie im 20. Jahrhundert“. Die Auszeichnung, die seit 2015 vergeben wird, ist der einzige Preis, der ausschließlich durch Stimmen der Buchhändler und Buchhändlerinnen ermittelt wird.
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- Geschrieben von: Marion Hinz -
Am 16. Dezember 2025 jährt sich der Geburtstag der englischen Schriftstellerin Jane Austen zum 250.Mal. Eine gute Nachricht für alle Fans: Sie müssen nicht länger zum Jane-Austen-Haus in Chawton pilgern, um ihrer Lieblingsschriftstellerin nahe zu sein.
Sie können stattdessen einfach in eine Graphic Novel eintauchen und eine literarische, illustrierte Reise durch das Leben von Jane Austen (1775–1817) antreten.
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- Geschrieben von: Marion Hinz -
Dem Arbeitskreis Jüdisches Bingen und den Autoren Hans-Joachim Hoffmann und Francois Van Menxel ist zu verdanken, dass „Daija“ – der einzige Roman, den Ida Dehmel (1870–1942) je geschrieben hat – nun in gedruckter Form vorliegt.
Und das in allen drei Fassungen: „Urschrift“, „Zwischenfassung“ und „Letzte Fassung“! Mehr als achtzig Jahre ruhten die Manuskripte. Ihre dauerhafte Aufbewahrung fanden sie im Dehmel-Archiv der Hamburger Staats- und Universitätsbibliothek.
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- Geschrieben von: Marion Hinz -
Allein schon die Lebensgeschichte von Juri Felsen, Autor des Romans „Getäuscht“, wäre ein Buch für sich: 1894 als Nikolai Freudenstein in Petersburg geboren, emigriert er 1918 nach Riga, lässt sich 1923 in Paris nieder und wird dort als Juri Felsen zu einem der führenden Schriftsteller seiner Generation.
Beeinflusst von Marcel Proust, James Joyce und Virginia Woolf steht er mit seinem Werk an der Spitze der europäischen Gegenwartsliteratur. Doch dann greift das Schicksal erbarmungslos zu. Die Deutschen besetzen Frankreich, Juri muss flüchten, denn er ist Jude. Er wird gefasst, inhaftiert, interniert, deportiert und 1943 in Ausschwitz ermordet.
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- Geschrieben von: Marion Hinz -
Der 1956 in Tønsberg geborene Schriftsteller Ingvar Ambjørnsen, der seit 1985 in Hamburg lebte, ist am 19. Juli gestorben.
Er war einer der bekanntesten und beliebtesten Schriftsteller Norwegens. Auch in Deutschland war Ingvar Ambjørnsen berühmt, vor allem durch seine Romane über den Antihelden „Elling“, die auch verfilmt und als Theaterstück aufgeführt wurden.
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- Geschrieben von: Marion Hinz -
„Was ich von ihr weiß“ (Originaltitel: „Veiller sur elle“) von Jean-Baptiste Andrea ist ein faszinierender Roman. Für dieses Buch wurde Andrea 2023 mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet.
Jetzt ist der Roman auf Deutsch (Übersetzung: Thomas Brovot) im Luchterhand Literaturverlag erschienen. Wer das Buch zu lesen beginnt, kann, will und wird nicht aufhören, bis die letzte Seite gelesen ist. Was am Ende bleibt, ist die Erinnerung an ein grandioses Leseerlebnis und die Hoffnung auf eine Verfilmung. Vielleicht schreibt Autor und Filmemacher Jean-Baptiste Andrea ja auch das Drehbuch zum Film und führt selbst Regie. Das könnte uns Leser ein weiteres Mal glücklich machen.
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- Geschrieben von: Stefan Diebitz -
Der Germanist Manfred Koch deutet in seiner Biographie Leben und Dichtung Rainer Maria Rilkes.
Rilke gehört zu den ganz großen Namen der deutschen Lyrik. Robert Musil brachte seine Bedeutung auf den Punkt, als er wenige Wochen nach dem Tod des Dichters erklärte, Rilke habe nichts anderes getan, „als daß er das deutsche Gedicht zum erstenmal vollkommen gemacht hat.“
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- Geschrieben von: Stefan Diebitz -
Für die einen ist sie eine der bedeutendsten Stimmen der deutschen Lyrik im 20. Jahrhundert, für die anderen kaum mehr als die verrückte Kurzzeit-Freundin Gottfried Benns. Der sehr unklassischen Dichterin Else Lasker-Schüler (1869–1945) widmet das Günter-Grass-Haus in Lübeck eine Sonderausstellung.
Das Günter-Grass-Haus, das in den letzten Monaten gründlich überholt wurde und entsprechend lange geschlossen blieb, sieht sich in seinen Sonderausstellungen den künstlerischen Mehrfachbegabungen verpflichtet. Wie Grass, der nicht nur als Autor, sondern noch zusätzlich als Steinmetz arbeitete und Aquarelle und Lithografien schuf, sollen die Protagonisten sich auf verschiedenen Gebieten bewähren.
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- Geschrieben von: Antonia Giacobbe, Übersetzung und Einleitung: Dagmar Reichardt -
Antonia Giacobbe ist im italienischen Scido (Kalabrien) geboren und lebt heute in Rom, wo sie ihr Studium der Klassischen Literaturwissenschaft abgeschlossen hat. Danach arbeitete sie lange und intensiv als Medizinische Technologin für Radiologie in der diagnostischen und therapeutischen Abteilung für bildgebende Verfahren an der Poliklinik Tor Vergata in Rom.
Heute schreibt sie Gedichte und pendelt im südeuropäischen Raum zwischen Italien (Rom) und dem Baskenland (Vitoria), wo sie im Rahmen eines dualen Promotionsstudiums an einem Forschungsprojekt zur Krankheit und sozialen Not im Werk des süditalienischen Schriftstellers Corrado Alvaro (1895–1956) und zu dessen Rezeption im spanischen Kontext arbeitet.
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- Geschrieben von: Stefan Diebitz -
Anlässlich seines 150sten Geburtstages wird in einer textlastigen Ausstellung das Verhältnis Thomas Manns zur Politik dargestellt.
Thomas Mann, im Sommer 1875 als zweiter Sohn eines wohlhabenden Lübecker Senators zur Welt gekommen, starb 80 Jahre später in Zürich als ein glühender Demokrat, nachdem er sich noch bis zum Ende des 1. Weltkrieges gegen die Demokratie gestellt hatte.
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- Geschrieben von: Marion Hinz und Lea De Gregorio -
Lea De Gregorio (geb. 1992) ist in Hessen aufgewachsen und lebt heute in Berlin. Sie hat Vergleichende Kultur- und Religionswissenschaften studiert, schloss einen Master in Europäischer Ethnologie und einen zweiten in Philosophie ab.
Sie volontierte bei Amnesty International und war anschließend dort als Redakteurin für Gesellschaftsthemen zuständig. Seit dem Studium schreibt sie auch für überregionale Medien wie „Die Zeit“, „Deutschlandfunk Kultur“ und die „taz“.
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- Geschrieben von: Marion Hinz -
Dieser Lyrikband ist etwas ganz Besonderes: „Das Mosaik der Nacht“ vereint zweisprachige Gedichte (griechisch-deutsch) von Ioulita Iliopoulou. Mit dieser Ausgabe ihres neuesten Werks erscheint erstmals eine vollständige Übertragung eines ihrer Bücher ins Deutsche.
Doch das ist längst nicht alles: Über einen QR-Code oder einen Link (Anm. der Red.: siehe unten) kann eigens für diesen Gedichtband von Giorgos Kouroupos komponierte Musik beim Lesen der Gedichte oder natürlich auch davon unabhängig gehört werden.
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- Geschrieben von: Marion Hinz -
Heinrich Breloer gilt als einer der größten Thomas-Mann-Kenner. Es ist also kein Wunder, wenn Breloers Buch „Ein tadelloses Glück“ zahlreiche Fakten enthält, die eher unbekannt sind.
So erfahren wir Leser beispielsweise, es gab in Lübeck einst ein Sommertheater namens Tivoli. Und wir erfahren, wie Thomas Mann zu seiner Taschenuhr kam. Geschickt eingeflochtene Informationen und hübsch erzählte Anekdoten wie diese bringen uns viele kleine und große Dinge rund um den großen Schriftsteller nahe, dessen 150. Geburtstag das ganze Jahr über gefeiert wird. Auf unterhaltsame Weise können wir mit diesem Buch unsere Kenntnisse rund um den Lübecker Literaturnobelpreisträger erweitern.
