Kultur Blog
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- Geschrieben von: Isabelle Hofmann -
Niemand wird derzeit so viel diskutiert, wie Florentina Holzinger, die Systemsprengerin unter den zeitgenössischen Theatermachern. „A Year Without Summer“, Höhepunkt des Internationalen Sommerfestival auf Kampnagel, ist ihr jüngster Coup.
Das von Mary Shelleys „Frankenstein“ inspirierte Stück über Körperkult, Schöpferdrang, die Sehnsucht nach ewiger Jugend und ewigem Leben ist ein Fest des subversiven Theaters, gleichermaßen herausfordernd für Publikum wie für die Performerinnen. Hermann Nitsch und die Wiener Aktionisten hätten ihre helle Freude gehabt.
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- Geschrieben von: Marion Hinz -
Allein schon die Lebensgeschichte von Juri Felsen, Autor des Romans „Getäuscht“, wäre ein Buch für sich: 1894 als Nikolai Freudenstein in Petersburg geboren, emigriert er 1918 nach Riga, lässt sich 1923 in Paris nieder und wird dort als Juri Felsen zu einem der führenden Schriftsteller seiner Generation.
Beeinflusst von Marcel Proust, James Joyce und Virginia Woolf steht er mit seinem Werk an der Spitze der europäischen Gegenwartsliteratur. Doch dann greift das Schicksal erbarmungslos zu. Die Deutschen besetzen Frankreich, Juri muss flüchten, denn er ist Jude. Er wird gefasst, inhaftiert, interniert, deportiert und 1943 in Ausschwitz ermordet.
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- Geschrieben von: Frauke Hartmann -
Wer schon einmal Anfang August in Locarno war, weiß das besondere Flair, den liebevollen Vibe dieses Filmfestivals zu schätzen. Die Menschen, die völlig entspannt, mit Kindern im Schlepptau, leicht bekleidet und in Plastiklatschen durch das beschauliche Tessiner Städtchen am Lago Maggiore schlendern, vor Kinos Schlange stehen, in Cafés oder irgendwo auf Rasenflächen mit einem Eis in der Hand chillen.
Das Leben – ein Film. Anders als in Cannes an der Cote d‘Azur oder dem Filmfestival in Venedig, die vor und nach dem Festival in Locarno stattfinden und sozusagen die großen Schwestern sind, bleibt Locarno ein Kleinod in der Filmwelt, das elf Tage lang selbst das benachbarte Ascona zum Leuchten bringt und internationale Stars umschmeichelt.
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- Geschrieben von: Isabelle Hofmann -
Mittlerweile beschränkt sich das Internationale Sommerfestival ja längst nicht mehr nur auf Kampnagel. Aber soweit an die Hamburger Landesgrenze war es bislang noch nicht vorgedrungen.
Das queere österreichische Theaterkollektiv „Nesterval“ verwandelte das idyllische Museumsdorf Volkdorf in „Das alte Dorf“ irgendwo in den Alpen mit ihren engstirnigen, fremdenfeindlichen Einwohnern im Jahr 1964. Erschreckend real.
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- Geschrieben von: Anna Grillet -
In Todesnähe entdecken, wer wir wirklich sind: „Sirāt“ ist ein dystopisches Roadmovie, surreal, spirituell und zugleich von radikaler verstörender Authentizität. Der französisch-spanische Regisseur Óliver Laxe („Fire Will Come“, 2019) kreiert Bilder, die uns wie ein Blitz durchbohren.
Die Wüste, ihre gespenstische Erscheinung und Kangding Rays Kompositionen verwandeln sich zu Landschaften unseres Bewusstseins. Ästhetisch wie inhaltlich sperrt sich das Rave-Drama gegen jede Art der Vorhersehbarkeit. Wenn, dann erinnert es uns vielleicht an Millers „Mad Max“-Reihe oder Antonionis „Zabriskie Point“. In Cannes wurde „Sirāt“ mit dem Preis der Jury ausgezeichnet.
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- Geschrieben von: Ruth Asseyer -
Das soeben im Verlag Urbanophil erschienene Buch „Haus Marlene Poelzig, Berlin. Abriss und Aufbruch“ setzt nicht nur dem titelgebenden Bau und seiner Architektin ein Denkmal, sondern entfaltet einen ganzen Fächer von aktuellen Reflexionen zu den Themen Denkmalschutz, Rollenbilder in der Architektur, Feminismus und Erinnerungskultur.
Insgesamt haben siebzehn Autorinnen und Autoren aus den Fachdisziplinen Architektur, Kunstgeschichte, Denkmalschutz darin ihre Gedanken formuliert.
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- Geschrieben von: Marion und Ernst-Günter Hinz -
Es gibt wohl kaum ein Werk, das so stark von seiner Entstehungs- und Aufführungsgeschichte geprägt ist wie die 7. Sinfonie von Dimitri Schostakowitsch. „Das erste wirklich monumentale Werk sowjetischer Kunst“ schrieb die Zeitung „Sowjetskaja Sibri“ nach dessen Aufführung im belagerten Leningrad 1941 über dieses Werk.
Diese Sinfonie wurde symbolisch als Widerstand gegen Nazi-Deutschland verstanden und machte Schostakowitsch in einem Siegeszug durch die Welt berühmt.
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- Geschrieben von: Isabelle Hofmann -
Ein sperrigeres, unverständlicheres Stück hätte man sich zur Eröffnung des Internationalen Sommerfestivals 2025 auf Kampnagel in Hamburg kaum vorstellen können.
Marlene Monteiro Freitas vielfach gerühmte Choreographie „Nôt“ ließ ein durch die Bank ratloses, vielfach verstörtes Publikum zurück. Was war das nun? „State of the Art im zeitgenössischen Tanz“, wie im Programmheft zu lesen, war es jedenfalls nicht.
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- Geschrieben von: Marion Hinz -
Mit rund 200 Künstlern und Künstlerinnen gehört die NordArt in Büdelsdorf bei Rendsburg längst zu den größten Ausstellungen zeitgenössischer Kunst im europäischen Raum.
Auch die 26. Ausgabe kann sich sehen lassen. Die Werke sprechen für sich, beeindrucken auf vielfältige Weise. Zu erleben sind die vielfältigen Kunstwerke, angefangen von Gemälden über Skulptur, Installation bis hin zu neuartigen, spannenden Videos im Bilderrahmen noch bis zum 5. Oktober auf dem Gelände der ehemaligen Eisengießerei im „Kunstwerk Carlshütte“.
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- Geschrieben von: Marion und Ernst-Günter Hinz -
„Willkommen bei Mozart y Mambo in der Trave-Philharmonie“, begrüßte scherzend Christian Kuhnt, Intendant des Schleswig-Holstein-Musikfestivals, die Zuhörer in der großen Bootshalle der Böbs Werft in Travemünde.
Mit diesem Wort-Anker setzte er die Stimmung in der ausverkauften maritimen Halle. Das Publikum applaudierte lachend und die Lach-Möwen antworteten vom Wasser her rhythmisch korrekt.