Im Jubiläumsjahr anlässlich des 100. Geburtstags von Ingeborg Bachmann würdigen Österreich und Deutschland gemeinsam die deutschsprachige Gegenwartslyrik mit einer neuen Auszeichnung: dem Österreichisch-Deutschen Lyrikpreis. Initiiert wird dieser vom Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten der Republik Österreich (BMEIA) und dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM).
Der einmalige Preis zeichnet eine Lyrikerin beziehungsweise einen Lyriker mit Lebensmittelpunkt in Österreich und eine Lyrikerin beziehungsweise einen Lyriker mit Lebensmittelpunkt in Deutschland aus. Er ist mit jeweils 15.000 Euro dotiert.
Staatssekretär Sepp Schellhorn: „‚Alles ist eine Frage der Sprache‘, schreibt Ingeborg Bachmann. Darin liegt auch eine Grundidee Europas: Wir müssen nicht immer dieselbe Sprache sprechen, aber wir müssen versuchen, einander zu verstehen. Für Österreich und Deutschland sagt man: Nichts trennt uns so sehr wie die gemeinsame Sprache. Was könnte also geeigneter sein als die Lyrik, um uns wieder zusammenzubringen? Dass wir im Bachmann-Jahr gemeinsam herausragende Gegenwartslyrik vor den Vorhang holen, freut mich ganz besonders.“
Staatsminister Wolfram Weimer: „Lyrik schlägt Brücken zwischen Menschen und Nationen. Gedichte überschreiten Grenzen: Grenzen der Herzen, der Sprachen, der Kulturen und der Staaten. Gerade deshalb war es uns wichtig, im Jubiläumsjahr der großen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann diesen gemeinsamen Preis ins Leben zu rufen. Damit setzen wir ein Zeichen für die enge kulturelle Verbundenheit unserer beiden Länder und für die Kraft der Literatur, Menschen zusammenzubringen.“
Prämiert werden Lyrikbände, die in den vergangenen drei Jahren erschienen sind und – wie Ingeborg Bachmanns Werk und Leben – geprägt sind von der Verbindung verschiedener poetischer Traditionen, Sprachwelten und Kulturräume.
Zum Preis gehört auch eine Teilnahme an Übersetzungswerkstätten in Berlin und Wien. Dort beschäftigen sich die Preisträgerinnen und Preisträger gemeinsam mit Literaturübersetzerinnen und -übersetzern mit Sprachen und Werken, die für Ingeborg Bachmann von besonderer Bedeutung waren. Im Mittelpunkt steht dabei der Austausch darüber, wie sich ihre eigenen Texte in andere Sprachen übertragen lassen und welche neuen Perspektiven dadurch entstehen.
Der Preis schafft damit nicht nur Sichtbarkeit für herausragende zeitgenössische Lyrik, sondern auch einen Raum für literarischen und europäischen Austausch. Zugleich knüpft er an das reiche literarische Werk Ingeborg Bachmanns an, das bis heute weit über den deutschsprachigen Raum hinauswirkt.
Die gemeinsame feierliche Preisverleihung des Österreichisch-Deutschen Lyrikpreises findet am Eröffnungstag der Buch Wien, am 25. November 2026, statt.
Projektträger sind auf österreichischer Seite die Österreichische Gesellschaft für Literatur (ÖGfL) und in Deutschland das Literarische Colloquium Berlin e.V. (LCB), in Kooperation mit dem TOLEDO-Programm des Deutschen Übersetzerfonds.
Über die Vergabe des Preises entscheidet eine unabhängige österreichisch-deutsche Jury. Ihr gehören an: Jan Bürger (Marbach), Bernhard Fetz (Wien), Daniela Strigl (Wien), Beate Tröger (Frankfurt am Main), TOLEDO/LCB, Berlin (Aurélie Maurin) sowie die ÖGfL Wien (Ursula Ebel/Manfred Müller).
Quelle: Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM)
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