Theater & Tanz in und um Hamburg
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- Geschrieben von: Cornelia Schiller -

Nipplejesus von Nick Hornby ist nun endlich auch muttersprachlich im Norden angekommen! Seit einer Woche kann man das Stück über das eigenwillig-skurrile bis exemplarisch-betroffene Zusammentreffen der Welt eines Türstehers mit der Welt der modernen Kunst nun auch auf Plattdeutsch im Ohnsorg Studio, der kleinen Schwester des Ohnsorg-Theaters, im gleichen Gebäude im ersten Stock, miterleben.
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- Geschrieben von: Isabelle Hofmann -

Aufwachen und sich an nichts mehr erinnern können – was für eine Horrorvorstellung. Der englische Autor Peter Quilter hat das Szenario einmal durchgespielt – und ein spannendes Beziehungsdrama zwischen drei Personen daraus entwickelt.
Ulrich Waller konnte für „4000 Tage“, die deutsche Erstaufführung am St. Pauli Theater, eine Starbesetzung gewinnen. Dennoch holperte es ein wenig.
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- Geschrieben von: Cornelia Schiller -

Vor diesem John Malkovich habe ich Angst, wirklich, echte Angst. Vor diesem John Malkovich wie er dort als Satur Diman Cha auf der Bühne steht, da gruselt es mir bis hinein in sämtliche Knochen.
Wahrscheinlich ist das ein Lob auf die Schauspielkunst des 63-jährigen Amerikaners mit den deutschen, kroatischen und schottischen Vorfahren, dieses aparten gelassenen, in Jeanshemd und -hose gewandeten, perfekt auch französisch sprechenden, mit seinen nackten Füßen in schwarzen Sportschuhen steckenden, eine nach veganem Leder aussehende über die Schulter lässig gehängte Umhängetasche tragenden weißhaarigen immer noch attraktiven Typen. Ihn durfte ich zwei Tage vor der Uraufführung bei einem Pressegespräch in der Cafeteria der Elbphilharmonie sozusagen privat (als Schauspieler) zusammen mit einigen anderen PressekollegInnen erleben.
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- Geschrieben von: Isabelle Hofmann -

Was für ein Theater! Flachsinnig, spritzig, abgedreht – und ein kleines bisschen tiefsinnig auch. Ein Mix aus Pop und verzweifelten Kommunikationsversuchen, Revolutionskitsch und Guerilla-Ballett.
Doch im Grunde geht es bei René Polleschs aberwitzigem Stück „Ich kann nicht mehr“ um die Unzulänglichkeit von Sprache und Theatermitteln. Im Deutschen Schauspielhaus Hamburg gab es nach der achtzigminütigen Uraufführung begeisterten Applaus.
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- Geschrieben von: Isabelle Hofmann -

Das legendäre Stück von Pina Bausch, eröffnete die Reihe DANCE Future II.
Viktor. Wer, um alles in der Welt, ist Viktor? Die schöne rothaarige Tänzerin, die da auf dem Boden sitzt und mit tiefer Automatenstimme behauptet „Ich bin Viktor“? Der Alte, der mit Stock und tief über den Kopf gezogener Kapuze über die Bühne humpelt und hier offenbar heimlich Regie führt? Oder der andere ältere Herr, der im bodenlangen Pelz, mondänem Damenhut und Pömps an den nackten Füßen eine Extravaganz ohne Gleichen versprüht und dabei überhaupt nicht lächerlich wirkt?
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- Geschrieben von: Hans-Juergen Fink -

Fünfzig Jahre hat Ballettintendant John Neumeier gewartet, bis er seine Tanzfassung zu Gustav Mahlers „Das Lied von der Erde“ für das Hamburg Ballett schuf. Es ist ein großartiger, ein anrührender Abend über Gedanken beim Herannahen des Abschieds vom Leben geworden.
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- Geschrieben von: Dagmar Seifert -

Eigentlich hab ich überhaupt keine Zeit, eine Rezension zu schreiben.
Hab mir das Stück kürzlich angeschaut, weil es mich interessierte und weil man ja gerade im größten Stress mal ein wenig Entspannung braucht.
Das war jedoch ein derart schöner Abend – ich kann nicht umhin, ein paar Worte dazu zu schreiben…
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- Geschrieben von: Isabelle Hofmann -

Paris, Las Vegas, Monte Carlo. In der Welt des Varietés gibt es viele klingende Namen, doch nirgendwo findet sich diese prickelnde Mischung aus Plüsch, Nostalgie, Unterhaltungskunst und Weltklasse-Akrobatik wie in dem Schatzkästchen am Hamburger Steindamm.
Thomas Collien und Ulrich Waller eröffneten am Donnerstag die 9. Spielzeit im Hansa-Theater mit einer fantastischen Artisten-Riege, einer etwas peinlich herausgeputzten Marianne Rosenberg und der vergnügt lästernden Moderatorin Gerburg Jahnke, die über „dementes Bindegewebe“ und ihr lädiertes Bein lamentierte – aber bei ihrem Sturz von der Trepp –, Gott sei Dank – nicht auf den Mund gefallen war.
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- Geschrieben von: Hans-Juergen Fink -

Was ist eigentlich Freundschaft? Wie entsteht sie? Was hält langjährige Freunde zusammen? Was kann sie trennen? Was ist bei Freundschaft anders als bei Liebe? Gilla Cremer geht dem in ihrem neuen Soloabend nach, den Gerd Bellmann musikalisch unterstützt. Premiere für einen Nachdenk-Abend der Extraklasse in den Hamburger Kammerspielen.
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- Geschrieben von: Isabelle Hofmann -

Man muss wahrlich nicht alles gesehen haben von diesem kunterbunten, oft banalen „Kunst-Zirkus“, den András Siebold zweieinhalb Wochen auf Kampnagel veranstaltete, um zu merken, dass Rachid Ouramdanes „Tenir Le Temps“ einer der Höhepunkte des Internationalen Sommerfestivals 2016 war: Eine magische Stunde Tanz, an der man sich nicht satt sehen konnte.
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- Geschrieben von: Isabelle Hofmann -

Das Kampnagel Sommerfestival startete in diesem Jahr mit Oliver Dubois‘ „Auguri“ – einem philosophischen Stück über den trostlosen Zustand unserer Gesellschaft: Ein Höllenlärm, alles dunkel, die Menschen rasen aneinander vorbei und manchmal krachen sie aufeinander.
In der Ankündigung liest sich „Auguri“ allerdings etwas anders. Olivier Dubois, der französische Star-Choreograf und Tänzer, bezieht sich in seinem Stück, das auf Kampnagel seine Uraufführung erlebte, auf die römischen Auguren: „Beamte, deren Aufgabe darin bestand, den Götterwillen und die Zukunft aus dem Flug von Vögeln abzulesen. Analog zu dieser Praxis der Ornithomantie, die in vielen unterschiedlichen Kulturen Anwendung fand, macht Dubois hier die Bühne zu einem Orakel der Menschheit.“ So jedenfalls steht es im Programmheft.
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- Geschrieben von: Isabelle Hofmann -

Fünf Stunden Tanz und keine Sekunde zu viel: Selten sah man eine so kurzweilige Nijinsky-Gala, wie in diesem Jahr. Mit furiosen „Portraits in Tanz und Musik“ verabschiedete sich das Hamburg Ballett – und damit die Hamburgische Staatsoper – in die wohlverdiente Sommerpause.
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- Geschrieben von: Hans-Juergen Fink -

Ivan Urban ist seit 1998 Erster Solist beim Hamburg Ballett John Neumeier, nun steht er an der Schwelle zu neuen Aufgaben: Ab der kommenden Saison wird er als Ballettmeister und Sonderdarsteller sein immenses Können für John Neumeiers Compagnie einsetzen.
Was macht ein Ballettsolist, der übers Aufhören und die Zeit danach nachdenken soll? Ivan Urban, 1994 aus Weißrussland gekommen und seit 1998 Erster Solist im Hamburg Ballett, ist inzwischen 41 Jahre alt. Mit 35 hat er das zum ersten Mal versucht. „Man geht dem gern aus dem Weg. Die Karriere von Tänzern ist kurz, kaum hat man richtig angefangen, soll man schon an das Ende denken? Man hat doch so hart gearbeitet, jahrelang nach Perfektion gestrebt.“ Irgendwann kam auch John Neumeier behutsam auf das Thema zu sprechen. Was macht man dann?
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- Geschrieben von: Isabelle Hofmann -

Buhrufe zur B-Premiere, das hat John Neumeier wohl auch noch nie erlebt. Jedenfalls guckte der langjährige Chef des Hamburg Balletts so ungläubig in die Ränge, als wolle er seinen Ohren nicht trauen.
Nun, diese Buhs für seine jüngste Schöpfung namens „Duse“ sind durchaus berechtigt. Neumeiers Reminiszenz an die legendäre italienische Primadonna wird von Alessandra Feri in der Titelrolle zwar hingebungsvoll getanzt, bleibt choreografisch jedoch größtenteils belanglos, zerfällt in zwei völlig unterschiedliche Teile und scheint letztlich nur Folie zu sein für eine zutiefst pessimistische Weltsicht. Ballettfreunde mit Hang zur Schwermut seien jedenfalls gewarnt: Dieses Ballett birgt Risiken und Nebenwirkungen.
