Theater - Tanz
Phantom der Oper - antiquiertes, seelenloses Ausstattungstheater

Wer die Deutschlandpremiere des „Phantoms der Oper“ 1990 sah, dem kam der Empfang zum „Comebacks des Jahres“ vertraut vor: Demonstranten und Polizei vor dem Eingang zur Neuen Flora.
Diesmal aber kein Protest gegen das Theater, sondern dafür: Die Belegschaft der Show sei im Vergleich zu damals auf die Hälfte geschrumpft – so schimpften Mitarbeiter. Insbesondere die Musiker hätten zu leiden. Stimmt: Andrew Lloyd Webber orchestrierte das Musical neu und dampfte es auf nunmehr 14 Musiker ein. Der Klang wirkt dadurch zwar weniger raumgreifend, dafür aber eine Spur eleganter.

 
Theater - Tanz
Orientbegeisterung in Altona – „Die Italienerin in Algier“

Für die Inszenierung der in Vergessenheit geratenen komischen Oper „Lauter Verrückte“ von Johann Simon Mayr (1763-1845) hat Philipp Kochheim soeben den Rolf Mares Preis erhalten.
Nun hatte das nächste preisverdächtige Stück an der Hamburger Kammeroper Premiere: „Die Italienerin in Algier“, Gioachino Rossinis genialer Wurf aus dem Jahr 1813. In der schlanken deutschen Fassung von Barbara Hass (Text), Andreas Franz (Regie) und Fabian Dobler (musikalische Bearbeitung) ist der orientalische Ausstattungspomp drastisch reduziert und eine mitreißend moderne, pointierte Groteske entstanden, in der Feline Knabe als ebenso stimmgewaltige wie selbstbewusste Isabella die Überlegenheit einer Domina an den Tag legt.

 
Theater - Tanz
Salzburger Marionettentheater - 100 Jahre jung

Jim Knopf, Kater Mikesch, Pinocchio – die meisten Erwachsenen verbinden Puppentheater wohl mit Kindheitserinnerungen, dabei hat die Welt der bewegten Figuren höchst anspruchsvolle Facetten.
Bestes Beispiel ist das Salzburger Marionettentheater, das in diesem Jahr 100 geworden ist. Gegenwärtig tourt die Traditionsbühne mit ihrer neuen Produktion „Alice in Wonderland“ durch Amerika, denn dort gelang ihr vor gut 60 Jahren der internationale Durchbruch. Daheim wird sie derweil mit einer großen Ausstellung geehrt: Das Salzburg Museum zeigt „100 Jahre Salzburger Marionettentheater“ – einen atmosphärisch dichten Überblick über Leben und Werk des Theatergründers Anton Aicher (1859-1930).

 
Theater - Tanz
Nicht aus Pappe: „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“

Jonas Jonassons Bestseller „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ auf die Bühne zu bringen, ist zweifellos ein ambitioniertes Projekt, zumal für das durch finanzielle Lecks und Umbauarbeiten gebeutelte Altonaer Theater.
Größenwahnsinnig, haben vielleicht einige gedacht. Wie wollen die so eine wunderbar verrückte Reise durch das 20. Jahrhundert und drei Kontinente in drei Stunden erzählen? Mit umwerfenden Witz und Einfallsreichtum lautet die Antwort. Zur Uraufführung am Sonntag gab es stehenden Stakkato-Applaus für eine ganz und gar hinreißende Inszenierung, die punktgenau die liebenswerte Skurrilität der Romanvorlage trifft.

 
Theater - Tanz
Swan Lake Reloaded

Tchaikovskys "Schwanensee" ist wohl eines der bekanntesten Ballettstücke überhaupt.
Die Geschichte von Prinz Siegfried, der sich in die verzauberte Schwanenprinzessin Odette verliebt, wird nun schon seit 136 Jahren auf die Bühne gebracht – in den unterschiedlichsten Varianten. Der schwedische Choreograph Fredrik Rydman hat sich nun an eine weitere Interpretation des klassischen Meisterwerks gewagt: Bei "Swan Lake reloaded" wird Ballett mit Streetdance-Elementen gemischt. Noch bis zum 28. Juli ist das spektakuläre Tanztheaterstück im Thalia Theater Hamburg zu sehen.

 
Theater - Tanz
Zu Ehren von John Neumeier - Nijinsky Gala

Zur Kitsch-Apotheose fehlte nur noch der glutrote Abendhimmel: Begleitet von den mächtigen Paukenschlägen und dem Fortissimo der Blechbläser, die Gustav Mahler im VI. Satz seiner Dritten Sinfonie zum pathetischen Finale steigert, schritt John Neumeier dem Bühnenhorizont der Hamburg Oper entgegen, drehte sich dann noch einmal um und streckte sich aus der Tiefe des Raumes „seinem“ Publikum entgegen.
Emotionaler ging noch nie eine Nijinsky-Gala zu Ende. Aber nach 40 Jahren als Direktor des Hamburg Balletts darf man schon mal etwas gefühlsbetont zurückblicken, zumal gerade zuvor die „Schatten der Vergangenheit“ an ihm vorbeizogen.

 
Theater - Tanz
Romeo und Julia“ Gastspiel Les Ballets de Monte-Carlo - Photo d'Anja et Stephan : photo Gia TO

Was ist nur mit der Hamburger Ballettgemeinde los?
Da gibt es schon mal eines der raren Gastspiele, wie jetzt bei den 39. Hamburger Ballett-Tagen in der Hamburg Oper – und dann sind die Ränge halb leer. Liebe Leser, seien Sie versichert: Sie verpassen etwas! Die „"Romeo und Julia“-Version des Ballets de Monte-Carlo ist großartig. Gestern Abend gab es stehende Ovationen für eine technisch brillante Compagnie, ein durch und durch bezauberndes, dramatisch ausgereiftes  junges Liebespaar – und für einen Pater Lorenzo, wie man ihn bislang noch nicht zu Gesicht bekam. Für heute Abend gibt es noch Karten – nix wie hin.

 
Theater - Tanz
Rollenspiele des Lebens - John Neumeier im Gespräch

Vierzig Hamburger Jahre das bedeutet: John Neumeier ist längst eine Hamburger Institution.
"Shakespeare Dances" – Die ganze Welt als Bühne, steht im Mittelpunkt des Gesprächs, das André Podschun mit John Neumeier, dem Intendanten und Chefchoreographen des Hamburg Ballett zu seinen Szenen aus Shakespeare-Balletten führte. Das sind: "Wie es Euch gefällt", "Hamlet", "Vivaldi oder Was ihr wollt". Diese werden nun im Juni auf der Bühne der Hamburger Staatsoper zu erleben sein.

 
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Yasmina Reza „Ihre Version des Spiels“ im St. Pauli Theater

Schlechtes Stück, klasse Schauspieler – auf diese Formel ließe sich Yasmina Rezas „Ihre Version des Spiels“ im St. Pauli Theater herunterbrechen.
Für Hannelore-Hoger-Fans ist die Hamburger Inszenierung dennoch empfehlenswert: In ihrer Rolle als medienscheue Star-Autorin zeigt sich die Schauspielerin in Bestform. 

 
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Uwe Deeken

Als Uwe Deeken 1968 das erste Theater für Kinder in Deutschland gründete, gab es noch längst nicht in allen deutschen Haushalten Fernsehen.
Mittlerweile führt er erfolgreich ein Zwei-Sparten-Haus und setzt auf echte Erlebnisse statt digitaler Medienflut. Isabelle Hofmann sprach mit dem Theatermacher in Hamburg über Theater, Oper und Kinder als Publikum.

 
Theater - Tanz
pegasus-preis-2012

Ein Stuhl, rot-golden wie für die Zuschauer, hängt knapp über dem Bühnenboden, rechts und links an der Lehne trägt der goldenen Schwingen.
Pegasus kurz vor der Landung im Allee-Theater an der Max-Brauer-Allee. Ein hübsch verfremdetes Zitat der rot-goldenen, verheißungsvollen Stühlesammlung im Zuschauerraum.

Bald ist das vollbesetzte Haus freudiger Erwartung, die theaterleitende Familie Deeken sowieso. Denn der Pegasus-Preis, seit 1999 von ExxonMobil jährlich verliehen an ein Hamburger Privattheater, besteht ja nicht nur aus einer hübschen goldglänzenden Statue des geflügelten Rosses, sondern auch aus ganz profanen, aber nicht weniger beflügelnden 35.000 Euro, mit denen das Gewinner-Theater eine der kommenden Inszenierungen noch sehens- und hörenswerter machen kann.

 
Theater - Tanz
25 Jahre Schule für Schauspiel Hamburg

Der 22. Oktober 2012 ist ein ganz besonderer Tag für die Schule für Schauspiel Hamburg.
An diesem Tag wird gefeiert. Was mit einer kleinen Ballettschule und einer Tanztheatergruppe im Jahr 1982 namens „Winter auf Mallorca“ begann, entwickelte sich in rasantem Tempo zunächst zu einer Fortbildung für Schauspieler. Der Raum des Ballettstudios wurde zu klein und so zogen die beiden Gründerinnen, Michaela Uhlig und Olivia Rüdinger, in die Oelkersallee 33 zwischen Hamburg-Altona und Schanze und boten eine dreimonatige Fortbildung für Schauspieler im Alter zwischen 25 und 50 Jahren an. Das „Studio O33“ wurde fünf Jahre später zur „Schule für Schauspiel Hamburg“ und hat sich in den letzten 25 Jahren einen internationalen Ruf, mit Ablegern in Köln und Zürich erworben. Gefeiert wird übrigens in den Hamburger Kammerspielen.

 
Theater - Tanz
Der Kontrabass - Stephan Schad, Henning Kiehn

Er ist kein bloßes konzertantes Instrument, das steht fest.
In Patrick Süskinds Novelle „Der Kontrabass“, seinem einzigen Theaterstück, aber auf deutschen Bühnen meistgespielt, wechseln tragisch-komische und tiefsinnig-heitere Momente im Minutentakt. Auf dem Spielfeld des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg eröffnete das Stück ganz neue Horizonte.

 
Theater - Tanz
Tanzkurs beim Sonnenkönig „Vive Le Roi Soleil!“ (Teil 3)

Musikalische Pracht des Sonnenkönigs – eine Discographie.
Trotz der großen musikhistorischen Bedeutung der französischen Barockmusik, war sie zunächst ein Stiefkind der in den 1970er-Jahren aufkommenden Neuorientierung der Originalklang-Ensembles. Man konzentrierte sich mehr auf Bach und Händel – selbst Purcell war besser vertreten als beispielsweise Lully.
Es ist einem außergewöhnlichen Musiker und seinem ungewöhnlichen Lebensweg zu verdanken, dass sich das änderte: William Christie.
Der 1944 in New York geborene Dirigent und Cembalist kam nach Frankreich und grub die ganze Herrlichkeit der Musik des französischen Barock neu aus.

 

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