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Hamburger Architektur Sommer 2019

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Andi Kissenbeck’s Club Boogaloo

Das Fachblatt „Jazzthetik“ schwärmte: Der Organist „Andi Kissenbeck swingt wie die Hölle“. Korrekt! Auf dem neuen Club-Boogaloo-Album “Monsoon Dance” finden sich jede Menge Songs die sofort in die Beine gehen. Hier ist der Name Programm: Während der Boogaloo-Ära Ende der sechziger Jahre waren viele Jazztempel auch Tanztempel.

 
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David Helbock Trio  Aural Colors

Ein paar offene Dissonanzen über grollendem Bass, perkussive Pattern auf dem Flügel mit teils sordinierten Saiten, dann legt das Trio los mit scheinbar luftigem Latin-Fusion-Jazz und einer harmlos anmutenden Melodie. Damit eröffnet David Helbock das Feld, auf dem dieses Album spielt.
Da wären einerseits die “Sechs kleinen Klavierstücke op. 19″ deren dreie Helbock in sein musikalisches Universum holt. Andererseits der ganz normale Helbock’sche Jazz, der frei assoziierend aber zwingend logisch durch die Jazzgeschichte pflügt und alles Material, das ihm unter die Finger kommt mal in kleinen Schritten mal direkt wie ein Prisma in seine verwertbaren Grundbestandteile zerlegt, die dann wiederum Rohmaterial für Rekombinationen werden können.

 
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Ryan Carniaux Quintet: Never Leave Your Baggage Unattended

Namhaft sind die Lehrer bei denen er am Berklee College in Boston studierte: Tiger Okoshi und Greg Hopkins. Der in New York City geborene Trompeter Ryan Carniaux ist selbst auf dem Weg namhaft zu werden.

„Never Leave Your Baggage Unattended“ ist sein zweites Album und das erste in Quintett-Formation. Die neun Stücke wurden von ihm, von seinem Mentor Wolfgang Lackerschmid und seinem Pianisten Mike Roelofs komponiert. Es ist eine Aneinanderreihung ausgesprochen lyrischer und melodischer Stücke und eine Reise durch die Traditionen unterschiedlicher Kontinente. Manchmal fühlt man sich sogar zeitversetzt in irgendeinen Jazzclub der 50er-Jahre.

 
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Omer Klein: Fearless Friday

„Fearless Friday - Angstfreier Freitag“ klingt ein wenig wie aus der Rubrik „Autofreier Sonntag“, nur lässt sich nicht eindeutig entschlüsseln, warum der Freitag angstfrei sein soll und warum nicht auch alle anderen Tage der Woche es sein sollten.
Omer Klein gibt verbal darüber keine zufriedenstellende Auskunft, er delegiert die Interpretation seines Albumtitels lieber an den Zuhörer. „Fearless Friday“ ist hingegen musikalisch von Beginn an spannungsaufbauend, oft rhythmisch schnell, drei aneinandergereihte Fragmente aus fliegenden Fingerbewegungen auf Klaviatur, Percussions-Instrumenten und Kontrabasshals.

 
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Max Raabe: Eine Nacht in Berlin

Kein anderer als Max Raabe knödelt so hingebungsvoll und gekonnt-altmodisch herzzerreißende Melodien aus den 20ern und 30ern des vorigen Jahrhunderts über Kakteen, zu lange Röcke, unwillige Liebhaber oder Badewannenkapitäne.
Die CD und DVD, die nun vorliegen, zeigen ihn und – wie immer – das Palast Orchester beim Zelebrieren einer Nacht in Berlin. Eingeleitet durch ein stilechtes Fahrrad-Solo des Herrn Raabe hin zum Admiralspalast, wo die Party im passenden Ambiente und mit teils angemessen gekleideten Publikum startet. Deshalb schnell das Eisbärenfell vor den DVD-Recorder gezogen und reingeschaltet.

 
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Chris Gall – Piano Solo (c) Mike Meyer

Chris Gall ist ein deutscher Pianist, aus Bad Aibling, Jahrgang 1975, mit einer fundierten Klassik- und Jazz-Ausbildung am renommierten Berklee College of Music in Boston.
Sein Spiel, seine Arrangements und seine Kompositionen sind gekennzeichnet von genreübergreifenden Elementen: Er ist zwar im Jazz zuhause, aber Klassik, Minimal Music, Tango und Indie-Rock sind wichtige musikalische Energiequellen.

 
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Julia Biel: Love Letters and Other Missiles

Schon bevor die neue Silberscheibe von Julia Biel von meinem CD-Player eingesogen wurde, hatte ich von ihrem mehrfachen Auftauchen in der Playlist der Jamie-Cullum-Show bei der BBC gehört.
Rezensoren stellten die 34-Jährige zudem bereits in das Umfeld von Nina Simone mit aparten Beimischungen von Klängen à la Radiohead, Billie Holiday und Björk. Von der „besten britischen Sängerin seit einer Ewigkeit“ rauschte es gar im britischen Blätterwald. Meine Erwartungen für „Love letters and other missiles“ waren entsprechend hoch.

 
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Caroll Vanwelden sings Shakespeare Sonnets 2

Ihre Stimme passt zum Jazz wie „Romeo und Julia“ zu William Shakespeare. Variabel in Bestimmtheit und leichtfüßiger Gelassenheit in luftpressender Härte und gehauter Zuneigung. Die Dramatik gehört dem musikalischen Moment in seiner textlichen Übersetzung. Sie schafft auch jene heutigen Gefühlswelten zum klingen zu bringen, die Worte allein nicht mehr schaffen.

 
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Bill Frisell: Guitar in the Space Age! Foto Paul Moore

Alte Männer, die ihre Vergangenheit besuchen, werden ja gern mal sentimental. Schlimmer noch: Jazzer haben allgemein eine ausgeprägte Neigung, sehr sentimental zu werden.
Doch keine Sorge: Bill Frisell wäre nicht Bill Frisell, wenn bei seinem Trip in seine Jugend nicht eine gehörige Portion Selbstironie mitschwingen würde.

 
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Nils Landgren Christmas

Begonnen hat alles 2005 mit einem heimeligen Weihnachtskonzert in der mittelalterlichen Odensala-Kirche in Nils Landgrens schwedischer Heimat. Das Ereignis ist auf DVD festgehalten („Christmas Concert with my friends“), sie erschien wie die CD 2006 zur ersten Tour – jedes Konzert eine besinnliche Fermate im hektischen Weihnachtstrubel und weihnachtliche Musik, die nicht auf süßlichen Xmas-Kitsch setzte, sondern auf feinen, leisen Kammer-Jazz.

 
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Jean-Marie Machado

Jean-Marie Machado, Wahlfranzose mit portugiesisch-italienischen Wurzeln, gehört zu denjenigen Musikern, die verschiedene Genres zu einem einzigartigen Personalstil verschmelzen. Als Pianist hat er sich zunächst in diversen Jazzformationen bewährt. Seit einigen Jahren bezieht er sich stärker auf andere musikalische Traditionen.

 
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Jacob Karlzon

Da geht die Sonne auf: Es rappelt ein wenig, ein paar einleitende Akkorde und schon gehts los; in Musik gegossene Lichtreflexionen, ein einziges Glitzern wie Sonne auf gekräuseltem Wasser. Karlzon lässt perlen – ein bisschen wie Lyle Mays. Das Stück liegt in Sound, Stimmung und Charakter sehr nahe an den Klassikern der Pat Metheny Group. Man erwartet jeden Moment das notorische Gitarrensynthesizer-Quaken des blauweißgeringelten Grinsemanns.

 
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Tom Gaebel: So Good To Be Me

Als ich Tom Gaebel zum ersten Mal hörte, war ich schwer beeindruckt: Der singt ja wie Sinatra – ist aber nicht Sinatra. Soweit, so gut. Aber was soll ich mit Sinatra-Songs von Gaebel wenn ich jede Menge Sinatra-Platten habe? Okay, live ist das etwas anderes: Sinatra ist tot – Gaebel lebt.

 
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Annie Lennox: Nostalgia

Unverkennbar – das ist sie! Auch wenn der erste Titel sich erstmal aus leisem Tongemurmel empordrängeln muss. Wenn Annie Lennox’ Stimme dann erklingt, ist nach wenigen Takten klar: Sie ist wieder da, einzigartig wie immer. Nach ihrem Weihnachtsalbum vor vier Jahren setzt sie nun auf das „Great American Songbook“, belebt Jazz und Blues der 30er und 40er. Sie hat sich 12 Titel von Größen wie Billie Holiday, Ella Fitzgerald, Louis Armstrong oder Duke Ellington ausgesucht, die – zwar immer als Klassiker erkennbar – durch ihre Stimme und Interpretation einen neuen, coolen, modernen Touch bekommen.

 

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