Fotografie

Der in Berlin geborene Robert Lebeck ist einer der großen deutschen Fotojournalisten. Hierzulande versammelt eine Auswahl seiner Reportagen aus Deutschland von 1955 bis 1983.

 

Die Zusammenschau ist ein fotografisches Kleinod: Die Rebellion einer jungen Generation im Nachkriegsdeutschland; Ost-Berliner*innen vor dem Mauerbau beim Einkauf auf der Neuköllner Karl-Marx-Straße; Kampen auf Sylt, das sich in den 1950er Jahren vom Fischerdorf zum Tummelplatz für die Reichen und Schönen entwickelte; die Freilassung der letzten deutschen Kriegsgefangenen 1955 im Grenzbahnhof Herleshausen; die Eindrücke des politischen Lebens der Berliner Republik.

 
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In den 1990er Jahren war San Francisco die Hochburg des queeren Lebens der westlich geprägten Welt. Junge queere Menschen, Künstler*innen und Freigeister strömten in die Stadt, um mit Kunst, Stil, Geschlecht und Identität zu experimentieren, um frei zu sein und ihr Leben unabhängig von der Mainstream-Gesellschaft zu gestalten.

 

Eine stilprägende Subkultur entstand: Erschwingliche Mieten ebneten den Weg für Bars, Clubs, Tattoo-Läden, Kunstgalerien, Cafés, Buchläden und von Frauen geführte Unternehmen. Eine neue Welle des Feminismus ermöglichte das Ausloten von Geschlechteridentitäten und die Butch/Femme-Kultur erreichte einen Höhepunkt.

 

 
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Apokalyptisch anmutenden Landschaften, unwirtlich, beängstigend und betörend schön. Der isländische Fotograf Ragnar Axelsson (65) dokumentiert seit mehr als 40 Jahren den dramatischen Klimawandel in der Arktis, in Nordkanada und Grönland, auf Island und den Faroer Inseln, in Nordskandinavien und Sibirien.

Seine grandiosen Aufnahmen sind seit einem Monat im PHOXXI, Deichtorhallen Hamburg, zu sehen: „Where the World is Melting“.

 
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Am Rande des Straßen- und Gässchengewirrs der Altstadt von Port Louis, der Hauptstadt Mauritius‘, liegen eine Reihe von Kolonialbauten der französischen und britischen Zeit.

Dort, wo vor dem großen Brand des Jahres 1816 der Markt beheimatet war, errichtete die englische Kolonialverwaltung von 1820 bis 1822 das Municipal Theatre. Die damals wichtigste Sprechbühne der Indischen Ozean Region ist heute geschlossen, das Erläuterungsschild davor verwittert und angerostet.

 
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Auf den Tod der Fotosammlerin Renate Gruber am 30. Oktober 2022 reagierten die Verantwortlichen der Sammlung Fotografie des Museum Ludwig in Köln prompt. Seit Anfang Dezember ist im obersten Stock eine kleine Abschiedsausstellung – Werke aus der Samm­lung und dem Archiv Gru­ber zu sehen.

 

Man mag glauben, dass es sich dabei um ein Kölner oder maximal regionales Thema handeln würde, jedoch ist der Horizont viel weiterzuziehen.

 
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Andrea Gnam beginnt ihr neues Buch sehr persönlich: in der Einleitung betrachtet sie ihr Familienfotoalbum und beschreibt, wie ihr subjektives Bildgedächtnis funktioniert.

 

In Abgrenzung zum Film bzw. Autorenkino und dem willkürlichen Gebrauch von Fotos zur Illustrierung von Texten steuert sie dann auf ihren eigentlichen Gegenstand zu: auf das Medium Fotobuch, in dem ein Fotograf bewusst eine begrenzte Auswahl von Bildern zusammenstellt. „Schaffen seine Bilder ein ästhetisch stringentes Modell, das ein Stück Welt erschließt?“, fragt die Autorin und startet im Folgenden unter diesem Blickwinkel einen Rundgang durch die jüngere Fotogeschichte.

 
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Unmittelbar auf das Weltgeschehen zu reagieren ist alles andere als selbstverständlich. Ingo Taubhorn, dem Kurator für Fotografie an den Deichtorhallen Hamburg, ist es gelungen. Gemeinsam mit Katheryna Radchenko, Leiterin der Odesa Photo Days, präsentiert er unter dem Titel „The New Abnormal“ Aufnahmen zwölf ukrainischer Fotograf*innen, die „eine neue Form des Lebens“ während des Krieges dokumentieren.

Alle keine Kriegsberichterstatter, doch ihre Bilder sind vielfach so verstörend, dass sie in den internationalen Medien der Zensur unterliegen.

 
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Im Jahr 1829 wurde die Fotografie vom Franzosen Joseph Nicéphore Niépce erfunden. Keine 20 Jahre später war das Medium in Europa bereits auf einem Siegeszug, mit der Fotografie professionalisierte sich die Dokumentation – und in den 1870ger Jahren eröffnete das erste Fotostudio Starnbergs, einem damals beschaulichen Fischerort an nördlichen Rand des Sees.

 

Josef Wörsching (1851-1931), dessen Vater einen Malerbetrieb leitete, indem er eine Ausbildung zum Kunstmaler, Stuckateur und Vergolder abgeschlossen hatte und anschließend auf Wanderschaft nach Wien und Paris ging, gründete 1877 sein eigenes Geschäft: das Fotoatelier Wörsching. Auch die beiden nächsten Generation, Sohn Richard (1887-1937) und Enkel Richard (*1932) führen das Fotoatelier weiter, waren bekannt für Portrait- und Passbildaufnahmen über Ereignis-, Erlebnis- und Dokumentationsfotografie bis zu Ansichtskarten.

 
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„Utopie auf Platte“ heißt eine Ausstellung im Schaudepot der Kunsthalle Rostock, die uns scheinbar mit Collagen, Fotos, Wandbildern, Zeichnungen und einer digitalen Diaschau an etwas aus DDR-Zeiten erinnern soll.

Sicherlich spielt das Element der lokalen Erinnerung eine bedeutsame Rolle, doch es wäre viel zu kurz gegriffen, sich darauf zu beschränken.

 
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Die einzigartige Fotoreportage "Zeitenwende" von Holger Rüdel über die letzten Fischer von Holm in Schleswig an der Schlei ist vom 21. Juli bis 19. August 2022 im Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) in Flintbek (Kreis Rendsburg-Eckernförde) zu sehen.

 
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Er war der „Fotograf der Stille“, Meister und Erfinder der „Fotografia Metafisica“, jener auratischer Bilder, die das geheime Wesen der Dinge beschwören.

Zur 8. Triennale der Photographie breitet das Bucerius Kunst Forum das Oeuvre von Herbert List in seiner ganzen Fülle aus. „Das magische Auge“ ist die erste Retrospektive des Magnum-Fotografen seit über 20 Jahren in seiner Heimatstadt.

 
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In einer von der Brost-Stiftung initiierten Wanderkunstausstellung stellt sich der bekannte Kabarettist Dieter Nuhr als bildender Künstler vor. Künstlerisch gestaltete Fotografien spiegeln die Welt im Ruhrgebiet – und umgekehrt.

Mit „Nuhr im Ersten“ erreichte er zuletzt regelmäßig etwa zwei Millionen Menschen, den satirischen Jahresrückblick 2021 von Dieter Nuhr verfolgten knapp 3,5 Millionen Zuschauer. Auf seinen Tourneen füllt der Kabarettist und Moderator große Hallen. Seine intensive Arbeit als bildender Künstler und Fotograf blüht dagegen eher im Verborgenen. Mit der Ausstellung „Von Fernen umgeben“, die Nuhr gemeinsam mit der Brost-Stiftung konzipierte, soll sich das ändern.

 
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Ohne diese Menschen wäre das deutsche Wirtschaftswunder kaum möglich gewesen. Der Istanbuler Fotojournalist Ergun Çağatay (1937-2018) dokumentierte 1990 in einer großangelegten Bildreportage das Leben sogenannter Gastarbeiter*innen in Hamburg, Köln, Werl, Berlin und Duisburg.

 

Mit „Wir sind von hier“ erinnert nach dem Ruhrt Museum in Essen (2021) nun auch das Museum für Hamburgische Geschichte nicht nur an das Anwerbeabkommen vor gut 60 Jahren zwischen Bonn und Ankara – das Haus am Holstenwall versteht die Ausstellung auch als ein Bekenntnis zur multikulturellen Gesellschaft.

 
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„Gute Aussichten“ heißt die Ausstellungsreihe, die nun schon zum 17. Mal den Nachwuchswettbewerb „Junge Deutsche Fotografie“ präsentiert, doch was die acht, Jury-gekürten Hochschul-Absolvent*innen im PHOXXI, dem temporären Haus der Photographie auf dem Gelände der Deichtorhallen, vorstellen, wäre treffender mit „Düstere Aussichten“ beschrieben: Es dominieren ernste, unheilvolle, ja apokalyptische Bilder.

 

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