Fotografie
Margarita Neiteler, Blick vom Dom Richtung Neumarkt, Rheinisches Bildarchiv Köln, Inv.-Nr. RBA 064 444, „Fotografen sehen Köln“, zuletzt aufgerufen am 27. November 2025, https://ausstellungen.deutsche-digitale-bibliothek.de/fotografen-sehen-koeln/items/show/100.

In der Tat kann man von einer Entdeckung sprechen: Nach 80 Jahren werden erstmals Fotografien der in Köln wirkenden Röntgenschwester Margarita Neiteler präsentiert.

In den Räumen der Michael Hornbach Stiftung ist eine Auswahl Schwarz-Weiß-Fotografien zu sehen, ergänzt um einige Briefe und Bücher, die vier Jahre zum Ende des Zweiten Weltkriegs und zum Neubeginn in Köln in den Fokus rücken.

 

Schwester Margarita Neiteler (1913–2002), eine weitgehend unbekannte Ordensschwester und „Dom-Fotografin“, wurde am 14.02.1913 in Greven geboren. Von 1938 bis in die 1960er-Jahre hat sie als Röntgenschwester im Kölner Krankenhaus Hohenlind gearbeitet. Ende des 2. Weltkriegs dokumentierte sie die Schäden und den Wiederaufbau des Doms auf hohem fotografischem Niveau. Ihre einzigartigen Aufnahmen, heute zum Teil im Bestand des Historischen Archivs mit Rheinischem Bildarchiv, zeugen von ihrem Talent und ihrem Blick für historische Momente.

 

Trotz ihrer künstlerischen Bedeutung blieb ihr Lebenswerk lange Zeit unentdeckt und weitgehend unerforscht. Genaue biografische Daten waren bisher unbekannt. Auch zum Zeitpunkt der Ausstellung ist ihr Lebenswerk lediglich fragmentarisch aufgearbeitet und bietet noch Raum, den Nachlass weiter zu entwickeln.

 

Bilder von Zerstörung und Wiederaufbau des Kölner Doms, 1945–1949

Im Jahr 1999 traf der Kölner Fotograf und Kurator Manfred Linke Schwester Margarita Neiteler, seine angeheiratete Schwiegertante, in der gemeinsamen Heimatstadt Greven.

Ausgelöst durch eine Veröffentlichung im Kölner Stadt-Anzeiger hat Manfred Linke 23 Jahre nach einem letzten Treffen mit seiner Tante die Spur wieder aufgegriffen. Nun präsentiert Linke ihr umfangreiches Werk erstmals in einer Ausstellung mit Unterstützung und Förderung des Historischen Archivs mit Rheinischem Bildarchiv sowie des Kölner Kulturamts und der Bezirksvertretung Innenstadt. Zu sehen sind 34 teils großformatige Fotos.

 

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„Es half alles nichts, um einige anständige Aufnahmen zu machen gebrauchte ich ein mehrere Meter hohes Gerüst. In einer Stunde war es fertig und ich kletterte tapfer mit meinem 13 Kilogramm an Apparat und flatterndem schwarzen ‚Photographen-Tuch‘ und flatterndem Schleier hinauf.“ Domfest 1948, Maria Margarita Neiteler

Ihre fotografische Arbeit ist nicht nur unter kunsthistorischen Aspekten von hoher Qualität und Bedeutung: „Sie war wahrscheinlich die einzige Kölner Fotografin, die rund um das Kriegsende am und im Dom fotografierte“, so Manfred Linke.

 

Ihre Werke sind unglaublich präzise, professionell und von historischem Wert. Oft aus schwindelnder Höhe aufgenommen, ob innerhalb oder außerhalb des Doms. Ihre Fotos zeigen das Ausmaß der Zerstörung, aber auch den Willen zum Wiederaufbau und die beteiligten Personen – ob auf Gerüsten, an Stahlstützen oder im Gruppenfoto mit Kardinal vor dem Dom.

 

Margarita Neiteler Gruppenfoto Domplatz

Margarita Neiteler: Gruppenfoto vor dem Dom mit Kardinal Frings und Willy Weyres, Rheinisches Bildarchiv Köln, Inv.-Nr. RBA 064 544,” Fotografen sehen Köln, Quelle: zuletzt aufgerufen am 27. November 2025, https://ausstellungen.deutsche-digitale-bibliothek.de/fotografen-sehen-koeln/items/show/106.

 

Johanna Gummlich, Archivarin & Bibliothekarin, Kantonale Denkmalpflege Basel-Stadt: „Ihre Fotografien belegen, dass sie […] ebenso Porträt-, Reproduktions- und vor allem auch die Architekturfotografie betrieb und beherrschte.“ „Neiteler hielt in ihren Aufnahmen sorgfältig die Schäden am Bauwerk fest und betonte zugleich sehr gekonnt die Majestät des Erhaltenen in seiner Raum- und Lichtwirkung […].“

Gefunden, bewertet und ausgestellt.


„Finding Margarita Neiteler“

Bilder von Zerstörung und Wiederaufbau des Kölner Doms, 1945–1949

Zu sehen bis 18. Januar 2026 in den Räumen der Michael Horbach Stiftung, Wormser Straße 23, in 50677 Köln

Öffnungszeiten:
Mittwochs und freitags von 15:30-18:30 Uhr, sonntags von 11:00-14:00 Uhr

Heiligabend und Silvester geschlossen

Kurator: Fotograf Manfred Linke, verwand mit Schwester Margarita Neiteler

Weitere Informationen (Stiftung)

 

Rahmenprogramm:

Domgespräch. Mittwoch, 3.12.2025 um 18:30 Uhr, in den Räumen der Michael Horbach Stiftung,

Wormser Strasse 23, 50677 Köln mit Peter Füssenich (Dombaumeister) und Manfred Linke (Kurator, Fotograf). Es moderiert: Martin Stankowski (Historiker und Journalist)

Eintritt frei.

Die Anzahl der Plätze ist begrenzt.

Um Anmeldung wird gebeten unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

 

Sonderführung. Donnerstag, 04.12.2025 um 17.00 Uhr

„Schwester Margarita Neiteler – Negative im Rheinischen Bildarchiv“

Michael Albers (stellv. Sachgebietsleiter Rheinisches Bildarchiv) gibt Einblicke in die Sammlung und Räume im Historischen Archiv mit Rheinischem Bildarchiv, Eifelwall 5, 50674 Köln

Eintritt frei.

Die Anzahl der Plätze ist begrenzt.

Um Anmeldung wird gebeten unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

 

Kuratorenführung. Sonntag, 14.12.2025 um 11:30 Uhr innerhalb der Ausstellung Michael Horbach Stiftung, Wormser Strasse 23, Köln

 

Mit Unterstützung des Historischen Archivs mit Rheinischem Bildarchiv und Förderung durch das Kulturamt der Stadt Köln, die Bezirksvertretung Köln Innenstadt und durch die VG BildKunst/Stiftung Kulturwerk.

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