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Film & Kino aktuell

Film

„Herz aus Stahl”. Die durch die Hölle gingen

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Geschrieben von: Anna Grillet - Mittwoch, 31. Dezember 2014 um 10:08 Uhr
Herz aus Stahl

Beklemmendes archaisches Panzer-Epos. Eindrucksvoll: Brad Pitt als todesmutiger Anti-Held bei der Demontage eines Mythos.
Präsident Dwight D. Eisenhower nannte den Zweiten Weltkrieg einen „Großen Kreuzzug gegen das Böse der Welt”. Der Kampf gegen die Nationalsozialisten und Japan blieb im Bewusstsein der amerikanischen Bürger immer „The Last Good War”. Regisseur David Ayer schildert nun diesen Krieg differenzierter, realistischer, in all seiner Grausamkeit. Weder die moralische Berechtigung der Mission noch die eigenen Skrupel schützen die US-Soldaten davor, sich in scheinbar unerbittliche Killer zu verwandeln. Vertrauen tun sie nur dem Kameraden an ihrer Seite.

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Film

„Die Entdeckung der Unendlichkeit”. Von schwarzen Löchern und der Kraft einer großen Liebe

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Geschrieben von: Anna Grillet - Dienstag, 23. Dezember 2014 um 14:00 Uhr
Die Entdeckung der Unendlichkeit

Ein bewegender wie mitreißender Film über den britischen Astrophysiker Stephen Hawking und seine Ehefrau Jane. Grandios: Eddie Redmayne in der Rolle des brillanten Wissenschaftlers.
Die vernichtende Diagnose lautet „ALS“, Lebenserwartung höchstens zwei Jahre. Stephen Hawking ist zu diesem Zeitpunkt Anfang 20, die Professoren in Cambridge begeistert von seinem außergewöhnlichen Talent. Er steht am Beginn einer vielversprechenden Karriere und vor allem: er hat sich grade verliebt. Amyothrophe Lateralsklerose, eine Erkrankung des motorischen Nervensystems lähmt nach und nach alle Muskeln, bis der Betroffene keinen Finger mehr rühren kann. “Und das Gehirn?,” fragt Hawking den Arzt. Das arbeite normal weiter, erklärt ihm der Mediziner, aber er werde nicht mehr fähig sein, irgendjemandem seine Gedanken mitzuteilen.

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Film

„The Homesman”. Die unerträgliche Einsamkeit der Mary Bee Cuddy

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Geschrieben von: Anna Grillet - Mittwoch, 17. Dezember 2014 um 10:31 Uhr
The Homesman

Ein hinreißender feministischer Western von und mit Tommy Lee Jones: Erschütternd, komisch, beängstigend, tragisch wie absurd. Überragend Hillary Swank.

Das exzentrische Roadmovie basiert auf Glendon Swarthouts gleichnamigen Roman. Es erzählt vom harten Überlebenskampf der Siedler in Nebraska um 1850: Missernten, Armut, Hunger, Diphtherie. Der Himmel dominiert die karge Landschaft und die Leinwand. Von majestätischer Schönheit sind hier nur die Wolken. Die 31jährige energische Mary Bee Cuddy (Hilary Swank) bewirtschaftet ihre Farm allein und mit großem Erfolg.

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Film

„The Drop – Bargeld”. Etwas Pitbull steckt in uns allen

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Geschrieben von: Anna Grillet - Mittwoch, 03. Dezember 2014 um 10:26 Uhr
The Drop – Bargeld

Michael R. Roskam inszeniert seinen melancholisch mysteriösen Neo-Noir als eigenwilliges Schuld- und Sühnedrama. Wieder atemberaubend: Tom Hardy

Der Titel des Thrillers bezieht sich auf die Gepflogenheit der Gangster, ihre nächtlichen Einnahmen aus Prostitution, Drogendeals oder illegalen Wetten kurzfristig in zwielichtigen Kneipen zu deponieren. Auf diese Weise verliert sich die Spur des schmutzigen Geldes, es wechselt ungesehen den Besitzer, die Gesetzeshüter tappen im Dunkel. Der schweigsame höfliche Bob (Tom Hardy) steht in so einer Bar hinter den Tresen, „Cousin Marv’s” heißt sie und tatsächlich ist Marv auch sein Cousin (James Gandolfini), ein sehr unleidlicher obendrein. Hier in Brooklyn wurde er früher mal respektiert, gefürchtet.

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Film

„Die Tribute von Panem 3” – Der Spotttölpel im Untergrund

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Geschrieben von: Anna Grillet - Mittwoch, 19. November 2014 um 10:35 Uhr
Die Tribute von Panem

„Wenn wir brennen, dann brennen Sie mit uns.” Vom dystopischen Actionspektakel zum erschreckend aktuellen Revolutionsdrama.
Eine mutige Entscheidung von Regisseur Francis Lawrence. Hinreißend: Jennifer Lawrence als Katniss Everdeen und Rebellin wider Willen. Die Produzenten des Kino-Franchise haben sich bei Suzanne Collins Romantrilogie an das erprobte Prozedere von „Harry Potter” und „Twilight” gehalten. Sie splitten die Handlung des letzten Bandes in zwei Filme- mit verblüffendem Resultat: „Mockingjay Teil 1” entwickelt eine solch düstere, emotionale Wucht wie sie weder „Tödliche Spiele” noch „Catching Fire” je erreichten. Vielleicht auch gar nicht erreichen sollten. Manche Kritiker in den USA empfinden den so untypischen Fantasy-Blockbuster als langatmigen Lückenbüßer, für andere ist er eine Offenbarung.

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Film

„Mommy”. Sie küssten und sie schlugen sich

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Geschrieben von: Anna Grillet - Mittwoch, 12. November 2014 um 10:09 Uhr
Mommy

Das Mutter-Sohn-Drama von Regisseur Xavier Dolan ist leidenschaftlich, vulgär, anrührend, schräge, komisch und genial.
„Liebe hat damit nichts zu tun. Unglücklicherweise,” erklärt die Leiterin des Heims für schwer erziehbare Jugendliche. Sie hat viele Kids hier drinnen erlebt, „...ein paar von denen fangen wir auf, die Anderen müssen wir leider aufgeben.“ Doch Diane (Anne Dorval) weigert sich zu akzeptieren, dass ihr halbwüchsiger Sohn ein hoffnungsloser Fall sein soll. Sie wird um ihn kämpfen. Mit aller Kraft. Steve (Antoine-Olivier Pilon) leidet unter einer extremen Form von ADHS, er neigt zu Wut- und Gewaltausbrüchen, hat grade die Cafeteria des Internats abgefackelt, einen anderen Jungen schwer verletzt. Hier darf er deshalb nicht bleiben.

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Film

„Mr. Turner – Meister des Lichts”. Ein knurrendes Genie

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Geschrieben von: Anna Grillet - Mittwoch, 05. November 2014 um 10:07 Uhr

Grandios: Timothy Spall als exzentrischer Rebell und Visionär.
Dem 71jährigen Regisseur Mike Leigh gelingt das eigentlich Unmögliche, ein Porträt des berühmtesten britischen Malers Joseph Mallord William Turner (1775-1851) und seiner Epoche. Entstanden ist ein bildgewaltiges Filmepos, dramatisch, überbordend, visuell virtuos, poetisch, opulent, delikat, derb, tragisch, humorvoll, leidenschaftlich, von ungeheurem Drive, atemberaubender Schönheit.

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Film

„Zwei Tage, eine Nacht”. Die Wiederentdeckung der Solidarität

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Geschrieben von: Anna Grillet - Mittwoch, 29. Oktober 2014 um 11:13 Uhr
Zwei Tage, eine Nacht

Ein fesselndes Sozialdrama. Atemberaubend: Marion Cotillard als Arbeiterin, die verzweifelt um ihren Job kämpft.
Heulen könnte man manchmal vor Wut, Hilflosigkeit, dem Gefühl der Ohnmacht genau wie irgendwann später vor Erleichterung oder Rührung. Jean-Pierre und Luc Dardenne verstehen sich auf das Erzählen der kleinen traurigen Geschichten im Zeitalter des modernen Kapitalismus. Ein Happy End gibt es nicht aber Hoffnung. Die belgischen Regisseure wurden in Cannes schon zweimal mit der Goldenen Palme ausgezeichnet für “Rosetta” und “Das Kind”. Dieser Film ist noch erschütternder, vielleicht, weil es sich überall auf der Welt in diesem Moment genau so zutragen kann.

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Film

„Am Sonntag bist du tot”. Oder die Einsamkeit des Erlösers im 21. Jahrhundert

Details
Geschrieben von: Anna Grillet - Dienstag, 21. Oktober 2014 um 11:01 Uhr
„Am Sonntag bist du tot”. Oder die Einsamkeit des Erlösers im 21. Jahrhundert

Irland nach Wirtschaftskrise und Missbrauchsskandalen: John Michael McDonagh inszeniert seinen provokanten postmodernen Thriller als hintergründige Tragikomödie, die sich aber bald schon zum finster melancholischen Drama entwickelt.

Wie jeden Sonntag nimmt Father James (Brendan Gleeson) die Beichte ab. „Ich war sieben Jahre alt, als ich das erste Mal Sperma schmeckte”, der Mann, der da spricht, scheint kein reuiger Sünder, er will nicht Vergebung sondern Vergeltung. Fünf endlos lange Jahre hindurch wurde er von einem katholischen Geistlichen vergewaltigt. Wieder und wieder. Das Trauma hat er nie verwunden.

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Film

„20.000 Days on Earth”. Das unwiderstehliche Universum des Nick Cave“

Details
Geschrieben von: Anna Grillet - Mittwoch, 15. Oktober 2014 um 10:24 Uhr
20.000 Days on Earth. Das unwiderstehliche Universum des Nick Cave

Ein Dokumentarfilm getarnt als bunt schillernder Neo-Noir. Oder umgekehrt?
Wahrlich ein Meisterwerk, in dem Wirklichkeit und Fiktion ständig die Rollen tauschen.

Es ist der 20.000ste Tag im Leben des legendären Rockpoeten: Er beginnt mit dem Wecker-Klingeln und endet mitten in seiner Seele. Die Regisseure Iain Forsyth und Jane Pollard entführen den Zuschauer auf eine atemberaubende audiovisuelle Exkursion durch Zeit und Raum. Unerbittlich tippt der australische Musiker auf seiner kleinen strahlend blauen Schreibmaschine vor sich hin.

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Film

„The Riot Club”. Willkommen bei den bornierten Rowdys der britischen Oberschicht

Details
Geschrieben von: Anna Grillet - Dienstag, 07. Oktober 2014 um 10:22 Uhr
„The Riot Club”. Willkommen bei den bornierten Rowdys der britischen Oberschicht

Satire oder Realität? Das ironisch amüsante Gesellschaftsdrama lehrt uns das Fürchten und die Unmöglichkeit des Traums einer klassenlosen Gesellschaft.
Vorbild für den Film der dänischen Regisseurin, Lone Scherfig, ist die exklusive Studentenverbindung des 1870 gegründeten Bullingdon Clubs an der Universität von Oxford. Zu den illustren Mitgliedern der geheimen Dining Society zählten viele, die später Macht und Einfluss hatten: König Edward VII und Edward VIII, Banker, Wirtschaftsführer, prominente Adlige, Politiker wie der englische Premierminister David Cameron, Schatzkanzler George Osborne und Londons Bürgermeister Boris Johnson. Weniger ruhmreiches Mitglied: Gottfried Alexander Leopold Graf von Bismarck-Schönhausen.

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Film

„Phoenix” – Vertigo im Nachkriegsdeutschland

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Geschrieben von: Anna Grillet - Mittwoch, 24. September 2014 um 11:02 Uhr
„Phoenix” – Vertigo im Nachkriegsdeutschland

Wenn die Wahrheit für Opfer wie Täter unerträglich wird: Christian Petzold inszeniert seine provokante vielschichtige Parabel über Identität, Schuld und Liebe als Film Noir.

Juni 1945, die jüdische Sängerin Nelly Sachs (Nina Hoss) hat Auschwitz überlebt. Ihr Gesicht ist völlig zerstört, sie selbst schwer traumatisiert. Lene (Nina Kunzendorf), Mitarbeiterin der Jewish Agency, bringt die Freundin zurück nach Berlin. Nach einer operativen Gesichtsrekonstruktion macht sich Nelly auf die Suche nach Jonny (Ronald Zehrfeld), ihrer großen Liebe. Die Ehe mit dem Pianisten hat sie während des Nationalsozialismus lange vor der Deportation geschützt.

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Film

„A Most Wanted Man” – Am Ende nur ein Aufschrei der Verzweiflung

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Geschrieben von: Anna Grillet - Dienstag, 09. September 2014 um 10:15 Uhr
Am Ende nur ein Aufschrei der Verzweiflung – „A Most Wanted Man”

Philip Seymour Hoffman starb am 2. Februar 2014 an den Folgen einer Überdosis Drogen.
Der glücklose Kampf des einsamen Agenten Günther Bachmann war seine letzte große Rolle und auch seine persönlichste.

Anton Corbijn inszeniert den melancholisch abgründigen Spionagethriller nach dem gleichnamigen Roman von John le Carré als zorniges Melodram. Ein ästhetisch virtuoser Film und erschreckendes Porträt unserer Gesellschaft: Hamburg 2012, ein mysteriöser Fremder (Grgory Dobrygin) irrt durch die Straßen der Hansestadt: ausgemergelt, traumatisiert, obdachlos. Was den muslimischen Tschetschenen von anderen Illegalen unterscheidet, ist ein dubioses Millionenerbe auf dem Schwarzgeldkonto einer renommierten Privatbank.

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Film

„Diplomatie”. Schwer erkämpfter Ungehorsam

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Geschrieben von: Anna Grillet - Mittwoch, 27. August 2014 um 10:19 Uhr
„Diplomatie”. Schwer erkämpfter Ungehorsam

Ein packendes vielschichtiges Psychodrama. Grandios fotografiert. Volker Schlöndorffs stärkster Film seit “Die Blechtrommel”.
„Paris darf nicht oder nur als Trümmerfeld in die Hand des Feindes fallen,” so lautet der Befehl Adolf Hitlers und General Dietrich von Choltitz (Niels Arestrup) ist fest entschlossen, ihn am Morgen auszuführen.

Es ist die Nacht vom 24. auf den 25. August 1944. Die Alliierten sind nach ihrer Landung in der Normandie auf dem Vormarsch. Die Zweite Französische Panzerdivision steht vor den Toren der Stadt. Das Oberkommando der Wehrmacht hat sein Quartier im luxuriösen Hotel Meurice an der Rue de Rivoli mit Blick auf den Jardin des Tuileries.

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