Bildende Kunst
Anders Beer Wilse (1865–1949): Edvard Munch, 1933, Fotografie. Nasjonalbiblioteket Oslo, Tilvekstnummer: NF.WA 03293 Internnr: NBR9407:02356 Gemeinfrei. Rechts: Revista Vea y Lea: Pablo Picasso, 1962, Fotografie. Gemeinfrei

Das Museo Picasso Málaga präsentiert mit der Ausstellung „Munch – Picasso“, erstmals einen Dialog zwischen dem Norweger Edvard Munch (1863–1944) und dem aus Málaga stammenden Pablo Picasso (1881–1973).

 

Die soeben eröffnete Präsentation untersucht, wie beide Künstler durch eine eigenwillige Verbindung von Experimentierfreude und dem Ausdruck ihrer Obsessionen und Emotionen der modernen Kunst den Weg bereiteten.

 

Die Ausstellung, die mehr als hundert Gemälde, Druckgrafiken und Zeichnungen umfasst, zeigt die gegenseitigen Einflüsse, zahlreichen thematischen Affinitäten sowie die gemeinsamen Anliegen, die den vielfältigen Aspekten der Werke beider Künstler zugrunde liegen. Dabei geht sie der Frage nach, inwieweit ihr radikales künstlerisches Schaffen unsere heutige Wahrnehmung der Welt geprägt hat.

Edvard Munch (1863–1944) und Pablo Picasso (1881–1973), zwei für das Verständnis der Entstehung der Moderne maßgebliche Künstler, begegnen einander im Museo Picasso Málaga. Anhand der Werkauswahl werden die Affinitäten untersucht, die sich durch ihre jeweiligen künstlerischen Laufbahnen zogen, und aufgezeigt, wie beide die Sprache der Kunst veränderten, indem sie die emotionale Erfahrung zu einer der wesentlichen Triebkräfte des künstlerischen Schaffens erhoben.

 

Picasso Malerundmodell

Pablo Picasso (1881–1973) Der Maler und das Modell. Mougins, 1963. Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía, Madrid. © Digital Archives Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía. © Succession Pablo Picasso, VEGAP, Madrid

 

Ohne eine unmittelbare gegenseitige Beeinflussung zu postulieren, zeichnet die Ausstellung die gemeinsamen Themen und Anliegen nach, die das Werk beider Künstler durchziehen: Liebe und Begehren, Krankheit, Leben und Tod, Einsamkeit und existenzielle Angst. Die weibliche Figur nimmt in diesem symbolischen Universum eine zentrale Stellung ein. Bewundert und begehrt, erscheinen Frauen zugleich als komplexe und ambivalente Gestalten, in denen sich die emotionalen und psychologischen Spannungen widerspiegeln, die die Vorstellungswelt beider Künstler prägten.

 

Ein weiterer Berührungspunkt liegt im modernen Leben und seinen gesellschaftlichen Schauplätzen – Cafés, Kabaretts und Boheme-Milieus –, die für Munch wie für Picasso Orte des Experimentierens und der Beobachtung waren, von denen aus sie eine neue Vorstellung vom zeitgenössischen Individuum entwickelten. Auch in den Bereichen der Ausstellung, die dem nackten Körper gewidmet sind, erlaubt es der Dialog zwischen den Werken Munchs und Picassos, die Tragweite eines radikalen künstlerischen Schaffens, das entscheidend zur Neudefinition der modernen Kunst und unseres Verständnisses der Welt beigetragen hat, zu überdenken.

 

Munch-Picasso_01_Kuenstler-und-Modell.jpg

 

Nach Aussage der Kuratorin Paloma Alarcó schildert die inhaltliche Dramaturgie der Ausstellung „eine imaginäre Begegnung der beiden Künstler und erkundet unmögliche Dialoge zwischen zwei grundverschiedenen Persönlichkeiten, die einander nie begegnet sind. Sie gehörten unterschiedlichen Generationen an, stammten aus verschiedenen Ländern, verfolgten unterschiedliche künstlerische Strategien und Sensibilitäten und erkundeten die Malerei mitunter auf gegensätzliche Weise. Zugleich teilten sie jedoch eine vergleichbare Obsession für die tiefen Geheimnisse des Lebens sowie im Laufe ihrer fruchtbaren Laufbahnen zahlreiche gemeinsame Interessen.“


Munch–Picasso

Zu sehen bis zum 28. Februar 2027 im Museo Picasso Málaga, Palacio de Buenavista, C/ San Agustín, 8, 29015 Málaga, España

Kuratiert von Paloma Alarcó

In Zusammenarbeit mit dem Munchmuseet Oslo und der Fundación Almine y Bernard Ruiz-Picasso (FABA) sowie mit Unterstützung der Fundación Unicaja. Darüber hinaus umfasst sie zahlreiche Leihgaben von renommierten Museen wie der Albertina, dem Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía, dem Museo Nacional Thyssen-Bornemisza, dem Museu Picasso, dem Musée national Picasso, dem Nasjonalmuseet for kunst, arkitektur og design (Nationalmuseum für Kunst, Architektur und Design, Norwegen), der Tate und dem Museum of Modern Art (MoMA).

Weitere Informationen (Museo Picasso Málaga, engl.)

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