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Film & Kino aktuell

Film

Die ewige Treue der Unsterblichen – „Only Lovers Left Alive”

Details
Geschrieben von: Anna Grillet - Dienstag, 24. Dezember 2013 um 09:59 Uhr
Die ewige Treue der Unsterblichen – „Only Lovers Left Alone”

Jim Jarmusch erzählt von der außergewöhnlichen Liebe zweier Vampire und von sich selbst.
So autobiographisch, so poetisch war keiner seiner Filme je zuvor. Ein Traumpaar über Jahrhunderte hinweg: Adam (Tom Hiddleston) und Eve (Tilda Swinton).

Vampir, das steht hier als Metapher für Kreativität, Bildung, die Sensibilität von Außenseitern, Weltschmerz aber auch Lebensfreude. Fremde überfallen und ihnen das Blut aussaugen gilt im 21. Jahrhundert als peinliche mittelalterliche Praktik. Hinzu kommt die hohe Infektionsgefahr. Adam, genialer Undergroundmusiker und Wissenschaftsfreak versteckt sich vor den Zumutungen der modernen Zivilisation in einer heruntergekommen Villa am Stadtrand von Detroit.

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Film

“Blau ist eine warme Farbe”. Oder die Grenzen des Glücks

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Geschrieben von: Anna Grillet - Dienstag, 17. Dezember 2013 um 11:15 Uhr
“Blau ist eine warme Farbe”. Oder die Grenzen des Glücks

Eine hinreißende Liebesgeschichte von verstörender Eindringlichkeit und Intimität.
Sie endet als stille Tragödie, Grund: die sozialen Unterschiede. Große Gefühle in Nahaufnahme meisterhaft inszeniert von Regisseur Abdellatif Kechiche.
Atemberaubende schauspielerische Leistung von Adèle Exarchopoulos: Jedes Zucken des Mundes, die Andeutung eines Lächelns, Verlegenheit, Begierde, Angst, keine Nuance des Mienenspiels entgeht der Kamera (Sofian El Fani). Die Magie des Films ist, dass auch der Zuschauer 179 Minuten lang so viel Nähe zulässt.

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Film

“Inside Llewyn Davis” - Heimlicher Star: ein Kater auf Abwegen

Details
Geschrieben von: Anna Grillet - Dienstag, 03. Dezember 2013 um 09:59 Uhr
INSIDE LLEWYN DAVIS

Lakonisch-liebevoll erzählen die Coen-Brüder von der glücklosen Odyssee eines jungen Folk-Sängers im New York der frühen Sechziger.
Ein betörend schöner Film voller Melancholie, Komik und wehmütiger Musik. Grandios: Oscar Isaak als talentierter wie mürrischer Troubadour.

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Film

„Venus im Pelz”. Oder der entmachtete Regisseur

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Geschrieben von: Anna Grillet - Montag, 18. November 2013 um 15:07 Uhr
Venus im Pelz

Ironisch, provokant, amüsant, erotisch. Geschlechterkampf als Kammerspiel.
Roman Polanski versteht sich auf die düsteren Abgründe der menschlichen Seele. Mit meisterhafter Eleganz und Raffinesse verfilmte er David Ives’ Broadway Hit. Unwiderstehlich: Emmanuelle Seigner.

Das Vorsprechen ist eigentlich längst vorbei, keine der Schauspielerinnen taugte etwas. Theaterregisseur Thomas (Mathieu Amalric) möchte am liebsten alles hinwerfen, zumindest schnell heim, da steht plötzlich Vanda (Emmanuelle Seigner) vor ihm: Laut, vulgär, ungebildet, ganz offensichtlich ohne jedes Talent, aber sie lässt sich nicht abwimmeln, quasselt ununterbrochen. Ein Kaugummi kauendes abgetakeltes Flittchen, genau der Typ von Frau, den Thomas verabscheut. Doch nach und nach verwickelt sie den völlig verwirrten Regisseur in eine Diskussion über das Stück, zwingt ihn nicht nur die Stichworte fürs Vorspielen zu liefern sondern auch die Rolle des masochistischen Severin zu übernehmen.

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Film

“Jung & Schön” – Wo Liebe nur stört

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Geschrieben von: Anna Grillet - Dienstag, 12. November 2013 um 10:04 Uhr
“Jung & Schön” – Wo Liebe nur stört

Ungewohnt behutsam inszeniert Regisseur François Ozon das Porträt einer 17jährigen Schülerin, die sich selbst zum obskuren Objekt der Begierde stilisiert. Hinreißend: Marine Vacth als geheimnisvolle “Belle de Jour”.
Wenn etwas in diesem Film zu provozieren vermag, dann jene raffiniert unspektakuläre Selbstverständlichkeit mit der François Ozon seine Geschichte erzählt und die Protagonistin ihre Entscheidungen trifft.
Sommerferien mit der Familie am Meer. Aus dem Urlaubsflirt mit einem jungen Deutschen macht Isabelle (Marine Vath) sich wenig. Sie schläft trotzdem mit ihm – für sie ist es das erste Mal. Ein Ereignis, das sie seltsam kalt lässt. Sie steht daneben, beobachtet sich selbst, so wie es sonst manchmal der kleine Bruder tut, wenn er ihr nachspioniert. Als das neue Schuljahr beginnt, richtet Isabelle eine Website ein, bietet ab 300 Euro ihre erotischen Dienste als Escort an. Das Geld versteckt sie im Kleiderschrank zwischen den Pullovern. Weder Freunde noch Familie ahnen, was sie an den Nachmittagen treibt.

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Film

“Das Große Heft” Oder die Parabel vom Ende der Menschlichkeit

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Geschrieben von: Anna Grillet - Dienstag, 05. November 2013 um 10:28 Uhr
“Das Große Heft” Oder die Parabel vom Ende der Menschlichkeit

Ungarn 1944. Krieg aus Sicht der Kinder. Verprügelt, gedemütigt, verhöhnt als “Hundesöhne” von der eigenen Großmutter, sehen die 13jährigen Zwillingsbrüder (András und Lázlo Gyémánt) nur einen Ausweg um zu überleben.
Mit atemberaubender Eindringlichkeit, fast erschreckender Präzision, inszeniert Regisseur János Szász ästhetisch virtuos das Coming of Age jener beiden Jungen als Allegorie auf die Folgen der barbarischen totalitären Systeme des 20. Jahrhunderts. Der Film hält sich eng an seine Vorlage, den berühmten Roman der ungarisch-schweizerischen Autorin Ágota Kristóf, “Le grand cahier”.

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Film

"Spieltrieb" – Robert Musil trifft auf Global Player

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Geschrieben von: Anna Grillet - Dienstag, 08. Oktober 2013 um 10:12 Uhr
Spieltrieb Regisseur: Gregor Schnitzler Darsteller: Michelle Barthel, Jannik Schümann, Maximilian Brückner, Richy Müller, Ulrike Folkerts, Sophie von Kessel, Helmut Berger

Verführung, Macht, Leidenschaft, Erpressung, darum geht es in Gregor Schnitzlers subtilem philosophischem Psychothriller nach dem gleichnamigen Roman von Juli Zeh. Ein Schülerdrama als Spiegel unserer Gesellschaft.

Die Welt steht Kopf, das signalisieren schon die ersten Bilder des Films. Bis zu diesem Tag war die hochintelligente 15-jährige Ada (Michelle Barthel) überzeugte Außenseiterin, sie hat zwei Klassen übersprungen, wird von den Mitschülern verhöhnt, gequält, erniedrigt. Ihr Leben verändert sich, als Alev (Jannik Schümann) zum ersten Mal den Klassenraum betritt. Ironisch-süffisant, ungeheuer attraktiv, ein brillanter furchtloser Rhetoriker, so präsentiert er sich. Attitüde ersetzt Charakter. Alev, französisch-iranischer Abstammung, hat Schulen in den verschiedensten Ländern besucht, glänzt in der Rolle des erfahrenen selbstbewussten Kosmopoliten. Der 18-Jährige versteht sich darauf zu provozieren wie zu manipulieren, das gutbürgerliche Bonner Ernst-Bloch Gymnasium scheint die perfekte Bühne für seine teuflischen Pläne. Ada ist hingerissen von ihm wie alle anderen Mädchen.

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Film

Mumia – Botschaften aus der Hölle

Details
Geschrieben von: Harry Popow - Freitag, 04. Oktober 2013 um 11:40 Uhr
Mumia - Botschaften aus der Hölle

„Long Distance Revolutionary“ – Eine Dokumentation aus den USA über Mumia Abu-Jamal.
Da „lebt“ ein Mann in einem sechs Quadratmeter engen Raum. Dreiundzwanzig Stunden pro Tag. Halbdunkel. Er sitzt und schreibt. Mit der Hand. Ohne PC, ohne Internet. Tausende angriffslustige Kommentare. Weltweit - trotz starker Hindernisse - gesendet und veröffentlicht. Woche für Woche. Und er liest viel. Wenn Besuch zugelassen ist, trägt er Handschellen. Und täglich das Warten. Auf die Giftspritze. Monat für Monat. Jahr für Jahr. So eingepfercht muss er ausharren, der 1982 zum Tode Verurteilte. Und schreibt das Unbewiesene seiner angeblichen Schuld an der Ermordung eines Polizisten mit Artikeln und Büchern in die Welt hinaus. Es geht ihm nicht um sich selbst, um sein Ego. Er klagt die Vereinigten Staaten des schlimmsten Rassismus an. Und er lebt und übersteht die Qualen der Hölle und wird zum Idol aller Freiheitsliebenden, aller US-Afro-Amerikaner, zur Kultfigur. Und ist nicht zum Schweigen zu bringen, nicht totzukriegen. Bis 2011, als dieses Urteil aufgehoben und in ein lebenslanges Eingesperrtsein umgewandelt wird. Weil er Freunde hat, Mitstreiter, Sympathisierende.

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Film

Weltpremiere von „Banklady“

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Geschrieben von: Claus Friede - Donnerstag, 03. Oktober 2013 um 09:22 Uhr
Filmfest Hamburg: Weltpremiere für „Banklady“

Ein Dokumentarfilm inspiriert eine Schauspielerin so sehr, dass daraus ein Kinofilm wird.
Autor Martin Niggeschmidt (Süddeutsche TV) hatte mit seiner Dokumentation die in Vergessenheit geratene Geschichte der ersten Bankräuberin Deutschlands und ihres Komplizen 1999 wiederentdeckt. 2006 rekonstruierte dann Manfred Uhlig für die ARD die Geschichte des Räuberduos mit dem Film "Geld her - die Banklady".
Schauspielerin Nadeshda Brennicke sieht diese Spielszenen-Doku im NDR und erzählt die Geschichte Regisseur Christian Alvart („Antikörper, 2005) weiter, mit dem sie in der Vergangenheit schon öfters arbeitete. Alvart kann kaum fassen, dass der Stoff noch nicht im Spielfilm-Genre angekommen ist und greift sich den Stoff.

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Film

Backstage Las Vegas: “Liberace - Zuviel des Guten ist wundervoll”

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Geschrieben von: Anna Grillet - Montag, 30. September 2013 um 12:20 Uhr
Backstage Las Vegas: “Liberace- Zuviel des Guten ist wundervoll”

Michael Douglas spielt den exzentrischen schwulen Entertainer Liberace, Matt Damon dessen jugendlichen Lover.
Die stürmische wie tragische Beziehung der beiden inszeniert Regisseur Steven Soderbergh als ästhetisch virtuose Parabel über Einsamkeit, Macht und Glamour.

Der Thriller “Side Effects” sollte sein letzter Kinofilm sein, hatte der fünfzigjährige Regisseur erklärt. Der Abschied von der großen Leinwand scheint beschlossene Sache. Bitte nicht. Doch genau darum geht es in diesem oft bizarren aber meisterhaften Oeuvre, um Sterblichkeit, das Ende einer großen Liebe und eines großen Genies. Die fatale Attraktion des Showbiz ist gefährlich für beide Seiten, den Star, wie auch jene, die ihn vergöttern.

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Film

„Michael Kohlhaas” – Cowboy, Querulant oder Revolutionär?

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Geschrieben von: Anna Grillet - Mittwoch, 11. September 2013 um 09:05 Uhr
Michael Kohlhaas

Den verzweifelten Kampf um Recht und Gerechtigkeit inszeniert Arnaud des Pallières als archaisch poetischen Western in der rauen Bergwelt der Cevennen.
Unwiderstehlich: Mads Mikkelsen als glückloser Ehrenmann.

Heinrich von Kleists Novelle verlor seit ihrem Erscheinen 1810 nie an politischer Aktualität, im Gegenteil: Regisseur Volker Schlöndorff verfilmte 1969 den Literaturklassiker dem damaligen Zeitgeist entsprechend als engagiert bemühte Parabel auf die weltweiten Studentenunruhen. Des Pallières geht den entgegengesetzten Weg: er konzentriert sich ganz auf seinen Protagonisten, dessen Gefühle, Ideale und inneren Konflikte. Der in Paris geborene Regisseur und Drehbuchautor kürzte den Text radikal, verlegte die Handlung aus dem 16. Jahrhundert von Brandenburg und Sachsen nach Südfrankreich, in die Cevennen: Eine oft karge steinige Landschaft, unwegsam durch ihre tiefe Schluchten und windigen Hochebenen. Hier lebt der Pferdehändler Michael Kohlhaas (Mads Mikkelsen) mit seiner Frau Judith (Delphine Chuillot) und der Tochter Lisbeth (Mélusine Mayance). Ein ruhiges fast idyllisches Dasein.

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Film

“Das Mädchen Wadjda” – Rebellion eines Wildfangs

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Geschrieben von: Anna Grillet - Dienstag, 03. September 2013 um 09:27 Uhr
“Das Mädchen Wadjda” – Rebellion eines Wildfangs

Den ersten Spielfilm in Saudi-Arabien hat eine Frau gedreht: Haifaa Al Mansour.
In einem Land, wo Kinos verboten sind, realisierte sie ein zauberhaftes, mutiges, packendes wie anrührendes Coming-of-Age-Movie. Die Arbeitsbedingungen waren abenteuerlich.

Die zehnjährige Wadjda (Waad Mohammed) am Stadtrand von Riad wünscht sich nichts sehnlicher als jenes grüne Fahrrad, das sie in einem Spielzeugladen entdeckt hat. Den Nachbarsjungen Abdullah (Abdullrahm Al Gohani) beim Wettrennen zu besiegen, davon träumt sie. Doch in dem islamischen Königreich ist es Mädchen untersagt, Fahrrad zu fahren. Wadjda macht sich wenig aus Regeln oder Verboten, unter ihrer schwarzen Abaya trägt sie enge Jeans und coole Chucks, tobt draußen herum wie ein Wildfang. Auf dem Schulhof betreibt sie regen Handel mit Mixtapes westlicher Popmusik, selbst geflochtenen Freundschaftsbändern, agiert als Überbringer unerlaubter Liebesbotschaften. Hauptsache es bringt Geld, denn das Rad ist teuer und von den Eltern keine Hilfe zu erwarten für so eine verrückte Idee.

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Film

Wenn der Zuschauer zum Komplizen werden soll: “Trance – Gefährliche Erinnerung”

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Geschrieben von: Anna Grillet - Mittwoch, 07. August 2013 um 09:00 Uhr
Wenn der Zuschauer zum Komplizen werden soll: “Trance – Gefährliche Erinnerung”

Mit “Trainspotting”, “Slumdog Millionaire”, “127 Hours” avancierte Danny Boyle zum Kult-Regisseur.
Sein Grundsatz: Jeder Film ein anderes Genre. In dem raffiniert rasanten Neo-Noir-Thriller “Trance” lehrt er die hohe Kunst der Manipulation.

Raubüberfall auf das Londoner Auktionshaus Delancy`s, Francisco de Goyas legendäres Gemälde “Flug der Hexen” verschwindet spurlos. Was wie ein scheinbar gewöhnliches Heist-Movie beginnt, entwickelt sich innerhalb von Sekunden zum dramatischen bizarren Psychothriller.

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Film

“Frances Ha” – Der Tollpatsch und die Nouvelle Vague

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Geschrieben von: Anna Grillet - Montag, 29. Juli 2013 um 09:18 Uhr
Frances Ha - Greta Gerwig

Wieder heißt es: Greta Gerwig gegen den Rest der Welt.
Grandios spielt die Muse des amerikanischen Arthaus-Kinos eine unbeholfene 27-jährige Tänzerin beim Kampf um Karriere und Überleben im mondänen New York.

Den tragisch-komischen Selbstfindungstrip seiner kuriosen Heldin inszeniert Regisseur Noah Baumbach in melancholischem Schwarz-Weiß, ein Hommage an Jean-Luc Godard und Woody Allen. Das Drehbuch schrieb der Autorenfilmer zusammen mit Greta Gerwig. Die Geschichte handelt von Frances, der das Erwachsenwerden unüberwindliche Schwierigkeiten bereitet. Die Ambitionen sind groß, doch Talent wie Arbeitseifer lassen zu wünschen übrig. Wenn sie in der Ballettschule vor dem Spiegel ihre Sprünge übt, etwas zu pummelig, ein wenig linkisch, zögerlich, ohne wirkliche Verve, kommen dem Zuschauer erste Zweifel, ob das die rechte Berufswahl war. In weniger als einer Minute und ohne Worte gelingt es Greta Gerwig uns ein Bild von Frances zu vermitteln, jene Mischung aus Selbstzweifel, Hoffnung, Naivität und absurder Zuversicht, die aus der Protagonistin die geborene Tagträumerin machen. Ihre kindliche Ernsthaftigkeit hat einen entwaffnenden Charme.

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