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Bücher – wissen was zu lesen lohnt

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Jón Kalman Stefánsson: „Fische haben keine Beine“

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Geschrieben von: Marion Hinz - Freitag, 19. Februar 2021 um 08:04 Uhr

Jón Kalman Stefánsson, geboren 1963 in Reykjavík, ist zweifelsohne ein herausragender Schriftsteller.

Geradezu beglückend sind die lyrischen Elemente in seinen Werken. Zudem beschreibt er die elendig karge Gegend seiner Romane so großartig, dass sie uns Lesern dennoch ans Herz wächst und alsbald ebenso wichtig wird wie die dort lebenden, meist wortkargen Menschen. Seite um Seite entblättert sich die eigentliche Einöde mehr und mehr zur lebens- und liebenswerten Welt im Kleinen.

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Philosophie und Autismus: Geht das zusammen?

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Geschrieben von: Stefan Diebitz - Montag, 15. Februar 2021 um 08:12 Uhr

Ist es legitim, das Werk eines großen Philosophen auf den Zusammenhang mit seinem Leben zu befragen und vielleicht gar seine intellektuellen oder sozialen Defizite als die Wurzel seiner Schriften anzusehen?

Eben dies hat sich der Kulturwissenschaftler Christian Schneider vorgenommen, der die Hauptmotive und Grundthesen des Genies Ludwig Wittgenstein mit dessen an Brüchen und Merkwürdigkeiten überreichem Leben zu verknüpfen versucht.

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Irritierender Roman über eine Einzelgängerin: „Die wunderbare Kälte“ von Elisabeth Rettelbach

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Geschrieben von: Marion Hinz - Dienstag, 19. Januar 2021 um 08:48 Uhr

„Die wunderbare Kälte“ von Elisabeth Rettelbach ist das Erstlingswerk dieser Autorin. Das ist dem Buch glücklicherweise nicht anzumerken.

Dafür ist es zu gut gemacht, zu gut geschrieben, zu gut vermarktet.

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Über Raubbau und Werkstättenlandschaften

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Geschrieben von: Stefan Diebitz - Donnerstag, 14. Januar 2021 um 16:16 Uhr

Ist die Perfektion der Technik wirklich ein Zustand, den wir ganz unbedingt anstreben sollten? Friedrich Georg Jünger war sich da nicht so sicher.

Friedrich Georg Jünger lebte von 1898 bis 1977. Wie sein älterer Bruder Ernst, dem er Zeit seines Lebens eng verbunden blieb, war er Weltkriegssoldat und zählte in den Zwanzigern als entschiedener Antidemokrat zur Speerspitze der „Konservativen Revolution“. Nationalsozialisten allerdings waren die Gebrüder Jünger nie, sondern setzten sich durch verschiedene Schriften vom Regime ab – Ernst Jünger vor allem mit dem autobiographisch angehauchten „Auf den Marmorklippen“ (1939), in dem Friedrich Georg als „Bruder Otho“ figuriert, Friedrich Georg mit seinem Gedicht „Der Mohn“ sowie mit „Die Perfektion der Technik“, einem Buch, das noch während des 2. Weltkrieges abgeschlossen wurde, aber erst 1946 veröffentlicht werden konnte.

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Wolfram Eilenberger. Bücher über Philosophie und Denker

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Geschrieben von: Stefan Diebitz - Donnerstag, 31. Dezember 2020 um 07:56 Uhr

Mit Wolfram Eilenberger feiert schon wieder ein Autor mit philosophischen Büchern Erfolge. Handelt es sich bei seinen Werken um wirkliche Philosophie?

Es war am Altpapiercontainer, wo wir einander trafen, mein frühpensionierter Nachbar aus der Bankenbranche und ich. Er ist nicht gerade eine Leseratte, und so zog ich ihn ein wenig mit seiner Lektüre auf, bekam aber zu meinem Erstaunen zu hören, dass er ein eifriger Leser geworden sei.

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Dorothee Elmiger: „Aus der Zuckerfabrik"

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Geschrieben von: Mirjam Kappes - Donnerstag, 24. Dezember 2020 um 08:33 Uhr

Weniger Roman, mehr Recherchetagebuch: „Aus der Zuckerfabrik“ von Dorothee Elmiger mäandert essayistisch-fragmentarisch von Szene zu Szene. Ein Erzähler-Ich notiert Beobachtungen, Begegnungen und Begebenheiten, mischt Faktuales und Fiktives, und entwirft dadurch ein Sammelsurium an Gedankensplittern, Momentaufnahmen und Materialansammlungen zu Südseesehnsüchten, Kolonialisierungsmacht und ungestilltem Appetit.

Es sind reale Begebenheiten, die Dorothee Elmigers Werk zugrunde liegen.

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Vom Innenleben eines Sonderlings: Tarjei Vesaas – „Die Vögel“

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Geschrieben von: Marion Hinz - Mittwoch, 23. Dezember 2020 um 08:03 Uhr

Der Roman „Die Vögel“ gehört längst zum Kanon zeitgenössischer Literatur in der norwegischen Heimat seines Autors Tarjei Vesaas.

Bestsellerautor Karl Ove Knausgård hat dieses Buch sogar als besten norwegischen Roman bezeichnet, der je geschrieben wurde. Bisher war der Roman hierzulande nur antiquarisch erhältlich.

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Manfred Sommer über den Vorgang des Schreibens und Zeichnens

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Geschrieben von: Stefan Diebitz - Montag, 21. Dezember 2020 um 08:14 Uhr

Ein erfrischend unakademisches Buch über das Schreiben auf einem Blatt Papier hat der Philosoph Manfred Sommer geschrieben.

„Stift, Blatt und Kant“? Das ist ein merkwürdiger Titel, der aber das Thema dieses Buches und das Interesse des Autors sehr genau beschreibt. Zunächst nämlich geht es wirklich nur um das Verhältnis vom Bleistift zum Papier, aber es versteht sich, dass diese Banalität nicht das eigentliche Thema ist, denn von da aus kommt Manfred Sommer auf elementare Überlegungen der Erkenntnistheorie zu sprechen. Besonders geht es um die Rolle, die der Leib im Erkenntnisprozess und in der Selbsterfahrung eines Menschen spielt. Sommer fragt sich, „ob nicht, was Verstand ist, sich durch das begreifen läßt, was die Hand tut.“

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Roman Ehrlich: „Malé“ – Hurrah, die Welt geht unter

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Geschrieben von: Mirjam Kappes - Montag, 14. Dezember 2020 um 08:22 Uhr

Im Klimakatastrophen-Krimi „Malé“ erzählt Roman Ehrlich vom wortwörtlichen Untergehen einer Welt, die dem stetig steigenden Meeresspiegel zum Opfer fällt – interessiert sich aber eigentlich mehr für die Schicksale, Sehnsüchte und Selbstbefragungen seiner Protagonisten, die in der langsam versinkenden Stadt Malé aufeinandertreffen.

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Albert Camus: Die Pest. Die einzige Art dagegen zu kämpfen ist Anstand

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Geschrieben von: Stefan Diebitz - Montag, 07. Dezember 2020 um 10:16 Uhr

Es heißt „Die Pest“, und der Roman handelt auch wirklich von der Pest und spricht von nichts anderen. Und doch ist dieser Roman ein Buch über ein ganz anderes Thema. Sogar in der Wikipedia kann man lesen, dass „Die Pest“ eigentlich die Besetzung Frankreichs durch die Deutschen bedeutet.

Und mit dem Kampf gegen die Krankheit ist die Résistance gemeint. Die Schilderungen der Seuche und der ihr geschuldeten Situation in der Stadt sind aber so akkurat, nüchtern und dabei so lebenswahr, dass man dem Roman gerade in dieser Zeit besondere Aufmerksamkeit schenken muss.

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Einfühlsame Geschichten aus Schottland. Brian McNeill: The Horseman`s Word

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Geschrieben von: Marion Hinz - Donnerstag, 26. November 2020 um 08:32 Uhr

Brian Mc Neill, geboren 1950 in Falkirk, Schottland, Schottlands Botschafter der Folkmusik, hat sich längst auch als Romanautor einen Namen gemacht.

Nun zeigt er, dass er auch großartige Kurzgeschichten erzählen kann. In „The Horseman’s Word“ beweist McNeill ein feines Gespür für die Eigenheiten verschiedener Klassen und Kulturen. Natürlich auch für die Spannungen, die daraus entstehen können. Sechs Erzählungen sind es, die ein ganzes Jahrhundert umspannen: 1913 (The Horseman`s Word) bis 2016 (Das letzte Gefecht).

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Nicolai Hartmann: Dialoge 1920-1950. Die „Cirkelprotokolle“

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Geschrieben von: Stefan Diebitz - Dienstag, 24. November 2020 um 08:29 Uhr

Ist es das wichtigste philosophische Buch des Jahres? Ich glaube das ganz unbedingt.

Endlich – siebzig Jahre nach seinem Tod – sind die „Cirkelprotokolle“ von Nicolai Hartmann erschienen. Es dürfte schwerfallen, anregendere und interessantere Texte zu den zentralen Fragen der klassischen Philosophie zu finden.

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Deniz Ohde „Streulicht“: In leisen Tönen von der himmelschreienden Ungerechtigkeit

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Geschrieben von: Mirjam Kappes - Montag, 23. November 2020 um 08:07 Uhr

In ihrem Debütroman „Streulicht“ erzählt Deniz Ohde vom Erwachsenwerden zwischen den Existenzentwürfen: vom falschen Versprechen der Bildungsgerechtigkeit, vom verzögerten Aufstieg als Arbeiterkind und der konstanten Angst des Scheiterns, vom Erwartungsdruck und der Enge des Heimatorts, aus dem sie ausbrechen will, auch wenn alle anderen bleiben. Ohde entwirft ein einfühlsames und ehrliches Portrait einer Existenz, die geprägt ist von alltäglichen Erfahrungen der Ungleichheit und dem verinnerlichten Gefühl der eigenen Unzulänglichkeit, bei dem der Aufschrei jedoch ausbleibt – und das Aufbegehren erst spät gelingt.

 

Ein kleiner Ort neben einem Industriepark, irgendwo in Deutschland. Fabrikschlote ragen in den Himmel, eine feine Säure liegt in der Luft, in der Ferne das konstante Brummen der Werkhallen. Hier hat ihr Vater 40 Jahre lang Aluminiumbleche durch Laugen gezogen, hier ist die namenlose Ich-Erzählerin selbst aufgewachsen.

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Das Segelschiff Peking: Rückkehr einer Legende

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Geschrieben von: Claus Friede - Freitag, 13. November 2020 um 12:18 Uhr

Die Umschreibung „Rückkehr einer Legende“ wird gewöhnlich immer dann benutzt, wenn historische Objekte oder Sportler plötzlich wieder sichtbar (gemacht) werden. Wenn es um eine Automarke wie den Borgward geht oder den „Silberpfeil“ von Mercedes, ein Iron Man es schafft, nach Hawaii zurückzukehren und dort zu siegen oder wenn zukünftig der HSV wieder in der 1. Bundesliga anklopfen sollte.

Wobei – mit dem HSV sind wir schon bei der richtigen Verortung, denn die Freie und Hansestadt Hamburg spielt eine mehrfach zentrale Rolle bei der Rückkehr eines Segelschiffs, präzise gesagt einer Viermastbark in ihren ursprünglichen Heimathafen.

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