Architektur in und um Hamburg
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- Geschrieben von: Christel Busch -

Bereits am Vormittag ist es drückend heiß in der Auguststraße in Berlin-Mitte. Der Autoverkehr schleppt sich nur langsam voran, die Straßencafés sind gut besucht.
Elegante Boutiquen, Shops und Galerien zeitgenössischer Kunst sind hier ansässig. Restaurierte Häuser aus der Gründerzeit, schicke Neubauten, aber auch morbide Hausfassaden prägen das Straßenbild. Ein langgestreckter Klinkerbau, in dessen Fensterscheiben und rotem Mauerwerk sich die Sonne spiegelt, unterbricht die Straßenfront. Der Bau ist die ehemalige Jüdische Mädchenschule, heute ein Kulturzentrum. Eine Gedenktafel an der Außenfront erinnert an den Erbauer des Gebäudes, Alexander Beer. Wer ist dieser in Vergessenheit geratene Architekt, der in den 1920er- und 30er-Jahren für die jüdische Gemeinde in Berlin als Baumeister tätig war?
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- Geschrieben von: Isabelle Hofmann -

Mitte März hat das Präsentationsjahr der Internationalen Bauausstellung (IBA) in Hamburg-Wilhelmsburg offiziell begonnen.
Fertig sind die mehr als 60 Projekte auf Europas größter Flussinsel jedoch noch längst nicht. Kommen Sie mit auf einen Rundgang nach zwei Monaten IBA-Existenz über die Baustellen.
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- Geschrieben von: Isabelle Hofmann -

Der Countdown läuft und jeder Mitarbeiter der internationalen Gartenschau, kurz „igs" genannt, zählt mittlerweile die Tage und Stunden bis zur Eröffnung. Wer es nicht tut, dem zeigt die digitale Uhr im igs-Zentrum, wie rasch die Zeit verrinnt:
Eben noch bedeckten Schnee und Eis das rund 100 Hektar große Ausstellungsareal, das sich in Hamburg-Wilhelmsburgs Mitte rund um das IBA-Gelände erstreckt, nun stecken bereits Tulpen, Narzissen, Krokusse und Kaiserkronen ihre Köpfe aus der Erde. Und endlich können auch die 200.000 vorgezogenen Frühblüher gepflanzt werden.
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- Geschrieben von: Daniel Hirsch -

Über die Architektur des Nachwende-Berlins ist viel und leidenschaftlich gestritten worden.
Mehr als zwanzig Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung zieht die Berlinische Galerie in ihrer Kabinettausstellung „Das Neue Berlin“ eine erste Bilanz über Gebautes und Ungebautes im Berliner Regierungsviertel – und wirft dabei einige interessante Fragen nach der Zukunft der baulichen Gestaltung unserer Hauptstadt auf.
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- Geschrieben von: Thomas Redl -

Architektonische Archäologie in den Bergen.
Bad Gastein ist ein gebautes Monument der Geschichte und Gegenwart des Kur- und Alpintourismus im mitteleuropäischen Raum wie es kaum ein zweites gibt.
Eine hybride Sammlung von bedeutenden Grand Hotel Bauten der Belle Époque, historischen Villen und Hotelburgen aus den 1960er, 70er und 80er-Jahren. Von der historischen Bausubstanz vergleichbar mit Sankt Moritz fristen leider heute im Ortskern von Gastein monumentale historische Hotels ein verwaistes Dasein. Drei große Häuser und das Kongresszentrum wurden vor circa 10 Jahren von einem Wiener Investor gekauft und stehen seitdem, durch Bauzäune abgeriegelt, leer. Auch das Grand Hotel de l´Europe erfährt, besitzmäßig auf verschiedenen Investoren aufgesplittert, nur mehr eine Teilnutzung. In den mondänen Räumen dieses Hauses flanierend, spürt man noch den Glanz der Blütezeit von Bad Gastein und erahnt das Leben, das hier einmal stattgefunden hat. Man sieht hier sprichwörtlich an der Architektur, was alles hier passiert ist, was im Laufe der Zeit verspielt wurde und den heutigen Status quo von Bad Gastein. Die Morbidität, die man im ganzen Ortskern spürt, kann man förmlich an den bröckelnden Fassaden der historischen Hotels abtasten.
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- Geschrieben von: Laura Ingianni -

Die Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung in München eröffnete soeben eine erste große Werkschau über den preußischen Universalkünstler Karl Friedrich Schinkel.
Schon auf der Pressekonferenz wird betont, wie unbekannt Schinkel in Bayern ist. Wem der Name diesseits des „Weißwurstäquators“ geläufig ist, der kennt ihn vor allem oder vielleicht sogar ausschließlich als Architekten der Berliner Neuen Wache und der Friedrichwerderschen Kirche.
Die aktuelle Ausstellung zeigt Karl Friedrich Schinkel als Universalkünstler im modernen Sinn.
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- Geschrieben von: Claus Friede -

Die kulturelle Aufarbeitung des nicht mehr existierenden Ostblocks ist seit Jahren ein virulentes Thema.
Viele Publikationen und Ausstellungen beschäftigen sich in den letzten Jahren mit der Sowjetunion, den Baltischen Staaten, mit Polen, Ungarn und der Tschechoslowakei. Dass die sozialistische Kultur Jugoslawiens sich buchstäblich „zwischen den Stühlen“ befand und die unterschiedlichen politischen Systeme und Blöcke des Kalten Kriegs dort aufeinander trafen, macht die Aufarbeitung besonders interessant, weil sie bei weitem nicht klar und eindeutig zuzuordnen ist. Mischformen aus Ost und West trafen hier aufeinander und bildeten einen neuen, sich befruchtenden visuellen und architektonischen Ausdruck. Klassifizierung – Fehlanzeige.
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- Geschrieben von: Claus Friede -

Die Lichtinstallation AURA des Künstlers Till Nowak besteht aus zwölf großen Glasquadern, die sich wie Stützpfeiler architektonisch in einen Arkadengang entlang der Osakaallee in Hamburgs HafenCity reihen.
Das Werk ist in die Architektur in einer geradezu natürlichen Weise integriert – Ort und Kunstwerk gehen eine Symbiose ein. Die Osakaallee bildet die östliche Begrenzung des Übersee-Quartiers.
Ab Dämmerung befindet sich AURA zunächst im Ruhezustand, in einer gleichbleibenden Atmosphäre sanften Lichts. Die Glasquader reagieren allerdings wie von unsichtbarer Hand gesteuert, sobald Bewegung in ihrem unmittelbaren Umfeld stattfindet: vorbeigehende Spaziergänger, Radfahrer, Skater oder Busse. Nähert sich der Besucher an eines der Glasobjekte an, wird dieses aktiviert und leuchtet in unterschiedlichen Farbnuancen auf. Farbigkeit und Intension des Lichts verändern sich für einen zeitlich bestimmten Moment, bevor der Ruhemodus wieder eintritt. Jeder trägt durch die Bewegung seinen Lichtschein mit sich, während er die Arkaden entlang geht oder fährt.
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- Geschrieben von: Carolin Peiseler -

Nichts Geringeres als einen „epochalen Paradigmenwechsel in der Architektur“ postulierte Patrik Schumacher, Geschäftspartner der Pritzker-Preisträgerin Zaha Hadid.
Im Rahmen seines Vortrages, der als Vernissage-Auftakt am 7. Juni in der Akademie der Freien Künste stattfand wurde eine Ausstellung im Rahmen des hamburger Architektur Sommers eröffnet. Über die Innovationskraft der parametrischen Architektur kann sich nun bis zum 25. Juli 2012 jeder anhand der ausgestellten Arbeiten im AIT-ArchitekturSalon selbst ein Urteil bilden.
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- Geschrieben von: Christel Busch -

Carl Ludwig Wimmel prägte Anfang des 19. Jahrhunderts als Architekt, Stadtplaner und erster Baudirektor Hamburgs über 30 Jahre das Stadtbild der Freien und Hansestadt.
Viele seiner öffentlichen Bauwerke sind dem Großen Brand von 1842 zum Opfer gefallen. Sie sind im Zuge einer Modernisierung abgerissen oder im Zweiten Weltkrieg zerstört worden. Nur wenige Bauten haben die Wirren der Zeit überdauert und sind heute noch präsent: die St. Pauli-Kirche, einige Wohnhäuser in der Esplanade, die Millerntorwache, das Allgemeine Krankenhaus St. Georg sowie die Börse.
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- Geschrieben von: Isabelle Hofmann -

Bagger, Kräne, Container, Schutt. Am Nordufer des Baakenhafens bleibt derzeit kaum jemand stehen, um das Panorama zu genießen.
Laut ist es hier. Der Verkehr rauscht über die Versmannstraße, die links und rechts von Sandhaufen gesäumt ist. Die Erdarbeiten für die Brücke zur gegenüberliegenden Kaianlage haben schon begonnen. Über einen Kilometer lang ist diese Landzunge, die als Umschlagplatz längst ausgedient hat. Stromaufwärts reicht der Blick bis zu den Elbbrücken, stromabwärts bis zur Köhlbrandbrücke. Bald wird man hier auf eine grüne Oase mitten im Wasser schauen, die den Lärm vielleicht vergessen lässt: Die künstliche Spiel- und Freizeitinsel der Berliner Landschaftsarchitekten Loidl ist der Clou des neuen Baakenhafens, mit dem die Hansestadt Hamburg 2013 den zweiten Abschnitt ihres gigantischen Stadtentwicklungsprojektes in Angriff nimmt: Die HafenCity Ost.
5.000 Menschen sollen in dem Quartier einmal leben, das entspricht der Einwohnerzahl von Büsum oder Tönning.
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- Geschrieben von: Isabelle Hofmann -

Mit staatlichen Förderungen sieht es zwar mau aus, der Enthusiasmus ist dafür umso größer: Jörn Walter, Hamburgs Oberbaudirektor, ließ im Bahrenfelder Phoenixhof keinen Zweifel daran, wie wichtig der Hamburger Architektur Sommer für die wachsende Hansestadt ist.
Mit einem mitreißenden Diskurs zum diesjährigen Motto „Vor Ort – Aneignung und Teilnahme" eröffnete Jörn Walter – gemeinsam mit Jutta Blankau, der Senatorin für Stadtentwicklung und Umwelt, sowie Architekt Bernhard Wiking – den nunmehr siebten Veranstaltungsmarathon, der bis Ende August mehr als 250 Ausstellungen, Aktionen, Filmvorführungen, Symposien, Vorträge, Diskussionen und Workshops rund um Architektur und Stadtentwicklung umfasst.
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- Geschrieben von: Daniel Hirsch -

Die Ausstellung „Baumeister der Revolution. Sowjetische Kunst und Architektur 1915-1935“ im Berliner Martin-Gropius-Bau erzählt die Geschichte vom jähen Ende der russischen Avantgarde und zeigt in ernüchternden Fotografien die architektonischen Überreste des einstigen Aufbruchs in Kunst und Gesellschaft.
Wie eine zum Himmel geballte Faust hebt sich Wladimir Tatlins tollkühner Entwurf für das Hauptquartier der Kommunistischen Internationale von 1919 den Besuchern zum Eingang der Ausstellung im Berliner Martin-Gropius-Bau entgegen. Auch wenn es sich nur um ein knapp zwei Meter hohes Modell handelt, vermittelt die Konstruktion aus Stahl und Glas eindringlich, mit welchen Ambitionen und welchem Übermut die künstlerische Avantgarde der 1920er-Jahre den Umbruch der russischen Gesellschaft begleitete.
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- Geschrieben von: Isabelle Hofmann -

Seit Generationen werden die Hamburger als „Pfeffersäcke“ gescholten, dabei gibt es keine Stadt in Deutschland, die es in Punkto Bürgersinn mit den Hanseaten aufnehmen könnte.
Schließlich ist Hamburg „Stifterhauptstadt“ - mehr als tausend Stiftungen für Bildung, Kunst und Kultur sind zwischen Alster und Elbe ansässig und die Reihe großzügiger Unternehmerpersönlichkeiten ist lang: Kurt A. Körber ließ die Deichtorhallen zum Kunstzentrum umbauen. Helmut und Hannelore Greve schenkten der Stadt einen Universitätsanbau und Verleger Gerd Bucerius das Kunstforum am Rathausmarkt. Keine Stiftung, aber eine ganz ungewöhnliche Partnerschaft zwischen einem Unternehmer und dem Archäologischen Museum ist im Falle der „Bischofsburg“ zustande gekommen.
