Kultur Blog
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- Geschrieben von: Anna Grillet -

Erschütternd und trotzdem unaufdringlich, ein fesselnder, auf seine Art unberechenbarer Film über den zweifelhaften Sinn der Wahrheit. Nüchtern, fast dokumentarisch schildert der dänische Regisseur Tobias Lindholm in „A War” das Entstehen einer tödlichen Entscheidung.
Seine Redlichkeit wird dem Protagonisten zum Verhängnis und aus dem Kriegsdrama ein Gerichtsthriller. Trotz Urteil, die zentrale Frage nach Schuld oder Sühne bleibt offen.
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- Geschrieben von: Christel Busch -
Ein Fußboden aus Holz. An den Seiten rote Kulissenwände. Ein blauer Hintergrund. Zwei gesichtslose Gliederpuppen vor Holzgerüsten. Die männliche Figur mit breiter Brust steht fest auf ihren Beinen. Die Frau hebt anmutig den linken Fuß und schmiegt sich an den Partner. Ihre eiförmigen Gesichter berühren einander zärtlich: „Hektor und Andromache" heißt das 1917 entstandene Gemälde des italienischen Malers Giorgio de Chirico. Es ist eine Szene des Abschieds.
Das Bild gehört zu den Frühwerken de Chiricos aus seiner Schaffensperiode von 1915 bis 1918. Die Stuttgarter Ausstellung „Magie der Moderne" präsentiert Gemälde, Zeichnungen und Druckgrafiken des Italieners, der als „Erfinder" der Metaphysischen Malerei, der pittura metafisica gilt. Seine pittura metafisica inspiriert Künstler der europäischen Avantgarde, des Dadaismus, Surrealismus und der Neuen Sachlichkeit. Die Schau in der Staatsgalerie Stuttgart zeigt rund zwanzig Werke de Chiricos im Dialog mit René Magritte, Salvador Dalí, Max Ernst, Man Ray, George Grosz und anderen Künstlern.
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- Geschrieben von: Claus Friede -

Es ist eine Ausstellung die unter die Haut geht, insbesondere die Werke der aus Guatemala stammenden Künstlerin Regina José Galindo. Ihr Kollege, der Italiener Arcangelo Sassolino, zeigt in den sachlichen Räumen des Frankfurter Kunstvereins eine Auswahl seiner Arbeiten, die ihren gegenüber abstrakter wirken, aber nicht minder ihre Wirkung entwickeln.
In der Ausstellung geht es um Macht, Gewalt, Kraft und gesellschaftliche Fragilität, um Grenzerfahrungen und Belastung, dicht an der Zerstörung und um ein Gefühl des Ausgeliefert-Seins und der Angst.
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- Geschrieben von: Dirk Meyhöfer -

Am 31. März 2016 ist Zaha Hadid an einem Herzinfarkt in Miami gestorben. 65 Jahre ist sie nur geworden, aber in dieser Zeit hat sie vermutlich drei Leben verpackt und dabei die zeitgenössische Architektur revolutioniert. Ihre Bauten haben so gar nichts mit dem Haus vom Nikolaus zu schaffen, sondern sind schräg, verrückt, zackig, schwebend: einfach nicht von dieser Welt.
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- Geschrieben von: Hans-Juergen Fink -

Ein grausamer Ehrenmord an seiner schönen Ehefrau und ihrem Liebhaber – hat er dafür gesorgt, dass Musik und Leben des neapolitanischen Renaissance-Fürsten Don Carlo Gesualdo, Principe di Venosa, nicht vergessen wurden? Werner Herzog, der exzentrische Geschichten wie „Fitzcarraldo“ oder „Aguirre oder Der Zorn Gottes“ mit hochexpressiver Sensibilität auf die Leinwand brachte, hat das Lebensdrama des adligen Radikal-Komponisten zu einer ungewöhnlichen TV-Dokumentation verarbeitet, die jetzt auf BluRay vorliegt und auch nach gut 20 Jahren noch Maßstäbe setzt. Ein behutsamer, ein grandioser Balanceakt zwischen Tatort-Besichtigung und Musik-Historie.
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- Geschrieben von: Isabelle Hofmann -

Das kann doch nicht wahr sein! Das ist doch nicht möglich! Für alle, die Roger Cicero kannten und seine Musik liebten, ist sein plötzlicher Tod wie ein Schlag ins Gesicht. Unfassbar und hundsgemein.
Es hat mal wieder einen der Besten getroffen - einen der besten Jazz-Interpreten unserer Zeit. Sein Charme, sein Witz und seine Liebenswürdigkeit werden uns immer in Erinnerung bleiben. Und, natürlich, seine begnadete Musikalität: Er war es, der dem deutschen Swing neuen Auftrieb gab – mit humorvoll-banalen „Männersachen“, die vor allem Frauen begeisterte. Gründonnerstag starb der Wahl-Hamburger, dessen Markenzeichen Hut oder Schiebermütze waren, an einem Hirnschlag.
Roger Cicero wurde nur 45 Jahre alt.
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- Geschrieben von: Anna Grillet -

Ihre Chronik einer Amour Fou inszeniert die französische Regisseurin Maïwenn als mitreißenden rauschhaften Taumel der Gegensätze und Leidenschaften. „Mein Ein, mein Alles”, das sind große Gefühle in Nahaufnahme: spontan, verstörend, schonungslos, doch für Momente immer wieder voll irrwitzigem Zauber.
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- Geschrieben von: Christel Busch -

Das Ernst Barlach Museum Wedel präsentiert den spanischen Künstler Jorge Rando, einen bedeutenden Vertreter des Neoexpressionismus in Spanien. Das Haus zeigt Blumen- und Landschaftsbilder, Darstellungen der Prostitution und der Passion, der Leidensgeschichte Christi. Themen, die den Künstler seit Jahren beschäftigen. Die farbintensiven, ausdrucksstarken Arbeiten spiegeln seine eigene bildkünstlerische Realität wider: „Die Kunst zu malen ist für mich die Kunst zu lieben. Ohne die Liebe können keine erhabenen Gefühle existieren, die es sind, die am Ende das Meisterwerk formen, von dem jeder Künstler träumt."
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- Geschrieben von: Hans-Juergen Fink -

Da ist sie also endlich, die Saison 2016/17, die dem Hamburger Musikleben den großen Sprung vom „bis jetzt“ zum „jetzt aber“ bescheren soll. Als erster der großen Hamburger Player in Laeiszhalle und Elbphilharmonie stellte nun das Philharmonische Staatsorchester Hamburg seine Pläne für die zweihälftige Saison vor.
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- Geschrieben von: Anna Grillet -

Der irische Regisseur Lenny Abrahamson kreiert mit „Raum” einen bezaubernden wie beklemmenden, manchmal auch unendlich traurigen Film über Kindheit, Gefangenschaft und grenzenlose Liebe.
Jack (Jacob Tremblay) ist ein aufgeweckter, temperamentvoller Junge. An diesem Tag feiert er seinen fünften Geburtstag. Noch nie hat das Kind Regen oder den Wind gespürt. Draußen, hinter den schalldichten fensterlosen Wänden und der Stahltür beginnt das Weltall, so hat es ihm Ma (Brie Larson) erklärt. Seit ihrer Entführung vor sieben Jahren wird sie in einem Gartenschuppen gefangen gehalten. Trotzdem soll der Sohn unbeschwert aufwachsen, allein dafür lebt die Mutter. Und tatsächlich, jene klaustrophobische Hölle empfindet Jack als einen aufregenden Teil des Universums voller Märchen, Abenteuer aber auch Geborgenheit.