Kultur Blog
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- Geschrieben von: Anna Grillet -

Es ist sein persönlichster Film, von ungewohnter Zärtlichkeit. Der italienische Regisseur Paolo Sorrentino entführt den Zuschauer nach dem Welterfolg von “La Grande Bellezza” in die Idylle der Schweizer Alpen. „Ewige Jugend” lässt Musik und Bilder, Leben und Kunst zu einer betörenden Wehmutswelt verschmelzen.
Fred (Michael Caine) zuckt zusammen. Eben hat er noch den nächtlichen Markusplatz in Venedig überquert, ist fast in den Wellen des Hochwassers ertrunken.
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- Geschrieben von: Isabelle Hofmann -

Die Lage ist nicht ideal, das aufgeblasene „Grandezza“-Palastzelt hat wenig Charme und die Songs kommen zur Hälfte vom Band. Die 36 mitreißenden Artisten, Tänzer und Musiker aus Kuba lassen die Mängel jedoch vergessen: Die Show „Havana Nights“ auf der Trabrennbahn in Bahrenfeld präsentiert sich als ein gelungener Mix aus karibischer Lebens- und Gaumenfreude, Tanzbesessenheit und Spitzenakrobatik. Genau das richtige, um dem Hamburger Schmuddelwetter zu entkommen und das innere Thermometer für ein paar Stunden auf Sommer einzustellen.
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- Geschrieben von: Dirk C. Fleck -

Den etwas unrund laufenden Mustang hatten sie vor der Stadtgrenze einem Gebrauchtwagenhändler für vierhundert Dollar abgekauft. Der Mann war weder an ihren Ausweisen noch an den Führerscheinen, Sozialversicherungsnachweisen oder Kreditkarten interessiert, er strich das Geld bar ein.
Sechs Stunden waren Cording und Ted Holcomb mittlerweile unterwegs, sechs Stunden, in denen sie es von Detroit nach Fort Wayne in Indiana geschafft hatten. Cording tat das, was er Ted versprochen hatte: Er hörte ihm zu. Da sein Begleiter keinen Führerschein besaß, war er der Verpflichtung enthoben, ihm permanent in sein beklagenswertes Gesicht schauen zu müssen.
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- Geschrieben von: Isabelle Hofmann -

Das Konzept klingt verrückt, doch es funktioniert: „Kunst in der Eisdiele“ feiert in diesem Herbst sein zehnjähriges Jubiläum.
Die wohl ungewöhnlichste Messe-Location der Stadt befindet sich nur ein paar Schritte vom Hamburger Hauptbahnhof entfernt – in der Langen Reihe 47. Das Entree ist so schmal, dass man es leicht übersieht, doch im Inneren wird es überraschend geräumig. Wie ein langgezogenes Handtuch erstreckt sich die Eisdiele durch das gesamte Erdgeschoss. Das heißt: Eis wird ab Oktober gar nicht mehr verkauft. Dann lautet das Motto: „Drei Monate Gestaltung außer der Reihe“ und der Laden verwandelt sich in einen Hotspot angewandter Kunst.
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- Geschrieben von: Dirk C. Fleck -

Andrew Blair musste sich eingestehen, dass er nervöser war, als gedacht. Zwar hatte er die Gepflogenheiten der Zielperson in den letzten Wochen genauestens studiert, aber jetzt, da es zum Showdown kam, schien ihm die Entschlossenheit auf mysteriöse Weise abhandengekommen zu sein. Zum wiederholten Male putzte er den Lauf seiner Beretta, als wollte er sich die Waffe zum Freund machen. Schließlich setzte er ihr den Schalldämpfer auf und verstaute sie in dem Trenchcoat, der griffbereit über der Stuhllehne lag. Aufbrechen aber mochte er noch nicht. Er legte sich aufs Bett und lauschte dem Straßenlärm, der durch das geöffnete Kippfenster ins Zimmer drang.
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- Geschrieben von: Dirk C. Fleck -

Rudolf flog den Tepual International Airport von Süden an. Zur Rechten konnte Steve die Hafenstadt Puerto Montt erkennen, die in Chile das „Tor zum letzten Drittel” genannt wurde. Das letzte Drittel dieses schmalen Handtuchstaates an der Westküste Südamerikas war dem Rest der Welt als Patagonien bekannt, wobei die Anden das Gebiet in einen chilenischen und einen argentinischen Teil trennten. Der Name Patagonien, das hatte Steve in der Vorbereitung auf sein Treffen mit Malcolm Double U herausgefunden, ging auf den portugiesischen Entdecker Ferdinand Magellan zurück, der den einheimischen Tehuelche-Indianern, denen er 1520 in Feuerland begegnet war, aufgrund ihrer großen Statur den Namen patagones gegeben hatte.
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- Geschrieben von: Dagmar Seifert -

Bevor es losgeht, hat es schon angefangen. Im Foyer des Theaters, zwischen den festlich gekleideten Zuschauern, die sich noch gegenseitig begrüßen oder ein Programmheft kaufen oder irgendwie den Freitagnachmittag abschütteln, um im entspannten Kulturabend anzukommen, steht ein Mann und singt, sich selbst auf der Gitarre begleitend.
Rein vom Outfit passt er nicht an diesen Platz und unter diese Menschen.
Ein Penner offensichtlich mit langem grauen Fusselbart und langen grauen Filzlocken unter der Mütze. Allerdings singt und spielt er höchst professionell – und wer sich informiert hat oder auch nur einen kurzen Blick auf das Programm wirft, erkennt ihn natürlich. Das ist also bereits Daniel Morgenroth im Kostüm des Clochard Michel.
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- Geschrieben von: Dirk C. Fleck -

Detroit, 5. Juni 2035
Das Interview ist geschrieben und bereits übermittelt. Mike konnte sein Glück kaum fassen. Aus seiner Sicht ist die Freude verständlich. Eine Todesliste mit hundert prominenten Namen aus Wirtschaft und Politik bekommt man nicht alle Tage frei Haus. Auf Befehl des Verlegers wurde der Erscheinungstermin sogar um vierzehn Tage vorverlegt.
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- Geschrieben von: Hans-Juergen Fink -

Mozarts „Le nozze di Figaro“ an der Hamburgischen Staatsoper – optisch bietet das Hamburger Regiedebüt von Stefan Herheim ein hinreißendes Spektakel, musikalisch ist noch Luft nach oben.
Der Premierenabend begann mit wenigen, aber notwendigen Worten von Intendant Georges Delnon. Am zweiten Abend nach den mörderischen Anschlägen in Paris sprach er davon, dass man unsere Kultur verteidigen müsse. Und im Theater bedeute das vor allem spielen, spielen, spielen. Worte, die der auch hier im Raum liegenden Verunsicherung Ausdruck verliehen und dankbar mit Applaus quittiert wurden.
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- Geschrieben von: Dirk C. Fleck -

Rajani Bala wohnte bei Maeva im Gästehaus. Maeva war überrascht, wie problemlos die ältere Freundin auf ihr tätowiertes Gesicht reagierte. Rajani schob die irritierende Fassade wie einen Vorhang beiseite und schaute direkt in ihre Seele. Das war noch niemandem so gut gelungen. Rauura vielleicht, dem solche Zeichnungen nicht die Sicht versperren konnten.
Die Frauen plauderten und lachten bis spät in die Nacht. Am nächsten Morgen, beim Frühstück auf der Terrasse, äußerte Rajani die Bitte, das Elternhaus sehen zu dürfen, in dem die „regierenden Geschwister”, wie sie Maeva und Omai nannte, aufgewachsen waren. „Außerdem, sagte sie, „hätte ich gerne deinen Lieblingsplatz auf der Insel kennengelernt. Jeder Mensch hat doch einen Lieblingsplatz…”
