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Die Stadt Hamburg war mit Deutschlands größtem Hafen einst auch zentrale Kolonialmetropole. Zahlreiche Spuren verweisen noch heute auf diese Vergangenheit. Der Senat hat 2014 die Aufarbeitung der eigenen Kolonialgeschichte beschlossen. Die Selbstverpflichtung zur kritischen Auseinandersetzung war ebenso einmalig wie die Gründung der Forschungsstelle "Hamburgs (post-)koloniales Erbe". Auch auf internationaler Ebene war diese universitäre Forschungsstelle die erste ihrer Art.

 

Seither leistet die Forschungsstelle „Hamburgs (post)koloniales Erbe“ an der Universität Hamburg Grundlagenforschung nicht nur zur kolonialen Geschichte Hamburgs. Als Zwischenfazit ist im Oktober 2021 die Publikation „Hamburg: Tor zur kolonialen Welt. Erinnerungsorte der (post-)kolonialen Globalisierung“ erschienen, herausgegeben von Prof. Dr. Jürgen Zimmerer, Leiter der Forschungsstelle, und Kim Sebastian Todzi, Wissenschaftlicher Koordinator der Forschungsstelle. Darin bieten Beiträge zu Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Forschung, zu Kultur und Gesellschaft einen detailliert recherchierten Überblick, wie sich das Erbe der Kolonialzeit bis heute manifestiert.

Pandemiebedingt wird die im vergangenen Jahr geplante Buchvorstellung nun am 26. September in der Landesvertretung Hamburg in Berlin mit anschließender Paneldiskussion nachgeholt. Die Medien sind herzlich eingeladen.

Katharina Fegebank, Senatorin für Wissenschaft, Forschung, Gleichstellung und Bezirke: „Hamburg hat eine besondere Rolle in der Geschichte des deutschen Kolonialismus gespielt - als größte deutsche Hafenstadt war sie sozusagen ein Knotenpunkt. Dass Hamburg seine Kolonialgeschichte wissenschaftlich und gesellschaftlich aufarbeitet und offenlegt, ist ein wichtiges und richtiges Signal. Für diese Aufarbeitung braucht es herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und eine interessierte Stadtgesellschaft, die kritische Fragen stellt. Beides fügt sich bei uns gut zusammen. Mit der Einrichtung der Forschungsstelle ‚Hamburgs (post-)koloniales Erbe‘ haben wir diese Selbstverpflichtung und Verantwortungsübernahme unterstrichen. Die Veröffentlichung von ‚Hamburg: Tor zur kolonialen Welt‘ ist nun Zeugnis dieser besonderen Arbeit. Sie zeigt uns mit kritischem Blick die Auswirkungen der Kolonialzeit und wie sie sich bis heute in Hamburg finden. Ich danke allen Beteiligten für diese wichtige wissenschaftliche Auseinandersetzung.“

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Die Aufarbeitung der kolonialen Vergangenheit Hamburgs ruht gleichermaßen auf wissenschaftlicher Forschung und zivilgesellschaftlicher Arbeit. Ihre Ergebnisse der Forschungsstelle ‚Hamburgs (post-)koloniales Erbe‘ fließen auch in den stadtweiten Dialog zum Umgang mit unserer Vergangenheit ein. Sie bereichern die Perspektiven auf das dekolonisierende Erinnerungskonzept, das wir derzeit erarbeiten und mit dem sich Hamburg auf unterschiedlichen Ebenen seiner Geschichte stellt. Ein solidarisches und friedliches Miteinander in der Welt setzt die ehrliche Auseinandersetzung mit unserer Vergangenheit voraus.“

Prof. Dr. Jürgen Zimmerer, Professor für Globalgeschichte (Afrika) und Leiter der Forschungsstelle an der Universität Hamburg: „Erinnerung braucht Forschung! Nur Wissen über ihre koloniale Vergangenheit erlaubt einen angemessenen Umgang mit ihr. Kolonialismus gehört zur DNA der Hansestadt. Weltweit einzigartig, kartographiert deshalb die Forschungsstelle ‚Hamburgs (post-)koloniales Erbe‘ seit sieben Jahren die Rolle Hamburgs als Knotenpunk der kolonialen Globalisierung: lokal, national und global. Ich bin dankbar, dass die Stadt diese Grundlagenforschung ermöglicht, dies ist auch Ausdruck reflexiver Weltoffenheit.“


Buchvorstellung „Hamburg: Tor zur kolonialen Welt“

Montag, dem 26. September 2022, 15 Uhr
In der Landesvertretung Hamburg, Jägerstraße 1-3, 10117 Berlin

Bitte melden Sie sich per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! für die Veranstaltung an.


Buchpräsentation, Begrüßung & Eingangsstatements

Katharina Fegebank, Zweite Bürgermeisterin der Freien und Hansestadt Hamburg und Senatorin für Wissenschaft, Forschung, Gleichstellung und Bezirke
Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg
Prof. Dr. Jürgen Zimmerer, Professor für Globalgeschichte (Afrika) und Leiter der Forschungsstelle „Hamburgs (post-) koloniales Erbe/Hamburg und die frühe Globalisierung“ an der Universität Hamburg

Paneldiskussion „Perspektiven für den Bund?“


Moderation
Dr. Noa K. Ha, Stadtforscherin, Gründungsmitglied von DeKolonial e. V., Vorstand Rat für Migration e. V., Deutsches Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung

Helge Lindh, MdB, SPD-Fraktion
Awet Tesfaiesus, MdB, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
Prof. Dr. Jürgen Zimmerer, Universität Hamburg
Paul Starzmann, Journalist

Quelle: Behörde für Kultur und Medien Hamburg

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