Kultur, Geschichte & Management

Was für ein Ereignis: Die GEDOK, das europaweit größte Netzwerk von Künstlerinnen aller Sparten und Kunstfördernden, feiert ihren 100. Geburtstag. Das Jubiläumsjahr steht unter der Schirmherrschaft von Karin Prien, Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

 

Das ganze Jahr wird dieses Ereignis in den 23 Regionalgruppen mit den verschiedensten öffentlichen Veranstaltungen und Projekten gefeiert. Hierfür wurde sogar ein spezieller Kalender entwickelt, der ständig aktualisiert wird. Ein Video zur Geschichte der GEDOK ist online anzuschauen. Briefmarken mit dem „100 Jahre GEDOK - Künste · Frauen · Netzwerk“-Motto zieren als Motiv jetzt so manche Postsendung. Der Bundesverband, mit Präsidentin Béatrice Portoff, hat zudem eine Festschrift und ein Buchprojekt initiiert und realisiert.

 

Ida Demel100 Jahre Feminismus und Vernetzung in der Kunst

Seit der Gründung dieser ehrenamtlich tätigen Gemeinschaft im Jahr 1926 durch Ida Dehmel (1870–1942) setzt sich die GDOK für die Förderung von Frauen in allen Bereichen der Kunst ein. Ganz im Sinne der damals in Hamburg lebenden, in Bingen am Rhein geborenen Gründerin Ida Dehmel: Sie hatte damals die visionäre Idee, künstlerisch tätige Frauen zu fördern und deren Arbeitsbedingungen zu verbessern.

 

Damit legte die Kunstförderin und Frauenrechtlerin den Grundstein für die bis heute aktive und europaweit bedeutende Künstlerinnen-Community GEDOK. Die „Gemeinschaft Deutscher und Oesterreichischer Künstlerinnen-Vereine und Kunstfreundinnen“ (GEDOK) entstand 1926 als Dachverband verschiedener Kultur-Fördervereine. Das Netzwerk vereinte und vereint Künstlerinnen aller Disziplinen mit dem Ziel, weibliche Kunstschaffende in einer von Männern dominierten Kulturlandschaft zu unterstützen. Eine Position, die nach wie vor bedeutsam und immer noch notwendig ist. Denn – das wissen wir alle – eine Gleichstellung von Mann und Frau ist (auch) im Kunstbetrieb noch längst nicht erreicht. Deutschlandweit gibt es derzeit 23 GEDOK-Regionalgruppen mit rund 3.000 Mitgliedern. Die einzelnen Regionalgruppen agieren autark. Viele der Künstlerinnen sind international vernetzt. Ganz im Sinne der GEDOK: Vernetzung ist Vorstand und Mitgliedern gleichermaßen eine Herzensangelegenheit. Ein ursprünglicher Gedanke, der auch heute noch belebt und gelebt wird.

 

Interdisziplinäre Arbeit und Wettbewerbe

Ebenfalls am Herzen liegt der GEDOK die interdisziplinäre Arbeit. Dies ist auch für viele Künstlerinnen einer der Gründe, dem Verband in einer der Regionalgruppen beizutreten. Hier können sie künstlerisch und/oder als Kunstförderin ehrenamtlich tätig sein. Hier suchen und finden sie Möglichkeiten, miteinander Projekte zu erarbeiten, in den verschiedenen Disziplinen zusammenzuarbeiten und die Ergebnisse öffentlich zu präsentieren. Seitens des Dachverbandes werden in den einzelnen Kunstgattungen Wettbewerbe ausgeschrieben und organisiert. Die Preise und Preisverleihungen müssen größtenteils von der Gemeinschaft selbst finanziert werden bzw. es müssen projektbezogen jeweils Sponsoren gewonnen werden. Es gibt einige wenige Ausnahmen wie den Ida Dehmel-Literaturpreis und den GEDOK Literaturförderpreis. Diese beiden Preise werden seit Jahren jeweils auf Antrag vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Eine institutionelle Förderung ist auch hier nicht gegeben.

 

Zahlreiche Veranstaltungen der Regionalgruppen

Im Jubiläumsjahr finden Kunstausstellungen und Konzerte, Lesungen und Live-Performances, interdisziplinäre Projekte und Podiumsdiskussionen im gesamten Bundesgebiet statt. Sie gewähren dem Publikum konzentriert Einblicke in Geschichte und Gegenwart dieser Gemeinschaft. Mit den vielen Veranstaltungen feiern alle gemeinsam den 100. Geburtstag. Gefeiert wird das ganze Jahr über. Start der Feierlichkeiten ist am 22. Januar mit einem Empfang im Hamburger Rathaus, zu dem die Behörde für Kultur und Medien der Hansestadt Hamburg mit Kultursenator Carsten Brosda zum 100. Geburtstag der GEDOK namentlich eingeladen hat. Ein würdiger Auftakt für das Jubiläum einer Gemeinschaft, die unermüdlich ehrenamtlichen Einsatz zeigt, um die Wahrnehmung und Gleichstellung von Künstlerinnen zu erreichen. Der Weg war und ist lang, das Ziel längst noch nicht erreicht. Zumal die GEDOK seit vielen Jahren um institutionelle Förderung kämpft – auch dies mit allen verfügbaren Kräften und beständigem ehrenamtlichen Einsatz.

 

Jubiläumsbuch „Künste · Frauen · Netzwerk“:

Zum 100. Geburtstag hat die GEDOK sich selbst und allen an Kunst Interessierten ein besonderes Geschenk gemacht: Ein interdisziplinäres Buch mit Werken von 145 GEDOK-Künstlerinnen, das auf 300 Seiten unter dem Motto „Künste · Frauen · Netzwerk“ Musik, Bildende Kunst, Angewandte Kunst, Darstellende Kunst und Literatur vereint. Sie alle kommen hier im kreativen Gespräch zusammen, wobei die Werke der Musikerinnen und der darstellenden Künstlerinnen über QR-Codes zu erleben sind. Die mitwirkenden Künstlerinnen haben thematisch untereinander Bezüge gesucht und ausgearbeitet. Somit spiegelt das Jubiläumsbuch das kreative Netzwerk der GEDOK wider. Vorgestellt wird das Buch am Mittwoch, 28. Januar, um 18 Uhr im Kunstforum der GEDOK Hamburg, Lange Reihe 75/Koppel 66. Die Buchvorstellung wird inmitten der Ausstellung „… da blüht uns was!“ präsentiert mit Gesprächen, Lesungen, einer Performance und Musik. 

Im Vorwort der Festschrift heißt es seitens der GEDOK-Präsidentin Béatrice Portoff, die GEDOK möge sich weiterhin für die Belange der Künstlerinnen engagieren. „Sie soll lebendig, mutig und vielfältig bleiben, damit die Kunst von Frauen noch wachsen und überall präsent sein kann.“ Das wünschen wir der GEDOK und allen, die Kunst und Kultur lieben. Die GEDOK wird hundert – das Jubiläumsjahr hat begonnen. Wir gratulieren herzlich!

 

Festschrift COVERAusstellung „Künste · Frauen · Netzwerk – 100 Jahre GEDOK“ 

Gemeinsam mit der GEDOK feiert das Museum für Kunst und Gewerbe (MK&G) in Hamburg das 100-jährige Bestehen des Künstlerinnenverbandes. Vom 30. Januar bis 29. März präsentieren 15 Künstlerinnen Positionen der bildenden und angewandten Kunst. Sie wollen mit ihren Arbeiten von Malerei über Grafik, Video, Keramik bis hin zu Textil und Schmuck die Vielfalt der künstlerischen Ausdrucksformen innerhalb der Gemeinschaft sichtbar machen. Behandelt werden auf unterschiedlichste Weise zentrale Themen wie Nachhaltigkeit, Körperbilder und gesellschaftliche Auseinandersetzung. All das will neue Perspektiven bieten auf Vergänglichkeit und Stärke. Immersive Installationen schaffen sinnliche Erfahrungsräume. Eine feinsinnige Bildsprache lotet Beziehungen zwischen Menschen, Tieren und der Natur aus und lädt zu einer tiefgehenden Umweltreflexion ein. Die Ausstellung ist bis zum 29. März 2026 zu sehen.


GEDOK zum 100. Geburtstag

Das älteste und größte interdisziplinäre Künstlerinnen-Netzwerk in Deutschland und Österreich.

- Weitere Informationen (GEDOK)

- Weitere Informationen zur Ausstellung (MKG Hamburg)

Einen Überblick über weitere Aktivitäten des Jubiläumsjahres finden Sie hier: https://kalender.digital/7c4a626b7b30765ed3e7

 

YouTube-Video:
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100 Jahre GEDOK – Künste · Frauen · Netzwerk (8:10 Min.)

Das Video erzählt von dem Leben und dem Wirken der Kunstmäzenin und GEDOK-Gründerin Ida Dehmel und der bewegten Geschichte dieser Gemeinschaft, die 2026 trotz des massiven Einschnitts während der Nazi-Herrschaft ihren 100. Geburtstag feiern kann. „100 Jahre GEDOK - Künste ∙ Frauen ∙ Netzwerk“: Dieses Jubiläums-Motto bringt die Autorinnen Nanette Zimmermann (Animation/Konzeption), Hanna Schüly (Musik) und Franziska Trischler (Textredaktion und Sprechkunst) in 8 Minuten auf den Punkt – spielerisch, bunt, bewegt, ihre unterschiedlichen künstlerischen Fähigkeiten vernetzend. Ein kleines Kunststück, das zeigt, wie Vernetzung in der Praxis funktioniert.

 

GEDOK Jubiläumsjahr 2026: Veranstaltungen und Highlights 

Das Jubiläumsjahr der GEDOK startet offiziell in Hamburg mit einem Senats-Empfang, einer Kunstausstellung und einem Konzert im Museum für Kunst und Gewerbe sowie der Buchpremiere. Alle Veranstaltungen versammeln Künstlerinnen und Musikerinnen aus ganz Deutschland.  Gleichzeitig beginnt in Karlsruhe die bundesweite Kammerkonzertreihe, „Salon pour Ida“, die sich übers Jahr durch die einzelnen Regionalgruppen fortsetzt. Sie rekurriert auf die Salons von Ida Dehmel, die als beliebter Treffpunkt der wichtigsten Künstler:innen ihrer Zeit galten. Zwei Klangkunst-Präsentationen in Hamburg und Leipzig geben Einblick in neuestes Schaffen. Zum Ende des Jubiläumsjahres sind Abschlussveranstaltungen in München geplant.

 

Die wichtigsten Termine Anfang 2026:

14.01.: „Idas Abend“, Regionalgruppe (RG) Berlin

17.01.: „Salon pour Ida“, RG Karlsruhe

18.01.: Vernissage Jubiläums-Ausstellung RG Reutlingen

22.01.:  Senats-Empfang „100 Jahre GEDOK“, Hamburg

23.01.: Vernissage Jubiläums-Ausstellung RG Hamburg

28.01.: Buchpremiere „100 Jahre GEDOK – Künste Frauen Netzwerk“, Hamburg

29.01.: Vernissage Jubiläums-Ausstellung „100 Jahre GEDOK“, Hamburg

07.02.: Jubiläumskonzert „100 Jahre GEDOK“, Hamburg

13.03.: Salon Ida III mit Ulrike Draesner und Charlotte Kerner, Lübeck

21.03.: Buchpräsentation „100 Jahre GEDOK – Künste Frauen Netzwerk“, Leipziger Buchmesse

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