Paula Modersohn-Becker zählt heute zu den bedeutendsten Künstlerinnen der Moderne – zu Lebzeiten verkaufte sie dagegen kaum ein Bild.
Anlässlich ihres 150. Geburtstags begibt sich Schauspielerin Katharina Stark auf die Spur einer außergewöhnlichen Frau. Zwischen Worpswede und Paris nähert sie sich dem Leben, dem Werk und dem Denken Paula Modersohn-Beckers (1876–1907) an.
Je tiefer sie in deren Welt eintaucht, desto mehr wird die Suche auch zu einer Begegnung mit sich selbst. So entsteht ein poetischer Film über künstlerische Freiheit, weibliche Selbstbestimmung und die zeitlose Frage: Wer weiß schon, was ein Leben ist?
Eine junge Schauspielerin begibt sich auf eine Spurensuche nach Paula Modersohn-Becker, einer der bedeutendsten Künstlerinnen der Moderne. Von Worpswede bis Paris folgt sie den Stationen eines außergewöhnlichen Lebens und begegnet den Menschen, die Paula Modersohn-Beckers Leben geprägt haben – darunter Otto Modersohn, Heinrich Vogeler, Clara Rilke Westhoff und Rainer Maria Rilke.
Je tiefer sie in das Leben der Malerin, in ihre Bilder und Gedanken eintaucht, desto mehr verschwimmen die Grenzen zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Aus der künstlerischen Recherche ergibt sich eine Annäherung an eine Frau, die sich gegen die Konventionen ihrer Zeit stellte und kompromisslos ihren eigenen Weg ging.
Der Film ist weder eine klassische Künstlerbiografie noch ein Museumsfilm. Er ist eine poetische Begegnung zwischen zwei Frauen, die mehr als hundert Jahre trennen – und doch dieselben Fragen nach Freiheit, Identität und Selbstbestimmung bewegen.
Zum 150. Geburtstag der Malerin Paula Modersohn-Becker
2026 widmen die Museen in Bremen und Worpswede Paula Modersohn-Becker große Jubiläumsausstellungen. Der Kinofilm „Wer weiß schon, was ein Leben ist? begleitet dieses Jubiläumsjahr mit einer persönlichen filmischen Annäherung an das Leben, das Werk und das Denken der Künstlerin. Er lädt dazu ein, Paula Modersohn-Becker neu zu entdecken – nicht nur als Malerin, sondern als außergewöhnliche Frau, deren Mut, Selbstbestimmung und künstlerische Unabhängigkeit bis heute inspirieren.
Es ist Zeit, neu auf die Malerin Paula Modersohn-Becker zu blicken, heißt es im Regiekommentar von Annelie Boroș und Vera Brückner. Über ihr Leben und Werk gibt es Dokumentarfilme, Biografien, einen Spielfilm und unzählige Bücher. Doch trotz dieser Fülle an Material sehen wir eine Leerstelle: die Frage danach, was uns diese außergewöhnliche Künstlerin heute noch erzählen kann und warum ihr Kampf um künstlerische Freiheit und Selbstbestimmung auch 150 Jahre nach ihrer Geburt nichts von seiner Aktualität verloren hat.
Mit „Wer weiß schon, was ein Leben ist?“ wollten wir keinen klassischen biografischen Film drehen. Uns interessierte vielmehr die Reibung zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen historischer Figur und heutiger Perspektive. Paula Modersohn-Becker war eine Frau, die sich gegen die Erwartungen ihrer Zeit stellte und kompromisslos ihren eigenen Weg ging, in einer Gesellschaft, die Frauen vor allem als Ehefrauen und Mütter sah. Ihr radikaler Wunsch nach Autonomie und ihr unerschütterlicher Schaffensdrang waren außergewöhnlich. Die Fragen, mit denen sie rang – nach Freiheit, Selbstverwirklichung und der Vereinbarkeit von Kunst und Leben – beschäftigen Künstlerinnen bis heute.
Dabei ist Paula Modersohn-Beckers Geschichte zugleich die Geschichte einer verspäteten Anerkennung. Zu Lebzeiten verkaufte sie nur wenige Bilder; heute gilt sie als eine der bedeutendsten Wegbereiterinnen der Moderne. Ihre Darstellungen von Mutterschaft, Kindheit und Weiblichkeit waren revolutionär, gerade weil sie auf Verklärung und Idealisierung verzichteten. Dennoch wurden ihre Werke über Jahrzehnte hinweg unterschätzt, verdrängt oder als „naiv“ abgetan.
Diese Mechanismen der Abwertung weiblicher Kunst wirken bis heute nach. Paula Modersohn-Becker ist für uns deshalb weit mehr als eine historische Figur. Sie ist eine Visionärin, ein Vorbild und eine Inspiration – auch für uns als Filmemacherinnen. Ihr unbedingter Wille, Kunst gegen alle Widerstände zu schaffen, berührt uns persönlich. Mit diesem Film möchten wir nicht nur ihr Werk und ihre Biografie neu erfahrbar machen, sondern auch dazu einladen, Kunstgeschichte und Gegenwart aus einer anderen Perspektive zu betrachten.
„Wer weiß schon, was ein Leben ist?“ ist für uns eine Liebeserklärung, eine Hommage und zugleich eine Auseinandersetzung: Was hat sich verändert? Was wirkt bis heute fort? Und warum bleibt künstlerische Freiheit – insbesondere für Frauen – auch heute noch eine Frage, um die immer wieder gerungen werden muss?
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Doku-Fiction, Deutschland, 2026
Länge: 95 Minuten, Farbe
Sprache: Deutsch
Buch und Regie: Annelie Boroș und Vera Brückner
Originaldrehbuch: Anja Salomonowitz
Mit: Katharina Stark | Enno Trebs | Merlin Rose | Dominique Devenport | Florian Lukas.
Interviewpartner*innen: Marie Darrieussecq, Beate C. Arnold, Dr. Frank Schmidt, Dr. Henrike Hans, Prof. Dr. Julia Voss, Dr. Diane Radycki, Dr. Ingrid Pfeiffer.
Produktion: Kinescope Film GmbH | Verleih: W-FILM Distribution
Fotos, Pressematerial & Trailer: © W-Film Distribution
Vorführungen:
Premieren und Kinotour mit Regisseurin Annelie Boroş
Premiere in Bremen | 21.08. | 20 Uhr | Schauburg
Leipzig | 04.09. | 19 Uhr | Schaubühne Lindenfels
Berlin | 05.09. | filmkunst66
Hamburg | 06.09. | 11 Uhr | Zeise Kinos
Oldenburg | 06.09. | Casablanca
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Die Welt mit den Augen einer Künstlerin. Paula Modersohn-Becker zum 150. Geburtstag
Geschrieben von: Claus Friede - Dienstag, 10. Februar 2026
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