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Hamburger Architektur Sommer 2019

Bildende Kunst

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Wir füllen die Räume ebenso wie der Künstler. Deshalb ist auch die Frage danach, was uns der Künstler sagen will irrelevant. Relevant ist die Frage, was wir mit dem Kommunikationsangebot, das uns Eigner zur Verfügung stellt machen! Die Bilder werden beim Betrachten auch unsere Projektionsflächen und nicht nur die des Künstlers. Wir bringen unsere Bilder mit, unsere Erinnerungen, Assoziationen, Gefühle und Erfahrungen. Der Künstler lässt uns Raum, er will dass wir die Räume nutzen.

Er sagt zu recht, dass es ihm nicht darum geht, sich von der Natur zu distanzieren, um dann reduzierte Muster oder Ornamente zu entwickeln, vielmehr sollen Inhalte erzeugt werden und das geschieht nur deswegen, weil er reduziert. Keine feste Gestalt, kein codierbarer Gegenstand, der uns bereits festgefügten Inhalt oder eine Erzählung vorgibt.
Die reduzierte Formensprache der Bilder führen uns Betrachter in eine inhaltsreiche und -vielfältige Welt.

In der „Indigo-Serie“, in der das verwendete Material - Kartonagenfragmente – zunächst unsere Aufmerksamkeit besetzt, bleibt sich der Künstler treu. Auch hier finden wir sein „All-over-Prinzip“ wieder. Eigner verweist immer über das eigentliche Bildformat hinaus. Der Ausschnitt ist immer Teil eines Ganzen, weiter zu denkenden und formenden Raumes. Das Indigo gilt als letztes der erkennbaren Blautöne, bevor das Violett anfängt, ihm soll mystische und rituelle Kraft innewohnen.

Außerdem „entschleunigen“ uns Eigners Bilder. Wir treffen bei seinen Werke auf eine andere Geschwindigkeit als die, die uns umgibt. Seine lässt uns beruhigen. Sie fokussiert auf Konzentration. Fast kontemplativ können wir in einigen seiner Bilder verharren. Aus diesem Zustand entstehen dann für uns und für ihn neue, produktive Impulse.


Friedrich Eigner wurde 1948 in Salzburg geboren, befasste sich zunächst mit Philosophie bevor er sich zusätzlich der Malerei widmete. Er lebt und arbeitet in Salzburg, Venedig und in New York.

Friedrich Eigner: „Morning Frost“
Galerie Ute Claussen II, Jürgensallee 53a, 22605 Hamburg
Zu sehen vom 26. November 2009 bis 3. Februar 2010.

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