Bildende Kunst
Besucher:innen vor dem Selbstbildnis am 6. Hochzeitstag (1906) von Paula Modersohn-Becker im Paula Modersohn-Becker Museum, Bremen © Paula Modersohn-Becker Museum, Foto: Patric Leo. Rechts: Fotografie von Paula Modersohn-Becker, um 1905, Paula-Modersohn-Becker-Stiftung, Bremen © Paula-Modersohn-Becker-Stiftung, Bremen

Gleich mehrere Ausstellungen in Norddeutschland sind der am 8. Februar 1876 in Dresden geborenen Paula Becker (1876–1907) gewidmet. In Bremen, Worpswede und Fischerhude.

 

In Bremen verlebte Paula Becker ihre Jugend; im kreativen Umfeld der benachbarten Künstlerkolonie Worpswede sowie durch ihre Paris-Aufenthalte fand sie ihre Motivwelt und ihren ganz eigenen malerischen Ausdruck. Bereits 1927 wurde in der Böttcherstraße im Herzen Bremens das heutige Paula Modersohn-Becker Museum eröffnet, das erste einer Malerin gewidmete Museum weltweit! Zu Lebzeiten als professionelle Künstlerin kaum wahrgenommen, ist Paula Modersohn-Becker heute international anerkannt und wurde 2024 in New York und Chicago in Einzelausstellungen gefeiert. Ende November 2025 erzielte ihr Selbstbildnis nach halblinks bei einer Auktion 1,27 Millionen Euro – Weltrekord für eine deutsche Malerin!

 

Das Paula Modersohn-Becker Museum besitzt zusammen mit den Beständen der Paula-Modersohn-Becker-Stiftung die umfangreichste öffentliche Sammlung ihrer Werke. Hier wird der runde Geburtstag mit einer großen Sonderausstellung gefeiert: Unter dem programmatischen Titel „Becoming Paula“ zeichnet die Schau die künstlerische Entwicklung Paula Modersohn-Beckers nach und rückt erstmals auch die Rezeption der Malerin im 20. und 21. Jahrhundert in den Fokus.

 

Die vier zentralen Museen im Künstlerdorf Worpswede Barkenhoff, Große Kunstschau, Haus im Schluh, Worpsweder Kunsthalle greifen diesen Faden auf. Sie erkunden in der Gemeinschaftsausstellung „Impuls Paula“, auf welche vielfältige Weise Paula Modersohn-Becker Künstler bis heute inspiriert. Ausgehend von je einem ihrer Werke begeben sich die Kuratoren der vier Museen in verschiedenen Themensträngen auf künstlerische Entdeckungsreisen. Diese Tour setzt sich für die Besucher*innen auf den Wegen zwischen den Museen, durch das Künstlerdorf und in die umgebende Landschaft fort, wo zahlreiche Orte und Spuren – wie die Zionskirche, ihr ehemaliges Atelier, ihr Grabmal sowie ihre Bildmotive – an das Leben Paula Modersohn-Beckers in Worpswede erinnern.

 

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Paula Modersohn-Becker wird heute weltweit gefeiert – hier aber, in Bremen, Fischerhude und Worpswede, war und ist sie zuhause! Die vielen Ausstellungen laden dazu ein, die Malerin im Kontext ihres Lebens, ihres künstlerischen Entwicklungsprozesses sowie als Impulsgeberin in der zeitgenössischen Kunst neu zu entdecken. Einzelne Ausstellungen, Atelierführungen, Theater, Performances, Kreativ-Workshops, Familienveranstaltungen sowie eine Fachtagung ergänzen das Jubiläumsprogramm.

 

Erstmals zeigt auch das Otto-Modersohn-Museum in Fischerhude eine Sonderausstellung mit Gemälden von Paula Modersohn-Becker in einer monografischen Präsentation von 32 ihrer frühen Landschaftsstudien.

Die Landschaften stehen am Beginn der nur zehnjährigen Schaffenszeit der Künstlerin.

 

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Paula Modersohn-Becker: Graue Landschaft mit Moorkanal, 1900. Modersohn Museum, Fischerhude

 

Sie sind – obgleich zahlreicher als ihre Kinderbilder, Akte, Porträts und Stillleben – meist nur marginal in den Retrospektiven der letzten zehn Jahre der Öffentlichkeit zugänglich geworden.

 

Eine letzte Zusammenfassung zeigte das Paula Modersohn-Becker Museum in der Böttcherstraße in Bremen in den ersten Monaten der durch die Pandemie bedingten Schließung der Museen im Mai 2020.

 

Die Paula Modersohn-Becker Stiftung und das Paula Modersohn-Becker Museum, beide in Bremen, sind auch die Hauptleihgeber dieser Ausstellung, ergänzt durch einige wichtige Leihgaben aus Privatsammlungen und aus dem Bestand der Otto-Modersohn-Stiftung.

 

Paula Modersohn-Beckers ungewöhnliche Selbständigkeit im Leben wie in der Kunst und ihr zielstrebiger Instinkt für die Entwicklung der Kunst ihrer Zeit führten sie auf den Weg zu eigener Bildsprache, die sich in dem von ihr und Otto Modersohn gebrauchten Begriff „das Ding an sich in Stimmung“ manifestierte. Im Gegensatz zu den Landschaftsbildern der „Worpsweder“, die von Luftperspektive, Atmosphäre, Licht- und Schattenspiel getragen sind, schildert Paula Modersohn-Becker die Dinge in möglichster Ausschaltung der Raumtiefe ganz aus der Nähe.

 

Sie erfasste die Dinge, ob Landschaft oder Figur in einfachen, großen Formen und malte gewissermaßen alles als beseeltes Stillleben, das Ding an sich betonend, vom Gegenstand ausgehend – so auch ihre Landschaftsstudien - ganz in der Fläche und in der Reduktion der landschaftlichen Staffelung und Lokalfarbigkeit gehalten, sind sie Zeugnisse konzentrierter, geistiger Einfühlung in das sie prägende Erlebnis der Worpsweder Landschaft.


Becoming Paula

Zu sehen bis 13. September 2026 im Paula Modersohn-Becker Museum, Böttcherstraße 6, in 28195 Bremen.

Weitere Informationen (Paula Modersohn-Becker Museum)

 

Impuls Paula

Zu sehen bis 01. November 2026 in den verschiedenen Häusern der Worpsweder Museen, in 27726 Worpswede.

Weitere Informationen Worpsweder Museen)

 

Paula Becker – Paula Modersohn-Becker – Die Landschaften

Sonderausstellung der Gesellschaft-Otto-Modersohn-Museum e.V. aus Anlass des 150. Geburtstages der Malerin

Zu sehen bis 24. Mai 2026 im Otto-Modersohn-Museum, In der Bredenau 95, in 28870 Fischerhude.

Das Museum ist an 362 Tagen von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Führungen nach Vereinbarung per E-Mail oder telefonisch.

Weitere Informationen (Otto-Modersohn-Museum)

 

Eine weitere Ausstellung zum 150. Geburtstag von Paula Modersohn-Becker (gemeinsam mit Edvard Munch) ist im Albertinum in Dresden zu sehen.

 

Weitere Informationen: 150 Jahre Paula Modersohn Becker

 

Lesen Sie bei KulturPort.De auch zu Paula Modersohn-Becker:

Paula Modersohn-Becker. Der Weg in die Moderne – Geschrieben von: Isabelle Hofmann – Montag, 06. März 2017

 

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