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MACBETH entstand um 1606 und gilt als eines der düstersten und abgründigsten Dramen der Theatergeschichte. Kaum verwunderlich, dass Shakespeares Geschichte vom machtgierigen Königsmörder seit 1660 zu seinen am häufigsten gespielten Stücken zählt und Künstler*innen dazu inspiriert, den Stoff in den unterschiedlichsten Facetten zu inszenieren.


Dass MACBETH als Abiturstoff im Fach Englisch gewählt wurde, zeigt, dass Shakespeares Werk bis heute große Bedeutung hat und sich immer wieder auf aktuelle, gesellschaftliche Verhältnisse und Fragestellungen beziehen lässt.

Schottland im 11. Jahrhundert: Das Land befindet sich im Krieg. Als der Feldherr Macbeth mit seinem Gefährten Banquo vom Schlachtfeld zurück­kehrt, begegnen ihnen drei Hexen, die Macbeth eine schicksalhafte Prophezeiung machen: Er werde zunächst Than von Cawdor und
schließlich König von Schottland sein. Nachdem die erste Prophezeiung eintrifft, lässt Macbeth der Gedanke an den Königsthron nicht mehr los.

Angetrieben von seiner ebenso herrschsüchtigen Frau beschließen sie, das Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und schmieden gemeinsam einen brutalen Plan. Bei einem Besuch König Duncans ermordet Macbeth diesen im Schlaf. Sein Tod bringt Macbeth zwar die ersehnte Krone,
allerdings wächst mit ihr auch die Angst, die gewonnene Macht wieder zu verlieren.

So nimmt die Tyrannei ihren Lauf und Macbeth lässt weitere Morde folgen. Niemand bleibt sicher - Freunde werden zu Feinden und Verbündete zur Bedrohung. Doch das eigene Gewissen vermögen Macbeth und seine Frau nicht zu töten und schon bald fordern die Gräueltaten ihren Tribut.
Geplagt von Kontrollverlust und Wahnvorstellungen muss Macbeth erkennen, dass sich die Prophezeiung auf eine Weise erfüllen könnte, die er niemals erwartet hat. Denn seine Gegner formieren sich bereits zum Widerstand und machen sich zum finalen Kampf bereit...

Shakespeare verbindet in MACBETH nicht nur historische Bezüge zu den Chroniken von Schottland, sondern schuf mit der Figur einen tragischen Protagonisten, der sich im Laufe des Dramas vom angesehenen, loyalen Feldherrn zu einem skrupellosen und tyrannischen Herrscher entwickelt.

Durch seinen ungezügelten Ehrgeiz und seine Machtbesessenheit verliert er alles, was ihn einst als gefeierten Helden auszeichnete. Auch die Beziehung zu Lady Macbeth spielt eine große Rolle. Beruht sie insbesondere auf ihrer emotionalen und manipulierenden Beeinflussung Macbeths, der dadurch blind seinen eigenen Untergang herbeiführt. Diese ambivalente Dynamik auszuloten, hat sich Regisseur Nicola Bremer zusammen mit Ausstatterin Wiebke Heeren vorgenommen und setzt die Inszenierung in einen modernen Kontext.

Inmitten einer mystischen Kulisse spiegelt der herrschaftliche Thron ein Spannungsfeld zwischen der übernatürlichen Welt, an die man seinerzeit glaubte, und der weltlichen Macht und erzeugt einen Sog aus Nervenkitzel und Psychothriller-Elementen, der das Publikum bis zum Schluss in Atem hält.

Donnerstag, 01.10.2026 – 19.30 Uhr
Festspielhaus am Wall, Emden

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