Neue Kommentare

Peter Schmidt zu Hamburger Autorenvereinigung: Erinnern und Gedenken – zum 27. Januar 2014: Stadthaus- Gedenkstätte? Da fragt man sich heute...
Lothar Hamann zu „Cold War – Der Breitengrad der Liebe” - Oder die Magie einer schwarzen Leinwand: GEWINNER DES EUROPÄISCHEN FILMPREISES 2018!...
Rafael Gunnarsson zu „Climax”. Die unwiderstehlichen Abgründe des Gaspar Noé: Zeit, Bild und KulturPort sind sich alle einig? D...
Cornelie Müller-Gödecke zu 100 Jahre Lettland: Handschuh-Daumen hoch: Danke für diesen Artikel!
Und Danke für...

Herby Neubacher zu Peter de Vries – Hut- und Urnenhüllen-Macher: Mal auf die Website des Hutmachers geguckt? 500 E...

CDs KlassikKompass

Pretty Yende: „A Journey“. Ein grandioses CD-Debüt

Drucken
(66 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Dienstag, den 25. Oktober 2016 um 08:56 Uhr
Pretty Yende: „A Journey“. Ein grandioses CD-Debüt 4.4 out of 5 based on 66 votes.
Pretty Yende: A Journey. Ein grandioses CD-Debüt

Es ist eine Gesangskarriere wie aus dem Märchen: Pretty Yende kommt aus einer südafrikanischen Kleinstadt, begann spät zu singen, und erobert längst eine große Opernbühne nach der anderen. Warum ihr das gelingt, verrät das Debüt-Album der Sopranistin.

Ihre Cinderella-Geschichte ist ein Opernmärchen, das wahr wurde. Das Märchen von der 16-Jährigen in Südafrika, die in einem Werbespot das berühmte Blumen-Duett aus Delibes’ Oper Lakmé hört, im selben Moment verzaubert ist und selbst Sängerin werden möchte. Und das auch schafft – mit Hilfe des engagierten südafrikanischen Musik-Projekts MIAGI (Music is a great Investment), über eine Fülle von Siegen in hochkarätigen Gesangswettbewerben und das Opernstudio der Mailänder Scala. KulturPort.de hat diese Geschichte schon vor zwei Jahren erzählt – anlässlich von Pretty Yendes Hamburg-Debüt in Rossinis „Turco in Italia“.

Damals war die Sängerin 28 Jahre jung und fast noch ein Geheimtipp, hatte ihr Format und ihre Risikobereitschaft aber schon an der Met in New York bewiesen, wo sie sich innerhalb von nur elf Tagen fit machte, um als Einspringerin in Rossinis „Le Comte Ory“ neben Juan Diego Florez auf der großen Bühne zu singen – es wurde ihr Durchbruch.

Pretty Yende A Journey CoverIm KulturPort.De-Interview verglich die Sopranistin („lirico puro!“) ihre Stimme noch mit einem Diamanten, der zwar entdeckt sei, aber nun Facette für Facette geschliffen werden muss – „Technik, Repertoire, Erfahrung, Druck, Ruhm. Ich muss auch lernen, ihm nicht zuviel auf einmal zuzumuten.“

Das Ergebnis dieses Veredelungsprozesses kann man nun auf Pretty Yendes Debüt-CD bestaunen, auf der sie in sieben Arien und Duetten wichtige Stationen ihrer bisherigen Karriere präsentiert. Das Blumen-Duett, natürlich – gemeinsam mit Mezzo-Kollegin Kate Aldrich, die auch in „Regnava il silenzio“ aus „Lucia di Lammermoor“ dabei ist, der Oper, in der Pretty Yende 2013 in Kapstadt brillierte. Aus Gounods „Roméo et Juliette“ singt sie die weite große Arie der Juliette, „Amour, ranime mon courage“ – diese Arie bescherte ihr im Wiener Belvedere-Gesangswettbewerb das Angebot, ins Opernstudio der Scala zu kommen.

Eine der mittlerweile feinsten Stimmen der Welt
Aus dem erwähnten „Comte Ory“ stammt die Szene „Vous que l’on dit“ dabei. Nach ihrem Einspringer in New York half sie mit derselben Rolle auch in Wien aus – als Ersatz für Cecilia Bartoli.

Und noch einmal Rossini: die Cavatine der Rosina „Una voce poco fa“ aus „Il Barbiere di Siviglia“ – 2013 ihr Debüt an der Opéra Bastille in Paris. Belcanto-Gott Bellini steuert „Ah, la pena“ aus „Beatrice di Tenda“ bei, damit gewann die Sängerin 2011 Plácido Domingos Operalie-Wettbewerb. Domingó lobte damals: „Sie hat eine außergewöhnlich schöne Stimme und eine phänomenale Technik, und mit ihrem Charisma bringt sie die Bühne zum Leuchten.“ Und zum Abschluss gibt es noch mal Bellini, die Wahnsinnsszene aus „I Puritani“: „Vien, diletto, è in ciel la luna“.

Alle diese Stufen ihrer Karriereleiter geben beste Gelegenheit, einer der mittlerweile feinsten Stimmen der Welt zu lauschen: Pretty hat einen vollen, weichen Sopran, ohne jede Schärfe, wo keine sein soll. Dazu ein Vibrato im richtigen Maß. Sie kann sehr zurückhaltend und leise singen, genau so wie hochdramatisch und zupackend. Sie intoniert die höchsten Töne schier mühelos von oben, offenbar weit entfernt von den Obergrenzen ihrer Stimme. Und sie kann elegant, hochvirtuos und glasklar auf dem Glockenspiel der aberwitzigsten Koloraturen spielen, aber auch gewaltige Spannungsbögen halten.

Glücklich der Opern-Fan, der das Glück hat, sie live hören zu können. Für alle anderen gibt es nun diese CD mit dem Titel „A Journey“.

Pretty Yende: A Journey
Mit dem Orchestra Sinfonica Nazionale della RAI, Leitung Marco Armiliato
CD Sony
8898 5321 692

Video:

Pretty Yende on releasing her debut album "A Journey" (engl.)

Hörbeispiel:
A Journey


Abbildungsnachweis:
Header: Pretty Yende Foto: Gregor Hohenberg. Sony Music Entertainment
CD-Cover

Kommentar verfassen
(Ich bin damit einverstanden, dass mein Beitrag veröffentlicht wird. Mein Name und Text werden mit Datum/Uhrzeit für jeden lesbar. Mehr Infos: Datenschutz)

Ihr Name (erscheint mit ihrem Kommentar) *
Ihre Email (Nur für unseren Bestätigungslink)
Code (Hier eintragen)   
Meinen Kommentar abschicken
 
Home > Kolumne > CDs KlassikKompass > Pretty Yende: „A Journey“. Ein grandioses...

Mehr auf KulturPort.De

Bernd Meiners – Fotografie und Film
 Bernd Meiners – Fotografie und Film



Wenn man sich die biographischen Daten des Kameramanns und Fotografen Bernd Meiners anschaut, so erhält man schnell ein recht klares und präzises Bild der Pers [ ... ]



Saskia Henning von Lange: „Hier beginnt der Wald“ – ein Roman so mehrdeutig wie das Leben
 Saskia Henning von Lange: „Hier beginnt der Wald“ – ein Roman so mehrdeutig wie das Leben



„Hier sitzt er und würde doch lieber woanders sitzen“, so beginnt das dritte Buch der 42jährigen Autorin Saskia Henning von Lange. Der Mann befindet sich h [ ... ]



„Capernaum – Stadt der Hoffnung”. Nadine Labaki und die Wiederentdeckung der Kompromisslosigkeit
 „Capernaum – Stadt der Hoffnung”. Nadine Labaki und die Wiederentdeckung der Kompromisslosigkeit



Beirut. Das Alter von Zain (Zain al Rafeea) wird auf zwölf Jahre geschätzt, genau weiß es keiner. Der schmächtige magere Junge sieht viel jünger aus, aber d [ ... ]



„Margiana – Ein Königreich der Bronzezeit in Turkmenistan“
 „Margiana – Ein Königreich der Bronzezeit in Turkmenistan“



„Margiana“ – hört sich an wie der Titel eines neuen Fantasyfilms. Dabei ist es eine so gut wie unbekannte Zivilisation in Zentralasien 2300-1700 v. Chr.,  [ ... ]



Michael Wolf: Life in Cities
 Michael Wolf: Life in Cities



Kunst oder Dokumentation? Diese Frage erübrigt sich angesichts der fantastischen Fotografien und Installationen von Michael Wolf. Erstmals in Deutschland zeigen [ ... ]



„Shoplifters – Familienbande”. Der sanfte Zorn des Hirokazu Kore-eda
 „Shoplifters – Familienbande”. Der sanfte Zorn des Hirokazu Kore-eda



„Shoplifters” ist Hirokazu Kore-edas radikalster Film, die Familie bleibt zentrales Thema seines Werks, in ihr spiegelt sich die Kälte einer gnadenlos Konsu [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.