Am 5. Juni präsentiert der norwegische Pianist und Komponist Håkon Skogstad „24 Variationen für Klavier“ – ein lang angelegtes Solowerk, das seine künstlerische Identität jenseits von Traditionen und Genres widerspiegelt.
Skogstad arbeitete über ein Jahrzehnt an den Kompositionen, die nun sowohl einzeln als auch als Gesamtheit auf dem neuen Album zu hören sind. Diese Tatsache verleitet dazu, die vierundzwanzig Werke mehrfach anzuhören.
Er ist als Solist und Kammermusiker in Europa und Amerika aufgetreten und hat Auftragswerke für führende norwegische Ensembles komponiert. Seine gefeierte „Tango-Trilogie“ begründete einen persönlichen Stil, der von Astor Piazzollas Nuevo Tango inspiriert ist, und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter der norwegische Grammy für „Visions of Tango“ (Bestes Klassikalbum 2021).
„24 Variations for Piano“ entfaltet sich aus einer prägnanten, minimalistischen Arietta. Von diesem offenen Ausgangspunkt aus wird der Zuhörer durch 24 kontrast- und temporeiche Variationen geführt, die jeweils kleine motivische Elemente des Themas erforschen und transformieren – mal deutlich herausgestellt, mal subtil in Rhythmus und Harmonie eingebettet. Das Werk spiegelt sowohl Skogstads Eindringen in die klassische Klavierkunst – geprägt von der Erforschung historischer Aufführungspraxis – als auch seinen breiteren musikalischen Hintergrund wider.
Stilistisch bewegt sich die Musik durch eine weite Landschaft mit Bezügen zu Komponisten wie Bach, Chopin, Debussy, Ravel, Prokofjew und Rachmaninow sowie Einflüssen aus der Tangotradition. Als zyklisches Werk steht es in Resonanz mit Formen wie den Goldberg-Variationen und den Bildern einer Ausstellung und behält dabei jedoch eine unverwechselbare persönliche Stimme bei. Die Variationen sind eher nach musikalischer Dramaturgie als nach einem festen Tonsystem geordnet und schaffen so eine Abfolge kontrastierender „musikalischer Bilder“. Jeder Satz kann somit für sich stehen, doch zusammen bilden sie eine zusammenhängende Reise durch alle Dur- und Moll-Tonarten, die in einer Rückkehr zum Anfangsmaterial gipfelt – wo aus a-Moll A-Dur geworden ist.
Das neue Album ist aber auch in einem größeren zeitlichen und räumlichen europäischen Kontext zu sehen: Seine Dissertation „Playing in the Manner of Ricardo Viñes“ schrieb der Norweger über den spanischen Pianisten. Ricardo Viñes (1873–1943) schaffte es, gleichzeitig einen Stil der unangestrengten Virtuosität auszuprägen, der ihn zum Vorbild für nachfolgende Generationen machte. Er spielte viele Uraufführungen befreundeter Komponisten wie Léon-Paul Fargue, Maurice Ravel, Claude Debussy und Erik Satie in Paris und machte das französische Publikum erstmals mit spanischen, russischen und südamerikanischen Kompositionen vertraut.
Hier liegt auch eine direkte Verbindungslinie zu Håkon Skogstad, der seinen Klang entwickelt, verwurzelt in klassischer Tradition, Tango und einem Jahrzehnt künstlerischer Neuerfindung.Die „24 Variationen“ sind in allen Dur- und Molltonarten komponiert, wobei jedes „musikalische Bild“ im Kontrast zu seinem Vorgänger steht. Eingespielt auf einem Steinway-Flügel steht jeder Satz für sich allein, kann aber ebenso als Teil eines größeren, kreisförmigen Ganzen erlebt werden.
„24 Variationen für Klavier ist in vielerlei Hinsicht ein Spiegel dessen, wer ich als Pianist und Komponist bin — geprägt von all den Einflüssen, die mich geformt haben. Ich denke, das Werk kann gut in kleinen Abschnitten erlebt werden, also Stück für Stück. Gleichzeitig glaube ich, dass es für diejenigen, die sich die Zeit nehmen, das Album von Anfang bis Ende zu hören, noch eine ganz besondere zusätzliche Ebene bereithält“, sagt Håkon Skogstad zum neuen Album.
Die erste Single des Albums ist Variation Nr. 9 in b-Moll und wurde soeben veröffentlicht. Als einer der virtuosesten und technisch anspruchsvollsten Sätze des Zyklus präsentiert Variation Nr. 9 die Vielfalt des vollständigen Hauptthemas über ein weit gespanntes dynamisches Spektrum hinweg, von lyrischer Intimität bis hin zu feuriger Intensität.
Im Begleittext zur Veröffentlichung heißt es über die Biografie: „Håkon Skogstad (*1989) ist ein vielfach ausgezeichneter norwegischer Pianist und Komponist. Er absolvierte Studiengänge im Bereich klassischer Interpretation an der Norwegian Academy of Music sowie an der Manhattan School of Music und promovierte im Fach „Artistic Research“ an der Norwegian University of Science and Technology.
Er konzertierte in Norwegen, den USA, Argentinien, Deutschland, Österreich, Spanien und Schweden und komponierte groß angelegte Auftragswerke, die von führenden norwegischen Orchestern aufgeführt wurden.
Zwischen 2008 und 2024 veröffentlichte Skogstad sechs Aufnahmen, die vom argentinischen Tango inspiriert sind, darunter seine gefeierte „Tango-Trilogie“. Das zweite Album dieser Trilogie, Visions of Tango — gemeinsam mit dem Geiger Atle Sponberg und den Trondheim Soloists aufgenommen — wurde 2021 mit dem norwegischen Grammy in der Kategorie „Best Classical Album“ ausgezeichnet.“
Håkon Skogstad: 24 Variations for Piano
Håkon Skogstad: Piano
Label: Øra Fonogram
Streaming, digital, limitierte analoge Ausgabe
VÖ: 5. Juni 2026
- Weitere Informationen (Håkon Skogstad, engl.)
- Weitere Informationen (Label)
Tracklisting
01. Main Theme Variation No. 1 in A minor 13. Variation No. 13 in F minor
02. Variation No. 2 in C-sharp minor 14. Variation No. 14 in E-flat minor
03. Variation No. 3 in B major 15. Variation No. 15 in D minor
04. Variation No. 4 in E minor 16. Variation No. 16 in F-sharp minor
05. Variation No. 5 in D-flat major 17. Variation No. 17 in A-flat major
06. Variation No. 6 in G-sharp minor 18. Variation No. 18 in C minor
07. Variation No. 7 in B-flat major 19. Variation No. 19 in G-flat major
08. Variation No. 8 in G minor 20. Variation No. 20 in F major
09. Variation No. 9 in B-flat minor (lead single) 21. Variation No. 21 in G major
10. Variation No. 10 in E-flat major 22. Variation No. 22 in B minor
11. Variation No. 11 in C major 23. Variation No. 23 in D major
12. Variation No. 12 in E major 24. Variation No. 24 in A major

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