Für ihr Lebenswerk wird die in New York und Hamburg wirkende Künstlerin Jutta Koether mit dem Lichtwark-Preis 2025 ausgezeichnet. Die 1958 in Köln geborene vielseitige Künstlerin gilt national und international als Schlüsselfigur der zeitgenössischen Kunst. Durch ihre langjährige Arbeit als Professorin an der Hochschule für bildende Künste Hamburg (HFBK) hat sie zudem wichtige Impulse für die Entwicklung der Kunstszene der Stadt gesetzt. Der mit 10.000 Euro dotierte Lichtwark-Preis wird alle vier Jahre von Senat und Bürgerschaft an bildende Künstlerinnen und Künstler verliehen, deren Werke sich durch besondere Innovationskraft auszeichnen. Zudem ehrt der Preis Personen, die durch ihr künstlerisches Wirken in einer besonderen Beziehung zur Stadt Hamburg stehen. Namensgeber des Preises ist der Gründungsdirektor der Hamburger Kunsthalle, Alfred Lichtwark (1852-1914). Den Lichtwark-Förderpreis in Höhe von 5.000 Euro erhält Karimah Ashadu.
Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Mit Jutta Koether ehren wir eine Grenzgängerin zwischen bildender Kunst, Musik, Performance, Text und Theorie, die seit den 1980er Jahren das heutige Verständnis von Malerei entscheidend geprägt hat. Mit ihren feministischen und oft provokanten Werken hinterfragt sie gesellschaftliche, politische und auch popkulturelle Strukturen auf einzigartige Weise. Immer wieder eröffnet sie auch neue Perspektiven auf die Kunst und ihre Rezeption. Der Lichtwark-Preis ist hochverdient, ich gratuliere ihr sehr herzlich.
Der Lichtwark-Förderpreis geht an eine der profiliertesten Vertreterinnen einer neuen Künstlerinnengeneration: Karima Ashadus multimediale Arbeiten, die weltweit ausgestellt werden, schaffen auf beeindruckende Weise eine Verbindung zwischen individueller Perspektive und gesellschaftlicher Dimension. Auch Karima Ashadu gratuliere ich herzlich.“
Prof. Jutta Koether: „Die Verbindung von künstlerischer Praxis mit Vermittlung und Lehre, sowie die Offenheit gegenüber internationalen Einflüssen und Kooperationen sind fester Teil meines Malereikonzepts. Es sind aber auch Eigenschaften der Stadt Hamburg, wie ich sie während 14 Jahren der Lehre an der Hochschule für bildende Künste kennengelernt habe. So freue ich mich über die Auszeichnung mit dem Lichtwark Preis 2025.“
Die 1958 in Köln geborene und in New York lebende Jutta Koether zählt zu den einflussreichsten Künstlerinnen und Künstlern der Gegenwart. Ihr konzeptueller Einsatz einer symbolischen, häufig roten Farbpalette, die Dynamik sowie die intensive Reflexion der Kunstgeschichte und ihrer blinden Flecken zeichnen ihr Werk aus.
In ihren Arbeiten beweist Koether immer wieder, wie Kunstgeschichte im Licht der Gegenwart neu befragt, umgedeutet und weitergeschrieben werden kann. Ihr Werk eröffnet vielschichtige Perspektiven auf das Verhältnis von Malerei, Geschlecht und kulturellem Gedächtnis und entwickelt dabei eine eigenständige visuelle Sprache. Als Publizistin hat sie darüber hinaus unter anderem als Mitherausgeberin des Magazins Spex den popkulturellen Diskurs maßgeblich mitgeprägt.
Koether ist international hoch angesehen; ihre Werke befinden sich in bedeutenden Museumssammlungen, darunter das MoMA in New York, das MOCA in Los Angeles, das Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris, die Nationalgalerie in Berlin und die Kunsthalle Bern. Ihr Werk wird weltweit vielfach rezipiert und ausgestellt. Die Verleihung des Lichtwark-Preises würdigt ihr herausragendes künstlerisches Schaffen, mit dem sie die zeitgenössische Malerei nachhaltig geprägt hat.
Die Lichtwark-Förderpreisträgerin Karimah Ashadu wurde 1985 in London geboren und lebt und arbeitet zwischen Hamburg und Lagos. Sie gilt als herausragende Künstlerin, die neue Perspektiven auf Fragen von Identität, Arbeitskultur und Kolonialgeschichte eröffnet. In ihren filmischen Arbeiten, die oft auf eigens entwickelten Kameratechniken basieren, verbindet sie dokumentarische Präzision mit poetischer Bildsprache und erschließt so neue erzählerische und visuelle Räume.
Ashadus Arbeiten entstehen meist in intensiver Auseinandersetzung mit konkreten Orten und sozialen Kontexten – insbesondere in Nigeria, ihrem Herkunftsland – und setzen sich mit sozialen, ökonomischen und politischen Strukturen auseinander. Ihre prägnante Bildsprache und auch ihr analytischer Blick verbinden globale Fragestellungen mit persönlichem Erleben. Ihre Arbeiten wurden unter anderem im MoMA in New York, in der Tate Modern in London, der Wiener Secession, dem Hamburger Kunstverein und dem Camden Art Centre in London gezeigt.
Ihre Teilnahme an der 60. Biennale von Venedig 2024, wo sie mit dem Silbernen Löwen für die beste Nachwuchskünstlerin ausgezeichnet wurde, unterstreicht die internationale Relevanz ihrer Arbeit. Karimah Ashadu bereichert das kulturelle Leben Hamburgs wesentlich und positioniert sich zugleich als eine der prägnantesten Stimmen einer neuen Künstlerinnen- und Künstlergeneration.
Zur Lichtwarkpreis-Jury gehörten Prof. Tulga Beyerle, Direktorin des Museums für Kunst und Gewerbe, Prof. Alexander Klar, Direktor der Hamburger Kunsthalle, Prof. Martin Köttering, Präsident der Hochschule für bildende Künste, Prof. Dr. Dirk Luckow, Intendant der Deichtorhallen, Anna Nowak, Künstlerische Leiterin und Geschäftsführerin des Kunsthaus Hamburg, Prof. Dr. Barbara Plankensteiner, Direktorin des Museums am Rothenbaum sowie Milan Ther, Direktor des Kunstvereins Hamburg.
Die Preisverleihung ist für den 9. Dezember 2025 in der Hamburger Kunsthalle geplant.
Quelle: Behörde für Kultur und Medien

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