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„Die Nachricht vom Tod Bob Wilsons hat mich tief erschüttert. Er war in der Theaterwelt einer der bedeutendsten Künstler, er war ein Künstler von Weltrang wie Peter Brook und einige wenige.


Er hat die Idee des Gesamtkunstwerks aus dem Geist der New Yorker Avantgarde der 80er Jahre und ihrer Minimal Art erneuert.

 

Am Thalia Theater hat er zu Zeiten von Jürgen Flimm zahlreiche seiner wichtigsten Arbeiten gemacht. Mitten in der Corona-Zeit kam er ein letztes Mal zurück nach Hamburg. Wir haben eine Arbeit über den Astrophysiker Stephen Hawking verabredet: er steht für die Vulnerabilität des Menschen einerseits und seine unfassbaren Möglichkeiten andererseits. So war auch Bob Wilson: Er war nicht gesund, saß oft im Rollstuhl und hat dennoch nie geklagt, sondern viel gelacht und nie aufgehört, an und in seinem Atelier der Kunst und der Schönheit weiter zu arbeiten. Mit einer Frage von Stephen Hawking hat er sich selbst in seine Inszenierung „H" - 100 seconds to midnight“ eingeschrieben. 7x erklang in jeder Aufführung Bobs sonore Stimme und er stellte Hawkings Frage, die vielleicht auch seine war: „Is there a god?“
Du weißt es jetzt - vielleicht, lieber Bob!

 

Das Thalia Theater und gewiss auch die ganze große, kleine Theaterwelt trauert jetzt um dich. Und gedenkt deines kompromisslosen Künstlertums!

Ich habe so gern mit dir gearbeitet und umarme Dich an meinem letzten Arbeitstag als Intendant des Thalia Theaters in die Ferne des Raums.“

Joachim Lux, Intendant Thalia Theater, 31.07.2025

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